Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Dummen weißen Männern die Kritik an Gender Studies verbieten

Hadmut
9.8.2016 23:45

Die bei der TAZ drehen jetzt völlig hohl. Oder die Gender Studies. Oder alle beide.

Das Niveau deutscher Presse sinkt immer weiter. Immer, wenn man glaubt, sie sind schon bei Null angekommen, unterschreiten die das noch.

Die TAZ schreibt gerade in der „Kolumne Dumme weiße Männer” (meinen die wohl ernst so):

Wenn weiße Männer anfangen, die Gender Studies zu kritisieren, läuft man Gefahr, dümmer zu werden. Welches Gen macht sie eigentlich so?

Würde irgendwer einen Artikel über „Dumme schwarze Männer” schreiben, käme er sofort als Rassist auf den Scheiterhaufen. Weiße Hautfarbe mit »dumm« zu verbinden, ist heute aber irgendwie normal.

Und dann kommen die mit sowas. Das hängt damit zusammen, dass der Autor Lalon Sander nicht nur „Chef vom Dienst” bei der TAZ ist, sondern auch bei der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen schreibt. Da gibt es überhaupt keine Trennung mehr zwischen „Journalismus” und Parteipropaganda.

Harald Martenstein hat einen knallharten Test, um die Wissenschaftlichkeit von Disziplinen, die er zweifelhaft finden, zu untersuchen: den Alltag. Als er 2013 sich mit den Gender Studies beschäftigt, liegt er am See und fragt sich angesichts rumblödelnder Männer “Warum sind junge Männer manchmal so? Warum sind junge Frauen meistens anders?“

Eines Tages wird er so wohl auch die Elektrotechnik kritisieren, weil er beim besten Willen nicht ausrechnen kann, was die Quadratwurzel von -1 ist, oder die Quantenphysik, weil doch ein einfacher Ballwurf beweist, dass die Heisenbergsche Unschärferelation falsch sein muss.

Für einen weißen Mann, der über Gender Studies schreiben will, ist Martensteins Text die beste Vorlage: Er ist ein Kuddelmuddel aus erkenntnistheoretischen Fehlschlüssen und beinhaltet alle Bausteine der Diffamierung, die auch immer wieder von anderen „Genderkritikern“ genutzt werden.

Böse Rabulistik.

Martenstein hat die Elektrotechnik und die Quantenphysik nicht kritisiert. Und einfach zu unterstellen, dass er das tun wird, mit der Quadratwurzel aus -1 und Heisenbergscher Unschärferelation – woher nimmt er diese Unterstellung?

Klassische Demagogie:

  1. Den Gegner als dumm und verächtlich hinstellen für etwas, was er nicht getan hat. Und als Hinterausgang aus der Verleumdung die Behauptung in die Zukunft legen, er „wird” das tun. Verleumdung mit juristischem Hinterausgang.
  2. Mit dem Vergleich werden die Gender Studies – rein rhetorisch – auf eine Stufe mit Teilchenphysik und höherer Mathematik gestellt.

Wobei man an der Art der Erwähnung schon merkt, dass der Autor weder in der Mathematik noch in der Physik drinsteckt und auf Laienniveau einfach Wikipedia-Weisheiten zitiert. Wie könnte man von einem, der Journalistik studiert, auch erwarten, zu verstehen, was hinter Mathematik und Physik steckt? Dass beispielsweise die Mathematik intensiv nachgerechnet und die Physik experimentell untersucht wird?

Solche Vergleiche sind leeres Geschwätz, und sonst gar nichts. Und damit allerdings genau passend für den typischen TAZ-Leser.

Alle Bausteine der Diffamierung, die auch immer wieder von anderen „Genderkritikern” genutzt werden?

Dazu schreibt er weiter:

Es gibt den ökonomischen Baustein: “2011 gab es 173 Genderprofessuren“, ohmeingottwaskostetunsdas?! Den moralischen: der Verweis auf John Money, der als erster die Unterscheidung von Sex, dem biologischen Geschlecht, und Gender, dem sozialen Geschlecht, vornahm – aber auch nach einer fragwürdigen Genitaloperation, die einen Jungen als Mädchen aufwachsen ließ.

