Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Agent Orange oder Nazis schlachten?

Hadmut
23.11.2019 0:37

Ich habe das Gefühl, die Polizei erzählt der Öffentlichkeit nur einen Teil der Erkenntnisse.

Es gab ja diese Wochen diese Messeranschlag auf Fritz von Weizsäcker. Man ist versucht, es für Mord zu halten, aber wenn der Täter psychisch so krank ist, wie es an manchen Stellen dargestellt wurde, reicht’s da einfach nicht für die Mord-Feststellung.

Ich hatte schon geschrieben, dass mir an der Sache so ein, zwei Dinge einfach nicht plausibel vorkommen.

Was möglicherweise eine grundsätzliche Herangehensweise und Erwartungshaltung ist, denn wenn der Täter psychisch so stark gestört ist, dann ist vielleicht die Frage nach der Plausibilität schon falsch. Ich kenne mich da überhaupt nicht aus. Ich hatte in meinem Leben mit drei, vielleicht vier Personen zu tun, von denen ich dann erfahren habe, dass sie – aus ganz unterschiedlichen Gründen, eine wegen lebensbedrohlicher Magersucht, einer davon aus Wahnvorstellungen, bei einem bzw. einem zweiten weiß ich nicht, warum – in geschlossene Anstalten kamen. Manche von ihnen redeten erkennbaren Unsinn, besonders der eine mit den Wahnvorstellungen. Aber innerhalb ihrer Gedankenwelt waren sie, insbesondere der Wahnhafte, trotzdem in gewissem Umfang noch stringent, konsequent. Es ist nicht so, dass man mit den Leuten nicht sprechen konnte um zu erfahren, was sie denken. Besonders der eine war im Gegenteil sogar sehr mitteilsam.

Wenn ich also – womöglich aus laienhafter Unkenntnis und in falscher Anspruchshaltung – die Anforderung der gewissen Konsequenz heranziehe, dann erscheinen mir an der Sache zwei bis drei Punkte nicht logisch.

  • Die Polizei hatte morgens noch mitgeteilt, dass der Täter sich nicht in einer wiedergabefähigen Weise erklärt habe.

    Und nachmittags dann die Erklärung mit Richard von Weizsäcker, Vietnam und Agent Orange, die zwar inhaltlich irre ist – was kann denn der Sohn dafür? – aber der Form nach so, dass man das in ein, zwei Sätzen kurz, knackig, prägnant, sachlich darstellen kann. Die besagten Leute, die ich oben erwähnte, brauchten immer längere Zeit, um ihre Gedankengänge in einem enormen Wust irgendwie und durch ausschweifende Erklärungsketten darzustellen.

    Ich hatte es irgendwo gelesen, kann man aber an die präzise Formulierung nicht mehr genau erinnern. Ich hatte es so interpretiert, dass der sich einfach unverständlich ausgedrückt hatte, und war dann erstaunt, dass sie Stunden später mit so einem Kompaktmotiv daherkamen. Ich hatte schon überlegt, ob der im Drogenrausch gewesen und nun wieder klar geworden war, aber von Drogen war nirgends die Rede.

    Ich hatte dazu dann den Gedanken, ob der sich vielleicht gar nicht mal so wirr und unverständlich, sondern in einer politisch heiklen und nicht tageslichttauglichen Weise geäußert hatte.

    Inzwischen habe ich durch Leserhinweis auch etwas beachtliches gefunden, nämlich ein Video der Presseerklärung eines Staatsanwaltes (ganz am Ende), in der man also ohne Presseverfälschung und in der Originalwortwahl hört, was der Staatsanwalt gesagt hat. Es sagte nicht, dass es unverständlich oder nicht wiedergabefähig sei, sondern dass er sich zur Einlassung des Täters nicht weiter äußern und das im Detail nicht weiter erörtern will.

    Das hört sich so an, als hätten die schon verstanden, was der gesagt hat, aber wollten es nicht an die Öffentlichkeit geben.

    Zumal sich inzwischen herausgestellt hat, dass er als Lagerist bei Amazon gearbeitet hatten und die ihn für vernünftig gehalten hatten. Wirr kann es also nicht sein, sonst könnte man da nicht arbeiten ohne aufzufallen. Der muss artikulationsfähig sein.

    Und er muss erst mal irgendetwas gesagt haben, was man nicht wiedergeben wollte.

