Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Konspirativer verfassungsfeindlicher Journalismus

Hadmut
26.9.2020 15:44

(Nichts) Neues von Netzwerk Recherche.

Ich hatte ja schon viel über meine Erlebnisse bei Netzwerk Recherche im Norddeutschen Rundfunk erzählt, Und neulich auch meine Stellungnahme gegenüber dem Landtag von Sachsen damit begründet, was da alles abläuft. Bei NR ist viel Presse, aber eben auch stark der öffentlich-rechtliche Rundfunk vertreten, und das läuft ja auch immer im Norddeutschen Rundfunk ab, direkt gegenüber des Gebäudes der Tagesschau, wenn nicht gerade Corona ist.

Eigentlich wollte ich da auch nicht mehr hin, weil mir das so nutzlos erscheint, dass es mir die Zeit, das Geld und die Mühe schlicht nicht wert ist. Zudem hatte mich eine Begebenheit da sehr geärgert. Als Deniz Yücel in der Türkei im Knast saß, haben sie eine ganze Veranstaltung, volle zwei Tage, Dauer-Tam-Tam darum gemacht. Die Lokalprominenz marschierte auf, und dann konnte man Leute wie Zamperoni mal bei einer Art Kindergeburtstagsparade sehen. Gut, kann man machen, wenn man dieses Gemüts ist. Deshalb bin ich aber im darauffolgenden Jahr wieder hin, weil ich mir nicht nur die Eigenlobarien und Selbstpreisüberreichungen anhören wollte, sondern vielleicht auch etwas zu den Abläufen. Ich hatte eigentlich ganz fest damit gerechnet, dass Yücel dort auftritt und mal was dazu erzählt, wie das da so abgelaufen ist. Das war der wesentliche Grund, warum ich da nochmal hingefahren bin. Zu meiner tiefen Verblüffung wurde der Name Yücel kein einziges Mal erwähnt (zumindest nicht da, wo ich dabei war), als gäbe es den gar nicht, als sei das Tam-Tam im Jahr zuvor gar nicht passiert. Als sei man in so einem Zeitreisen-Film in den falschen Zeitstrang geraten, in dem es Deniz Yücel nie gegeben hatte. Ich hatte zwar überhaupt nicht verstanden, was da faul ist, war mir aber völlig sicher, dass da irgendwas ganz gewaltig faul ist im deutschen Fernsehen. Schließlich hatten sie ja sogar fast eine ganze Tagesthemen-Sendung dem Yücel-Befreiungsaktivismus gewidmet, und bei deren Selbstbeweihräucherungsdrang war es eigentlich völlig ausgeschlossen, dass sie sich nicht selbst dafür lobten. Ich kann nicht sagen, warum, aber zwischendurch kam mir mal der Gedanke, ob vielleicht Deniz Yücel der einzig Seriöse da ist, und ihnen gesagt hatte, dass sie ihm alle mal den Buckel runterrutschen können.

Ein anderer, letztlich stärkerer Gedanke war, dass es Teils des Freilassungsdeals war, dass die Bundesregierung Rundfunk und Presse zum Schweigen bringt.

Das weiß ich ja nun, wie gut die Bundesregierung darin ist, Leute zum Schweigen zu bringen, ohne nachweisbare Folterspuren zu hinterlassen.

Deshalb wollte ich da auch nicht mehr hin. Zeit- und Geldverschwendung.

Nun ist aber Corona, und sie halten ihre Konferenzen per Webcast/Videokonferenz ab. Kostenlos. Naja, und das zuhause so nebenbei mitlaufen zu lassen, das geht gerade noch so. Es gibt dabei nur ein paar wenige Vorträge, dafür machen sie es nun öfters, mehrmals im Jahr, ich glaube, viermal.

Vor drei Monaten hatte ich ja schon berichtet, was da ablief. Correktiv hatte gekündet, dass sie Fakenews schon daran erkennen und überführen, dass in den Meldungen Bilder verwendet werden, die örtlich oder zeitlich nicht zum Geschehen passen, also nicht authentisch sind. Damit sei dann der Fake überführt. Ich hatte die einfache und sachliche Frage gestellt, warum man dann die vielen Zeitungsmeldungen, die mit Symbol- oder Archivfotos aufmachen (wieviele Berichte gibt es beispielsweise über Polizei- oder Feuerwehreinsätze, auf denen man dann irgendwelche Polizisten oder Feuerwehrleute oder Blaulichter aus dem Archiv von völlig anderen Begebenheiten sieht?) nicht nach denselben Maßstäben bemisst.

