Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„Deutsch mich nicht voll!” – Updates

Hadmut
20.2.2021 13:36

Noch drei Informationen dazu.

Die Erste

Die erste ist, aber das ist mir erst eingefallen, als ich schon im Bett lag, dass ja Bernd Stelter gerade erst gebettelt hatte, mal solle doch daran denken, wieder in die Theater zu gehen, wir hätten ein Theatersterben. Hallervorden hatte ja auch schon beklagt, dass es den Theatern dreckig ginge.

Bitte, wer genau wäre die Zielgruppe, die Theater mit solchen Pöbeleien ansprechen und anlocken wollen?

Normalerweise gibt es im gewerblichen industriellen Bereich Marketingstrategien. Man überlegt sich, für wen das Produkt gedacht sein könnte, wer es kaufen soll, wie es dafür aussehen muss, damit es dieser Zielgruppe gefällt und wie man sie anspricht.

Welche Zielgruppe man mit solchen Sprüchen vergrätzt, das ist klar. Aber wen glaubt man, mit sowas anlocken, als Besucher und Zahler gewinnen zu können?

Oder geht es den Theatern gar nicht mehr um das Theaterspielen vor Publikum, sondern nur noch um das Abgreifen linker Fördergelder?

Die Zweite

Die zweite Information ist die:

Deutsche in Frankfurt in der Minderheit.

Also betreibt dieses Theater dort Hetze gegen Minderheiten.

Man kann natürlich die Frage stellen, ob das jetzt die Arroganz der Stärke ist, die einfach Markieren wollen, wer hier jetzt das Sagen hat. Es kursierte ja vor Jahren mal so eine Tabelle in den Social Media, basierend auf empirischen Betrachtungen und Ländervergleichen, bei welchem prozentualen Bevölkerungsanteile Muslime wie mit anderen umgehen. Das würde das passen.

Oder ob es nun darum geht, Deutsche da jetzt komplett rauszumobben.

Auch da erschließt sich mir der Sinn darin, gleichzeitig über Theatersterben zu jammern und seine Kunden in die Flucht zu schlagen, nicht.

Die Dritte

Die dritte Information ist die:

Es gibt einen Blog-Artikel einer Julia Seeliger von 2009, in dem es heißt:

Wer erinnert sich noch an die Mini-Kampagne “Deutsch mich nicht voll” – wohl nur die paar Leute, die regelmäßig antideutsche Blogs lesen und ein paar grün-nahe Menschen und Linksjugend-Leute. Jetzt wurden die Kampagnen-Macher/innen abgemahnt – vom Inhaber der Wortmarke “Deutsch mich nicht voll”. Der macht eigentlich was ganz anderes – macht aber nichts, 1600 Euro kann er trotzdem abziehen.

Worum ging es überhaupt bei “Deutsch mich nicht voll”? Aus dem Aufruf

Taucht Deutschland zur Männer-Fußball-Europameisterschaft wieder unbekümmert in Schwarz-Rot-Gold ein, wird jede Kritik an der Voranstellung der Nation als Identifikationsfigur gnadenlos abgeschmettert und die Abgrenzung zum „übersteigerten Nationalismus“ leichtfertig mit einem „positiven Verhältnis zur Nation“ und einem „gesunden Patriotismus“ begründet. Ein unverkrampftes Verhältnis zu Deutschland heißt dann: Eine Deutschlandflagge gratis beim Kauf von zwei Tüten Chips.

Nicht allen gefällt diese doch eher fanmeilenhafte Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Zur WM 2006 hat die Naturfreundejugend Berlin die Kampagne “Vorrundenaus” auf die Beine gestellt. 2008 schien es lange, als würde es gar keine kritische Auseinandersetzung mit dem Flaggenwahn geben – doch eine kleine Gruppe von Student/innen aus Thüringen kam dann kurz vor EM-Start mit der Mini-Kampagne “Deutsch mich nicht voll”. Den Spruch hatte einer der Aktivist/innen mal auf einem Antifa-Button gesehen und gleich ins Herz geschlossen.