  • Der Vietnamkrieg – war zweifellos eine Sauerei. Auf beiden Seiten. Vor allem USA gegen Kommunismus, ich hatte dazu ja schon geschrieben, dass ich mittlerweile der Auffassung bin, dass der zweite Weltkrieg nicht als Krieg, sondern nur als Kampfhandlung beendet ist und man eigentlich von der franzöischen Revolution und dem amerikanischen Sezessionskrieg einen andauernden, die Mittel wechselnden Krieg zwischen links und rechts reden muss, zu dem auch erster und zweiter Weltkrieg, Korea, Vietnam, Afghanistan, den kalten Krieg und eigentlich auch die neuen Machtkämpfe gehören. Agent Orange kann man ohne weiteres als schweres Kriegsverbrechen ansehen. Ich kann nicht letztendlich beurteilen, ob es wirklich eines ist, dazu weiß ich über die Hintergründe und den Ablauf zu wenig, aber zumindest halte ich es bei meinem derzeitigen Wissensstand für eine vertretbare Meinung, es für ein Kriegsverbrechen zu halten. Ich sehe keine Grundlage, jemandem aus dieser Meinung einen Vorwurf zu machen. Das kann man so sehen.

    Nur: Ich erlebe eigentlich nicht, dass das noch nennenswert Leute so sehen, weil der Vietnam-Krieg eigentlich aus dem Bewusstsein verschwunden ist. Ich kannte mal Vietnamesen (Restaurant), die vom Vietnamkrieg nichts wussten, außer dass er mal stattgefunden hat und so heißt.

    Es gibt ein paar wichtige Kriegsfilme, die man kennen sollte, brutale (Apokalypse Now, Full Metal Jacket, noch zwei, die mir gerade nicht einfallen, ach ja, Platoon, born 4th July), dann Good Morning Vietnam, natürlich Forrest Gump, und in gewisser Weise auch Magnum. Und noch ein paar. Um das Trauma zu erfühlen. Aber Agent Orange kommt darin nicht vor, und eigentlich redet niemand mehr vom Vietnam-Krieg. Das war so ein Thema der 68er, der Krieg dauerte von etwa 1955 bis 1975. Das ist 45 Jahre her. Der Täter sei 56 oder 57, die einen schreiben das, die anderen das. Heißt: Er war beim Ende des Vietnamkriegs höchstens 13. Und es hieß, er haben vor 30 Jahren schon den Plan gefasst, also etwa 14 oder 15 Jahre nach dem Vietnam-Krieg, Richard von Weizsäcker zu töten.

    Und das allein soll so lange gekocht haben?

    Glaube ich nicht. Da war zuviel anderes involviert.

    Ich glaube einfach nicht, dass sich jemand, der noch normal arbeitet, 30 Jahre lang und 45 Jahre nach einem Ereignis aus seiner Kindheit, das er vermutlich damals nicht mal mitbekommen hat (ich bin 3-4 Jahre jünger und kann mich nicht erinnern, vom Vietnamkrieg während seines Andauerns irgendetwas mitbekommen zu haben), jedenfalls nicht betroffen war, ohne weitere Stimulanz und weitere Motivlage so in diese Sache reinsteigern kann, dass er jemanden umbringt.

    Da muss noch mehr dahinterstecken, das kann nicht das einzige Motivelement sein.

    Und wenn man bedenkt, dass der Täter erst etwas gesagt haben muss, was die Staatsanwaltschaft als Motiv nicht erörtern wollte, und man dann später das – politisch erst mal nicht (mehr) brisante – Thema Agent Orange als Motiv nachschob, kann es ja nicht das einzige Motiv gewesen sein, sondern muss nachrangig und später genannt worden sein. Man hat vielleicht nur das als zitierfähig herausgenommen, damit die drängelnde Öffentlichkeit ein Motiv hat, mit dem erst mal Ruhe ist und nichts anbrennt.

  • Es wurde ja gesagt, dass der Täter etwas gegen die ganze Familie von Weizsäcker habe, etwas Wahnhaftes.

    Nun war an der Agent Orange-Sache aber nur einer aus der Familie beteiligt, eben Richard von Weizsäcker. Das reicht ja nicht, um gegen eine ganze Familie den Hass auszulösen, da man das ja exakt eingrenzen kann. Vor allem ist es nicht wahnhaft, denn es stimmt ja. Ich wusste davon auch nicht, aber wenn man jetzt sucht, findet man, dass von Weizsäcker das sogar bestätigt hat, aber sagte, dass er als für Steuern und Personal oder sowas Zuständiger davon nicht gewusst und das erst später erfahren habe. Wie auch immer, das ist kein Wahn, das ist real, da war was, was sogar Richard von Weizsäcker selbst bestätigt hat.

