Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über Erblasten und Dachschäden

Hadmut
9.12.2019 21:34

Ich hatte doch neulich geschrieben,

dass sich unter den Fanatikern der Berliner Gender Studies erstaunlicherweise gleich mehrere Nachkommen aus hochstehenden Nazifamilien kommen, und bei mir der Eindruck entsteht, dass die – obwohl sie ja objektiv nichts dafür können – per Dachschaden und Schuldpsychose versuchen, sich von dieser Erblast reinzuwaschen. Also würden ausgerechnet die, die am lautesten gegen Nazis und deren Erblehre schreien, glauben, dass sie selbst unter einer Erblast leiden. Und nun versuchen, sich durch exzessiven Linksextremismus reinzuwaschen.

Denkt man an den kürzlich ermordeten Fritz von Weizsäcker, die Hatz auf Verena Bahlsen, aber auch den grotesken Auftritt von Michael Kimmel in der Friedrich-Ebert-Stiftung, dann könnte man glauben, dass sich da drei Personengruppen bilden:

  • Nachkommen oder Verwandte von Holocaust-Verfolgten, die auf fanatische Nazi-Jagd gehen
  • Nachkommen und Verwandte von Nazis, die sich mit den ersteren verbünden und linksextrem werden, um sich von einer Erbschuld reinzuwaschen
  • Nachkommen und Verwandte von Nazis, die das nicht tun, und deshalb von ersteren bekämpft werden

Ich hatte ja auch schon öfters die Vermutung geäußert, dass die Migration und der Kampf gegen Rechts und so weiter zum Inhalt haben, die Geschichte nach exakt 100 Jahren nochmal nachzuspielen, aber diesmal „richtig”, als würde man die Schlacht von Waterloo auf dem Spielbrett nochmal spielen, aber gewinnen. Diesmal gewinnt der Kommunismus gegen Hitler. Und weil man sich selbst für die Darsteller des Kommunismus hält, braucht man auch Nazidarsteller als Gegenspieler. Deshalb müssen die alle Nazis sein.

Und da würde auch dieser krankhafte Drang reinpassen, sich für Ausgegrenzte, Unterdrückte, Rassismusverfolgte einzusetzen, ob die nun wollen oder nicht: Man braucht nicht nur die Nazi-Darsteller, sondern auch die Juden-Darsteller für das Spiel. Und hält sich dann selbst – Antifa und so – für die Kommunisten und Rote Armee, die die Nazis vernichtet und die Opfer befreit.

Oder anders gesagt: Die versuchen alle, mit ihrem Dachschaden klarzukommen und wie in einer Zeitmaschine noch 1931 oder 1938 gegen die Nazis zu kämpfen.

Nun schreibt mir einer, dass die Achse des Guten schreibe, dass Philipp Ruch, der Chef des „Zentrums für Politische Schönheit“ auch einer Nazi-Familie entstamme:

Um es kurz zu machen: Das Problem des Dr. Philipp Ruch, der übrigens einer Dresdener Psychologen-Familie entstammt, ist kein politisches, sondern ein psycho-pathologisches. Seine Besessenheit, die ja in allem und jedem einen Nazi wittert – in Journalisten wie Roger Köppel, in der AfD, in Björn Höcke sowieso, in den Konservativen, in Franz von Papen, in den Befürwortern von Grenzschutz, in der bürgerlichen Mitte –, diese Besessenheit ist das Resultat einer Projektion der eigenen Familiengeschichte auf die Allgemeinheit.

Dr. Philipp Ruch entstammt einer Familie, die mütterlicherseits tief in die Hitler-Diktatur verstrickt war. Sein Urgroßvater, Dr. Martin Költzsch, war bereits früh in die NSDAP eingetreten, ein strammer Unterstützer der Nazi-Diktatur gewesen und hatte das Hitler-Reich als Diplomat im Ausland vertreten. Dafür kann Herr Dr. Ruch nichts, nur benutzt er die gefühlte Schmach, die er durch seine Familiengeschichte in sich trägt, um sie nun jedem anderen ans Bein zu binden, sich selbst damit erst zu erhöhen und dann reinzuwaschen. „Seht, ich habe meine Blutlinie überwunden, indem ich einfach behaupte, ihr wärt die Nazis.“

Dabei ist der Urgroßvater kein Einzelfall in der Ahnenreihe des Dr. Philipp Ruch. Ein anderer naher Verwandter steuerte, so schreibt es DER SPIEGEL im Dezember 1953, einst den ganz im braunen Stil gehaltenen Aufsatz „Das Judentum in der Musik“ zu Theodor Fritschens „Handbuch der Judenfrage“ bei. (…) Im letzten Satz seines Beitrages mahnte Dr. Koeltzsch damals: „Wir alle haben … die Pflicht, das Judentum in der Musik restlos auszuschalten. – Auch dafür kann sein Nachfahre Dr. Philipp Ruch selbstredend nichts, und natürlich ist es löblich, wenn sich die Nachfahren überzeugter Antisemiten dafür einsetzen, dass derartige Schweinereien nie wieder passieren. Nur, der jakobinische Furor, die autoritäre Rigorosität und die mit Selbstgerechtigkeit aufgeblasenen dicken Backen des Dr. Philipp Ruch könnten vielmehr das Resultat einer Verdrängungsleistung sein, als für politische Reife und menschliche Ernsthaftigkeit zu stehen. Denn was wissen wir Menschen wirklich von unseren Prägungen?