Sofort ging da ein Verleumdungssturm gegen mich los, wurde – erweislich wahrheitswidrig – behauptet, Correctiv hätte meine Blogseite einem Faktencheck unterzogen und mich als Fakenews enttarnt. Frei erfunden und erlogen. Auf der referenzierten Seite hatte Correctiv lediglich eine einzige meiner rund 15.000 Blogseiten betrachtet, weil jemand anderes bei etwas, was sie für Fakenews hielten, meine Seite als Quelle angegeben hatten, Correctiv aber zu dem Schluss kam, dass die Falschinformation auf meiner Seite eben gerade nicht stand, es also auch fake war, meine Seite als Quelle anzugeben. Das interessierte diese „Journalisten” aber nicht, wenn die einmal im Diffamierungskrampf sind, setzen group think und Rudelverhalten ein und die Stampede rennt los.

Journalisten eben.

Ich hatte dem Landtag von Sachsen darüber berichtet, was die da so treiben, weil der Haupttäter dabei auch beim MDR ist. Gut möglich, dass es da im Hintergrund nun gekracht hat, schließlich geht es um Milliarden.

Heute war nun wieder Netzwerk-Recherche-Online-Konferenz.

Aber, ach.

Die Fragestellung muss man sich mal klarmachen:

Welche Perspektiven fehlen, wenn eine weiße (männliche) Minderheit die dt. Medien besetzt? Wie kann der Journalismus repräsentativer/diverser/attraktiver werden?

In deren Augen sind wir bereits die „weiße Minderheit”.

Und auf der Seite zu deren Vortrag:

Der deutsche Journalismus braucht mehr nichtweiße Recherchen!

Recherche wird in Deutschland vor allem von weißen Menschen betrieben. Welche Perspektiven fehlen und was geht Journalist*innen und dem Publikum dadurch verloren? Wer oder was verhindert mehr personelle und inhaltliche Diversität? Und was kann der Medienbetrieb tun, damit investigativer Journalismus und Recherche repräsentativer werden?

Das ist doch ein ganz wesentlicher Punkt. Nämlich die Abkehr von der Neutralität, und die Hinwendung zum Aktivismus. Dass Presse – und damit geht auch auch deren Niedergang einher – unterwandert und zum Propagandaorgan von Interessengruppen gemacht wurde.

Seltsamerweise hört man selten Beschwerden darüber, dass die Steuern in Deutschland vor allem von weißen Menschen/Männern bezahlt werden, und dass das Steueraufkommen repräsentativer werden müsse. Repräsentativ sind sie nie, wenn es um arbeiten und zahlen geht, immer nur dann, wenn es ums „Haben wollen” geht.

Ich habe beispielsweise noch nie ein einziges Mal gehört, dass die Frage erörtert wurde, wie Migranten die Asyl- und Unterbringungskosten amortisieren wollen.

Also dachte ich mir, da hörst Du mal zu. Man kann nicht einfach draufklicken, man muss sich anmelden. Und hatte mir auch fest vorgenommen, mich da einfach gar nicht mehr zu äußern, einfach nur zuzuhören.

Ja, die erste Veranstaltung ging noch. Wirecard.

Wie der Journalismus das jetzt alles aufgedeckt habe.

Seltsam. Ich hatte das so in Erinnerung, dass der Journalismus Wirecard immer in den Himmel gelobt hatte und die Aktionäre und letztlich doch ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen das aufgeklärt hat.

Man bemängelt, dass Wirecard da so verschlossen war, und keine verständlichen Informationen herausgegeben hat. Der Journalismus beklagt, dass die Betrüger ihre Betrugspläne der Presse nicht von vornherein verständlich dargelegt haben. Weil sie dann nicht erst Wirecard gut gefunden hätten.

Dann wollte ich in Datenspuren im Internet.

Hatte mich angemeldet, der Link, den man dann bekommt, ging aber nicht. Seite existiert nicht.

Bisschen gewartet, nochmal probiert. Dreimal. Ging immer noch nicht.

Neu angemeldet. Neuen Link bekommen. Ah, jetzt geht’s. Fast. Obwohl schon einige Minuten danach die Meldung „is starting soon”. Nochmal Refresh. Ah, jetzt geht’s. Wenn auch mit 15 oder 20 Minuten verspätung.

Aber nur ganz kurz.

Aha.

Später dann nochmal bei dem mit dem nicht-weißen Journalismus versucht. Selber Effekt. Erst geht der Link nicht. Dann neu angemeldet. Diesmal aber sofort

Macht Euch klar, was das heißt.

Die tun gerade Dinge, von denen sie nicht wollen, dass die in der Rundfunkbeitragsdiskussion ruchbar werden, weil sie zeigen, dass diese Leute massiv gegen die Rundfunkordnung und die Verfassung verstoßen.

Ich hatte das ja im Blog und auch in dieser Stellungnahme für den Landtag schon ausgeführt, wie die Bundesregierung da über Organisationen vorgibt, was und wie zu schreiben und wer einzustellen ist.

Da laufen inzwischen massiv konspirative Dinge ab.

Und wie ich das neulich schon dem Landtag geschrieben habe, muss man Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks inzwischen als verfassungsfeindliche Organisation ansehen.