    Also muss es zwangsläufig noch ein anderes Motiv geben, sonst hätte man ja nicht von Wahn gesprochen.

Oder langer Rede kurzer Sinn: Der Täter ist zweifellos linksradikal und es muss ein Motiv geben, dass die Polizei nicht öffentlich nennen wollte. Und da stellt sich die Frage, ob das dann wahnhaft war, oder ob man sich einfach darauf geeinigt hat, es als Wahn wegzulegen.

Ernst von Weizsäcker

Vater von Richard, Ausgangspunkt der Betrachtung und die markanteste dokumentierte Figur. Wikipedia:

Offenbar auf Hitlers Wunsch wurde Weizsäcker am 24. März 1937 zum Ministerialdirektor ernannt. Ein Jahr später, am 3. April 1938, wurde Weizsäcker erster Staatssekretär des Auswärtigen Amtes unter dem eben erst eingesetzten radikalen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop. Vorher war er der NSDAP mit der Mitgliedsnummer 4.814.617 beigetreten.[9]

Auf Betreiben Ribbentrops wurde Weizsäcker mit Wirkung vom 20. April 1938 von Himmler als ehrenhalber SS-Oberführer in die Allgemeine SS aufgenommen, unterschrieb den Aufnahme- und Verpflichtungsschein der SS bereits am 23. April 1938, worauf er die reguläre SS-Nr. 293.291 erhielt. Am 9. November 1938 wurde er offiziell als SS-Führer auf Adolf Hitler vereidigt.[10] Weizsäcker war mit seiner SS-Aufnahme dem persönlichen Stab Himmlers zugeteilt. Diesem SS-Hauptamt unterstanden vor allem die privaten Organisationen „Lebensborn“, „Freundeskreis Reichsführer SS“, „Ahnenerbe“ und die Wewelsburg.
Münchener Abkommen: im Hintergrund Joachim von Ribbentrop und Ernst von Weizsäcker (rechts)

Nach späteren eigenen Aussagen übernahm Weizsäcker das Amt als Staatssekretär, weil er hoffte, in den Krisenjahren 1938/39 durch außenpolitische Obstruktion den Frieden zu erhalten, um die bis dahin erzielten außenpolitischen Erfolge des Deutschen Reiches zu wahren. Im Falle eines Krieges sah Weizsäcker nämlich nicht nur das Ende des Dritten Reiches, sondern „Finis Germaniae“ voraus. Erfolg hatte Weizsäcker bei seinen vorgeblichen Bemühungen, den von Hitler angestrebten Weltkrieg zu verhindern, nicht. Die Anfangssiege, insbesondere der Sieg über Frankreich, haben ihn begeistert. Er hatte sich stets gegen einen Krieg mit Russland bzw. Stalin ausgesprochen; es lassen sich jedoch auch Äußerungen nachweisen, in denen die Idee des „Lebensraums im Osten“ mitschwingt.[11]

Im März und Juni 1942 wurde von Weizsäcker schriftlich durch Franz Rademacher, den Leiter des „Judenreferats“ im Auswärtigen Amt, über „Künftige Maßnahmen gegen Mischlinge I. und II. Grades“[12] und die „Frage der Sterilisierung der 70.000 Mischlinge“[13] informiert. […]

och nach Kriegsende, im September 1945, vertrat er die Auffassung, Deutschland habe in den 1920er Jahren „im Osten die Grenzen zu weit aufgemacht“. So habe „die Inflation viele Juden angezogen“ und diese hätten sich „zu einer Großmacht entwickelt“.[15] […]

Weizsäcker hatte Deportationsbefehle für französische Juden in das Konzentrationslager Auschwitz abgezeichnet.[19] Vor Gericht verteidigte er sich mit dem Argument, die in Frage kommenden Juden seien schon interniert und in Gefahr gewesen. […]

1950 veröffentlichte er seine im Gefängnis verfassten Erinnerungen, in denen er versuchte, seine Rolle während der NS-Zeit zu rechtfertigen und sich als Mann des Widerstands darzustellen. Im Oktober 1950 kam er nach dreieinviertel Jahren Haft frei.[20] Die vorzeitige Entlassung war nach einer eingehenden Prüfung seines Falles durch das Rechtsamt des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy verfügt worden.

