Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Diversität im Rettungswesen

Hadmut
9.7.2019 21:54

Alles muss gequotet werden.

Oder: Theorie und Empirie.

Theorie

Die Neue Westfälische schreibt, dass Paderborner „Forscher” die Feuerwehr belästigen und dabei bemängeln, dass es dort zuwenig Frauen und Migranten gäbe.

Die übliche weiße-Männer-Hatz.

“Frauen sind bei der Feuerwehr unerwünscht.” Das zumindest meinen Forscher der Universität Paderborn. Dort läuft seit Anfang des Jahres ein Forschungsprojekt, das genau an dieser Stelle entgegenwirken will. Ziel ist es, neue Ansätze zu entwickeln, um die Vielfalt zu erhöhen – und das nicht nur bei den Löschtruppen.

“Fortesy” heißt das Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. „Wir beziehen Daten zu Ausbildung, Mitgliedschaft und Funktion in unsere Studien ein”, erklärt Dr. Ilona Horwath, Junior-Professorin an der Fakultät für Maschinenbau und Leiterin der Studie.

Die offizielle ministerial geförderte Sichtweise: Schuld sind immer die anderen. Auf die Idee, dass Frauen und Migranten einfach zu faul oder nicht dazu erzogen sein könnten, andere zu retten, kommen die erst gar nicht, das wird nicht untersucht.

Reine Beschuldigungsrhetorik.

“Die Feuerwehr-Welt ist zu einem großen Teil männlich und weiß”, sagt auch Susanne Klatt, Vorsitzende des Netzwerks Feuerwehrfrauen.

Wäre das bei normal veranlagten Gehirnen und intakter Psyche nicht einfach ein Grund, den weißen Männern einfach mal dafür zu danken, dass sie für kleines Gehalt ihr Leben einsetzen, um andere zu retten?

Aber anstatt sich zu bedanken, geht die Hetze los. Und unsere tiefenkranke Regierung fördert das auch noch mit Zuschüssen und die Universität mit Doktorgraden und sowas, die, die hier noch was retten, dauerzubeschimpfen. Als wollte man die Feuerwehr geradezu abschaffen.

Das sind längst Auswüchse psychischer Erkrankungen, solche Beschuldigungskrämpfe.

Natürlich sei die Arbeit in der Löschtruppe körperlich anspruchsvoll. Doch die Technik entwickele sich weiter und der Fortschritt erleichtere die Arbeit.

Ja, klar. Schläuche muss man nicht mehr schleppen, Verletzte muss man nicht mehr tragen, Autos muss man nicht mehr öffnen, machen alles die Roboter. Die Feuerwehröse steht dann nur noch dabei und wischt auf der App herum.

Ein weiteres Problem sei die öffentliche Wahrnehmung. Gerade in Serien sehe man häufig Polizistinnen, bei der Feuerwehr sei das nicht der Fall.

Ja, weil man irgendwann mal meinte, dass Frauen deeskalierend wirken können, es ja auch Gewalttaten von Frauen gibt, und die irgendwie abgetastet werden müssen und so weiter, und es bei der Polizei auch viel Verwaltungsaufgaben gibt. Auf Youtube sieht man dann jede Menge Videos, auf denen Polizistinnen dann, wenn es hart auf hart geht, meistens … naja, auf die Kollegen angewiesen sind.

Gab ja mal dieses Schweden-Video von den drei Polizistinnen, die es nicht schafften, einen Migranten festzunehmen und dann hilflos zusahen, wie der mit bloßen Händen ihr Polizeiauto demolierte.

Liegt vielleicht auch daran, dass wir jede Menge Fernsehkrimis und Polizeiserien, aber keine Feuerwehrserie haben.

Liegt aber vielleicht eben auch daran, dass man meint, dass Polizistinnen auf Straftäter und Demonstranten deeskalierend wirken, diese Wirkung auf Feuer aber noch nicht beobeachtet wurde. Feuer brennt nicht weniger, wenn eine hübsche, nette Feuerwehrfrau da steht und lieb auf es einredet.

Zwar gibt es sehr frauentaugliche Jobs bei den Notärzten und Sanitätern – aber genau da gibt es ja auch Frauen. Und in Berlin gehören die auch zur Feuerwehr, sind also formal Feuerwehrfrauen, nur mit dem Unterschied, dass ihr Einsatzanzug rot und nicht braun ist und sie mit dem Rettungswagen und nicht mit dem Feuerwehrauto unterwegs sind. Das kapieren die an der Uni Paderborn oder oberhaupt an Unis aber nicht.

Deshalb gehen die Unis jetzt Feuerwehren belästigen.

Ziel?

Na, wie bei den Professuren Einstellungsstopp für Männer, bis Parität erreicht ist. Heißt: Unbesetzte Stellen.

Irgendwann wird’s den weißen Männern zu blöd und sie haben die Schnauze voll.

