Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ist Merkels Strategie dran schuld?

Hadmut
29.6.2015 1:18

Interessante Frage:

Europa und der Euro scheinen sich gerade auf die Fresse zu legen.

Jetzt kommen natürlich schon welche und wissen, dass Merkel dran schuld ist.

Ist sie das?

Manches spricht dafür, manches dagegen.

Merkels Strategie, eben keine Strategie zu haben, alles auszusitzen und abzuwarten, und einfach Geld reinzustecken, damit wieder ein paar Tage Ruhe ist – Ruhe an der Front scheint überhaupt Merkels einzige Maxime gewesen zu sein – hat sie zwar ein paar Jahre über die Runden gerettet, könnte sich jetzt aber zur Katastrophe ausarten. Ohne diese Strategie wäre Griechenland schon früher geplatzt, zweifellos, aber wäre es schlimmer geplatzt? Eher nein, denn jetzt sind die Schulden noch viel höher. Irgendwo hieß es neulich, sie hätten 500 Milliarden Euro in Griechenland versenkt. Vorher zu platzen wäre zumindest für den Rest von Europa billiger gewesen.

Wie konnte das überhaupt passieren? 500 Milliarden in ein Land zu pumpen, das gerade mal 10 Millionen Einwohner und nur eine marode Infrastruktur hat, ist schon verdammt viel. Immerhin 50.000 Euro pro Kopf.

Für das Geld hätte man Griechenland nicht nur locker sanieren, sondern eigentlich komplett aufkaufen können.

Apropos aufkaufen: Will man von seiner Bank einen Kredit, braucht man Sicherheiten. Grundstücke. Warum haben wir für unsere Unterstützungskredite eigentlich keine Sicherheiten bekommen? Griechenland hat reichlich schöne Inseln. Warum hat man die nicht als Sicherheit überschreiben lassen? Man könnte die jetzt nehmen und an Touristik-Unternehmen versteigern. An Google vermieten. Oder sowas. Dann wäre das Geld auch irgendwann wieder drin. Aber wer schmeißt 500 Milliarden einfach so raus?

Ist das eigentlich erlaubt, das Geld so rauszuhauen, oder ist das strafbar? Kann man soviel Geld verbraten und hinterher sagen, Sorry, tut mir leid, ist halt nicht so gut gelaufen, kommt nicht wieder vor? Oder wäre da nicht irgendwann mal sowas wie Gefängnis angesagt?

Das Geld ist weg. Weg im Sinne von nicht mehr da. Aber Geld ist ja nicht einfach so kaputt, das hat ja nur jetzt jemand anderes. Warum kann man eigentlich nicht nachvollziehen, wo das Geld hingegangen ist? Sie wollen überwachen, wer wen anruft und wer wohin fliegt. Bargeld wollen sie abschaffen, um jeden Drogenverkauf tracken zu können. Aber 500 Milliarden sind einfach weg, und keiner weiß, wohin eigentlich?

Und wie geht’s jetzt weiter?

Die einen sagen, der Euro wird ohne Griechenland wieder stärker. Die anderen sagen, jetzt fällt er ganz zusammen. Wieder andere sagen, das wäre für unsere Wirtschaft gut, wenn er zusammenfällt. Ganz andere sagen, ist eh wurscht, weil wir gleich Bürgerkrieg haben. Wieder andere sagen, auf Bürgerkrieg käm’s auch nicht mehr an, weil doch die Russen gerade den Atomkrieg vorbereiten.

Warum aber haben wir dann Deflationseffekte? MÜssten wir nicht Inflation haben? Also mal vom Wechselkurs mit anderen Währungen abgesehen? Könnte es daran liegen, dass 500 Milliarden Euro im Geldbestand einfach fehlen, und nicht entsprechend nachgefüllt wurden?

Ich sag’s mal so: Ich habe auch keine Ahnung, was jetzt passiert.

Aber ich bin der Überzeugung, dass wir in den letzten ca. 30-50 Jahren, vielleicht so ab den 50er Jahren in wirtschaftlicher und den 70er Jahren in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht eine Hochphase hatten, die nun vorbei ist. Es gab da zwar den kalten Krieg, aber so schlimm war der auch wieder nicht. Wir hatten Zeiten, in denen man fast überall auf der Welt hinreisen konnte. Miniröcke und sie anzugucken war kein Problem, Religion auch kein wesentliches, wir haben enorme Technologieschübe erlebt und hatten das luxuriöseste und bequemste Leben, dass die Menschheit je hatte. Wir haben die Automatisierung und die Digitalisierung erlebt.

Ich glaube, damit ist es vorbei. Wir stürzen gerade in ein finsteres Zeitalter. Artensterben, Klima kaputt, Umweltverschmutzung, Resistente Keime, (Atom-)Krieg mit den Russen, galoppierende Kriminalität, Schlepperbanden, Drogenschwemme, Verdummung, Ideologisierung, Islamismus und IS, Geld kaputt, Infrastruktur marode, Bundestag abgehört, Ideologisiert, Verdummung an den Hochschulen, Facharbeitermangel, und den Amis ist auch schon wieder ne Rakete explodiert.

Es geht bergab.

Und ja. Merkel ist schuld.


89 Kommentare (RSS-Feed)

ST_T
29.6.2015 2:10
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“Will man von seiner Bank einen Kredit, braucht man Sicherheiten. Grundstücke.”

Grundstücke? In Griechenland? *Pruuuust*

Griechenland hat nicht mal ein eigenes Katasteramt.
Auch wenn der Artikel alt ist, so hat sich in den drei Jahren nichts geändert:

http://www.cicero.de/weltbuehne/auf-der-suche-nach-dem-katasteramt/52211

“Warum hat man die nicht als Sicherheit überschreiben lassen?”

Warum wohl? Lieber betrügt man über Jahrzehnte die EU über die eigentliche Landfläche.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/korrumpierter-staatsapparat-eu-duldet-griechenlands-betrug-seit-jahren/3381312.html

“Aber wer schmeißt 500 Milliarden einfach so raus?”

Wer wohl? Die sozialistischen “Society”-Ingenieure (natürlich M.Sc.), die nichts besseres zu tun haben, als die sozialistische Träumerei wahr werden zu lassen.
Aber Spaß beiseite: Eigentlich nur unsere transatlantischen Landesverräter, die aus geopolitischem Kalkül heraus gehandelt haben. Man will Griechenland nicht an Russland verlieren. Deswegen auch die Alimentierung eines Pleitestaates.

Übrigens: Griechische Korruption ist nicht seit 2000 sondern bereits seit den 80ern der Fall. Kein Wunder in einem Land, in dem genau drei Oligarchenfamilien herrschen:

http://www.lpb-bw.de/ursachen_krise_griechenland.html

“Warum aber haben wir dann Deflationseffekte? MÜssten wir nicht Inflation haben? Also mal vom Wechselkurs mit anderen Währungen abgesehen?”

Ich denke, du übersiehst, dass der Euro-Raum eine gemeinsame Währungszone ist. Was in anderen Ländern an Inflation herrscht betrifft vielleicht die Länder, aber nicht den Euro als solchen. Kritisch sind aber externe Effekte wie z.B. die US-Wirtschaft, die durchaus in der Lage sind, Europa in eine Rezession zu stürzen.
Aber grundsätzlich muss es nicht unbedingt Deflation bedeuten.

“Könnte es daran liegen, dass 500 Milliarden Euro im Geldbestand einfach fehlen, und nicht entsprechend nachgefüllt wurden?”

Nein, weil das meiste an griechischen Schulden von der EZB ist, die ja auch die “tolle” Idee hatte, Staatsanleihen Griechenlands aufzukaufen.

Davon abgesehen hängt die Deflation eher mit den aktuell miserablen Ölkursen zusammen und der aktuellen Politik der EZB.


John Galt
29.6.2015 3:49
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Die Internationalen Schuldschiebe-Meisterschaften (ISM) sind damit eröffnet! Wer es am längsten schafft, die Schuld von sich zu schieben, gewinnt!

Hadmut prischt schon gleich voran:

> Merkel ist schuld.

Ha! Das muss erst mal einer nachmachen.


Hadmut
29.6.2015 8:14
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@John Galt: Lies meinen Text nochmal und denk drüber nach.


David
29.6.2015 5:30
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Wenn die Exkremente am dampfen sind, gibts nur noch schlechte Lösungen. Schon die Einführung des Euro war ein Murks: zu unterschiedliche Volkswirtschaften, die vorher einen Ausgleich über den Wechselkurs hatten, mussten den Ausgleich über zB schwankende Arbeitsmärkte hinnehmen. Dann von niemandem eingehaltenen Maastricht-Kriterien, wahllose Aufnahme von neuen Ländern — und jetzt sind wir halt da, wo wir sind. Aber Staatspleiten hats schon viele gegeben, auch die werden wir überleben.

Es ging übrigens nie um die Rettung von Griechenland, sondern um die Rettung von deren Gläubiger: die Banken, Pensionskassen und Versicherungen.


Pete the Beat
29.6.2015 5:35
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Das wird wohl nicht so ernst gemeint gewesen sein und eher Click-Bait 🙂
Dennoch: woher hast Du denn die Zahlen mit 500Mrd. – vorallem “echtes Geld” – da würde ich mir mal mehr Sorgfalt wünschen, denn “FIAT”-Money ist kein Geld im herkömmliches Sinne der Gebrauchsanwendung.
Wenn da einfach nur irgendwelche Passiva die Bücher wechseln, ist das solange der “Zinsfluss” bestehen bleibt garkein Problem.
Die gesamte Staatsverschuldung Griechenlands lag laut statista.com bei ca. 320Mrd letztes Jahr. Und das wären ca. 29k€ pro Kopf. Die deutsche Staatsverschuldung liegt bei 27k€ pro Kopf. Wer ist da denn nun wirklich “mehr” pleite?
Im Übrigen gibt es ohne Schulden kein Guthaben. Also wirklich: kein Guthaben für niemanden! Kein Geld! Nix. Nada.
Und Du meinst für 29k pro Kopf kann man denen das gesamte Land abkaufen mit Inseln und so weiter? Dann könnte ich ja auch gerne demnächst Deutschland kaufen. Die läppischen 2 Billionen lassen sich bestimmt finanzieren, wenn da über das BIP > 3 Billionen erwirtschaftet werden wird man schon ein paar Prozent Zinsen abpressen können, und überhaupt gibts ja gerade bei der EZB Kredite zum quasi “Nulltarif”.
Ich sehe schon, lieber erstmal Volkswirtschaft studieren oder aufhören anderen fehlende Wissenschaftlichkeit in Ihrer Arbeit vorzuwerfen 🙂
Und überhaupt waren die 70er ein einziger Quell der Freude für die Welt. Bestimmt waren die Menschen auch im Zeitalter von Papierkartenregistern in Bibliotheken und Mikrofilmarchiven sehr viel besser informiert als heute LMAO
Eventuell liegt der Weltschmerz ja auch am zunehmenden Alter 🙂


Amateur Dilettant
29.6.2015 5:52
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Das Geld ging nicht an Griechenland. Mit dem Geld wurde den Banken die griechischen Staatsanleihen abgekauft, d.h. die Schulden wurden sozialisiert. Das war Teil 2 der Banken Rettung, durfte aber hält nicht so genannt werden.

Die gleichen Investoren, denen von Merkel und Co. der Arsch gerettet wurde, kauften übrigens in letzter Zeit die Filetstücke der griechischen Infrastruktur für Spottpreise und das alles mit vollem Wissen der Troika.

Banker müsste man sein.

Erst Höchstrisiko-Zocken mit griechischen Staatsanleihen, dann die Schulden mit Hilfe befreundeter Politiker auf den Steuerzahler abwälzen und dann noch mit Beihilfe der Troika die Reste ausschlachten.

Die massive Hetzkampagne in den Medien von Muttis Freundinnen dient u.a. dazu von diesen Sachverhalten abzulenken und Merkels Image als Superkanzlerin zu wahren.

Fazit:

Die Griechen sitzen zurecht in der Scheiße, aber die unabsehbare Folgen für den Steuerzahler entstanden erst durch die Politik von Merkel und Co.


MichaB
29.6.2015 6:02
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Lieber Hadmut,

wie so viele sitzt du der allgemeinen Propaganda der Finanzhaie auf. Von dem Geld der sogenannten “Griechenrettung” (ja, das ist ganz bewusst doppelt relativiert) sind vielleicht 5% tatsächlich bei den Griechen angekommen. Mit dem Rest wurden deutsche, österreichische, französische, …, Banken gerettet sowie natürlich die üblichen Großspekulanten. Unsere sogenannte “Hilfe” ging nämlich im Drehtürprinzip immer sofort wieder zurück an das Großkapital, das sich auf diese Weise übrigens allerprächtigste Renditen gesichert hat außerdem.

Darum hat man auch so verzweifelt versucht, das Ganze irgendwie am Laufen zu halten. Die Quereffekte zurück in unsere Wirtschaft – ich sag nur Derivate – werden gewaltig sein. Und das ist auch das wirkliche Problem (für uns) daran, dass die Griechen nun nicht mehr mitspielen wollen – und KÖNNEN (die geben inzwischen ihre Kinder im Waisenhaus ab, weil sie sie nicht mehr ernähren können, von der allgegenwärtigen Armut und der katastrophalen medizinischen Versorgung erst gar nicht zu reden).

Als nächstes sind Italien, Spanien, Frankreich dran. Und dann wir. Griechenland ist die Blaupause.

Ach, und wie kann es eigentlich sein, dass die Ukraine noch viel pleiterer ist als Griechenland, sogar bereits den Default angekündigt hat, und wir trotzdem unverzagt immer weiter Geld reinbuttern, und da ist das alles kein Thema und wird totgeschwiegen? Nun ja. Die großen Investoren haben ihr Geld aus Griechenland abgezogen jetzt und nun lässt man das Land vor die Hunde gehen, weil nur noch die Kleinen (in ganz Europa) dafür bluten müssen… Politik ist die Kunst, Nutzen für 1% den für dumm verkauften 99% zu erklären.

