Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Das Geschäftsmodell von Twitter?

Hadmut
10.10.2015 12:23

Ich frage mich ja schon die ganze Zeit, worin eigentlich das Geschäftsmodell von Twitter besteht.

Gut, eigentlich machen sie nicht viel. Die Software hat eigentlich sehr wenige Funktionen und ist simpel, aber das Zeug muss ja gewartet werden und effektiv brauchen sie da schon eine Serverfarm und einigen Speicher, um Twitter zu betreiben. Sowas ist nicht billig, wenn auch im Vergleich zu anderen Diensten wie Google oder Facebook überschaubar.

Aber womit macht Twitter überhaupt Geld? Wer bezahlt das? Und warum? Das hat mir bisher nie eingeleuchtet, und gerade vor dem Hintergrund, dass etwa Google seine Startfinanzierung von Geheimdiensten bekommen, aber nach ein paar Jahren Geschäftsmodelle entwickelt hat, die ihnen enorme Einnahmen bescheren, war mein Verdacht, dass auch Twitter von den Geheimdiensten finanziert wurde und wird, und sich deren Aufwand einfach im Rahmen dessen bewegt, was die Geheimdienste an Geld kontinuierlich zuspritzen, und die einfach gar nicht auf andere Einnahmen angewiesen sind. Zwar bekomme ich hin und wieder Mails von Twitter, in denen die mich darauf hinweisen, dass Twitter mein Geschäft irgendwie voranbringen könnte. Da ich diese Mails aber nie gelesen habe, weiß ich auch nicht, wie das deren Geschäft voranbringen würde.

Mir hat auch noch nie eingeleuchtet, woher dieses Schlaraffenland-Denken vieler Nutzer kommt.

Eine Menge Leute – man nennt die die Digital Natives, ich nenne sie eher die Digital Naives – sind davon überzeugt, dass Dienstleistung und Internet auf Bäumen wachsen und vom Himmel regnen: WLAN, Google, Hotmail, Youtube, Wikipedia, Linux, Twitter, Snapchat,… und … und … und… gibt es alles kostenlos, und keiner wundert sich, woher es kommt. Als würde Geld vom Himmel fallen. Das hat sogar ganz üble Auswirkungen. Ich war ja mal ein Jahr bei den Piraten, und da hatten sich viele schon daran gewöhnt, dass ihnen alles von selbst ins Maul wächst, die wollten das in die reale Welt übertragen. Warum arbeiten oder für irgendwas bezahlen, wenn man sich doch nur aufs Sofa legen und warten muss, bis es von selbst kommt oder gebracht wird?

Der SPIEGEL schreibt nun mit Verweis auf Recode, dass Twitter wohl einen massiven Stellenabbau beabsichtigt. Da arbeiten angeblich 4100 Leute.

4100 Leute?

Was machen die da?

Ich hätte die deutlich niedriger eingeschätzt, zumal sicn bei Twitter ja nicht viel tut.

Ich hätte die jetzt vielleicht so auf 20 Developer, 20 Leute Betriebsmannschaft, nochmal 20 für Hardware- und Serverpflege, noch etwas Kundenservice für die vielen Gender-Beschwerden, vielleicht noch Leute für Geheimdienstauskünfte, Firmenleitung, HR, etwas Marketing gesehen. Das wäre mit 200 Leuten schon sehr hoch geschätzt. Nehmen wir nochmal einen Zuschlag drauf, weil ich nicht wirklich weiß, was die da treiben, wären wir bei 400. Aber 4100 ?

4100 Leute, die an einem Dienst arbeiten, bei dem ich keine Einnahmequellen sehe?

Vielleicht gehen die einfach mal irgendwann pleite. Einfach so. Gäb eine Selbstmordwelle unter Feministen, Journalisten und Soziologen.

Aber eher werden die mal von irgendwem aufgekauft und umgemodelt.


34 Kommentare (RSS-Feed)

Emil
10.10.2015 12:44
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Ich kenne Twitter nur aus zweiter Hand, etwa wenn in anderen Medien Tweets zitiert werden. Bisher dachte ich, die finanzieren sich wie alle anderen teilweise über Werbung und verbrennen ansonsten das Kapital, das sie für ihre überbewerteten Aktien reinbekommen haben.