Praxis

Ich erinnere an diesen Blog-Artikel. Bei der New Yorker Feuerwehr hat man auch Frauen per Quote reingedrückt. Hatte aber keine passenden Bewerberinnen. Also hat man eine reingedrückt, über 40, durch alle Sportprüfungen gefallen, aber schwarz. Die hat sich dann schon nach 10 Tagen beim Heruntersteigen vom Feuerwehrauto – nicht beim Einsatz unter Stress, sondern in Ruhe in der Feuerwehrhalle – den Fuß gebrochen und sich damit eine Beschädigten-Pension verdient. Steuerfreie Vollversorgung für 10 Tage Unfähigkeit.

Die Männer sind stocksauer und kommen sich verarscht vor. So ähnlich wie bei uns die Männer bei der Bundeswehr, die von Förderfrauen überholt werden.

Empirie

Was die Wirkung solcher Diversitätsidiotien ist, lässt sich in Australien beobachten. Da sind nämlich in letzter Zeit 6 Minenarbeiter bei Unfällen gestorben.

Eigentlich haben sie ein Komitee, das sich um Grubensicherheit kümmern soll. Aber:

Shortly before the State Government headed into crisis talks this afternoon, it was revealed a mining safety committee has been idle for six months because it could not reach a gender quota — during which time four miners have died.

Dieses Grubensicherheitskomitee existierte zwar, machte aber rein gar nichts, weil sie sechs Monate mit nichts anderem beschäftigt waren, als sich um die Frage zu drehen, warum sie die Frauenquote nicht erreichen. Allein währenddessen sind vier Bergleute durch Unfälle gestorben.

So läuft’s dann auch bei der Feuerwehr.

Realität

Auf die Idee, dass es bei der Feuerwehr auch deshalb so viele Männer gibt, weil es früher eine Wehrpflicht für Männer gab, und manche eben statt zur Bundeswehr zur Feuerwehr gingen, während Frauen da gar nichts machten, also die Männer die Benachteiligten sind, kommt die nicht.

Oder auf die Idee, dass Frauen nicht zur Feuerwehr gehen, weil man da auch nachts im Dienst oder in Bereitschaft ist, kommen die auch nicht.

Oder dass Frauen gerne halbtags arbeiten und man Feuer nicht halbtags löschen kann.

Oder Frauen nicht gerne Überstunden machen.

Oder pünktlich weg wollen, weil sie die Kinder abholen müssen oder der Supermarkt zumacht. Man kann das Feuer nicht einfach stehen lassen.

Heimarbeit oder Kita am Brandort gibt’s auch nicht.

Was machen?

Ich hätte Ideen.

Man könnte in die Feuerwehruniformen RFID-Chips einarbeiten und in die Sitze der Feuerwehrautos Sensoren. Man könnte die Türen der Feuerwache so programmieren, dass sie erst aufgehen und das Feuerwehrauto zum Brandort lassen, wenn das Feuerwehrauto quoten- und migrantengerecht besetzt ist.

Man könnte Wasserpumpen einsetzen, die nur abwechselnd von Männern und Frauen bedient werden können, wie beim Frauenstatut der Grünen.

Man könnte vorgeben, dass Männer nur Männer und Frauen nur Frauen retten.

Oder einfach Einstellungsstop: Keine männlichen Feuerwehrleute mehr einstellen bis die Quote erreicht ist, einfach alles niederbrennen lassen.

Aus der älteren Vergangenheit lernen

Es gab schon mal hohe Frauenquoten auch bei der Feuerwehr. Als die Männer im zweiten Weltkrieg oder tot waren, und trotzdem die Bomben fielen. Hier und bei den Engländern. Es geht schon, es geht uns nur gerade viel zu gut. Wir brauchen wieder einen Krieg und ordentliche Brandbomben, dann bewegen sich Frauen auch wieder Richtung Feuerwehr. Wenn’s einfach keine Männer mehr gibt.

Aus der jüngeren Vergangenheit lernen

Ich war doch gerade in New York, dabei auch im 9/11- und Feuerwehrmuseum, wo es natürlich um den Einsturz des World Trade Centers geht, die Feuerwehrmänner, die dort zig Stockwerke mit schwerer Ausrüstung und Schläuchen hochgestiegen sind, um Menschen zu retten. Von denen man noch einige wenige Ausrüstungsgegenstände, die normalerweise unkaputtbar sind und dazu dienen, alles aufzubrechen, stark verbogen aus den Trümmern barg.

Nur Männer.

Es gibt zwar auch Fotos von Frauen aus dem Rettungsbereich, Notärztinnen, Sanitäterinnen, aber die stehen nur etwas dreckig in der Gegend und schauen entsetzt.

Die harten Rettungsarbeiten haben nur Männer gemacht. Auf den Videos aus dem WTC sieht man Frauen nur auf der Flucht oder als Gerettete. Rein laufen nur Männer.

Was wirkt?

Da kann man eigentlich nur darauf warten, dass es in der Uni Paderborn oder dem BMBF mal brennt und die Feuerwehr nicht kommt, weil die Quote nicht erreicht ist.

Schaut man sich den Zustand der Berliner Feuerwehr an, kann es nicht mehr lange dauern.

Wer ist für den Schwachsinn verantwortlich?

Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin von Frauenquotens und Merkels Freundinnens wegen.

Ich könnte mich jetzt ad hoc nicht erinnern, von der schon mal irgendetwas qualitativ höherwertiges gehört zu haben.