1951 erlag Weizsäcker in einem Krankenhaus in Lindau am Bodensee den Folgen eines Schlaganfalls. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Stuttgarter Solitude-Friedhof.

1942 bekam Weizsäcker von Heinrich Himmler den Ehrendegen des Reichsführers SS und den SS-Totenkopfring verliehen.[21] Am 30. Januar 1942 wurde er in den Rang eines SS-Brigadeführers befördert.[22] Dienststellenmäßig war er administrativ dem Persönlichen Stab Himmlers zugeteilt. Trotz seines Generalsranges in der SS hatte Weizsäcker keinerlei Befehlsgewalt über SS-Einheiten.

Es finden sich da noch einige wüste Details. Offenbar so ein richtig dicker Nazi, der strafgünstig davon gekommen war.

Auch das wäre erst mal nur ein Ein-Personen-Element, aber Sohn Richard hatte ihn in den Nürnberger Prozessen verteidigt:

Sein Sohn Richard von Weizsäcker trat in dem Prozess neben Sigismund von Braun als sein Hilfsverteidiger auf und plädierte wie damals üblich auf die vollkommene Unwissenheit und Unschuld seines Vaters. Er bezeichnete das Urteil später immer als „historisch und moralisch ungerecht“.

Viktor von Weizsäcker

Fällt mir da jetzt nicht sonderlich auf, war aber auch mit den Nazis irgendwie verwickelt.

Carl Friedrich von Weizsäcker

Der war Physiker und laut Wikipedia an der Entwicklung der deutschen Atombombe entwickelt:

Weizsäcker erkannte bereits vor Beginn des Zweiten Weltkriegs die Möglichkeit, Atombomben herzustellen. Er gehörte wie Heisenberg und Otto Hahn dem deutschen „Uranprojekt“ zur Erforschung der Kernspaltung an. Im Rahmen des Uranprojekts berichtete er beispielsweise an das Heereswaffenamt von der Möglichkeit der Energiegewinnung aus Uran-238. […]

1957 sagte Weizsäcker in einem Interview, illusionäre Hoffnungen auf politischen Einfluss hätten ihn damals bewegt, an der Erforschung von Nuklearwaffen zu arbeiten. „Nur durch göttliche Gnade“ sei er vor der Versuchung bewahrt worden, die deutsche Atombombe tatsächlich zu bauen. Diese Gnade habe darin bestanden, „dass es nicht gegangen ist“. Die deutsche Kriegswirtschaft habe die erforderlichen Ressourcen nicht bereitstellen können. Zu den wissenschaftlich-technischen Ambitionen der Gruppe sagte er: „Wir wollten wissen, ob Kettenreaktionen möglich wären. Einerlei, was wir mit Kenntnissen anfangen würden – wissen wollten wir es.“[9]

Intention und tatsächliche Handlungen von Weizsäckers werden seit Jahrzehnten diskutiert. So begleitete Weizsäcker Heisenberg 1941 zu einem Treffen mit Niels Bohr in das damals von Nazi-Deutschland besetzte Kopenhagen. Nach Weizsäckers eigenem späteren Bekunden sei es beiden darum gegangen, eine Physiker-Allianz zu schmieden, die über die Grenzen der Kriegsgegner hinweg den Bau von Atomwaffen verhindern sollte.[10] Bohr interpretierte das Gespräch mit Heisenberg, das unter vier Augen eröffnet wurde, offenbar jedoch als Einladung zur Beteiligung am Bau einer deutschen Atomwaffe. Von Weizsäcker und Heisenberg verbreiteten dagegen beide bis zu ihrem Tod die Version, dass sie deren Entwicklung hätten verhindern wollen und dass Bohrs Interpretation auf einem Missverständnis beruht habe. Die Begegnung von Heisenberg und Bohr, insbesondere der umstrittene Inhalt des Gesprächs, sind Gegenstand eines zeitgenössischen Theaterstücks (Kopenhagen von Michael Frayn). Im deutschsprachigen Raum wurde u. a. die Verstrickung Weizsäckers in die Arbeiten zur deutschen Atombombe in dem 2009 erschienenen Roman Warten auf den Anruf von Birgit Rabisch thematisiert.