Es hatte damit zu tun, dass es 2008 eine Fußball-EM gab, bei der Deutschland in das Finale gegen Spanien kam (das waren noch Zeiten, als wir nicht in der Vorrunde rausgeflogen sind) und man hier noch feierte und überall Deutschlandfähnchen an die Autos hängte und schwarz-rot-gold-Socken über die Autospiegel zog. Das hat aber damals Türken und Linken nicht gepasst, dass Deutsche in Deutschland feiern, dass Deutschland im Endspiel ist. Deshalb wurden reihenweise Autos demoliert, Fähnchen abgebrochen und so weiter.

Und daraus stammte diese Kampagne „Deutsch mich nicht an”, weil sich – wohl vor allem Türken – daran störten, in Deutschland mit Deutschen konfrontiert zu werden.

Besagtes Blog ist wohl aufgegeben und die darin verlinkten Schriftstücke dort nicht mehr zu haben (aber im Internet-Archiv noch zu finden). Es ging darin darum, dass jemand bedruckte T-Shirts mit diesem Spruch anbot und dafür abgemahnt wurde, weil jemand die Markenrechte dafür eingetragen hatte. Zwar sind in den Scans alle Namen geschwärzt, aber die Hinweise und Beschreibungen decken sich mit den Angaben zum Schauspiel Frankfurt, insbesondere die Zeitangaben, Selbstbeschreibungen und der Umstand, dass auch hier die Rechte beansprucht werden. Es besteht also einige Wahrscheinlichkeit, dass diese Abmahnung damals von eben diesem Naneci Yurdagül stammten.

Wenn ich dieses Abmahnschreiben so lese, dann fällt mir eines auf: Es wird anwaltlich behauptet, wo er diesen Spruch überall verwendet habe, dass er für ihn sehr wichtig sei, in welchen Theaterstücken der Spruch schon verwendet wurde, dass er eine Wortmarke darauf angemeldet habe, Werktitelschutz bestehe, der Kennzeichnungskraft habe und dass der Spruch urheberrechtlich geschützt sei.

Es steht aber, genau genommen, nicht da, dass er auch selbst Urheber des Spruches sei.

Man könnte diese Abmahnung auch „Mein Mandant hat den Spruch als erster gefunden und verhökert” auffassen.

Ich bin jetzt kein Markenrechtler, aber für sonderlich bestandsfest würde ich diese Abmahnung nicht halten. Eben weil er nicht klar behauptet, auch Urheber des Spruches zu sein, und weil die Verwendungen, die darin aufgelistet werden, so klein, lächerlich und lokal sind – wurde mal in irgendeinem Stück auf der Volksbühne Berlin erwähnt, hat eine Performance auf der AGORA 07 in Essen dargeboten, hat in „limitierter Auflage” auf T-Shirts drucken lassen (3 Stück wären auch eine limitierte Auflage, und das heißt noch nicht, dass sie ihm irgendwer abgekauft oder sie getragen hätte), was wohl kaum für eine öffentliche Verwendung ausreicht. Ich halte diese Abmahnung für typische Anwaltsdrohung und heiße Luft, und glaube (ohne es jetzt aber tiefer geprüft zu haben) nicht, dass er damit vor einem ordentlichen Gericht durchgekommen wäre. Es liest sich nun auch nicht so, als habe der damit schon mal eine müde Mark verdient, sondern müsse eher froh sein, wenn man ihn irgendwo rumhampeln lässt.

Große künstlerische Heldentaten lassen sich nicht ergoogeln.

Um ehrlich zu sein, ich habe nicht mal kleine gefunden. Eigentlich gar keine.

Insofern erscheint mir das wie eine Fake-Kunst, und offenbar geht es da gerade nur noch darum, ordinär-niveaulose Deutschenfeindlichkeit zu zelebrieren, indem man sie als Kunst ausgibt und unter die Kunstfreiheit stellt.

Wie schreiben sie da so schön?

Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Frankfurt.

Die Stadt Frankfurt am Main, in der Migranten inzwischen die Mehrheit sind, betreibt inzwischen offiziell und aus öffentlichen Mitteln Deutschenbeschimpfung, Deutschenfeindlichkeit, deren Vertreibung durch Mobbing.

War mir 2012 schon aufgefallen, wie die da drauf sind, als sie den mit 50.000 Euro dotierten Adorno-Preis an Judith Butler vergaben.

Frankfurt … Frankfurt … war da nicht was? Ach ja, Frankfurter Schule.

Ich würde empfehlen, Frankfurt zu verlassen und weiträumig zu meiden.