Paule
10.10.2015 12:52
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Hallo Hadmut,

Keine Einahmen?

Siehe hier:

Börsenschmerz

Nach der ungeplanten Veröffentlichung am Dienstag sackte die Twitter-Aktie zunächst um sechs Prozent ab. Daraufhin wurde der Handel ausgesetzt. In dieser Zeit musste Twitter die Ergebnisse offiziell bekanntgeben. Zehn Minuten vor dem regulären Börsenschluss wurde der Handel mit Twitter-Aktien wieder aufgenommen.

Und dann krachte es richtig: Die Aktie verlor gegenüber dem Eröffnungskurs vom Vormittag mehr als 26 Prozent. Mit einem Minus von über 18 Prozent endete der reguläre Handel schließlich.
Die nackten Zahlen

Im ersten Quartal des Jahres hat Twitter mit 436 Millionen US-Dollar um 74 Prozent mehr umgesetzt, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit hat Twitter die selbst gemachte Vorhersage von 440 bis 450 Millionen Dollar verfehlt. Das von Twitter angebotene Direktmarketing brachte nicht so viel ein, wie das Management erwartet hatte. Das trifft das Unternehmen hart, erzielt es doch 89 Prozent seines Umsatzes mit Reklame.

Der Nettoverlust ist gestiegen, und zwar um rund 23 Prozent von 132,4 auf 162,4 Millionen Dollar. Die Zahl der sich in einem Monat wenigstens einmal auf Twitter betätigten Nutzer (Monthly Active Users, MAU) ist um 18 Prozent auf 302 Millionen gestiegen. Etwa vier Fünftel von ihnen nutzen Twitter auf einem mobilen Endgerät. (ds)

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-Aktie-kracht-Schlechte-Ergebnisse-frueh-durchgesickert-2626844.html vom
heise online
28.04.2015 23:11 Uhr Daniel AJ Sokolov

und hier:

“Twitter will außerdem die kalifornische Firma TellApart übernehmen. Sie ist spezialisiert darauf, User über mehrere Endgeräte hinweg zu verfolgen. So kann dem User immer wieder die gleiche Werbung vorgesetzt werden. Vorzugsweise Werbung für etwas, das er bereits gekauft hat, oder ein Produkt, das er sich in einem Online-Shop irrtümlich angesehen hat.

Dieses “Retargeting” ist im Reklamebusiness derzeit besonders begehrt. Wenn Twitter zeigen kann, dass ein Nutzer ein auf Twitter beworbenes Produkt zu einem späteren Zeitpunkt doch noch gekauft hat, könnte Twitter dafür eine Provision verlangen. Costolo ist übrigens Teilhaber von TellApart. Er hat dort 2010 Wagniskapital investiert.”

Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-sucht-Kunden-und-Nutzer-2626859.html 29.04.2015 10:05 Uhr Daniel AJ Sokolov

Also wenn einer mobile Endgeräte bewirbt, dort Programme instaliert die den User eineindeutig kennzeichnet , lieber Gott nein, lieber NSA wer ist da interessiert?

Gruß Paule


Phil
10.10.2015 12:52
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Von Twitter selbst gibt es ein paar Zahlen: https://about.twitter.com/de/company

Angeblich sind 50% der Mitarbeiter Techniker. IMHO ist das ziemlich viel für einen Dienst, welcher primär in die Breite skaliert und ansonsten ziemlich gleichförmig ist.

Geld machen Sie wohl primär mit gesponserten Tweets. Quartalszahlen:
http://files.shareholder.com/downloads/AMDA-2F526X/0x0x841607/E35857E7-8984-48C1-A33B-15B62F72A0F7/2015_Q2_Earnings_press_release.pdf


no name
10.10.2015 14:27
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Ich denke, deren Einnahmen bestehen wie die von Zuckerberg aus Datenhandel. Merkwürdig (fiel mir die Tage auf) ist im Übrigen, dass Twitter (ebenfalls ähnlich Facebook) den Usern Freunde bzw ge”follow”te unterjubelt.


ahaha
10.10.2015 14:54
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Das ist eine Marketingplatform, muss man das noch erklären?