1945 gehörte von Weizsäcker zu den durch die Alliierten im Rahmen der Alsos-Mission in Farm Hall (Südengland) und später in Alswede[11] internierten deutschen Wissenschaftlern. Ebenfalls interniert waren Otto Hahn, Max von Laue, Werner Heisenberg, Walther Gerlach, Erich Bagge, Horst Korsching, Kurt Diebner, Karl Wirtz und Paul Harteck.

Richard von Weizsäcker

Hatte, wie oben erwähnt, nicht nur den Vater in den Nürnberger Prozessen verteidigt, sondern war auch selbst Offizier im zweiten Weltkrieg, entkam aber laut Wikipedia der Kriegsgefangenschaft, indem er im richtigen Augenblick fahnenflüchtig wurde und sich absetzte.

Fritz von Weizsäcker

Die Weizsäckers dieser Generation waren sicherlich keine Nazis mehr, und dafür auch zu jung, und haben das auch wohl kritisch gesehen, wollten sich aber nicht nach außen distanzieren.

Attentat 1993

Schon 1993 hatte Günter Roersch, ehemaliger Deutscher Meister im Schwergewichtheben, auf Richard von Weizsäcker eingeschlagen, hat ihn auch verletzt, wurde aber anscheinend von den Leibwächtern von weiterm abgehalten. Dazu die BILD:

Roersch verfolgte die Weizsäckers damals über Jahre hinweg. Auch er warf Richard von Weizsäcker vor, an der Produktion von „Agent Orange“ beteiligt gewesen zu sein. Wie der Täter jetzt war auch er voller Hass auf die Familie. Er warf dem Bundespräsidenten zudem vor, seinen Vater Ernst von Weizsäcker bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen verteidigt zu haben.

1994 lauerte er ihm vor dem Hamburger Schauspielhaus auf und beschimpfte ihn als „Nazi“. Vor dem Schloss Bellevue, wo 1995 Weizsäckers 75. Geburtstag gefeiert werden sollte, verteilte er Flugblätter über sein Attentat und wurde festgenommen.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, die Generation ab Richard aufwärts war schon ziemlich dick mit den Nazis verbandelt. Inwieweit freiwillig und schuldhaft ist eine andere Frage, aber faktisch ist es nun einmal so.

Es taucht zwar in den Social Media noch eine abweichende Behauptung einer angeblichen Frau auf, die schon wieder verschwunden ist (die Behauptung, nicht die Frau), die live dabei gewesen sein will und den Täter für einen Migranten hält, dessen Verwandter auf der Station bei von Weizsäcker, wo sie gerade selbst liege, verstorben sei, wofür Rache fällig gewesen sei, aber das ist nicht nur längst wieder verschwunden, ich denke, das ist nicht haltbar. Es waren ja wohl viel zu viele Zeugen anwesend, die sich direkt auf den Täter geworfen haben. Und die Tatspuren kann man auch nicht ad hoc fälschen.

Gesamtsicht

Wenn ich das nun so gesamt sehe, dann halte ich es für ausgeschlossen, dass der das primär wegen Agent Orange getan hat. Das passt nicht zum Zeitverlauf der Presseerklärungen (siehe oben genanntes Video), in der sie sich erst mal nicht zur Sache äußern wollten, es trägt diese Mordabsicht nicht, und es trägt keinen Hass gegen eine ganze Sippe.

Nimmt man aber wie bei Günter Roersch die Nazi-Vergangenheit der Familie dazu, und nimmt Agent Orange nur so als nachlaufendes Argument, dass die sich auch nachkriegs nicht gebessert hätten und immer noch bei Massenvernichtungsmitteln wie damals an der Atombombe mitrührten, dann ergibt sich ein passendes und aktuelles Motiv, weil „Nazi!” ja gerade voll hochkocht.

Und es würde auch erklären, warum an erst die Einlassung nicht wiedergeben wollte, hinterher aber dann doch mit Agent Orange kam. Dazu müsste man die Geschichte der von Weizsäckers einfach nur chronologisch erzählen – geordnet wie bei einem Lageristen.

Man könnte also eher vermuten, dass der Nazis schlachten wollte und eben nahm, was noch lebend zu haben war.

Es drängt sich also der Gedanke auf, dass uns Polizei und Staatsanwaltschaft hier nur ein bestimmtes Detail auftischen, das wenig Aufkochpotential hat.