Es gibt den denkfaulen: Männer sind so, Frauen sind so, das zeigen Studien, das habe ich am See erlebt und von Israel bis Russland, und deshalb muss das biologisch bedingt sein. Und den erlogenen: GenderforscherInnen würden biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen grundsätzlich verneinen.

Das ist gleich mehrschichtige Desinformation.

Denn erstens haben Genderkritiker viel mehr und viel stichhaltigere Argumente. (Ich bohre da ja beispielsweise seit vier Jahren sehr in die Tiefe, und da ist einfach gar nichts.) Und die Argumentation, dass die Biologische Bedingtheit auf dem See von Russland basiert, ist auch falsch. Und dass Genderisten biologische Unterschiede verneinen, das ist auch bekannt und zentraler Bestandteil der Literatur. Sie zitieren ja alle Simone de Beauvoir mit ihrem Ausspruch, dass man nur Frau nicht geboren, sondern gemacht würde, als so so eine dahergeredete Aussage der ultimative Beweis.

In den letzten Jahren hat man die Aussage deutlich zurückgenommen, weil erstens gar zu dämlich, zweitens zu massiv widerlegt, und drittens taktisch nachteilig (wie sollte man Frauen per Quote bevorzugen, wenn es Frauen gar nicht gibt?), aber daran merkt man, das sich dieser TAZ-Schwätzer nie mit Gender Studies befasst hat. Sonst wüsste er, dass das über Jahre der zentrale universelle Baustein war.

Besonders fixiert auf Money ist der Pflanzenforscher Ulrich Kutschera, der die Gender Studies gleich in „Moneyismus“ umbenennen möchte. Dass es Tausende ForscherInnen in dem Gebiet gibt, ist ihm – wie auch Harald Martenstein – egal: Wesentlich ist, dass es mal John Money gab, der erstmals das Wort „Gender“ so verwendete, wie es von vielen auch heute verwendet wird.

Dumm halt nur, dass die Verbindung von Money und Gender in Deutschland eben nicht durch Kutschera, sondern durch Schwarzer erfolgte. (Hab ich ja im Buch schon beschrieben.) Noch bevor das Money-Experiment abgeschlossen war und noch bevor die Kinder überhaupt in der Pubertät waren, schrieb Alice Schwarzer hier schon über das Experiment als den großen Beweis und wie es ausgehen würde (stimmte natürlich nicht). Und über Schwarzer kam Money in den deutschen Feminismus, und analog in den USA. Und das lag nicht an Kutschera.

Vielleicht kann ja dann ein Biologe auch mal untersuchen, welches Gen dazu führt, dass vor allem weiße Männer die Wissenschaftlichkeit der Gender Studies in Frage stellen.

Eventuell kann er gleich mituntersuchen, was mit dem IQ von Leuten los ist, die solche Leute beauftragen: Warum, zum Teufel, glauben sie eigentlich, davon schlauer und nicht dümmer zu werden?

Dass man durch Gender Studies dümmer wird, das ist durchaus richtig. Aber nicht durch Kritik, sondern indem man ihnen folgt.

Denn – und das habe ich ja sogar vor Gericht untersucht – es gibt da keinerlei wissenschaftlichen Gehalt. Da ist einfach nichts. Das Gericht meinte ja sogar, das wäre schon unzulässig, sie überhaupt zu fragen, ob sie etwas geprüft haben, weil es da „Schulen” gäbe, in denen man einfach irgendwas behauptet und dem dann folgt.

Die fehlende Wissenschaftlichkeit ist ja nicht durch die Kritiker bedingt, sondern einfach dadurch, dass da – erwiesenermaßen! – nichts ist.

Der TAZ-Autor macht sich da über das Money-Experiment lustig – das man doch im Gegenteil den Genderisten vorhalten und sich über sie lustig machen müsste. Und lenkt davon ab, dass es außer diesem Katastrophen-Experiment, das so völlig fehlgeschlagen ist, eigentlich gar nichts empirisches mehr gibt. Einige wenige der Genderistinnen (selbst Profesorinnen) räumen sogar ein, dass das lediglich eine „Annahme”, eine „ungeprüfte Theorie” sei, und man das nur behauptet, weil es Vorteile bringt (und sei es, von der Politik dafür bezahlt zu werden).