Würde Merkel übrigens anders regieren, als sie es tut, wäre sie (medial) ganz schnell ein weiterer Tsipras. Also macht sie immer brav weiter wie gehabt, zum Schaden der 99%. Damit nämlich die 1% mit ihrer abnormen Macht sie in Ruhe lassen. So einfach ist das. Feigheit ist immer einfach.

Viele Grüße, Micha


Hadmut
29.6.2015 8:18
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@MichaB:

Oder Du sitzt der Propaganda der Sozialisten auf?

Sozialisten sind weit berüchtigter für falsche Propaganda als Finanzhaie.


der eine Andreas
29.6.2015 6:30
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o.T.
Sieg nach (für) Punkte(n) 🙂
Dozentin darf Studenten nicht zum Gendern zwingen
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45291/1.html

“Keine Rechtsgrundlage für Punktabzug
Der Verkehrswesenstudent Sebastian Zidek hat durchgesetzt, dass er seine Prüfungs- und Seminararbeiten an der Technischen Universität Berlin nicht mit Binnen-Is, Sternchen oder Unterstrichen in Personenbezeichnungen versehen muss.”

Und seine Dozentin hat gelogen!


maSu
29.6.2015 6:55
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Also das den Amis (schon wieder) eine Rakete explodiert, DAS ist jetzt mal ausnahmsweise nicht Merkels schuld :p


DrMichi
29.6.2015 8:12
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Hm, ja, es ist ihre Schuld. Sie hätte z.B. den Mindestlohn einführen können, als Unterschied zur (marktradikalen) Politik von Schröder. Sie hätte die Rentenreformen rückgängig machen können, wo die Verwalter der Töpfe mehr profitieren als die Ausbezahlten. Also weg mit Riester, weg mit Kapitalrenten. Sie hätte die Grundsteine legen können.

Linke Politik? Wäre alles im Interesse der Rentner, die viel mehr Geld erhalten hätten, schon in 10 Jahren (sie ist ja schon so lange im Amt, da hätten diese Reformen gegriffen). Und die wählen CDU/CSU.

Merkel hat sich auch nie für eine europäische Verteidigungsstrategie ausgesprochen. Wo sind die Waffenwerke in Portugal und Griechenland, damit dort “gearbeitet” wird? Wieso produzieren alle Länder immer noch ihren eigenen Müll? Die USA machen mit Staatspolitik konsequente Strukturpolitik. Die wird in Europa aber immer im Dreieck Frankreich-England-Deutschland gemacht. Dann muss man sich ja nicht wundern. Nein, man schenkt Griechenland lieber die selber produzierten U-Boote. Das ist eine politische Massenkarambolage.

Sie kennt https://en.wikipedia.org/wiki/The_Grand_Chessboard und hat sich vorbildlich danach gerichtet. Bester “Fehler” soweit.

Aussitzen heisst den Ist-Zustand gutheissen. Was Merkel aber nicht verhindern kann:
– Die Überalterung und die Borniertheit der alten Leute
– Die Rohstoffe, die nur noch im Ausland zu finden sind
– Die Energie pro Kopf (wenn auch die Rechten für eine Einwanderung zur Lohndrückung sind und alle Tore offen stehen, dann fällt das Verhältnis Rohstoffe/Kopf, also werden wir materiell ärmer. Merkel als Physikerin ist da wohl eher nicht dafür aber hat dazu nie etwas gesagt)
– Die Auslagerung der produktiven Industrie von Amerika nach China als Fehler der anderen. Können wir nicht ihr anlasten.

Usw.


Roland S.
29.6.2015 8:21
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Damit sich die Reichen weiter bereichern können, muss sich jemand verschulden. Nur so kann in unserem System Geld erschaffen werden. Länder eigenen sich halt besonders gut, weil auf dem Papier alle Bürger dafür geradestehen müssen. Dass das nicht funktioniert, können wir gerade mitverfolgen.
Uebrigens sind es nicht die Russen, die den Atomkrieg vorbereiten, sondern die Amerikaner. Die pirschen sich schliesslich über die Ukraine immer näher an Russland heran.


HF
29.6.2015 8:48
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Es ist schon Geld nach Griechenland geflossen, aber eben vor der Krise.
Die Reallöhne in Deutschland stagnierten und das “gesparte” Geld wurde in Griechenland “investiert”. Man hätte es auch in die hiesigen Arbeitnehmer oder in Bildung investieren können, aber diese Märkte waren nicht konkurrenzfähig genug. Südosteuropa versprach mehr Gewinn.
Damals fielen die Entscheidungen, nicht etwa heute.
Damals wurde das Geld für Kredite geschöpft, damals gab es einen Inflationsschub, nicht etwa heute.


Emil
29.6.2015 8:55
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@Amateur Dilettant
> Das Geld ging nicht an Griechenland. Mit dem Geld wurde den Banken die griechischen
> Staatsanleihen abgekauft, d.h. die Schulden wurden sozialisiert.

Das stimmt zwar, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn das Geld, dass Griechenland zuvor von den Banken für seine Staatsanleihen erhalten hatte, ging natürlich an die Griechen. Die konnten deswegen früher in Rente gehen, mussten kaum Steuern zahlen und konnten sich einen aufgeblähten Beamtenapparat leisten, alles auf Kosten des restlichen Europas.

Um es nochmal ganz deutlich zu machen: die Banken haben leichtfertig Kredite an Griechenland vergeben, für die nun der europäische Steuerzahler geradestehen muss. Aber die Kreditsumme ging natürlich an Griechenland, wo das Geld zum Wohle der (meisten) Griechen auf den Kopf gehauen wurde.


qwerty
29.6.2015 9:03
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@Hadmut: Sozialistische Propaganda? Echt jetzt? Willst du damit sagen, die griechischen Bürger haben sich seit Beginn der Krise je 50000€ in die Tasche gesteckt? Bei denen ist das Geld doch ganz offensichtlich nicht angekommen, deren Lebensstandard ist gesunken. Gerettet wurden Banken. Die 500 Milliarden wurden verbraten, damit Investoren für hochriskante Deals nicht ihre eigenen Geschäftsrisiken tragen müssen. Als Island pleite ging hat man sich dort für das gegenteilige Vorgehen entschieden, dort hat man stattdessen die dreistesten Banker (also die kriminellen unter ihnen) in den Knast gesteckt, Island hat sich seitdem wieder erholt. Island ist sicher auch kein sozialistischer Staat, aber die haben das Ganze etwas besser gehandhabt.


Hadmut
29.6.2015 9:33
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@qwerty:

> die griechischen Bürger haben sich seit Beginn der Krise je 50000€ in die Tasche gesteckt? Bei denen ist das Geld doch ganz offensichtlich nicht angekommen, deren Lebensstandard ist gesunken.

Massiver Denkfehler. Du unterstellst, dass da alle gleich wären.

Manche haben sich die Taschen vollgestopft, anderen ist der Standard abgesunken. Die griechische Gesellschaft ist enorm korrupt und viele Ärzte, Beamte und so weiter haben sich mit Schmiergeld eingedeckt, sich ohne zu arbeiten besolden lassen und so weiter.

Ich kann das Gejammer vom armen Griechen nicht mehr hören, als ob Armut Universalabsolution bedeute.

In Griechenland bekommt man in vielen Gegenden ohne Schmiergeld nicht mal einen Arzttermin, und eine Schmiergeldgesellschaft geht von der Bevölkerung aus. Und in dieser Schmiergeldgesellschaft haben sich verdammt viele bereichert, und daran ändert nichts, dass es nicht alle waren.

Ich kann das Geblubber echt nicht mehr hören.


Wolfgang
29.6.2015 9:13
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@Hadmut:

Mag sein, daß Sozialisten “berüchtigter” für Propaganda sind. Korrelation und Kausalität? 😉 Was ist denn überhaupt “falsche” Propaganda? Und was “richtige” Propaganda?

Fakt ist, daß die sogenannten “Hilfen” vor allem anderen dazu dienen, den Schuldendienst von GR aufrecht zu halten. Die Frage, die man sich stellen muß: zu wessen Nutzen? Damit wäre auch die Frage beantwortet, wer hier übelste Propaganda betreibt, denn in unseren Medien und von sog. “Finanzexperten” hört man irgendwie immer nur, daß das Geld an “die Griechen” ginge. Da das schlicht und ergreifend nicht stimmt, betreibt der Finanzsektor “falsche” Propaganda. Da sind die Sozialisten von Syriza irgendwie weit ehrlicher, auch wenn dem Sozialistenfresser das möglicherweise nicht gefällt (und selbiger sich zu “falscher” Propaganda hinreißen läßt).

Zur Schuldfrage:

Die Frage ist in der Tat gut… ist Mutti persönlich Schuld, oder hat Mutti sich einfach nur zu weit ins stinkende Moor der Geldmachteliten hineintreiben lassen und kommt nun weder vor noch zurück?

Ich tendiere zu letzterem, denn sie selbst hat wohl am allerwenigsten von diesem Milliarden-Schmierentheater. Oder hat sie sich n paar Milliarden aufs Privatkonto abgezweigt? 😉

Die Sache mit der Deflation ist ebenso simpel wie beängstigend: das Geld, was da herumgeschoben wird, landet nicht im “richtigen” Wirtschaftskreislauf (sprich: dort, wo materielle Werte geschaffen werden. Der neuerdings dauernd verwendete Neusprech-Begriff “Wertschöpfung” zeigt das recht deutlich. Werte werden nicht “geschöpft”, sie werden, wenn überhaupt, geschaffen. Der Rest ist Buchmacherei. Wetten. Zocken).

Da die Kohle also nicht “greifbar” ist, aber ihr “Wert” angedichtet wird, bleibt der “Wert” des tatsächlich umlaufenden Geldes stabil wie Beton. Statt dessen gibt es eine Art Inflation beim produzierenden Gewerbe (erhöhte Warenproduktion, Gewinnsteigerung bei gleichzeitigem Fall der Profitrate. Letzteres ist nur mit Lohndumping machbar, also die Medizin, die “die Griechen” verständlicherweise nicht schlucken wollen).

Im Grunde das Vorspiel zur Wirtschaftskrise zu Zeiten der Weimarer Repulik, nur künstlich verlangsamt, damit den Mächtigen der Scheiß nicht wieder sofort auf die Füße fällt. Die wollen erst in Ruhe den “Eigentumskuchen” unter sich aufteilen, bevor der Krieg kommt. Bei all dem Theater geht es vor allem um “Besitztitel”, von denen man hofft, sie nach dem großen Knall weiter durchgesetzt zu bekommen. Hat ja schon mal funktioniert…

Was die “russischen Vorbereitungen zum Atomkrieg” angeht sage ich nur:

“der Russe an und für sich is´ ja n netter Mensch. Die essen auch nur ihre Kartoffeln. Aber im Keller, da is´ der Russe gefährlich!”.

Wirklich schöne und treffende Zusammenfassung der Russen-Paranoia, die Brösel dem Röhrich in den zigarrehaltenden Schmollmund gelegt hat. Was Angriffskrieg und Vorbereitungen dazu angeht, sollten wir vor unseren “Freunden” definitiv mehr Angst haben…


Hadmut
29.6.2015 9:30
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> Mag sein, daß Sozialisten “berüchtigter” für Propaganda sind. Korrelation und Kausalität?

Kausalität.

Finanzhaie agieren nämlich im Stillen, während falsche Propaganda elemantarer Bestandteil sozialistischer Politik ist. Die kommen nicht ohne aus.


A Stranger in a strange World
29.6.2015 9:17
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In den 1970ern war die Hochphase in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht vorbei und der Verfall hatte bereits begonnen:

Der Diplomvolkswirt und Fraktionsvorsitzende der SPD, Helmut Schmidt, erklärte am 6. Oktober 1968: “Wir haben viel zuviel Soziologen und Politologen. Wir brauchen viel mehr Studenten, die sich für anständige Berufe entscheiden, die der Gesellschaft auch nützen.”

Quelle: Ein SPIEGEL-Artikel von 1968 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45562662.html)
Gesellschaftliche Entwicklung vollziehen sich eben normalerweise exponentiell. Zu Beginn sind es ein paar harmlose Spinner und wenn man etwas merkt, ist es längst zu spät. Als Beispiel: Der Point of No Return der heute allseits beschworenen “Demographischen Katastrophe” war in Deutschland Anfang der 1990er.

Und noch ein paar vielsagende Zitate aus diesem Artikel:

Weder Soziologen noch Politologen mochten sich für ihr Fach auf einheitliche Studiengänge, Fächerkombinationen und Prüfungsordnungen festlegen ebensowenig wie sie das Studium einer späteren Berufspraxis angleichen oder Modelle solcher Berufe entwerfen wollten.

und

Die Verwirrung wird noch dadurch erhöht, daß die lokalen Prüfungsordnungen und Studiengänge häufig revidiert werden und daß es bislang keine öffentliche Registratur gibt, der es auch nur annähernd gelungen wäre, die zahlreichen und phantasievollen Kombinationen von Themen und Titeln festzuhalten.

Kurz: Die Genderista sind die legitimen Erben der Soziologen von einst.

Merkel ist also weniger schuldig (ursächlich) als vielmehr hilflose (in Merkelsprech: alternativlose) Nachlassvollstreckerin.
Ihre besondere Form der Alternativlosigkeit zeigt sich auch im vollständigen Fehlen einer Alternative. Oder ist irgendwer der Meinung, ihre Alternativen von Sigi Pop bis Frauke Petry würden irgendetwas besser oder wenigstens anders machen? Unsere Zeit bringt einen Helmut Schmidt nicht mehr nach oben. So jemandem hat dazu zuviel Rückgrat, ihm fehlt jener prinzipienlose Opportunismus der heute “soziale Kompetenz” genannt wird.