Würden die jetzt – hypothetisch gedacht – sagen, der Täter wollte Nazis und deren ganze Sippe abstechen, dann gäbe es hier ein Riesenproblem. Zum einen wäre das Gewalt-ist-Rechts-Narrativ futsch. Zum zweiten wäre der linke Terrorismus der RAF wieder da oder würde vielleicht einen Startschuss erleben. Der Dritte wäre, dass es vielleicht zu einer Vendetta rechts-links kommen könnte oder jedenfalls die letzten Hemmungen fallen würden. Jedenfalls würde es schwer fallen, die Bedrohung als reine Bedrohung von rechts darzustellen.

Man würde das ja in einer Gerichtsverhandlung dann feststellen.

Wenn es denn eine gibt. Denn irgendwo stand, dass die Staatsanwaltschaft auch die Möglichkeit hat, erst gar keine Anklage zu erheben und gleich die Schuldunfähigkeit feststellen und den direkt wegschließen zu lassen.

Es wäre jetzt allerdings eine heftige Verschwörungstheorie zu unterstellen, dass der vielleicht gar nicht so krank ist, man aber so tut, damit es nicht zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung kommt.

Täter-Nachfahren, Opfer-Nachfahren, Gender-Studies und ein Brüller

Man könnte jetzt fragen, wie zum Kuckuck ich jetzt in diesem Zusammenhang auf Gender-Studies komme. Wo da der Zusammenhang sein soll.

Das will ich beantworten.

Ich hatte schon geschrieben, dass mir der Vortrag des amerikanischen Professors Michael Kimmel in der Friedrich-Ebert-Stiftung wie eine Augenöffnung erschienen war. Ein feministischer Vortrag war angekündigt, es ging da um Feminismus, und unversehends und unerwartet fand ich mich da in einem Durchdrehen eines fanatischen jüdischen Nazi-Jägers, Nachkomme von Überlebenden, der sich da wohl selbst mehr reingesteigert hatte als die Überlebenden selbst, und wie ein Wahnsinniger, ein Wahnhafter auf der Jagd nach Nazis war. Ich hatte Feminismus erwartet, dort nur Nazi-Darstellungen und Nazi-Beschreibungen gesehen, mich erst sehr gewundert, und bin darüber zu dem Ergebnis gekommen, dass das anscheinend ein- und dasselbe ist, dass das, was die Genderasten da herumideologisieren, genau der Kampf gegen den Satz an Eigenschaften ist, den Kimmel da als Nazi-charakteristisch und Nazi-konstituierend beschrieben hatte: Männlich, weiß, macho, christlich oder unreligiös, gesund, blauäugig und so weiter. Da bin ich drauf gekommen, dass Gender nicht mit Frauen und Geschlecht, sondern mit getarnter Spätentnazifizierung zu tun habe.

Nun stabilisiert sich die Vermutung, weil in diesem ganzen großen Anti-Nazi-Gender-Ding nicht nur Nachfahren der Opfer vorkommen, sondern auch der Täter. Nämlich Christina und Carola von Braun. Deren Onkel war Wernher von Braun, eben jeder – fachlich geniale – Raketeningenieur, der in Deutschland die Kriegswaffen gebaut hatte, dann von den Amerikanern eingesammelt und jahrelang kaltgestellt, dann aus technischer Verzweiflung im Wettbewerb mit den Russen aber reaktiviert worden war, sie zum Mond brachte und danach wieder kaltgestellt worden war, weil erst danach bekannt wurde (da kam neulich zum 50. Jahrestag der Mondlandung ein interessanter Film darüber), dass der doch schlimmer verwickelt war als gedacht.

Ich zitiere nochmal aus meinem alten Artikel das damalige Zitat aus Wikipedia:

Ihr Onkel war der Raketenforscher Wernher von Braun, über den sie 2012 sagte, dass er „mit den größten Verbrechern des 20. Jahrhunderts kollaborierte“. Ihre Schwester ist die FDP-Politikerin Carola von Braun. Ihre Großmutter Hildegard Margis starb im Frauengefängnis Barnimstraße, nachdem sie wegen ihres Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Zusammenhang mit der Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob verhaftet worden war.

Christina von Braun verbrachte ihre ersten Lebensjahre im Vatikan und kam erst 1949 nach Deutschland.[1] Sie studierte in den USA und Deutschland und war von 1969 bis 1981 als freischaffende Autorin und Filmemacherin in Paris ansässig. 1991 bis 1993 war sie Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen.[2]

1994 wurde sie auf den Lehrstuhl für Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen: Gender, Medien, Religion und Moderne, Säkularisierung und Geschichte des Antisemitismus.