Keine Ahnung, worauf die Annahme beruht, dass Ruch mit Költzsch verwandt ist, ich kenne deren Familienstammbaum ja nicht.

Aber der SPIEGEL schrieb an der verlinkten Stelle 1953:

Hans Koeltzsch, 52, verließ seinen (laut Anstellungs-Vertrag bis Juni 1955 weiterbezahlten) Posten als Chefredakteur des UKW-Nord-Programms (NWDR), nachdem im Funkhaus bekanntgeworden war, daß er einst den ganz im braunen Stil gehaltenen Aufsatz “Das Judentum in der Musik” zu Theodor Fritschens “Handbuch der Judenfrage” beisteuerte. Der Aufsatz enthielt eine Namensliste jüdischer Musik-Prominenz, in der u. a. Komponist Walter Braunfels, heute NWDR-Hauptausschuß-Mitglied, mit dem Vermerk “Halbjude” vertreten ist. Im letzten Satz seines Beitrages mahnte Dr. Koeltzsch damals: “Wir alle haben … die Pflicht, das Judentum in der Musik restlos auszuschalten.”

Könnte den psychischen Zustand des NDR mit erklären, die sich ja mit Verweis auf Hugh Greene als Entnazifizierungs- und Erziehungssender verstehen.

Den Eindruck, dass Philipp Ruch nicht alle Latten am Zaun hat, hinterlässt bei mir schon der Umstand, dass der sich ständig Kohle ins Gesicht schmiert. Vielleicht eine Art Selbstanklage, Selbstverachtung, Selbstabwertung? Sich als beschmutzt fühlen und darstellen?

Auffällig ist ja auch da, dass die krampfhaft Nazis sehen und bekämpfen wollen, und Erde/Asche mit den Resten von Naziopfern gegenüber dem Reichstag aufzustellen, ist nicht nur geschmacklos und Störung der Totenruhe, es ist in meinen Augen ein weiterer Hinweis auf einen tiefsitzenden Dachschaden. Da kommt jemand mit sich selbst nicht klar. Und das aus einer Psychologenfamilie? Heißt es nicht, die Kinder des Schusters hätten die schlechtesten Schuhe?

Ich habe durchaus den Eindruck, dass sich in diesem ganzen Gender-Antifa-Sonstwas-Komplex einige Psychoten versammelt haben und sich als eine Selbstschädigungsgruppe da gegenseitig immer tiefer in die Psychose reinsteigern.

Auf mich macht das schon lange den Eindruck, als wollten sie unbedingt noch im Kampf gegen die Nazis mitmachen, um sich wieder reinwaschen und auf der richtigen Seite zu kämpfen, und würden nun mit allen Mitteln versuchen, so etwas wie eine Wiedereinsetzung in den Verfahrensstand wegen unverschuldeter Fristversäumnis zu erreichen, als wollte man 1945 wieder aufmachen, damit sie noch mitkämpfen können. Als müsste man überall die Nazis wieder aufstellen, damit sie sie noch besiegen können.

Kennt Ihr den Film „Die Glücksritter” von und mit Eddie Murphy? Da gibt es eine Szene, nämlich als die beiden Dukes besiegt sind und beim Börsenschluss merken, dass alles vorbei ist. In der sie verzweifelt fordern, die Börse wieder aufzumachen, um daran noch etwas zu ändern. Ich habe so den Eindruck, als wollten da eine Menge Leute, dass wir die Nazis wieder eröffnen, damit sie noch im Kampf gegen die Nazis mitmachen und ihre Familiengeschichte ändern können.

Deshalb wollen und können die auch partout nicht einsehen, dass Nazi-Deutschland vorbei und daran nichts mehr zu ändern ist.

Und dieser Dachschaden zieht sich inzwischen durch Universitäten, Politik, bis ins Bundesverfassungsgericht.

Realitätsverweigerung. Realitätsverlust. Leute, die sich krankhaft in eine Vergangenheit projizieren, mit der sie nicht klarkommen.

Ich bin kein Psychiater. Ich weiß, dass es wahnhaften Verfolgungswahn gibt, dass man sich überall von bösen Leuten verfolgt sieht.

Gibt es das auch umgekehrt? Gibt es das als Wahnvorstellung, dass man überall die sieht, die man selbst noch verfolgen will? Damit man seine offene Rechnung noch begleichen kann?

Werden wir gerade von Wahnsinnigen zerstört, die im Wahn alle für Nazis halten und vernichten wollen?