Ich denke, dass die Kriege in Korea und besonders in Vietnam die Auslöser waren. Der Ansehensverlust der USA durch die Art der Kriegsführung, die Verrohung ganzer Jahrgänge in den USA führten letzten Endes zu einer Gesellschaft ohne gemeinsame kulturelle Codes. Zu einer Gesellschaft die Autoritäten ablehnt und die keine allgemeingültige Codices der Dos and Don’ts hat. Zu einer “Anything goes”-Gesellschaft mit einer weitverbreiteten “Irgendwie und Sowieso”-Mentalität und einer Ablehnung “harter” Lebensformen wie Naturwissenschaftler, Ingenieur oder Soldat.


A Stranger in a strange World
29.6.2015 9:41
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@Amateur Dilettant & MichaB
Das Geld ist sehr wohl nach Griechenland gegangen. Nicht seit 2010 aber in den zehn Jahren davor. Hätten die Griechen (d.h. alle Griechen von den Oligarchen bis zur den angeblich blinden Rentnern) es nicht in einem gewaltigen Konsumrausch verheizt sondern zum Aufbau eines modernen Staates mit einer modernen Infrastruktur genutzt, wäre die “Rettung” Griechenlands in der geschehenen Form überhaupt nicht notwendig gewesen.
Die bösen Großinvestoren hingegen sind weniger Banken als vielmehr Rentenfonds und Versicherungen. Hinter denen stehen keine großen Fische sondern viele kleine Leute, die jeden Monat 100 Euro in eine Kapitallebensversicherung oder ihre Betriebsrente stecken. Merkel hat nichts weiter getan als ihre Wiederwahl zu sichern indem sie verhindert hat, dass -zig Millionen kleine Leute Briefe erhielten in denen stand “Ihre Lebensversicherung ist leider im Ionischen Meer versunken”.
Der Kapitalfehler der zu dieser Situation geführt wurde wiederum von der Politik gemacht. In Basel II wurde gesetzlich festgelegt, dass Staatsanleihen mit 0% Eigenkapital zu hinterlegen sind. Es wurde als gesetzlich festgelegt, dass Staatsanleihen komplett risikolos sind.
Haut also lieber nicht die bösen Kapitalisten sondern besser die Politiker, die ihnen einen komplett absurden Handlungsrahmen vorgegeben haben.


Andy
29.6.2015 9:50
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Merkel untätig? Aber sie hat doch Tee getrunken mit der Queen!


splitcells
29.6.2015 9:52
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Die Inflation steigt nicht, weil die Löhne nicht steigen.
Eine Erhöhung der Geldmenge erhöht nicht zwangsläufig
die Inflation (Monetarismus). Nur eine Vergößerung des Umlaufes
des Geldes kann eine Inflation verusachen.
Der Wert von Geld ensteht durch seine Zirkulation.

> Warum aber haben wir dann Deflationseffekte? MÜssten wir nicht
> Inflation haben? Also mal vom Wechselkurs mit anderen Währungen
> abgesehen?
> Könnte es daran liegen, dass 500 Milliarden Euro im
> Geldbestand einfach fehlen, und nicht entsprechend nachgefüllt
> wurden?

Diesen Effekt würde ich sehr stark bezweifeln. Ich kenne
keine Daten, die auf einen Mangel an Geld an sich hindeuten würde
(also in dem Sinne, dass es wenig Geld insgesamt gibt).

Die Nachfrage an Krediten bei der EZB ist
ziemlich niedrig.


Amateur Dilettant
29.6.2015 9:58
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@Emil:

Da haben sie recht. Deshalb sind die Griechen ja auch zurecht in der Bredouille.

Ich frage mich nur mit welchen Mitteln sich die Banken das Wohlverhalten von Merkel und Co. erreicht haben. Parteispenden? Pöstchen? Beraterverträge? Das Repertoire für die nachgelagerte Belohnung von willfährigen Politikern ist groß und die Kreativität kennt in diesem Bereich auch keine Grenzen. So bleibt Politik wenigstens in dieser Hinsicht spannend.


Amateur Dilettant
29.6.2015 9:59
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s/erreicht/erkauft/


Wolfgang
29.6.2015 10:00
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@Hadmut:

Finanzhaie agieren im Stillen? Mag sein, aber wenn man die Propaganda “outsourcet”, macht man keine Propaganda? Seltsame Ansicht…

Zu der “Universalabsolution” durch Armut: Du willst allen Ernstes den normalen Griechen dafür verantwortlich machen, daß eine korrupte Elite ein Korruptionssystem installiert hat? Mit freundlicher Unterstützung von NATO und später EU?

Wer hat denn die Möglichkeit, Korruption überhaupt erst zu fordern? Der Penner auf der Straße? Oder doch eher der Arzt? Und wer profitiert am Ende wirklich davon? Auch wieder der Arzt? Oder doch eher die “Finanzhaie”?

Der massive Denkfehler liegt bei Dir, indem Du von sehr wenigen Profiteuren auf die große Masse schließt, die wenig bis nichts von dieser Korruption hatte, den Schlamassel aber ausbaden darf. Und indem Du davon ausgehst, daß die einfachen Leute Korruption als erstes anbieten, und dann erst findet sich einer, der sie annimmt. Ganz so simpel ist die Welt der Korruption aber nicht. Sicher, es gibt auch da “Angebot und Nachfrage”, im Laufe der Zeit wandelt sich so ein System aber immer in “friß, Vogel, oder stirb”.

Manchmal entsteht so ein System aber auch aus sich heraus, im Falle Griechenlands feierte die extreme Korruption zusammen mit der Militärdiktatur fröhliche Urständ.

Man spricht übrigens nicht ohne Grund von Lohn-“Abhängigen”. Die haben keine andere Möglichkeit, als sich einem Lohndiktat zu unterwerfen, wenn sie nicht verhungern wollen. Sie selbst lenken diese Löhne aber nicht. Das tun Leute, die zwar dauernd von “Verantwortung” salbadern, aber nicht mal genug Ehre am Leib haben, sich in ein Schwert zu stürzen, wenn die Chose vor die Wand gefahren ist.

Es ist halt die Frage, wem man mehr Sympathie entgegenbringt. Ich bevorzuge da “das einfache Volk”. Den eigentlichen Träger jeglicher “Verantwortung”. Meist wider Willen.


Manfred P.
29.6.2015 10:37
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Es ist doch völlig klar, woher die deflationären Effekte kommen.

Darüberhinaus gibt es so etwas wie “reckless lending”. Man gibt einem überschuldeten Schuldner noch mehr Kredite, wohl wissend, dass er nicht zahlen kann, um an sein Eigentum zu kommen.

Das kann man für wilde Verschwörungstheorie halten, war aber in den frühen USA Straftatbestand. Damals haben britische Geldgeber überschuldeten Farmern Kredite gegeben, und sich dann für ‘n Appel und ‘n Ei deren Farmen unter den Nagel gerissen. Die Gesetzgebung hat dann entschieden, dass im Falle von reckless lending die Kredite nicht mehr vollstreckt werden.

Das war aber damals; heute macht man das dort nicht mehr.

Warum sollte das ein Geschäft für die Bank sein? Weil die Bank das Geld, das sie verleiht, nicht vorher “haben” muss, sondern sie das Geld durch einen Eintrag in die Bücher als Buchgeld einfach erzeugt. Auf die Aktivseite kommt Forderung Bank an Schuldner, und auf der Passivseite in gleicher Höhe Schuldner an Bank. Puff, fertig.

Das einzige, das die Bank beachten muss, ist, die Mindestreserven einzuhalten. Das sind so 5% der verliehenen Summe oder so. 95% kann sie ohne Deckung einfach erschaffen.

Also, auf Staaten umgemünzt: Bringt man den Staat in den Bankrott, dann lässt sich das prächtig ummünzen:

– Privatisierung von Staatsbetrieben für schmales Geld
– Einräumen irgendwelcher Handelsprivilegien
– Verkauf öffentlicher Infrastruktur, z.B. Flughäfen, Häfen, Autobahnen, deren Gebührengewinne an ausländische Investoren gehen
– usw.

Übrigens behauptet Daniel Cohn-Bendit im Europaparlament, dass Griechenland Waffenkäufe von Frankreich und Deutschland über 3 Mrd zurückstellen wollte, Merkel und Sarkozy aber hart blieben und auf die Erfüllung der Waffenkäufe bestanden, obwohl Griechenland doch sparen muss.

In den Medien wird immer so getan, als sei die Griechenland-Aktion alles ein Akt reinster Menschenliebe.

Echt jetzt, glaubt ihr das wirklich?

Na klar sind die Griechen selbst schuld daran, sich in eine solche Lage zu bringen. Ich bin der Letzte, der das abstreitet.

Aber wartet mal ab, was passiert, wenn die Schuldenfalle in Deutschland zuschnappt.

Die Eurostaaten sind im Eurosystem vollständig abhängig von privaten Gläubigern. Das war vorher NICHT so.

In Deutschland kann man z.B. keine Bundesschatzbriefe mehr erwerben. Was ist denn besser für ein Land: Verschuldet sein bei der eigenen Bevölkerung, die die Staatstitel für die eigene Altersvorsorge erwerben und sie auch vererben können? Oder bei Großbanken und Hedgefonds?

Gestern bei Jauche war die ganze Zeit die Rede von den Maastricht-Kriterien: 60% Schuldenstand, 3% Defizit.

Deutschlands Schuldenstand liegt bei 80%. Also wäre wohl der Dexit angesagt, nicht?


Manfred P.
29.6.2015 10:41
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Übrigens gibt es ein Buch “Economic Hit Man”, in dem der Autor beschreibt, dass angeblich die USA mit voller Absicht Dritte-Welt-Länder überschuldet haben, um über den IWF politischen Druck ausüben zu können.

Ob das wirklich so war, kann ich nicht beurteilen. Klingt aber nach einer extrem effektiven Methode, Länder zu politischen Zugeständnissen zu bewegen, und das ganz ohne Krieg.

Man mag ja von Drittweltländern halten, was man will, aber sie sind oft voller wertvoller Rohstoffe.


qwerty
29.6.2015 10:45
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Hadmut: Dass sich auch einige Griechen bereichert haben, wollte ich an keiner Stelle abstreiten. Korruption läuft aber auch in Griechenland zum Nachteil der überwiegenden Mehrheit und zum Vorteil einzelner. Die Ganze Korruptionsangelegenheit ist doch nur ein weiteres Argument dafür, dass es von Anfang an eine schlechte Idee war, da so viel Geld hinein zu pumpen, man hätte die Banken auflaufen lassen sollen. Mehr noch, Korruption halte ich sogar für den wahrscheinlichsten Grund, warum man dennoch so viel Geld verbrannt hat, aber hierbei spielt dann nicht nur die griechische Korruption eine Rolle.


stiller Mitleser
29.6.2015 10:51
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Auch waren die 50k€ pro Person über 5 Jahre (?) doch der Wert, mit dem “der Grieche” im Schnitt über seine Verhältnusse gelebt hat. Wenn das mal angenommen zuerst 15k€ p.a.waren und im letzten Jahr “noch” 5k€, dann ist da ein Lebensstandard gesunken, ja.

Aber wenn ich meinen Dispo ausschöpfe, die Bank sagt “mehr gibts nicht, du verballerst ja seit Jahren viel mehr, als du verdienst”, dann hilfs auch nicht, wenn ich dann sage “Jahaa, aber doch nur noch halbsoviel zuviel wie sonst!”


tuka
29.6.2015 10:52
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ich würde gern auf Kondratjew verweisen. Der hat Anfang des 20. Jahrhunderts prognostiziert, dass es abgesehen von den üblichen Konjunkturzyklen lange Basiszyklen gibt, die ca. 50 Jahren lang sind. Jeder dieser langen Zyklen ist von einer Basistechnologie geprägt.

Der aktuelle Zyklus (Informationsverarbeitung) hatte seine Hochphase irgendwann in den 90igern. Seit dem gibt es einen Abschwung. Aufschwungphasen sind definiert über starkes realwirtschaftliches Wachstum, Abschwung über eine stark finanzwirtschaftliches geprägte Wirtschaft(!!), viele Krisen und Rezessionen(!!).

Ich hatte irgendwann mal was gelesen, wonach um 2016 herum der Tiefpunkt des aktuellen Abschwungs erreicht sein müsste.

Im Tiefpunkt tauchen neue Technologien auf. Genauer: Die Technologien sind vorher schon vorhanden, aber im Tiefpunkt werden die neuen Technologien Allgemeingut.

Träger der neuen Welle könnte aus meiner Sicht sein: Energieversorgung, Nanotechnologien, Gesundheit.


stiller Mitleser
29.6.2015 10:54
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“Verhältnisse”
“hilfts”

Ich bitte, die Rechtschreibfehler zu entschuldigen. Sonnenschein und Handydisplay.


tuka
29.6.2015 10:58
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@Wolfgang: on sog. “Finanzexperten” hört man irgendwie immer nur, daß das Geld an “die Griechen” ginge.

Es geht an die Griechen. Aber etwas genauer müsste man sagen: Die Griechen leben seit Jahrzehnten auf Pump. Sie haben das Geld schon vor langer Zeit bekommen. Und mit der Finanzkrise kam die Rechnung. Das was Merkel gemacht hat, war schlicht den Zahlungstermin der Rechnung in eine wirtschaftlich hoffentlich bessere Zeit zu verschieben (nämlich die nächste Boom-Phase nach der Finanzkrise). Dummerweise ist die Rechnung der Griechen so groß, dass andere Kreditgeber wie Italien, Frankreich ihre eigenen Rechnungen nun ebenfalls nicht mehr zahlen können.