Man Danisch manchmal stehste echt auf der Leitung.


Hadmut
10.10.2015 16:15
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> Das ist eine Marketingplatform, muss man das noch erklären?

Ja.

Wieviel müssen kommerzielle Anbieter denn zahlen? Kommt da einer und sagt, die müssen dafür jetzt blechen oder wie läuft das?



Lercherl
10.10.2015 15:59
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Auf https://about.twitter.com/de/company steht:

316 aktive Nutzer pro Monat
500 Tweets pro Tag

Für so ein Mördervolumen braucht man natürlich mindestens 4000 Leute!

Abgesehen davon, dass sie einen Faktor von einer Million vergessen haben, ist die Angabe „aktive Nutzer pro Monat“ unsinnig, aktive Nutzer sind eine absolute Zahlenangabe zu irgendeinem Zeitpunkt, ohne „pro irgendwas“.


Der/Anarchist
10.10.2015 16:08
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Larry Fink, der Mann hinter dem Finanzimperium “BlackRock” investierte im Jahr 2013 80 Millionen Dollar in Twitter.


Fan der Antike
10.10.2015 16:10
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@Hadmut ich bin zwar größtenteils deiner Meinung, aber im Punkto der Angestellten hast du denke ich 2 wesentliche Dinge übersehen.

Du nennst selbst Geheimdienste. Den Twitscher Mist gibt es in n-Sprachen / Juristiktionen / Ländern, daraus ergibt sich ein Zwang auch in diesen Ländern nutztbar zu sein, was Aufwand bedeutet. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit für PR Fuzzis und Leute die sich mit den jeweiligen staatlichen Anliegen und Besonderheiten beschäftigen.
Insgesamt denke ich skaliert der Bedarf an Schwachmaten zum betreiben eines entsprechenden Dienstes eher mit der Anzahl der Länder als mit der Anzahl der Nutzer (da, wie du auch erwähntest, der Dienst selber zumindest in Punkto sichtbare Funktionen simpel erscheint).
Der 2. Punkt ist meines erachtens nach einfach ein gewisser Nutzen aus einem “Blender” Effekt der entsteht wenn so ein Internet-Nativ-Dienst sagen kann “hey wir sind gross und haben viele Mitarbeiter”.


JohnDoe15
10.10.2015 16:19
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>Was machen die da?

Menschliche Touringmaschine? Möbiusbandstricken für Dummies?

Auftragstwittern, der “Kampf für die gerechte Sache”, fühlt sich in einem ordentlichen Büro einfach angenehmer an. Dann kommt ein Geheimdienst und mietet sich einfach 100 “Meinungsführer” die jeweils einige Puppets kontrollieren und lässt im Gegenzug einen Koffer voll Geld da. Im Pausenraum liegt dann die “Emma” aus und im Foyer warten die Geheimdienstler und schnacken über die alten Zeiten bei einem Fairtrade-Kaffee, der schmeckt zwar bitter aber gerecht.


rleo
10.10.2015 16:50
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Nutzerprofile, Marktverhalten,
Gesponserte Tweets.
Meinungsmache.
Das kann man verkaufen, an Firmen, an Regierungen, an, an, …
Alles für die ‘Digital Naives’, kostenlos.

Ich weiß noch gut, wie man bei den Piraten meinte, man könne per Twitter Revolutionen anzetteln und die endgültige Demokratie sei ausgebrochen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt#Die_Droge_Soma


Hans
10.10.2015 17:47
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DrMichi
10.10.2015 17:51
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Whatsapp wird von 50 Leuten betrieben.

Twitter hat ein Problem, ein grosses: Benutzer mit Millionen Jünger, die alle ihren eigenen Zeitstrahl haben und Persistenz. Auch werden manche Tweets von 100 Millionen kopiert/retweetet. Das ist nicht simpel. Aber 4k… Weia. Whatsapp hat diese Probleme nicht.


Christian
10.10.2015 17:57
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@Lercherl: Da ist bei der Übersetzung ein “M” weggefallen. Siehe: https://about.twitter.com/company . Das ist dann doch nicht so schlecht.