Die hatte nicht nur den Namen und die Verwandschaft mit dem Nazi-Kollaborateur Werner von Braun, von dem sie sich stark distanzierte, sondern auch den Gender-Schwachsinn an der Humboldt-Universität gegründet. Und es drängt sich förmlich auf, dass das eine mit dem anderen zu tun hat – insbesondere wenn Michael Kimmel als Feminist angekündigt wird und dann als fanatischer Nazi-Jäger und durchgeknallter Nazi-Forscher auftritt.

Dass das Dritte Reich ja im Prinzip der Krieg gegen den Kommunismus/Sozialismus war, habe ich schon öfters beleuchtet. Insofern passt das eingentlich wie der Schlüssel zum Schloss, dass ausgerechnet solche, die sich von ihrer eigenen – nicht persönlich-eigenen, aber familienererbten – Nazi-Vergangenheit reinwaschen und reinigen wollen, indem sie sich den fanatischen Nazi-Jägern anschließen und damit einen permanente Demonstration der Gegen-Gesinnung betreiben.

Vor drei Tagen hatte ich genau darüber schon geschrieben: Gegenthese: 33 und 89 reloaded, dass man hier mit der Einteilung in die Guten und die Nazi-Darsteller versucht, die Vorgänge von 1933 und 1989 nachzuspielen, aber diesesmal richtig ausgehen zu lassen, um damit quasi so eine historisch-moralische Läuterung zu erfahren und sich eben den Dreck abzuwaschen.

Und jetzt der Brüller:

Genau aus diesem Hintergrund heraus hatte ich mich ja immer gewundert, wie eigentlich die Gender-Professorin und Verfassungsrichterin Susanne Baer und ihre Brüder zustandekamen, weil sie ja die Nachfolge eben jener Christina von Braun übernommen hatte, ein Bruder ein Shoah-Buch geschrieben und der andere einen Film über die Opfer des deutschen Kolonialismus in Afrika gedreht hat. Irgendwie ist da die ganze Sippe auf dem Kriegspfad gegen den weißen Mann.

Aber warum?

Ich war zunächst auf dem völlig falschen Pfad.

Denn Baer ist auch ein jüdischer Name. Irgendwer schrieb mir dazu mal irgendwas von den zwölf Stämmen, finde ich aber nicht mehr und kann mich auch nicht erinnern. Meine Vermutung war, dass die wie Kimmel irgendwie Nachfahren von Holocaust-Opfern seien und sich daraus erkläre, warum die alle so leicht an Professuren kamen, obwohl ich von geistigen Ergüssen bisher nun wirklich nichts Erwähnenswertes gefunden habe. Die hellsten Kerzen auf der Torte sind sie definitiv alle nicht. Im Gegenteil habe ich mich gewundert, warum jemand, der so strunzdummes Zeug wie Baer schreibt, so eine Karriere machen kann.

Ich hatte mich aber schon gewundert, warum ich dann irgendwo auf einen Wehrmachtsoffizier (oder ähnliches, müsste es erst raussuchen) dieses Nachnames gestoßen bin.

Neulich bin ich durch einen überaus kuriosen Vorgang auf einen ganz anderen Gedanken gebracht worden. Jemand, der mich angriff, beschuldigte mich in übler Weise, Susanne Baer anzugreifen und den Gender Studies die Wissenschaftlichkeit abzusprechen (was ich ja tue), und den teuflischen Plan zu verfolgen, von Baers Vorfahren zu wissen und es trotzdem nicht zu schreiben, womit bewiesen wäre, dass ich in einer Verschwörung mit einer – mir fremden und bis dahin völlig unbekannten – Person stünde, denn weil diese Person es wüsste und ich es nicht geschrieben und nie erwähnt hätte, sei bewiesen, dass wir in Verschwörung stehen. Es ergibt keinen Sinn, völliger Genderschwachsinn, mir eine Verschwörung mit jemandem, den ich nicht kenne, vorzuwerfen, weil ich etwas nicht geschrieben, was ich nicht wusste, aber so sind sie halt, die Gender-Spinner. Und dadurch habe ich natürlich davon erfahren, was ich nicht wissen sollte (oder man mir vielleicht auf diesem komischen Weg gerade zur Kenntnis geben wollte?).