Horsti
29.6.2015 11:20
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Das Desaster ist recht einfach erklärbar: Die französischen und die deutschen Banken hatten vor einigen Jahren massenhaft griechische Papiere im Depot. Als diese quasi wertlos wurden, drohte bekanntlich Herr Ackermann von der Deutschen Bank Frau Merkel mit dem Zusammenbrechen des deutschen Einlagensicherungssystems. Mit anderen Worten: Die Spareinlagen der Deutschen wären futsch gewesen. Also übertrug Frau Merkel die Schulden auf den hiesigen Steuerzahler, der jetzt ungefragt mit gut 80 Mrd. haftet. Da das Geld kaum eintreibbar sein wird, dürften bald massive Steuererhöhungen und die Kürzung von Sozialleistungen in Deutschland angesagt sein.

Griechenland könnte den Default am Mittwoch übrigens locker verhindern, indem es einfach seine Goldreserven verkauft.


Norbert_G
29.6.2015 11:37
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“Apropos aufkaufen: Will man von seiner Bank einen Kredit, braucht man Sicherheiten. Grundstücke.
Warum haben wir für unsere Unterstützungskredite eigentlich keine Sicherheiten bekommen? Griechenland hat reichlich schöne Inseln. Warum hat man die nicht als Sicherheit überschreiben lassen? …”

Griechenland hat nicht nur Inseln, sondern ist wohl auch sehr reich an Kohlenwasserstoffen (Erdgas und Erdöl).
Man hätte sich also auch die Förderrechte verpfänden lassen können. Aber die werden sich wohl andere, wie Israel (soll bereits viele besitzen), unter den Nagel reißen .
Bei der Info beziehe ich mich u.a. auf Dirk Müller aka “Mr. DAX”.Wenn also das Naheliegendste nicht passiert, dann können natürlich nur Verschwörungstheoretiker Absicht dahinter wittern …


CountZero
29.6.2015 11:39
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Hadmut schrieb:
> Ich kann das Geblubber echt nicht mehr hören.

Ich habe auch den Eindruck, dass dieses zeitgeistgemäße Banker-Bashing im wesentlichen Denkfaulheit ist (“Wenn man weiß, wer ‘die Bösen’ sind, kriegt der Tag Struktur.” V. Pispers).

Zugegebenermaßen verstehe ich nicht viel von Volkswirtschaft. Was ich im Zusammenhang mit der ‘Schuldenkrise’ aber verstanden habe, ist das folgende:

Staaten (wie auch Unternehmen) können sich Geld beschaffen (leihen), indem sie Anleihen begeben. Eine Anleihe hat einen Nennwert (z.B. EUR 100,-) und einen Kupon, welche beide mit der aktuellen Zinskurve der Währung zusammen den Kurs der Anleihe ergeben. Investoren (z.B. Banken oder Privatpersonen) können nun solchen Anleihen zum aktuellen Kurs kaufen (das Geld bekommt der Staat, der die Anleihe begeben hat = der Emittent) und erhalten dafür regelmäßige Kupon-Zahlungen. Am Ende der Anleihelaufzeit erhält der Investor den Nennwert. Üblicherweise wird er über die Laufzeit mehr Geld erhalten haben, als der Kurs, den er zu Beginn bezahlt hat, dieses ‘mehr Geld’ ist die Rendite (‘yield to maturity’). Kupons und Rückzahlungen des Nominals werden aus Einnahmen des Staates bestritten (Steuern) bzw. durch Aufnahme weiterer Schulden (‘Umschuldung’).

Egal ob Banken, Fonds oder Melanie Mustermann griechische Anleihen gekauft haben, den Kaufpreis dafür hat der griechische Staat als liquide Mittel erhalten.

Das schöne, wenn man Staat mit eigener Währung ist besteht nun darin, dass man immer alle Schulden bedienen kann durch einfaches Gelddrucken. Damit ist der Nennwert, den der Investor am Laufzeitende zurückerhält, vielleicht nix mehr Wert (–> Inflation durch Gelddrucken), aber man hat ja bezahlt.

Wenn man aber – wie beim Euro – nicht selbst die Währungspolitik macht, geht das mit dem Gelddrucken nicht mehr und man kann plötzlich auch als Staat in der eigenen Währung zahlungsunfähig werden (das ging früher nur bei Schulden in Fremdwährung und gilt beim Euro natürlich für Deutschland genauso wie für Griechenland).

Nun ist folgendes passiert: ab ca. Ende 2009 haben die Investoren bemerkt, dass Griechenland (+Italien, Spanien und Portugal) sich immer weiter verschuldete(n), ohne dass deren Einnahmen mitgewachsen wären. Damit stieg die Chance, dass ein Investor auf eine Griechen-Anleihe mit Zahlungsausfall (von einzelen Kupons oder insgesamt) rechnen mußte. Für die Übernahme dieses Ausfallrisikos erwartet ein Investor üblicherweise höhere Rendite, dh. er ist bereit, weniger für eine Griechen-Anleihe zu zahlen.

Damit bekommt Griechenland natürlich weniger liquide Mittel, wenn es Anleihen verkauft. DAS waren die überall beklagten horrenden Refinanzierungszinsen, denen sich die PIGS-Staaten um 2012 gegenübersahen. Es handelt sich dabei nicht um eine ‘Spekulation der (bösen!) Investment-Banker’ gegen einen Staat, eine Währung oder einen Zinsraum (das gabs auch, aber woanders), sondern um eine reine Risikoprämie angesichts der Staatsfinanzen(!). In Maastricht steht ja angeblich, dass kein Staat für die Schulden eines anderen haften darf (jedenfalls haben das Theo Waigel und Mutti unablässig rosenkranzmäßig beschworen). Die PIGS-Refinanzierungszinsen allerdings waren tatsächlich horrend.

Deswegen gab es zunächst diese europäischen Garantiefonds (ESF, EFSF, FFFFFFh…. bedeutet: liebe Investoren, kauft bitte bitte Griechenanleihen, WIR zahlen die dann zurück…) und dann, als trotzdem kei Sau mehr Griechenanleihen kaufen wollte, machte das die EZB.


Norbert_G
29.6.2015 11:53
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“… Die griechische Gesellschaft ist enorm korrupt und viele Ärzte, Beamte und so weiter haben sich mit Schmiergeld eingedeckt, sich ohne zu arbeiten besolden lassen und so weiter.
Ich kann das Gejammer vom armen Griechen nicht mehr hören, als ob Armut Universalabsolution bedeute.”

Richtig! Schließlich haben die ach-so-armen Armen immer wieder die gleichen korrupten Politiker gewählt, solange die denen reichlichen Krummelabfall versprachen.
Auch die Mehrheit der Jungen soll keine höheren Träume haben, als irgendwio im hypertrophen Staatsdienst unterzukommen, wenig zu arbeiten, keine Verantwortung zu tragen und früh pensioniert zu werden.

Der pöhse Akif Piricci schrieb am 14.6.:
>>
Griechenland
Ich war da, macht euch keine Sorgen, denen geht’s allen prima. Auf der Luxusinsel Mykonos ließen es sich Menschen aus aller Herren Länder gut gehen, Inder, Asiaten, Spanier, Italiener, Franzosen und natürlich Griechen – nur Deutsche ließen sich nicht blicken, weil die sich solche Urlaube nicht mehr leisten können.
Das Gerede darum, ob Griechenland pleite geht oder nicht, ist nichts als doofes Gerede. …
<<


Dirk S
29.6.2015 12:19
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@ Hadmut

Ist Merkels Strategie dran schuld?

Nö, denn das würde voraussetzen, dass Merkel eine Strategie hätte und die hat sie nicht. Nicht mal so etwas wie eine Taktik. Da steckt nur wieder das alte “die Deutschen sind Schuld” hinter. Dass die griechischen Regierungen der letzten 5 Jahre nichts für die Reformation Griechenlands getan haben, soll damit überdeckt werden. Wenn es nach den meisten Euro-Zonen-Ländern gegangen wäre, wäre Griechenland schon längst pleite und zwangsversteigert.

Und besonders drollig finde ich Tsipras’ Spruch, dass die Gläubiger die Griechen “erniedrigen” wollen. Warum sollten die? Das können die Griechen alleine und ohne Hilfe viel besser. Selbst die Türken machen sich da keine Mühe mehr. Na ja, anscheinend bekommen jetzt Griechenlands Linke die gewünschte Verarmung der Bevölkerung. Und hoffen auf die sozialistische Revolution.

Griechenland hat reichlich schöne Inseln. Warum hat man die nicht als Sicherheit überschreiben lassen? Man könnte die jetzt nehmen und an Touristik-Unternehmen versteigern.

Griechenland generell ist archäologisch interessant, ich würde eher vorschlagen, Europas Archäologen die Inseln umgraben zu lassen. So würde die Griechenpleite noch so etwas wie einen Sinn bekommen. “Ein Glücksfall der Archäologie” oder so.

Warum aber haben wir dann Deflationseffekte? MÜssten wir nicht Inflation haben? Also mal vom Wechselkurs mit anderen Währungen abgesehen? Könnte es daran liegen, dass 500 Milliarden Euro im Geldbestand einfach fehlen, und nicht entsprechend nachgefüllt wurden?

Der Deflationseffekt entsteht dadurch, dass in unsicheren Zeiten Menschen ihr Geld zusammenhalten und weniger ausgeben. Dadurch werden Waren billiger (vor allem die, die man nicht unbedingt zum Leben braucht) und weil sie billiger werden, warten viele (nach überstandener Unsicherheit) mit Neuanschaffungen, weil ja alles billiger wird. Und so ergibt sich eine Abwärtsspirale, die Deflationsspirale, die unsere Wirtschaftsexperten so fürchten. Wobei, bei dem Preisverfall bei Unterhaltungs-Elektronik, müsste sich in diesem Marktsigment schon längst eine Defaltionsspirale gebildet haben. Hat sie aber nicht. Kann man aber Politikern Angst mit machen.

Ich sag’s mal so: Ich habe auch keine Ahnung, was jetzt passiert.

Wenn wir ehrlich sein wollen: Das weiß derzeit keiner. Ein Wendepunkt der Geschichte, es kann (fast) alles passieren. Wobei, wir in DE werden vermutlich wenig zusätzliche Änderungen haben, es wird vor allem die Griechen treffen. Na ja, selbst gewählt.

Ich glaube, damit ist es vorbei.

Ich versuche mal etwas Optimismus zu verbreiten: Wir erleben heute Veränderungen, die früher Generationen brauchten, in einer relativ kurzen Zeit. Darauf sind wir psychisch schlecht vorbereitet, aber das schaffen wir als Spezies. Gerade in Europa. Also, wenn wir es wirklich wollen, scheitern können wir auch, wenn wir eben scheitern wollen.

Wir stürzen gerade in ein finsteres Zeitalter.

Stimmt, liegt an der Digitalisierung und der Vergänglichkeit unserer Trägermedien. Allerdings legen viele Staaten Mikrofilm-Archive an, mit Lesegeräten usw. Unsere wichtigsten Ereignisse in Stein zu meißeln (höchste Lebenserwartung aller Trägermedien) ist durch den Umfang der Ereignisse leider nicht mehr praktikabel.

Artensterben,

Gibt es, allerdings finde ich es sehr anthropozentrisch zu glauben, dass wir das alleine so könnten. Unsere Spezies ist ein Faktor, aber nicht der einzige. Arten kommen und vergehen, nur der Mensch will das nicht wahrhaben. Unsere Umwelt soll konstant bleiben, was sie nicht tut. Und das ist unser eigentliches Problem. Deshalb kann man über das Thema “Artensterben” kaum rational diskutieren.

Klima kaputt,

Das Klima zwischen Erwärmungphobilern und dem Rest der Menschheit, ja, auf jeden Fall.
Das Klima ändert sich, immer, unaufhaltsam. Und auch hier zeigt sich der arrogante Anthropozentrismus unserer Spezies, in dem wir glauben, wir könnten so etwas verursachen. Was wir fabrizieren ist nur ein Faktor und wohl eher einer der kleineren. Aber mit Alarmismus lässt sich ein gutes Geschäft machen. Und wenn die Sahara wieder grün ist, reduzieren sich auch die Hurrikane (die gehen nämlich von der Sahara aus).
Und das Klima der “kleinen Eiszeit” kann kein vernünftiger Mensch in Europa wiederhaben wollen. Wer es doch möchte, sollte sich auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen. Und ich will nicht damit andere Meinungen pathologisieren. Aber wer sich Hunger und Krieg wünscht, könnte ein Problem haben.

Umweltverschmutzung,

Die gab es schon immer, mit dem ersten Hominiden. Nur ist durch die Masse der Menschen die Umweltverschmutung zu einem Problem geworden. Das könnte sich lösen lassen, liegt einzig und allein an uns als Spezies. Die Technik ist vorhanden, sie muss nur genutzt werden. Und natürlich hat auch unser Verhalten einen Einfluss: Jedes Jahr ein neues Smartphone ist nun nicht gerade ein Betrag zum Umweltschutz.

Resistente Keime,

Ist vor allem ein deutsches Problem, andere Länder haben das nicht so in der Form. Ist aber lösbar, da vor allem ein Hygiene-Problem (in Krankenhäusern). Eigentlich komisch, dass ein Land, in dem es für fast alles eine Vorschrift gibt, so ein Problem auftritt. Na ja, liegt vielleicht daran, dass sich Keime nicht um Vorschriften scheren.

(Atom-)Krieg mit den Russen,

Eher weniger, lohnt sich wirtschaftlich einfach nicht, für keine Seite. Soviel Restverstand ist noch da.

galoppierende Kriminalität,

Also was DE betrifft, sagt die Kriminalstatistik was anderes aus. Die Kriminalität in DE sinkt, zumindest offiziell. Sicher ist, dass wir in DE eine sehr niedrige Kriminalitätsrate haben.