@Hadmut: Nach WhatsApp-Maßstäben dürfte Twitter eigentlich nur 17,5 Entwickler beschäftigen 😉 : http://www.wired.com/2015/09/whatsapp-serves-900-million-users-50-engineers/

Dass sie einiges an Büros und Marketingaktivitäten haben verstehe ich. Aber wofür sie so viele Ingenieure brauchen verstehe ich nicht.

Ich verstehe auch nicht, warum Twitter nicht eine Art Corporate-Version (“Intranet-Twitter”) für Unternehmen anbietet. Damit könnte man sicher noch ein bisschen Geld verdienen.


Jens
10.10.2015 19:39
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Ich verstehe auch nicht, warum Twitter nicht eine Art Corporate-Version (“Intranet-Twitter”) für Unternehmen anbietet. Damit könnte man sicher noch ein bisschen Geld verdienen.

Die Frage ist, was das gegenüber der von identi.ca benutzen freien Software an Vorteil bringt. Aber letzteres könnte ich für uns in der Tat mal vorschlagen …


Jens
10.10.2015 22:23
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Nochmal zum Thema Microblogging in Unternehmen: Das würde dann wohl eher sowas werden: https://marketplace.atlassian.com/plugins/net.seibertmedia.plugin.confluence.microblog


Torsten
10.10.2015 22:54
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zitat hadmut: “”Kundenservice für die vielen Gender-Beschwerden””

Mein Aufheller am WE !!!
Danke.


Manfred P.
10.10.2015 22:58
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Mmh.

Ich verstehe nicht einmal, welchen Mehrwert mit Twitter als User bringen soll.

Kann mir das einer erklären?

Insofern habe ich noch weniger eine Idee, was die Geschäftsidee sein soll.

Höchstens kann ich mir vorstellen, dass man Kampagnen und Rezensionen kaufen kann, wo irgendwelche “User” irgendwelche Produkte oder sonstwas über den grünen Klee loben, oder aber Shitstorms auslösen.

Bei Amazon ist die Hälfte der Rezensionen schließlich auch gekauft. Oder ein Anteil von x %, um mein tatsächliches Wissen genauer auszudrücken 😉

Insofern kann ich mir denken, dass man bei Twitter ähnlichen Unsinn anschieben lassen kann, wie dieser lächerliche “Äffschrei” usw.


Torsten
10.10.2015 23:08
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zitat hadmut: “”Kundenservice für die vielen Gender-Beschwerden””

In dem Zusammenhang würde ich gerne einmal Statistiken aus Call-Centern haben, für welches Geschlecht mehr Zeit pro Mitarbeiter verwendet werden muss. Dann noch zu Themenkomplexen aufgeschlüselt. Fände ich interessant und aufschlussreich.


Hans
11.10.2015 0:54
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“Insofern habe ich noch weniger eine Idee, was die Geschäftsidee sein soll.”
Sehen Sie, deswegen ist Zuckerberg Milliardär und nicht Sie.


Trinar Molat
11.10.2015 2:33
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Twitter Inc., die Firma dahinter, übernimmt gerne andere IT-Firmen, weswegen die Anzahl insbesondere der Programmierer so schnell so angestiegen sein dürfte. Ist schließlich immer eine andere Code-Basis und alles will noch ne eigene App für iOS und Android…

Eine nicht erschöpfte Liste gibts in der Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Twitter_Inc.#.C3.9Cbernahmen


Dieter
11.10.2015 4:22
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@ ManfredP

>Ich verstehe nicht einmal, welchen Mehrwert mit Twitter als User bringen soll.

Na Denkvereinfachung! Legitimation und Werkzeug nur in 140 Zeichen Hoizonten denken, arbeiten und komunizieren zu müssen.

Das ist doch der Hammer!

–> Persilschein für Dummheit!

Die Inovation schlechthin!

–> TWITTER! Geistige Behinderung jetzt in COOL! Und voll Progressiv…! JO!!!!11 Be like 2020! Fuck the 90s!


Alt Kölner
11.10.2015 10:42
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> Na Denkvereinfachung! Legitimation und Werkzeug nur in 140 Zeichen Hoizonten denken, arbeiten und komunizieren zu müssen.