Tatsache ist, dass die Gender Studies bis heute nicht in der Lage sind, auch nur ansatzweise Wissenschaftlichkeit zu zeigen oder auch nur nachvollziehbar darzulegen, was sie eigentlich tun.

Und auch die Behauptung, dass es da „Tausende ForscherInnen” gibt, ist systematische Desinformation: Es gibt Tausende Leute, fast nur Frauen, die aus Steuergeldern bezahlt werden und sich „Forscherin” nennen. Nur: Forschung betreiben sie nicht. Es gibt jede Menge Stellen und jede Menge Geld. Aber eben keine Forschung. Ich befasse mich seit 4 Jahren intensiv mit Gender Studies, habe die Literatur durchforstet, die Veranstaltungen besucht, sogar die Humboldt-Uni auf Auskunft zu eben dieser angeblichen Forschung verklagt: Da ist nichts. Es gibt keine Gender-Forschung. Reiner Betrug.

Umso erstaunlicher ist es, wenn da nun der Rassist vom Dienst der TAZ, so völlig frei von jeglichem Wissen, sowohl über Gender Studies, als auch über deren Kritiker, so loshetzt und Weiße als genetisch dumm hinstellt.

Was würde eigentlich einen Journalistik-Studenten dazu befähigen, sich zu Wissenschaft zu äußern? Käme im Journalistik-Studium irgendetwas Wissenschaftliches vor?

Oder anders gefragt: Warum kann man Journalistik überhaupt studieren, wenn es doch so gar nichts mit Wissenschaft zu tun hat? Gehören Journalisten nicht eher auf eine gewöhnliche Berufsschule?

Nehmen wir zur Kenntnis, dass die TAZ inzwischen zum rassistischen Hetzblatt verkommen ist. Die Sorte rassistischer Hetze, gegen die Maas nichts einzuwenden hat. Der Rassismus, den wir öfter hören werden.

Könnte freilich nach hinten losgehen. Denn

  • wenn Gender Studies frei erfundener, offensichtlich hirnrissiger Schwachsinn sind, der keinerlei wissenschaftlichen Gehalt hat,
  • und die Kritiker praktisch nur aus weißen, heterosexuellen Männern bestehen, und nur die das gemerkt haben,

was sagt das dann über Intelligenz, wissenschaftliche Befähigung und weiße Männer?

Sicherlich mehr, als dem Autor da lieb ist und er selbst bemerkt hat.

Manchmal ereilt die Empirie sogar die Dummen. 😉

Halten wir das doch bitte in Erinnerung, dass es die weißen, heterosexuellen Männer waren, die den Schwindel erkannt haben. In ein paar Jahren wird man das nämlich vielleicht gerade andersherum darstellen, Gender-Ideologie als Täuschungsmanöver böser weißer Nazis oder sowas, die Frauen ihr biologisches Geschlecht absprechen wollten. Wenn man sieht, auf welchem geistigen Niveau die Presse ihren Nachwuchs rekrutiert, würde ich drauf wetten.

Halten wir ebenfalls fest, dass es bei der TAZ zu befähigtem Personal wohl auch nicht mehr reicht.

Und halten wir fest, dass da außer Beleidigung und Verhöhnung nichts kommt – insbesondere kein Beleg der Wissenschaftlichkeit. Das wäre schon fragwürdig, wenn es zehn Gender-Forscherinnen gäbe. Und zutiefst peinlich und unwissenschaftlich, wenn es hundert gäbe.

Was aber heißt es, wenn ein Gender-Verteidiger wie dieser TAZ-Chef vom Dienst selbst schreibt, dass es Tausende Forscherinnen, aber trotzdem keine wissenschaftlichen Belege gibt und ihnen nichts bleibt, als Kritiker zu beschimpfen?

Tausende Forscherinnen in Deutschland, geschätzt hunderttausende weltweit, seit über 10 Jahren dran, teils seit 20, und der wissenschaftliche Erguss ist: Gleich Null.

Kann man eigentlich noch drastischer belegen, dass das nur Blödsinn ist?

Kurioserweise hat der TAZ-Onkel nicht mal selbst gemerkt, was für einen Käse er schreibt. Oder vielleicht war es ihm auch egal. Denn der typische TAZ-Leser, der merkt’s nicht.