Da haben wir allerdings auch ein Wahrnehmungsproblem, schwere Straftaten sind bei uns (zum Glück) nicht an der Tagesordnung, daher selten und beinhalten einen Nachrichtenwert. Dadurch erscheint gerade die Gewaltkriminalität höher als sie wirklich ist, sie ist medial präsenter, nicht höher. Der Fall Tugce würde es in Indien kaum über eine Rgionalzeitung hinaus schaffen und das Attentat von Charleston in Somalia keine Beachtung finden.

Schlepperbanden,

Ermitteln, verhaften und einsperren. Zusätzlich deren Kundschaft konsequent zurückschicken. Das trocknet das Geschäft aus. Australien hat dieses Problem nicht. Gutmenschlich (wie derzeit versucht) kommt man dem Problem natürlich nicht bei. Im Gegenteil.

Drogenschwemme,

Drogen legalisieren und Verkauf in spezialisierten Shops. Mit ordentlich Steuern drauf. Die Drogenkatelle würden heulen, deren Geschäft lohnt sich nur durch die Illegalität.

Verdummung,

Hilft nur eine Bildungsoffensive, die ihren Namen verdient. Setzt natürlich voraus, dass man bereit ist, die Realität zu sehen. Auch hier gilt: Gutmenschlichkeit ist keine Lösungsstrategie.

Ideologisierung,

Da gibt es ein gutes Mittel gegen und das heißt mehr Demokratie. Ideologen können nur dann Schaden anrichten, wenn sie Macht erhalten, denn ihre Ansichten sind selten mehrheitsfähig. Deshalb habe alle Ideologen ein gespaltenes Verhältnis zur Demokratie (bzw. eine sehr komische Vorstellung davon).

Islamismus und IS,

Ende der falschen Toleranz und Rausschmiss von Hasspredigern und deren Anhängerschaft. Die Rekrutierung von islamischen Extremisten lässt sich eigentlich immer auf bestimmte Moscheen eingrenzen, also, die Imame entfernen und mit ihnen ihre Anhänger. Wobei da die Muslime aufgefordert sind, ihre Extremisten auszugranzen und so unter Kontrolle bringen und in die Bedeutungslosigkeit zu drängen. Haben die Christen mit ihren Radikalinskis ja auch hinbekommen. Gutmenschlichkeit ist auch hier fehl am Platze.

Was den IS betrifft, den aktiver bekämpfen, auch mit mehr militärischen Mitteln. Davor aber das Einverständnis der betroffenen Völker einholen, ansonsten nur darauf achten, dass der IS in einem bestimmten Gebiet bleibt. Und auch mal dessen Gegner unterstützen (und darauf achten, dass die wiederum nicht zu mächtig werden). Und auch hier gilt: Gutmenschlichkeit erreicht das Gegenteil.

Geld kaputt,

Ach komm, womit man sein Futter im Supermarkt bezahlt, ist eigentlich egal. Geld ist vor allem ein praktisches Tauschmittel, sonst nichts. Ob Scheine, Münzen oder Eisenspieße, das ist egal, solange beide Seiten sich über den Wert einig sind.

Infrastruktur marode,

Alles eine Frage der Prioritäten der Geldausgabe. Auch hier gilt: Einfach nicht die wählen, die “Wohltaten” versprechen sondern die, die langfristig denken. Ok, da haben wir derzeit ein echtes Personalproblem.

Bundestag abgehört,

Und leider nicht veröffendlicht. Also liebe NSA, tut mal den Deutschen was Gutes und veröffendlicht die Abhörprotokolle. Die Diskrepanz zwischen dem, was unsere Abgeordneten öffendlich sagen und dem, was hinter verschlossenen Türen bleibt, wäre sehr interessant.

Übrigens wollen unsere Abgeorneten ja auch uns Bürger beschnüffeln. Tut denen mal ganz gut, zu erfahren, wie sich das anfühlt.

Ideologisiert,

Wie schon geschrieben, gegen Ideologie hilft nur Demokratie.

Verdummung an den Hochschulen,

Auch hier, eine ordentliche Bildungsoffensive und das Studium verteuern, damit das auch wieder einen Wert erhält. Derzeit läuft das ja nach dem Prinzip: “Was nichts kost’, ist nichts Wert.” Also, Studiengänge für die Arbeitslosigkeit verteuern, Studiengänge, die “Return of Invest” haben, fördern.

Facharbeitermangel,

Auch hier: Bildungsoffensive. Damit wieder mehr Schulabschließer ausbildungsfähig sind. Und ansonsten, Anreize schaffen, sich fortzubilden und zu verbessern. Vom Hilfsarbeiter zum Facharbeiter lohnt sich für alle Seiten, es müssen nur die Anreize richtig gesetzt werden.

und den Amis ist auch schon wieder ne Rakete explodiert.

Liegt daran, dass die keine deutschen Fachleute mehr haben 😉 . Vielleicht sollten die mal in ihren Archiven nach den alten A4-Plänen suchen…

Optimistische Grüße,

Euer Dirk


der eine Andreas
29.6.2015 13:49
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o.T.
Hubschraubermütter hatten wir ja gerade (keine BJS mehr), jetzt kommen die C-123-Mütter:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mutter-sprueht-auf-spielplatz-in-peine-pfefferspray-gegen-andere-kinder-a-1041134.html
“Eine 20-jährige Mutter hat in Niedersachsen rabiat ihr einjähriges Kind verteidigt: Auf einem Spielplatz in Peine versprühte sie Pfefferspray, vier Kinder und Jugendliche wurden verletzt.”

U.a. wurden Fairchild C-123 zum Versprühen von Agent Orange benutzt.


Heinz
29.6.2015 13:50
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@Hadmut
> Manche haben sich die Taschen vollgestopft, anderen ist der Standard abgesunken.

Ja, und von denen, die sich die Tschen vollstopften sitzen viele in Deutschen- Österreichischen- usw. Banken.


Heinz
29.6.2015 13:52
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*Taschen*


salvavenia
29.6.2015 13:56
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Was Griechenland jetzt benötigte, wäre ein Schuldenerlaß, immer unter Berücksichtigung, daß gerade der deutsche Staat – selbst nach quasi offiziellen Schätzungen (http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article117035279/Bund-spart-durch-Niedrigzinsen-mehr-als-100-Milliarden-Euro.html) – allein in den Jahren 2009 bis 2013 durch „Zinsgewinne“ bereits in einer Summe von rund 200 Milliarden Euro profitiert hat (Bund, Länder und Kommunen zusammen).


Herbert
29.6.2015 14:29
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Wenn du versuchst, einen Kredit für eine Privatperson mit dem an einen Staat zu vergleichen, triffst du eben einfach auf die Unterschiede zwischen Privatperson und Staat.

Staaten erwirtschaften kein Geld. Staaten produzieren nichts.
Staaten klauen ihren Bürgern mit (Androhung) von Gewalt Geld, das die Privatpersonen erwirtschaftet haben.
Staaten drucken mehr Geld, um ihre Schulden zu begleichen. Dass das nach einiger Zeit die Inflation stärkt ist natürlich klar, aber das ist einem Politiker egal. Weil für den Moment etwas erschaffen wurde, das aussieht wie ein Pflaster auf der Wunde.
Das was einer “Sicherheit” am nähesten kommt, die ein Staat bringen kann, ist die zukünftige Arbeitsleistung zukünftiger Generationen, die ja die Schulden ohne eigenes Zutun zugeschustert bekommen.

Und wenn du dir dann noch einmal anschaust, wie UNGLAUBLICH viel Geld an nichtproduzierende Menschen (ich mein da jetzt nicht mal Hartz-IV, sondern Expolitiker, Verwaltung, all der unnütze(!) Kram) zugeschachtert wird, dann müsste einem klar werden, dass es uns wesentlich besser ginge, wenn der Staat sich auf die nötigsten Dinge beschränken würde etcpp.


Der große böse Wolf
29.6.2015 14:42
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@Hadmut, MichaB:
> Oder Du sitzt der Propaganda der Sozialisten auf?
> Sozialisten sind weit berüchtigter für falsche Propaganda als Finanzhaie.

Vielleicht ist da in Bezug auf Griechenland bzw. auf Staatsschulden allgemein kein großer Unterschied.

Ein Staat, der sich über Kredite finanziert, ist erpressbar. Und eine Medienlandschaft, die von einer homogenen Gruppe (im Sinne von Interessengleichheit) kontrolliert wird, kann jeden Politiker nach belieben rauf oder runter schreiben. Damit wird man dann z.B. auch einen Wulff los, der den ESM nicht unterschreiben will.

Die Sozialisten arbeiten dabei gerade den Finanzhaien in die Hände, wenn sie dem Bürger Verantwortung abnehmen und sie dem Staat aufbürden wollen.


Cargo Cult Science
29.6.2015 14:47
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Aus der Kundenzeitschrift ›Sparkasse‹ von 1891:

„Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Capitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben.“ […] „So spricht denn alles dafür, daß wir noch einem weiteren Sinken des Zinsfußes entgegensehen. Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Capitalzerstörung, welche er bedeutet.“¹

Immerhin hat es beim damalig üblichen Tempo noch 23 Jahre gebraucht, bis es 1914 endlich so weit war. Und auch heute ist natürlich wieder Rußland die große Gefahr; man sehe sich nur an, wie teuflisch dieser Staat die US/NATO-Militärstützpunkte umzingelt hat:

http://static.neopresse.com/wp-content/uploads/russland-will-krieg-us-basen-qpress.jpg

Auch der EU rückt es Jahr für Jahr immer näher auf den Pelz:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/EC-EU-enlargement_animation.gif

Trotzdem wird es wohl nicht zum Krieg kommen. Anders als 1914 sind weit und breit keine Begeisterungsstürme auszumachen. Auf die Frage von GALLUP 2014: ›Würden sie für ihr Land in den Krieg ziehen?‹² antworteten 82% aller Deutschen mit NEIN:

https://pbs.twimg.com/media/CHdfgZFWsAAxcYZ.jpg

Kann ich nachvollziehen: Ich besitzte ja auch kein Land; und was man nicht besitzt, kann man auch nicht verteidigen. In Großbritanien ist das Establishment regelrecht schockiert über die ähnlich fehlende Begeisterung des englischen Pöbels und trauert den guten, alten Zeiten nach, wo das Kanonenfutter als potentielles Friedhofsgemüse noch zahlreich und willig über Stunden vor’m Schlachthaus anstand und um Einlaß winselte: »Far from the World War days when boys would lie to sign up and men would queue for hours at the recruitment offices, only 27% of Brits would be willing to fight for their country today. This also contrasts shockingly with the world average of 60%. In fact, the majority of Western European countries are the same.«³

Der Hauptunterschied zu 1891/1914 aber ist, daß Rußland und China die Atombombe besitzen. All die Finanzakrobatik, die wir in den letzten Jahren erlebten, ist der Tatsache geschuldet, daß der klassische FIAT-Money-Systemreset durch ›die ungeheure Capitalzerstörung‹ eines Großkrieges wegen der Atombombe ausgeschlossen ist. Ohne A-Bombe hätte es diesen Krieg in Europa schon längst gegeben, da die transatlantischen Strippenzieher dann wieder ungeschoren blieben.

Hier kommt nun das Bargeldverbot ins Spiel: Es ermöglicht der Corporate MAFIA in Verbindung mit Zwangshypotheken auf Immobilien und Zwangsanleihen auf inhabergeführte Unternehmen ein ungehindertes Plündern der Bevölkerung, wenn demnächst alle Steuereinnahmen verpfändet sind. Wenn man dem Pöbel zwecks Entschuldung die Hütten schon nicht kaputt schlagen darf, dann müssen sie eben Zwangskredite zahlen.

Andererseits halte ich ein Bargeldverbot in Deutschland für unrealisierbar. In vielen Haushalten finden sich ja noch solche Erinnerungsstücke:

http://www.flores-muenzen.de/popup_image.php?pID=328&imgID=0&XTCsid=9ni0aa29h5jakn7jpkio84e9n3

Außerdem ist Geld, das nicht als Bargeld vorliegt, minderwertig — und bei minderwertigem Geld ließe sich die gesetzliche Annahmeverpflichtung nicht allgemein durchsetzen. Wie schon die DDR-Notenbank feststellen mußte, entstünde ein zweiter Geldkreislauf; Schwarzgeschäfte werden dann eben in Dollar- oder Pfundscheinen abgewickelt. Würde die Regierung dann auch irgendwann ›Intershops‹ eröffnen, um an das im Volk kursierende echte Geld heranzukommen?

___________
¹ http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/creutz/geldsyndrom/kap29.htm
² http://www.wingia.com/en/services/end_of_year_survey_2014/global_results/8/45/
³ http://m.huffpost.com/uk/entry/6940594


Klaus
29.6.2015 14:55
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Berechtigte Fragen, aber ziemlich viel Unsinn hier im Forum.

Und NEIN, Merkel ist nicht schuld.

Aber der Reihe nach.

Der wichtigste Punkt ist:

Die BRD ist nach wie vor NICHT SOUVERÄN!
Wir sind nach wie vor ein besetztes Land, mit unfreier Presse und praktisch alle Politiker sind in der Hand der U$A. Kommt mal was neues (Priaten, Pegida, AFD) wird das Neue plattgemacht.

So jetzt zu Griechenland.

Die Misere fängt doch schon an, mit dem Eintritt von Griechenland. War es nicht Goldman Sachs, die Bilanzen gefälscht haben, damit Gr rein kann?
Und wars nicht Mario Draghi der gesagt hat, man muss mal auch lügen um das gewünschte Ziel zu erreichen? Ich schreib jetzt das alles mal aus dem Kopf raus, deshalb die Fragezeichen.