Das geht, das sich die Nachrichtenmagazine langsam erdreisten für “Jünger” (gibt es dafür ein Genderdeutschwort), auch kompatible Zusammenfassungen zu schreiben. Fehlt nur noch das TL;DR am Ende.

OK, in der alten Zeit gab es im Papierformat noch den Head/Anreisser, dieser ist aber meistens > 140 Zeichen …


JochenH
11.10.2015 12:01
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Ich sage das seit Jahren, dass Firmen wie Twitter überschätzt sind. Die User zahlen allesamt nichts und es gibt nur Werbeaccounts, die einem eingeblendet werden. Das ist nervig und im Wiederholungsfall blocke ich die, lese sie aber nie.

Ich denke, dass die Werbung über Twitter ineffektiv ist, weil sie gar nicht zielgruppengerichtet ist. Wenn Twitter wirklich knapp 1,5 Milliarden Umsatz damit macht, dann ist das ein Hype und wird wieder zurückgehen.

Die 4000 Mitarbeiter glaube ich nicht. Ich denke die haben ein paar Hundert Festangestellte und kaufen Services zu zum Verwalten der Server. Diese Kapazitäten sind meist Hardware und Personalkosten nicht direkt ausgewiesen.

Ich denke man hat die Kosten einfach auf Personalkosten hochgerechnet, 4000 Leute müssen falsch sein.


euchrid eucrow
11.10.2015 14:56
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ich kann mir vorstellen, dass twitter anhand ihrer user gesellschafts- und stimmungsprofile in echtzeit erstellen und verkaufen kann. besser können es die us-geheimdienste doch nicht haben: der user liefert selbst. und sollte die us-bürokratie ähnlich der unsrigen funktionieren, würden mich die 4000 mitarbeiter auch nicht wundern, wenn es darum geht, dem staat enorme mengen an öffentlichem geld aus den rippen zu leiern.


euchrid eucrow
11.10.2015 15:12
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edit: (es kamen gerade ganz kleine kinderfinger dazwischen)
twitter ist ein öffentliches überwachungsinstrument, mit dem sich die verbreitung von propaganda und falschmeldungen und die aufnahme und weiterverbreitung in der zielgruppe messen lassen. daher würde ich denen auch eine nähe zu geheimdiensten unterstellen.


Hans
11.10.2015 16:41
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Hype hin oder her, es scheint so zu sein, daß die klassische Werbefinanzierung nicht ausreicht, um aus den roten Zahlen zu kommen.
Daher, und vor dem Hintergrund, daß Internet und TV immer mehr verschmelzen, ist Twitter eine Reihe entsprechende Kooperationen eingegangen, u.a. mit Starcom, Omnicom, Discovery, Bloomberg und auch der NFL, außerdem wollen sie mit selbst produzierten Serien ins Reality-TV.
Twitter ist mittlerweile wesentlich mehr, als nur ein reiner Mikroblogging-Diest, der ehemalige CEO, Dick Costolo, hat Twitter jedenfalls als “Technologieunternehmen, das im Mediensektor aktiv sei”, bezeichnet.


boes
11.10.2015 18:23
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Propaganda braucht kein Geschäftsmodell, Geschäft benötigt einfältige Kunden.
Internet ist hochgefährlich. Handys sind leicht zu orten, Facebook personalisiert. Passt alles ins große fiese Puzzle.


leser2015
11.10.2015 21:48
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bisher nur mitlesend, heute kommentiere ich doch mal.
wem nützt twitter, da gab es schon mal eine Analyse:
https://www.danisch.de/blog/2015/09/28/die-bild-uber-eine-griechenland-us-verschworung-gegen-deutschland/#comment-99099


Männerstreik
12.10.2015 2:33
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Twitter dürfte – genauso wie Facebook – zum großen Teil von der amerikanischen Regierung und ihren Geheimdiensten finanziert werden. Vor allem über diese beiden Dienste ist es möglich, fast in Echtzeit ein Meinungsbild in bestimmten Regionen nicht nur einzufangen, sondern auch ein gewünschtes aufzubauen und zu manipulieren. Dass Facebook und Twitter unser aller Kommunikation mit Werbung durchseucht – geschenkt. Das wahre Geschäftsmodell dürfte in lesenden und schreibenden Zugängen für Regierungen und Geheimdienste bestehen, die die Möglichkeit der Verfolgung und der (Massen-)Manipulation bieten.

