Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wie gehen eigentlich Lehrer?

Hadmut
24.3.2017 17:21

Walk like an egyptian kennen wir. Aber wie gehen eigentlich Lehrer?

Antwort: Auf’m Zahnfleisch… [Korrektur]

Die Tage stand irgendwo in der Zeitung, dass sich ein Lehrer mit einem Schüler gekloppt hat und die sich jetzt gegenseitig wegen Körperverletzung angezeigt haben. Der Lehrer wurde freigestellt.

Woanders vor einer „Freizeiteinrichtung“ ist irgendwas zwischen einem 12-jährigen Jungen und einem 11-jährigen Mädchen passiert, sie schrieben leider nicht, was eigentlich, die Rede ist stellenweise von Handgreiflichkeiten, weshalb das Mädchen seinen Vater um Hilfe gerufen habe, worauf sich Vater und Junge geprügelt haben mit dem Ergebnis, dass der der Junge im Krankenhaus liegt und am Kiefer operiert werden musste und der Vater vorläufig festgenommen wurde.

In beiden Fällen kann man nach den Beschreibungen überhaupt nicht beurteilen, was da eigentlich passiert ist, wer der Aggressor war und wem Notwehr zukäme. Und ob da irgendwelche Beteiligten auf der einen oder der anderen Seite (beide Fälle könnten so herum und andersherum, aber auch ganz anders sein) kulturell originell beglückt waren. Weiß man so nicht. (Die Presse sagt es einem aber auch nicht.)

Wäre es ein Trend, dass sich Erwachsene mit Halbwüchsigen prügeln, so wäre er mir neu, sowas gab’s früher auch nicht, weil da ein Wort des Erwachsenen gereicht hätte.

Ob es nun aber daran liegt, dass Erwachsene gegenüber Jugendlichen gewalttätig werden, oder dass sich die 12-Jährigen zu Gewalttätern entwickeln, vermag ich so nicht zu sagen. Aufgefallen ist mir aber, dass das Thema inzwischen öfters mal rumgeht, neulich wollte ein 12-jähriger eine Bombe zünden und verkündete „Ich hacke Euch tot“, während die Staatsanwaltschaft ratlos sei, denn unter 14 ist man nicht strafmündig, und da können sie nichts machen.

Eigentlich ist es für diesen Blogartikel hier auch völlig egal, wer wann mit wem warum und wieso, es geht mehr so um die Zunahme an sich.

Denn die WAZ schreibt (Andreas Heinrich) gerade, dass da eine Schule enorme Probleme hat, weil sie nicht mehr genug Lehrer hat, und unter den schon zuwenigen zu viele „Seiteneinsteiger“ sind. Zuwenig ausgebildete Lehrer also.

Zunächst beschweren sie sich über diese Seiteneinstiger als Ersatzlehrer, aber so richtig klar wird nicht, ob man ohne diese Seiteneinstiger mehr richtige Lehrer oder insgesamt noch weniger Lehrkräfte hätte.

[Korrektur: Ich bin da wohl gerade einer Formulierung auf den Leim gegangen, weil ich neulich erst Artikel über „Seiteneinsteiger“ gelesen habe, die sich als Lehrer ohne Lehrausbildung verdingen. Ein Leser weist aber gerade darauf hin, dass sie mit „Seiteneinsteiger“ wohl Schüler meinen, denen der bisherige Weg durch die Schulklassen fehlen, also so eine political correctness-Formulierung für Migration. Macht die Sache noch einen Tick böser, denn dann dreht sich der Artikel ja klausuliert darum, dass man da die Schulen gerade kaputt macht. (Danke für den Hinweis.)]

Jedenfalls gibt es wohl immer mehr Beschwerden von Eltern und immer mehr Probleme mit Schülern, weil die Lehrer da nicht mehr zu lehren, sondern auch zu „integrieren“ hätten, also quasi Lebenshilfelehrer und Sozialtherapeut sein sollten. Früher haben Lehrer Integralrechnung gelehrt, heute müssen sie damit rechnen, integrieren zu müssen.

„Die Raumprobleme angesichts der vielen Schüler sind nicht einmal das Schlimmste“, sagt Daniela Kruse, 1. Vorsitzende der Schulpflegschaft. Die Lehrer gingen alle mittlerweile auf dem Zahnfleisch; der Krankenstand sei spürbar erhöht. Es gebe einen spürbaren Lehrermangel. „Wir erleben bei unseren Kindern seit längerer Zeit einen erhöhten Unterrichtsausfall, weil Vertretungskräfte fehlen.“

Noch brisanter: Schulleitung und Eltern berichten von „häufigen massiven disziplinarischen Problemen“. Längst bleibe es dabei nicht nur bei verbalen Attacken. Es komme zu körperlichen Gewalttätigkeiten gegen Schüler, mittlerweile aber auch gegen Lehrer. „Zahlreiche Schüler kennen keine Regeln, haben keinen Respekt, manche sind nicht alphabetisiert“, so Daniela Kruse. Die Folge: „Wir haben jede Woche Ordnungsmaßnahmen vorzunehmen“, sagt Christa van Berend. Selbst Strafanzeigen seien bereits erfolgt. All das war undenkbar gewesen an einer Schule, die bisher über die Stadtgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf genießt.

Ja, vielleicht könnte das ja daran liegen, dass Lehrer sich bei ihrer Berufswahl und ihrer Berufsausbildung beim Integrieren doch mehr an das Ingerieren von Funktionen als an Analphabeten gedacht haben.

Eine meiner Lieblingsfragen ist ja, was wir hier eigentlich machen, wenn wir irgendwann mal keine Leute mehr finden, die noch Polizist werden wollen, und wir keine Polizei mehr haben, weil die einfach keine Lust mehr haben, sich von morgens bis abends beleidigen, bespucken und verprügeln zu lassen.

Was aber machen wir, wenn wir irgendwann mal keine Lehrer mehr haben und damit keine Schulen mehr?

Ich bin ja immer von dem Worst-Case-Szenario ausgegangen, dass die Lehrerschaft im Laufe der Zeit total verblödet und nur noch auf dem komplett hirnlosen alles-so-links-Mädchen-fördern-ohne-Denken-Trip ist, aber vielleicht läuft das ja ganz anders. Vielleicht sind die Lehrer ja gar nicht so blöd, sondern denen wird das zu blöd und die sagen sich „Ich bin doch nicht blöd…“. Dann wird es natürlich noch eine Welle von Förderquotenmonstern da geben, die sich da ihre Gender-Karriere abholen wollen.

Und das Duell zwischen kulturbegabten verhaltensoriginellen 12-Jährigen und quotentussigen Political-Correctness-Lehrerinnen dürfte sowohl körperlich, als auch intellektuell und was das Durchhaltevermögen angeht, zwar unterhaltsam werden, aber sehr eindeutig ausfallen.

Wir werden über kurz oder lang gar keine Schulen mehr haben, außer ein paar Privatschulen für richtig Reiche.

Und dann wird das mit dem Fachkräftemangel auf einer ganz anderen Ebene stattfinden. Dann haben wir einen Mangel an Leuten, die überhaupt noch lesen können.

Deshalb ist das ja auch so wichtig, dass man, wie ich so gerne erwähne, gerade die Schrift auf Emojis umstellt und wieder zurück zu den Hieroglyphen kommt. Das muss alles kompatibel und inklusiv für Leute sein, die nie auf der Schule waren.