Also hier schon mal bewußtes Lügen um Gr rein in den euro zu bringen.

So weiter gehts mit dem Euro.

Der Euro wird von der EZB “erstellt”, aber die Staaten MÜSSEN! sich das Geld über die privaten Banken leihen.
Jetzt reichen aber die privaten den Euro nicht 1 zu 1 rüber, sunderen verlangen einen Zinsaufschlag, ebel WEIL Schuldner ausfallen können.

Die ist auchd er EINZIGE!! Existenzgrund der privaten Banken, den Gelderzeugung war in Europa schon immer Staatsache.

Also,
– EZB gibt Geld an Banken
– priv. Banken verleihen das Geld an priv. oder staatliche Schuldner
– priv. Banken nehmen einen Zinsaufschlag (wegen Schuldnerausfall)
– der Schuldnerausfall ist das Geschäftrisiko der priv. Banken

So und jetzt kommts:
Auf einmal wurde das Geschäftrisiko der priv. Banken SOZIALISIERT (systemrelevant, to big to fail)

Was wie, nochmal:

Das Geschäftrisiko wurde Verstaatlicht, die Gewinne bleiben aber privat (Hypo Real Estate & Co). Z.B. wurde der Deutschen Bank die Postbank zugeschanzt).

Es gibt noch einen Effekt der massgeblich zur Blasenbildung beiträgt, die private Vorsorge (Rente & Co), aber dafür ist kein Platz hier 🙂

So weiter:

Großer Konstruktionsfehler des Euro, eine Gemeinsame Währung, aber kein gemeinsamer Arbeits / Sozialmarkt.

Warum:

Kohl mußte wohl die DM den Franzosen gegenüber opfern, für die Einigung.

Was die Franzosen (und alle anderen auch die Briten) nicht bedachten, wenn die Deutschen im Lohn nachgeben (haben sie unter Schröder getan) und ihre Produktivität beibehalten bzw. steigern, dann produzieren wir alle Europäer die im Euro sind an die Wand, weil eine “Verteidigung” durch Währungsabwertung nicht drin ist.

So lieben Mitleser, werter Hatmut, NICHT GR (oder I oder F) ist das Problem, sondern Deutschland, die Super Kolonie der USA!

Ihr glaubt das nicht?

Na was ist den das Kennzeichen einer Kolonie?
Hmm??
Na z.B. dass die Kolonie den in ihr erwirtschaften Gewinn ans “Mutterland” überweist? RICHTIG!

So und jetzt ratet mal wo die gigantischen Exportüberschüsse der BRD landen!

Richtig, der größte Teil in den USA und treiben dort von Blase zu Blase (nennt sich halt dann Immobilienspekulation & Co).

Tja und der Überschuss des Einen ist das Defizit des Anderen!
Also die “Griechenland Rettung” war bisher nur eine Rettung der deutschen und französischen Großbanken und jetzt ratet mal wem die Deutsche Bank wirklich gehört……..

cu


Klaus
29.6.2015 14:58
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Oi ich hätte oben korrekturlesen müssen, sorry für die vielen Tippfehler….bin in der Arbeit 🙂


Joe
29.6.2015 15:18
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Aber ich bin der Überzeugung, dass wir in den letzten ca. 30-50 Jahren, vielleicht so ab den 50er Jahren in wirtschaftlicher und den 70er Jahren in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht eine Hochphase hatten, die nun vorbei ist.

Ich setze das Datum schon erheblich früher an: vor hundert Jahren. Man schaue sich mal Berlin zur damaligen Zeit an:
https://www.youtube.com/watch?v=B-m9A8mY-U0

Danach ging es mit Einführung des Frauenwahlrechtes schon abwärts. (Und ob die Suffragetten nun Ursache oder Folgesymptom des beginnenden kulturellen Niederganges waren, ist da gar nicht mal so wichtig). Nur dauert es natürlich eine Weile, bis die zivilisatorische Substanz aufgebraucht ist.

Ich bin übrigens der Ansicht, daß in diesem Jahrhundert die Monarchie nach Europa zurückkehren wird. Denn auch die heutigen Politikformen werden mit den Untergang der Hochkultur komplett zerfallen und verschwinden.


Hadmut
29.6.2015 19:13
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> Man schaue sich mal Berlin zur damaligen Zeit an:

Hey, das war ja sehr viel schöner als heute!


Ingo5
29.6.2015 15:47
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Ich finde es beruhigend, wenn Hadmut von “Artensterben, Klima kaputt, Umweltverschmutzung, Resistente Keime” schreibt. Das sind u.A. die klassischen “grünen” Themen. Auch schon der Artikel, in dem über mögliche Umweltgifte spekuliert wurde, die die sexuelle Entwicklung stören könnten, war ähnlich geprägt. Dort verhielten sich besonders die Kommentatoren wie Bilderbuchgrüne auf ihrer verzweifelten Suche nach dem Auslöser. Und da wurde alles auf den Tisch gepackt, von dem man irgenwie mal gehört hat, dass es schädlich sein könnte.

Das zeigt, dass trotz aller Abneigung der politischen Richtung gegenüber die Themen inzwischen tief in den Köpfen verankert sind. Und dies macht die ideologisch und anmaßend belehrend geprägte Partei “Die Grünen” überflüssig.
Leider führte das dazu, dass die sich andere Felder für ihre Daseinsberechtigung aneignen mussten. Aber sogar das Thema Gleichberechtigung wird von Hadmut unterstützt. Die Gleichstellung hingegen wird es wesentlich schwerer haben, gesellschaftlich anerkannt zu werden.

Sry für das Abschweifen. Aber vielleicht ist das auch der Zirkelschluss zum eigentlichen Thema. Durch das Abwarten haben sich die Handlungsoptionen zu stark eingeschränkt und damit fehlt die Daseinsberechtigung für die handlungsunfähige Politik.
Und während sich die Welt schon längst weitergedreht hat, wird mit aller Macht versucht, mit den alten Strategien die neuen Herausforderungen anzugehen, was nur bedingt funktionieren kann. Falls es nicht sowieso nur Theater und Pseudoaktivismus ist.

Und während das Ende der Grünen der Erfolg war, ihre Hauptthemen als Konsens in die Gesellschaft zu tragen, so ist das Ende von Frau Merkel ihre Handlungsunfähigkeit durch Abwarten.


DrMichi
29.6.2015 16:24
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> Finanzhaie agieren im Stillen.

So still, dass der Staat ganz von alleine Riesterrenten einführt und Institutionelle Anleger von der Leine lässt. Alle mucksmäuschenstill. Und in Westeuropa gibt es keine Schmierungen, nirgendwo, alles ganz in Ordnung, bis auf höchster Ebene.


Grobi
29.6.2015 17:59
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>die griechischen Bürger haben sich seit Beginn der Krise je 50000€ in die Tasche gesteckt? Bei denen ist das Geld doch ganz offensichtlich nicht angekommen, deren Lebensstandard ist gesunken.

Nun ja. Wenn du in Deutschland 4 Jahre von Hartz4 lebst, hast du vom Staat auch 50.000 bekommen, ohne dadurch reich geworden zu sein.


Leonard
29.6.2015 18:48
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Mein Vorschlag: warum zum Thema Europa-, Währungs- und Wirtschaftspolitik nicht erst einmal etwas lesen?:

1
https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=flassbeck+griechenland

2
http://www.nachdenkseiten.de/?s=Griechenland&Submit.x=0&Submit.y=0

3
Und ja, wir sind sehr wahrscheinlich bereits spätestens seit 2001 mitten in einer Ära sich verstärkender historischer Turbulenzen, die in zunehmendem Maße Chaos produziert.

Hadmuts Danischs Einschätzung stimme ich daher zu:
“Aber ich bin der Überzeugung, dass wir in den letzten ca. 30-50 Jahren, vielleicht so ab den 50er Jahren in wirtschaftlicher und den 70er Jahren in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht eine Hochphase hatten, die nun vorbei ist.” So ist es wohl.


klaus
29.6.2015 19:11
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@qwerty

> die griechischen Bürger haben sich seit Beginn der Krise je 50000€ in die Tasche gesteckt? Bei denen ist das Geld doch ganz offensichtlich nicht angekommen, deren Lebensstandard ist gesunken.

Logikfehler: Du musst den Lebensstandard mit einem Griechenland vergleichen, dass keine Hilfen bekommen hätte, nicht mit einem Griechenland vor zehn Jahren.

Natürlich haben sie sich das Geld in die Tasche gesteckt. Die einen haben sich das Geld in Bar unter den Nagel gerissen, andere sind in Frührente gegangen, oder haben als Beamte überflüssige Posten innegehabt.

Ohne Kredite hätte sich die Regierung es auch nicht leisten können, jahrelang Renten an Tote zu zahlen.

Fast jeder dort hat profitiert.


JochenH
29.6.2015 19:29
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Dass mit dem Griechenland Geld ist erklärbar.

90 Milliarden sind von gr. Bürgern abgehoben worden beim bankrun
der letzten wochen. die gr. banken hatten das geld aber nicht und so hat die ezb mit notkrediten ausgeholfen. das geld ist bei den gr. bürgern.

die 330 milliarden staatsschulden kommen durch gr. staatsanleihen. die werden ausgegeben von der gr. regierung und mit zinsen zurückbezahlt. wenn also der gr. staat 1000 euro ausschreibt, dann bekommt er einmalig das geld vom gläubiger und muss das samt zinsen zurückzahlen. ich schätze das gr. ca. 250 milliarden eingenommen hat und die differenz zu 330 milliarden die zinsen sind.

also sind 250 milliarden von den gläubigern echt nach gr. geflossen. dieses geld hat gr. ausgegeben für den ineffizientesten beamtenapparat und das teuerste rentensystem der welt.

im endeffekt ist fast alles geld bei gr. bürgern gelandet, die es verkonsumiert haben. also zb ein schickes auto gekauft oder ein smartphone.


JochenH
29.6.2015 19:34
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zum thema der abwärtstendenz: die ist da, aber komplett hausgemacht! warum leihen wir griechenland irrwitzige summen? warum besetzten wir stellen mit quotenfrauen? warum glauben wir, dass jeder Einreisende aus Osteuropa und Nordafrika verfolgt wird und nicht einfach von organisierten verbrechern geschickt wird?

wir ruinieren uns selber. zu den o.g. problemen kommt dazu, dass wir die niedrigste geburtenrate der welt haben und damit von selber aussterben, wenn es so bleibt.

merkel kann indirekt etwas dafür, da sie zuschaut und alle gewähren lässt.


JochenH
29.6.2015 19:40
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es gibt partiell ausnahmen. Smartphone und tablet finde ich toll und möchte die nicht mehr missen. Dazu ist mein 65 Zoll UHD TV ein wunderwerk der Technik! Autos sind besser geworden, mein auto von 2015 hat mit dem von 1980 nur wenig gemein.

manches bleibt kurioserweise konstant. habe die serie madmen gesehen, die in den sechzigern spielt. krass wie mangelhaft die technik war. aber die flugzeuge waren einfach genauso wie jetzt, nur dass die stewardessen hübscher und freundlicher waren und der service an bord eher wie im Luxushotel.


Thomas
29.6.2015 19:54
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@ qwerty & Wolfgang

Ihr habt natürlich insofern Recht, als dass sämtliches Geld inzwischen nicht mehr an die Griechen geht, sondern an die Gläubiger.

Der Haken an der Sache ist bloß, dass die Griechen jetzt allmählich in den zweifelhaften Genuss desjenigen Lebenstandards kommen, der – bei aller grundsätzlichen Sympathie für das Land – für die überwältigende Mehrheit der dortigen Bevölkerung bereits seit Jahrzehnten(!) ihrer ökonomischen Produktivität angemessen gewesen wäre.

Die Griechen haben in Grunde seit ihrem EWG-Beitritt 1981 notorisch mehr konsumiert, als produziert und sich den Konsum von anderen finanzieren lassen, die ihnen in der Erwartung, diese irgendwann nebst Zinsen wiederzusehen, die entsprechenden Mittel geliehen haben.

Die Nutznießer der jetzigen Krise waren also durchaus die Griechen: Bloß ist der Nutzen der zahlreichen Betrügereien und Bilanzfälschungen mittlerweile beendet, da die auf diesem Wege erschnorrten Ressourcen längst konsumiert sind, kein Nachschub mehr kommt und die Gläubiger im Gegenteil nun ihr Geld wiedersehen möchten.

Selbstverständlich ist es ein eklatanter Fehler, die unmittelbaren Gläubiger aus der Verantwortung für ihre Fehlinventionen zu nehmen, indem man den Fiskus und damit die Allgemeinheit für griechische Schulden haften lässt. Und selbstverständlich war die Unfähigkeit der Griechen zur Schuldentilgung trotz der Bilanzfälschungen absehbar, so dass die verantwortlichen Personen auf Seiten der Gläubiger wegen Veruntreuung oder ähnlichem abgeurteilt gehören.

Aber auch wenn die Gläubiger nun versuchen, den ihnen drohenden Schaden umzulegen: Sie sind keine Profiteure der Krise, sondern ziehen nur ihren Kopf aus der Schlinge, indem sie dort äußerst geschickt den des Steuerzahlers platzieren. Den Nutzen hatten – Vergangenheit – nämlich die Griechen.


Heinz Günter
29.6.2015 20:06
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“sry”

was für ein bescheuerter SMS-Stil.


Klaus
29.6.2015 20:22
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Wollte nur sagen, der “klaus” mit kleinem K bin ich nicht.
Ich bin der mit “K” 🙂


Roland K.
29.6.2015 20:31
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Sicher sind die Griechen “korrupt”, aber welches Land ist das nicht?

Zu deren Schulden eine Kleinigkeit: D leiht GR Geld, damit die Leopard-Panzer kaufen können (die haben davon mehr als D, über 350) und jammert dann, daß GR das nicht zurück zahlen kann? Na klar, die “bösen” Griechen…….