Ich warne nur noch vor dem ganzen Social Müll, sofern er nicht auf ein nationales Territorium beschränkt ist. Gab es nicht auch die Ansätze der Bonitätsbescherer, Daten aus sozialen Netzwerken einzubeziehen? Anders würde ja auch zB die Klarnamenpflicht bei FB keinen Sinn machen. Gehen wir davon aus, dass jedes Fitzelchen an Daten gesammelt, aggregiert und fleißig gehandelt wird – dann sind wir den Geschäftsmodellen der Social Müll-Betreiber am nächsten…


Paule
12.10.2015 3:27
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Hallo Hadmut,

es finden sich immer wer der sein Volk überwachen will.

http://www.volksblatt.li/nachricht.aspx?p1=in&p2=wirtschaft&id=223140&src=sda

“Saudiarabischer Milliardär wird zweitgrösster Aktionär von Twitter [07.10.2015]

Im erzkonservativen Königreich Saudi-Arabien, wo die amtlichen Medien rigoros kontrolliert werden, erfreuen sich soziale Netzwerke im Internet besonders bei jungen Leuten grosser Beliebtheit.”

Das rundet das Bild ab: “Gleich und Gleich gesellt sich gern” Deutsches Sprichwort

Gruß Paule


Sarah
14.10.2015 21:25
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Klar gehen twitter, Facebook, Microsoft und die anderen mit der US-Regierung ins Bett:
That year, Painter told the Washington Post that Google was “in the beginning stages” of selling advanced secret versions (http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2007/02/27/AR2007022701541.html) of its products to the US government. “Google has ramped up its sales force in the Washington area in the past year to adapt its technology products to the needs of the military, civilian agencies and the intelligence community,” the Post reported. The Pentagon was already using a version of Google Earth developed in partnership with Lockheed Martin to “display information for the military on the ground in Iraq,” including “mapping out displays of key regions of the country” and outlining “Sunni and Shiite neighborhoods in Baghdad, as well as US and Iraqi military bases in the city. Neither Lockheed nor Google would say how the geospatial agency uses the data.” Google aimed to sell the government new “enhanced versions of Google Earth” and “search engines that can be used internally by agencies.”
[…]
Mass surveillance and data-mining also now has a distinctive operational purpose in assisting with the lethal execution of special operations, selecting targets for the CIA’s drone strike kill lists via dubious algorithms, for instance, along with providing geospatial and other information for combatant commanders on land, air and sea, among many other functions. A single social media post on Twitter or Facebook is enough to trigger being placed on secret terrorism watch-lists solely due to a vaguely defined hunch or suspicion; and can potentially even land a suspect on a kill list.
Quelle https://medium.com/insurge-intelligence/why-google-made-the-nsa-2a80584c9c1

Es hat keine Stunde gedauert, bis dieser Aktivist in Darmstadt, der zum Spaziergang am Daggerkomplex aufruft von der Polizei erst angerufen und dann besucht und eingeschüchtert wurde, nachdem er einen Twitter-Post verbreitet hat. Oder war es ein Facebook-Post? Schwupps, hatten sie seine Adresse und seine Telefonnummer. Meldepflicht und Zwang zur Namensnennung bei Telekommunikationsleistungen, Überwachungsstaat halt. Greift alles ineinander.


Norbert_G
15.10.2015 9:04
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Etwas OT aber vielleicht nur wenig etwas:

Jemand hat doch mal nach Beweisen gefragt, daß die “Flüchtlings”-Invasion von “Interessierten Kreisen” (so nenn’ ich sie mal) geseteurert werden könnte. Hier fand ich einen solchen mit hoher Validität:

(“Wer lockt mit Twitter Flüchtlinge nach Deutschland? – von Andrey Fomin”)

http://www.voltairenet.org/article188784.html