Ich habe es bisher nicht belastbar nachgeprüft und weiß noch nicht, ob es wirklich stimmt. Einziger wirklicher greifbarer Beleg ist, dass ich das Bild einer Frau mit passendem Namen gefunden habe, die Susanne Baer so ähnlich sieht, dass sie ihre Mutter sein müsste.

Die Behauptung läuft darauf hinaus, dass Susanne Baer angeblich von Geburt Susanne Baer-Kaupert heiße, sie aber den Namen geändert habe, um die Verwandtschaft zu verschleiern. Ihr Großvater sei Ernst Fritz Baer (1900 – 1945) und selbiger im Dritten Reich Pressechef von Reichsbauernführer Walther Darré gewesen und dessen Verbindungsmann zum Reichspropagandaminister Joseph Goebbels gewesen. Ihr Vater sei Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Baer-Kaupert gewesen, der hauptberuflich in Geheimdienstaktionen der CIA und des BND eingebunden gewesen sein soll und sich seinen zweiten Nachnamen von einem weiteren Verwandten aus dem ersten Weltkrieg übernommen hatte.

Die Sache ist insofern wüst, weil sich daraus – dazu will ich mal noch nichts weiter sagen – eine Verbindung zwischen Gender Studies und Linkem Terrorismus ergeben könnte. Aber solche Zusammenhänge hatte ich ja schon öfters. Es riecht danach, als würden die in den Gender Studies Antifa-Kämpfer gegen Nazis züchten.

Und das wäre nun hammerhart, wenn das mit der Verwandtschaft stimmte (was ich, wie gesagt, noch nicht ernstlich belastbar weiß), denn dann wäre Susanne Baer so eine Art Klon von Christina von Braun – Frauen und Nachkommen/Verwandte noch Nazi-Größen in Form weißer Männer, was deren Gender-Dachschaden und die Hatz auf weiße Männer wunderbar erklären würde. Im krankhaften Drang, sich von allem zu distanzieren, was nach Nazi riecht, und direkt passend zu Leuten wie Michael Kimmel. Und die Gender-Professur weitergeben. Verfassungsrichterin für Spätentnazifizierung und deshalb auch für die Abschaffung von Leistungskriterien und Geschlechtern, denn Kimmel sagte ja, dass das ganz typisch sei für Nazis, die könnten praktisch gar nicht ohne ihre Leistungsmaßstäbe und Geschlechtervorstellungen. Wenn man wie Baer Leistungsmaßstäbe verbietet, Qualität als Mythos verdammt, Geschlechter abschafft, Frauen- und sonstwas-Quoten durchsetzt, Diversität diktiert, ist das nach der Doktrin von Kimmel und anderen, als würde man Nazis ersticken lassen, als würde man ihnen damit die Lebensgrundlage entziehen und sie ausrotten.

Nimmt man diesen Zusammenhang mal zusammen, dann könnte es einen Zusammenhang zwischen den Messerattentat auf Fritz von Weizsäcker und der Causa der Erbmillionärin Verena Bahlsen von den Bahlsen-Keksen geben. Die nämlich hatte man ja kürzlich angegriffen, weil sie sich nicht wie gefordert zu den Zwangsarbeitern im Dritten Reich äußerte. Vornedran natürlich wieder die ARD.

Denn beide, Bahlsen und von Weizsäcker, haben sich nach außen hin nicht so von ihrer Familienvergangenheit distanziert und Gegengesinnungsbekenntnisse abgelegt, wie das etwa Leute wie Christina von Braun und Susanne Baer getan haben.

Es sieht aus, als laufe da eine Gesinnungsprüfung für Nazi-Nachfahren ab.

Und wenn man da nachforscht, bekommt man es mit ernstlich kriminellen Leuten und Drohungen zu tun. Und diese Drohungen sind nicht so ganz verschieden von diesem Messerattentat.

Konsequenz

Sollte ich mit meiner Vermutung richtig liegen, dann wäre Leuten wie den Milliardären Susanne Klatten und Stefan Quandt allerdringendst anzuraten, ihren Personenschutz schleunigst drastisch zu erhöhen.

Dann nämlich könnte eine Art neue RAF entstehen oder entstanden sein, die Nazi-Nachkommen abklappert, prüft, und bei Unterlassung entsprechender Gesinnungserklärungen zu erledigen sucht – finanziell, publizistisch oder eben körperlich.