Sten Berg
29.6.2015 20:38
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“70er Jahren in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht eine Hochphase hatten”

Ja, die schöne alte Zeiten. Flowerpower, 1968er Bewegung, RAF, Drugs and Rock ‘n Roll, intellektuelle Discosabende, Sozialismus ist wunderbar, virtueller Waldsterben, Null-Bock-Generation, Klimawandel stand damals auf Kühlung, Rettet die Minderheiten wie Juden, Schwulen, Ausländer Frauen und Kinder, mehr Bürokratie, mehr freie Wirtschaft. Usw. usf.
@ Danisch
Tut mir leid Dir mitzuteilen, dass die intellektuelle Hochphase so eher im 19.Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhundert zu finden ist. Nein, wir waren nicht dabei, wir erleben seit der Geburt nur den intellektuellen Verfall.

Gesellschaftlich war Deutschland nie zum Nachahmen empfohlen. Nazis, Kaiser, Sozis, Christdemokraten, Freidemokraten, Sozialisten, Ökologisten. Dafür neigen wir viel zu sehr zu Extremismus.
Wir wissen ja, dass seit den alten Ägypter die neue Generation stets in der Kritik via Verfall stand. Und hatten die alten Gelehrten recht oder nicht? Ein Tipp: Ihre intellektuellen Hochleistungen sind seit mindestens 1.500 Jahre Geschichte und nahmen in der Tat in der Zeit ihrer Kritik schon ab.


Hadmut
29.6.2015 20:46
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> Tut mir leid Dir mitzuteilen, dass die intellektuelle Hochphase so eher im 19.Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhundert zu finden ist.

Ich bin alt, aber nicht so alt.

Außerdem war das eine andere Hochphase. Danach kam schon eine Tiefphase, danach ging es wieder bergauf.

Immerhin gab es Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts enorm viele Erfindungen und technische Fortschritte. Ganze Technologiebereiche wurden komplett neu erfunden, Luftfahrt, Raumfahrt, Mikrotechnik, Elektronik, Informationsttechnik.

Dass die letzte Hochphase im 19. Jahrhundert war ist schlicht nicht haltbar. Da gab es zwar in Physik, Chemnie und Maschinenbau viele Fortschritte, aber das war ein anderer Technologieschub.


Manfred P.
29.6.2015 21:27
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Rakete kaputt?

Auch darin war Der Deutsche Vorreiter:

https://www.youtube.com/watch?v=tBtF7opFZe0&t=40

😉


petpanther
29.6.2015 21:37
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OT: Aber vielleicht eine ganz interessante Betrachtung. Falsch oder doch was dran?

Janet Bloomfield beleuchtet es aus der Perspektive des (negativen) Einflusses des Feminismus.

—-

Did feminism cause the Greek debt crisis?

“…The number one issue affecting the Greek budget is pensions. Greece has a mind-boggling pension obligation to over 2M citizens in a country of only 11M. Almost one in five Greek citizens are dependent on the state for an income (18%). …

…the average age of retirement for Greek men is 63, and for women it is 59. Greek men, on average live 77 years, and Greek women 83 years (2014). This means, on average, Greek men are entirely dependent on the state for 14 years, and Greek women for a full decade longer – 24 years. …

…And, just like in every other Western nation, those women didn’t head down into the sewers, or to the shipping yard or the steel mills or the mines. They headed for government funded, air-conditioned offices where their shoes wouldn’t get icky, their hair wouldn’t get mussed and they had an abundance of perks and benefits. …

… And again, just like in other similarly developed countries, women work fewer hours and easier jobs with fewer responsibilities, and Greek feminists whine ferociously that women’s choices should be ignored and strict equality of outcome enforced. …

… Rather than support women’s desires to work less, enjoy life more, and remain dependent on men rather than the state, Greece has created an economic disaster, cheered on by their local feminists, who see nothing wrong with women being dependent on the state for 24 years of their life because they don’t seem to grasp that the state needs taxpayers to fund women who won’t work and retire early. In effect, Greek women are expecting German men to support them. Using innocuous terms like “creditor” disguises the fact that creditors are other taxpayers in other Eurozone countries.

Greece is the canary in the coal mine. Many Eurozone countries are on the same pathway – agreeing to fund women who work fewer hours and live much longer than men, in the misguided name of “equality” and feminism. …

…In every developed nation on earth, men work longer hours in paid employment than women. This is the so-called “wage gap”. Gee, men get paid more because they work more? Who knew? Men are also the builders, creators, innovators, and generators of wealth. Women tend to work at jobs that consume the income men have produced rather than producing any income of their own. And women live longer than men. Gosh, that couldn’t be because having men pay your bills results in a less stressful, happier life overall? … ”

http://judgybitch.com/2015/06/18/did-feminism-cause-the-greek-debt-crisis/


Manfred P.
29.6.2015 21:41
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Die krasse Hochphase würde ich in die 1960er legen, und zwar in den USA.

Dort und in dieser Zeit wurden fast alle Erfindungen gemacht, die die heutige Technologie prägen:

– der Transistor (gut, schon in den 50ern)
– der IC
– der Laser
– DRAMS
– CPUs
– das Internet
– und die Mondlandung fand statt

Dazu kommen viele grundlegende mathematische und theoretische Arbeiten in der Physik und Informatik.

Malcolm Gladwell erklärt sich das so: Während der Depression in den USA waren schlaue Leute froh, wenn sie überhaupt einen Job als High-School-Lehrer fanden.

Diese haben dann während der 1930er und 40er die Kinder unterrichtet, die dann in den 50er und 60er zu voller Blüte gelangten.

Guck Dir doch die Gender-Trusen in den Schulen heute an. Was soll dabei denn schon Gescheites rauskommen?

Die Schüler können auch nichts dafür, wenn sie verblödet werden. Wenn man so jung ist, dass man fast keine Lebenserfahrung hat, und es daher nicht besser weiß, kann man auch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn man nur dummes Zeug lernt und am Ende unbrauchbar ist.

Nicht umsonst sieht der Gesetzgeber die volle Verantwortlichkeit des Menschen erst ab 18 Jahren gegeben.


splitcells
29.6.2015 21:59
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@Hadmut
> “In Griechenland bekommt man in vielen Gegenden ohne Schmiergeld
> nicht mal einen Arzttermin, und eine Schmiergeldgesellschaft geht
> von der Bevölkerung aus.”

Ich würde sagen, dass soetwas nicht von der Bevölkerung aus geht.
Zwar könnte eine Bevölkerung dagegen vorgehen,
aber dadurch würde die Bevölkerung aktiv dadurch vorgehen.
Dadurch würde, so denke ich, die Anzahl der Menschen die
es versuchen würden insgesamt nicht zurückgehen.
Ich denke also nicht, dass eine Bevölkerung soetwas sehr
begünstigt (aktiv verhindern könnte sie es prinzipiel,
aber die menschliche Kooperation ist sehr beschrängt. Ich
gebe auf soetwas nicht viel).

Der Grund für meine Meinung ist die Erfahrung aus einem anderen
europäischen Land, dass noch ärmer als Griechenland ist/war.
Ja die Ärtze waren tweilweise so korrupt wie du es beschreibst
und teilweise sogar noch _viel_ schlimmer.
Allerdings haben die nicht wirklich viel dadurch verdient.
Eher waren die Krankenhäuser einfach in einer großen Geldnot.

Ich heiße damit, dessen Handeln nicht gut. Ganz im Gegenteil
habe einen Hass darauf. Allerdings ging das in meinem
Fall und meiner Sicht nicht von der Bevölkerung aus.


Missingno.
29.6.2015 23:00
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@Roland K.
Also wenn ich jetzt von dir Geld leihe um dein Auto zu kaufen, dann muss ich das Geld nicht “nochmal” zurückzahlen, weil du es ja schon beim Autokauf wieder bekommen hast?


_Josh
30.6.2015 0:47
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@Dirk S: Sei herzlich bedankt, wie — meist (,-) — ein wahres Vergnügen, Dich zu lesen.


Joe
30.6.2015 6:11
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Dass die letzte Hochphase im 19. Jahrhundert war ist schlicht nicht haltbar.

Die krasse Hochphase würde ich in die 1960er legen, und zwar in den USA.
Dort und in dieser Zeit wurden fast alle Erfindungen gemacht, die die heutige Technologie prägen:

Techniker verwechseln oft technologische Entwicklung mit zivilisatorischer Entwicklung. Die Nazis waren technisch recht weit, zivilisatorisch jedoch weit hinter die Aufklärung zurückgefallen.

Dynamit wurde erfunden, damit aus Vernunftsgründen keine Kriege mehr geführt werden, weil dann halt alles in die Luft fliegt. Der reale Einsatz der Atombombe beweist, daß die Rechnung ohne Primitivlinge gemacht worden, die massenweise Zivilisten ermorden. Heute sehen wir Wüstenmenschen auf dem Stand des Jahres 600 mit moderner Waffentechnik, die diese nie hätten entwickeln können.

Die Automatisierung im 21. Jahrhundert wird diesen Trend nur weiter fortsetzen: autonome Kampfroboter unter Kontrolle von sprechenden Schimpansen. Bis sich die Entwicklung dann schließlich selbst abwürgt und die Menschheit vor das Altertum zurückfällt.

Danach wird das Raumfahrtzeitalter für immer vorbei sein, da es auch in 1000 Jahren oder mehr aufgrund Fehlens leicht zugänglicher Rohstoffe keine erneute Industrialisierung auf diesem Planeten mehr geben wird. Wir sind die letzten, die nächsten drei Millionen Jahre herrscht dann wieder Steinzeit.


Juergen Sprenger
30.6.2015 6:30
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In der apokalyptischen Aufzählung fehlen noch der Zusammenbruch der Lebensversicherungen, der kapitalgedeckten Rentenversicherung und der Zusammenbruch des exportorientierten Wirtschaftsmodells. Für jeden Überschuß in der Exportbilanz muß sich zwangsläufig jemand irgendwo verschulden, wenn die Schuldner ausgehen wird es eng.

Außerdem muß es DIE Facharbeitermangel heißen. Denn Facharbeiter gibt es genug, die verdienen nur zuviel in den Augen der marktkonformen Demokratie.


Christian
30.6.2015 8:27
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Ach ja, die Schwarm-, Charme- und Darmintelligenz beim Danisch bringt wieder manches Gute und Nachdenkenswerte zusammen – viel guter Senf, da will ich meinen auch noch zur Ergänzung dazu geben:
IM Erika scheint tatsächlich mehr Gegenwind ausgesetzt zu sein – aber ist ja eh alles nur ein Spiel und die da vor uns tanzen sind nur Puppen an Fäden, deren Halter wir nicht sehen bzw. die es nach offizieller Lesart gar nicht gibt. Vielleicht wird also die Puppe Angie bald durch eine andere ersetzt – an der Entwicklung wird’s nichts ändern. Der von Manfred P genannte John Perkins und sein “Economic Hit Men” bringen ansatzweise Licht (Mehr Licht! verlangte schon ein Geheimrat mal) in solche Vorgänge rein.

Und zur Infla/Defla-Debatte – ich glaube, es war Doug Casey, der mal – bezogen auf die nächsten Jahre – so schön sagte: You’re gonna have deflation in everything you own and inflation in everything you need.
Besser noch aber erklärt es Gunnar Heinsohn, Soziologie-Prof (ohoh!) aus Bremen, der Paul C Martin zum Debitismus inspirierte. (Doch halt: Er ist auch Professor für Wirtschaftswissenschaften – immerhin). Sein Artikel ist ein kleines Glanzstück, den ich nur jedem ans Herz legen kann, der mehr verstehen will und warum in einem verzerrten Wirtschaftssystem wie dem unsrigen beide einträchtig nebeneinander laufen: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deflation_und_inflation_auch_2013_eintraechtig_beieinander/

Ansonsten hat Cargo Cult Science auch wesentliches geäussert, scheint mir. Und was die von Hadmut aufgeführten Tendenzen angeht – jau, die werden wohl kommen, nebst EU-Zentralstaat und flächendeckender Überwachung (bis hin zur Gedankenkontrolle – kein Witz, 2030 dürfte es soweit sein – unsere Gedanken in einer Cloud). http://money.cnn.com/2015/06/03/technology/ray-kurzweil-predictions/
Ob das die Wolke 7 sein wird? Eher nicht.
Wenn dann das Ganze mit Kladderadatsch den Abflug in den Orkus macht – dann gibt’s auch wieder was Neues.
Vielleicht sogar was Besseres? On verra.
Schönen Tag
C


Christian
30.6.2015 8:35
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Ach so – und Krieg kommt natürlich auch wieder. Aber da hat uns Stratfor Chef Friedman ja schon beruhigt (das ist der, der sagte, die amerikanische Außenpolitik verfolge seit 100 Jahren das Ziel, Russen und Deutsche auseinander zu halten), dass dieser Krieg “keine hundert Millionen Tote” fordern werde. 🙂
Ein Freund, ein guter Freund….
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21421
Schönen Tach
C


Dirk S
30.6.2015 8:57
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@ der eine Andreas

o.T.
Hubschraubermütter hatten wir ja gerade (keine BJS mehr), jetzt kommen die C-123-Mütter:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mutter-sprueht-auf-spielplatz-in-peine-pfefferspray-gegen-andere-kinder-a-1041134.html
“Eine 20-jährige Mutter hat in Niedersachsen rabiat ihr einjähriges Kind verteidigt: Auf einem Spielplatz in Peine versprühte sie Pfefferspray, vier Kinder und Jugendliche wurden verletzt.”

Ich habe die Meldung im Videotext gelesen, da klang es irgendwie nach überbesorgte Mutter mit Kind in der Sandkiste und etwas uneinsichtige Fußball spielende Jugendliche. (Die Mutter hatte von den Jugendlichen verlangt, mit dem Fußball aufzuhören, was die nicht taten.) Aber das (aus meiner Sicht) entscheidene fehlte, nämlich, ob überhaupt eine Gefährdung für das einjährige Kind bestand. Wenn nein, dann hat die Frau sich strafbar gemacht, wenn ja, einfach nur überreagiert. Wobei ihr entfernen den Beigeschmack eines Racheaktes hat.

Pfeffrige Grüße,

Euer Dirk


Dirk S
30.6.2015 9:31
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@ salvavenia

Was Griechenland jetzt benötigte, wäre ein Schuldenerlaß, immer unter Berücksichtigung, daß gerade der deutsche Staat – selbst nach quasi offiziellen Schätzungen (http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article117035279/Bund-spart-durch-Niedrigzinsen-mehr-als-100-Milliarden-Euro.html) – allein in den Jahren 2009 bis 2013 durch „Zinsgewinne“ bereits in einer Summe von rund 200 Milliarden Euro profitiert hat (Bund, Länder und Kommunen zusammen).

Also, dass GR einen Schuldenschnitt auf 0 benötigt, da stimme ich dir zu, nur wäre jetzt der falsche Zeitpunkt, das falsche Signal. Der Schuldenschnitt muss am Ende eines Moderinsierungsprozesses des griechischen Staates von einem orientalischen zu einem modernen europäischen Staat stehen, das kann man auch gerne vertraglich festhalten. Ansonsten setzt man einen falschen Anreiz und erklärt das derzeitige “weiter so” zu einer Option. Das geht nicht und man würde auch den Griechen keinen Gefallen tun.

Was die angeblichen “Zinsgewinne”, die in Wirklichkeit “Zinseinsparungen” sind, betrifft: Das sehe ich anders. Diese Einsparungen hat DE nicht wegen der Krise in GR, sondern trotz dieser. Ohne die griechischen Probleme würde DE eventuell noch weniger Zinsen zahlen müssen. DE hat seinen Haushalt in den Griff bekommen und benötigt nur wenig geliehendes Geld (eigentlich nur, um alte Anleihen abzulösen). Und alle leihen am liebsten dem Geld, der es nicht benötigt.
Was glaubst du, warum der Wolle immer die “schwarze 0” nennt und warum er vor einigen Jahren die letzte Rate der kaiserlichen Kriegsanleihen mit viel Presserummel gezahlt hat? Damit sich der Deutsche toll fühlt? Ja, das auch, ein Nebeneffekt, aber es ging einzig und allein nur um das Siganl an die Finanzmärkte: “Seht her, wir zahlen unsere Kredite” (Kriegsanleihen) und “wir haben unseren Haushalt im Griff” (schwarze 0). Seid dem (Ende der Kriegsanleihen) sind die Zinsen, die DE für seine Staatsanleihen zu bieten hat, zusammengeschmolzen und inzwischen unter die Infaltionsrate gesunken. Ohne die GR-Krise könnte sich DE vielleicht sogar (von mir jetzt spekuliert) Geld für die Ausgabe von Staatsanleihen zahlen lassen und die immer noch loswerden. Das Geld ist vorhanden, es will irgendwo hin und bevorzugt in sichere Staatsanleihen. Und deutsche Staatsanleihen gelten derzeit so sicher wie Gold, nur ohne Kursschwankungen.
Also, man kann auch behaupten, dass die Risiken und eingegangenen Verbindlichkeiten der Griechenlandkrise DE Geld kosten, in Form von “höheren” Zinsen und der eventuell entgangenden Möglichkeit, sich für Kreditaufnahme bezahlen zu lassen. (Finanzmärkte sind da schon etwas pervers: Wer kein Geld braucht, dem wird es hinterher geschmissen.)

Finanzfreie Grüße,

Euer Dirk


Dirk S
30.6.2015 9:54
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@ DrMichi

So still, dass der Staat ganz von alleine Riesterrenten einführt und Institutionelle Anleger von der Leine lässt. Alle mucksmäuschenstill.

Also, für die Einführung der Riesterrente bzw. einer kapitalgedeckten Zusatzrente gab und gibt es gute Gründe, die vor allem in der demographischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung liegen. Die Gesetzlichen Rente wird später (in meiner Generation, ich habe noch 19 Jahre bis zur Rente 67) in den seltensten Fällen ausreichen. Schon allein, weil der Rentenkasse viele versicherungsfremde Leistungen übergebügelt wurden, die von den Beitragszahlern mitbezahlt werden müssen. Der Bundeszuschuss wird kaum für alles ausreichen. Und wenn Geld in der Rentenkasse ist, wird es gleich andersweitig veruntreut, die Mütterrente (auch für Beamtinnen) ist so ein Beispiel. Ergo, Privatvorsorge ist nötig und damit die, die diese am nötigsten haben, sich diese auch leisten können, wurden staatlich begünstigte Formen entwickelt, natürlich in Zusammenarbeit mit den späteren Anbietern. (Zum Glück auch, denn Politiker und Staatsvertreter haben überhaupt keine Ahnung von solchen Dingen und würden etwas zusammenschustern, was nur Geld kostet und keine Erträge bringt. Dann schon lieber Fachleute, die sich etwas vom Kuchen in die Tasche stecken.)
Und die institutionellen Anleger wurden nicht von der Leine gelassen sondern an die Leine der “mündelsicheren” Anlagen gelegt, was defacto Staatsanleihen sind. Und wenn die überhaupt mehr als nur die Inflationsrate erwirtschaften wollen, dann müssen die derzeit mit unsicheren Staatsanleihen “zocken”, was allerdings nicht beabsichtigt war.

Und in Westeuropa gibt es keine Schmierungen, nirgendwo, alles ganz in Ordnung, bis auf höchster Ebene.

Doch, aber nur in GR hat es die gesamte Gesellschaft im Griff. In GR bekommst du ohne Fakelaki (ein Briefumschlag mit einer bestimmten Summe Schmiergeld drin) nicht einmal einen Arzttermin, geschweige denn ein Behandlung im Krankenhaus, einen Antrag genehmigt etc. Siehst du den Unterschied?

Schmierfreie Grüße,

Euer Dirk


Dirk S
30.6.2015 9:56
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@ _Josh

Sei bedankt. (Verneig) 🙂

Dankende Grüße,

Euer Dirk


Missingno.
30.6.2015 10:25
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@Joe
Dynamit wurde für Bergbau/Tunnelbau benötigt/erfunden. Ganz bestimmt nicht, weil das so laut ist und bumm macht und damit niemand mehr Krieg führen will. Die Atombombe wurde dagegen im/für den Krieg entwickelt (mit dem Gedanken, diesen “schnell und sauber” beenden zu können) und entsprechend eingesetzt.

@Topic
Gerade die Opposition/Linke meint ja gerade auf Merkel einzuhauen, indem sie ihr unterstellt, dass sie den Grexit und damit den Zerfall der Eurozone und des Euros heraufbeschworen hat. Man kann es natürlich auch so sehen, dass Merkel endlich den (deutschen) Ausstieg aus dem Euro-Debakel geschafft hat. 😉
Deflationseffekte gibt es übrigens nicht. Für Gebrauchsgüter sowieso nicht, weil ich muss ja Essen kaufen und kann nicht drei Monate warten, bis es günstiger ist, weil ich dann verhungert bin. Für Luxusgüter gilt es auch nicht, wie man ja an den Elektronik-Artikel sieht. Klar kann ich länger damit warten einen neuen Fernseher zu kaufen, aber die meisten Leute kaufen sich ein neues Gerät, wenn ihnen das alte nicht mehr gut genug ist. Wenn der Fernseher oder die Waschmaschine kaputt ist, dann wird ein neues Gerät angeschafft, auch wenn das in einer Woche günstiger ist bzw. für den gleichen Preis ein besseres zu haben ist. Nein, es gibt nur unterschiedliche Inflationseffekte. Draghi möchte gerne eine galoppierende Inflation, weil dann das Geld zum Fenster rausgeworfen wird (er macht es vor), im Moment ist die Inflation aber schleichend, die Leute hoffen auf einen Deflationseffekt und horten u.a. deswegen das Geld statt es auszugeben. Hyperinflation ist da genauso schlecht, denn es ist zu deutlich, dass Geld nichts wert ist.


Max Müller
30.6.2015 16:23
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@Dirk S

Sinkende Kriminaliät? Wo lebst du?

Hier wird bald gefühlt jede zweite Bude ausgeräumt, der Staat finaziert dir Einbruchsschutz, die Bewohner greifen vermehrt zur Knarre (zwei Fälle in den letzten drei Wochen) und das soll sinkende Kriminaliät sein?


Gedöns
30.6.2015 17:36
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“Aber ich bin der Überzeugung, dass wir in den letzten ca. 30-50 Jahren, vielleicht so ab den 50er Jahren in wirtschaftlicher und den 70er Jahren in intellektueller und gesellschaftlicher Hinsicht eine Hochphase hatten, die nun vorbei ist.”//
Auch ich stimme Hadmuts These völlig zu. In den 80iger Jahren begann das Wüten der tief Perpetuum-mobile-gläubigen Finanzoligarchie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bruttowertsch%C3%B6pfung#/media/File:BWS_Welt.svg
Man beachte, wie die Schere zwischen „Finanzdienstleistungen“ und z.B. Bergbau auseinander geht. Bis ca. zum Jahr 2000 wurde es erreicht, daß der unproduktive Sektor der Finanzwirtschaft nunmehr jeden zweiten $ weltweit „erwirtschaftet“ (d.h., beim Kauf eines Produktes der Realwirtschaft geht nunmehr jeder zweite $/ € an die Banken/Spekulanten). Ab den Jahr 2000 stieg das Welt BIP dann wohl vor allem durch spekulationsbedingte Preistreiberei.
Nicht weniger verheerend ist ab 1995 das Wirken einer zweiten esoterisch-scientology-artigen Sekte und zwar der des Genderismus auf geistig-moralischem Gebiet.
Derartig viel Dekadenz und Niedergang muß ganz einfach als Chance durch alle (anderen) nicht wohlwollend gesinnten Kräfte gesehen werden und diese geradezu gesetzmäßig aus ihren Löchern locken. Der Aufbruch des Islam mit all seinen Auswüchsen ist also kein Zufall und verheerend ist wiederum, daß er bei den maßgeblichen Kräften der sich immer mehr degenerierenden Gesellschaft den Status einer unberührbaren Heiligkeit erlangt hat.
Wie hieß es heute in einem Kommentar der „Welt“:
„Ade und Lebewohl Europäische Zivilisation,
es war mir eine Ehre dich gekannt zu haben.
http://www.welt.de/politik/ausland/article143186475/Das-naechste-grosse-Schlachtfeld-ist-Europa.html


Gedöns
30.6.2015 19:14
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Sehr treffend für die Entwicklung des Welt-BIP ist dann auch der Vergleich mit der parallele Entwicklung von DAX und Dow Jones:
http://www.finanzen.net/index/Dow_Jones/Seit1928
http://www.finanzen.net/index/DAX/Seit1959


Gedöns
30.6.2015 23:57
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@Christian
https://www.danisch.de/blog/2015/06/29/ist-merkels-strategie-dran-schuld/comment-page-2/#comment-87397
„dass dieser Krieg “keine hundert Millionen Tote” fordern werde.“//
Hmm. Man sollte fragen, ob Friedmann ernst genommen werden möchte. Man sollte überhaupt immer fragen: fragen kostet nichts und es gibt keine dummen Fragen. Man kann auch fragen, ob Geldwichser, Waffennarren, Genderasten, Islamophile usw., usf. ernst genommen werden möchten. –
Egal, wenn Friedmann und seine Anhänger ernst genommen werden möchten, könnte man schon mal an symbolträchtigem Ort, in Nürnberg, anfangen die Balken zu zimmern.
Immer fragen: wollen Sie wirklich ernst genommen werden?


Dirk S
1.7.2015 10:20
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@ Max Müller

Sinkende Kriminaliät? Wo lebst du?

In DE und ich bezog mich auf die amtliche Kriminalstatistik. Die weist bis 2014 immer noch einen Rückgang aus. Ist auch zu erwarten, da das Durchschnittalter in DE höher und folglich die Hauptgruppe der Kriminellen (Männer zwischen 15 und 35 Jahren) kleiner wird. Nur sinkt die Kriminalität langsamer als sie müsste, anscheinend begehen viele Kriminelle mehr Straftaten, bevor sie aus dem Verkehr gezogen werden. Da sich aber bitte an unsere Regierung wenden und nicht an die Kriminalstatistik.

Hier wird bald gefühlt jede zweite Bude ausgeräumt, der Staat finaziert dir Einbruchsschutz, die Bewohner greifen vermehrt zur Knarre (zwei Fälle in den letzten drei Wochen) und das soll sinkende Kriminaliät sein?

Ja, die Einbrüche haben zugenommen, allein mein Keller wurde letztes Jahr 2 mal aufgebrochen. Und dass Einbrecher über den Haufen geschossen werden finde ich durchaus vertretbar, jeder hat das Recht sein Heim und seine Familie zu verteidigen. Auch rechne ich persönlich mit einem Anstieg der Kriminalität für 2015, vor allem im Bereich Einbruchdiebstahl. Ändert nichts daran, dass die meisten Bereiche rückläufig sind und DE immer noch ein sehr sicheres Land ist.
Wobei Wohnungseinbrüche und Autodiebstähle durch die fast 100%ige Erfassung gute Indikatoren für die Entwicklung sind.

Kriminalitätsfreie Grüße,

Euer Dirk


Christian
1.7.2015 12:27
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@Gedöns:
Die wollen schon ernst genommen werden. Werden’s leider auch. Aber lachen drüber ist gut, da hast Du recht.
https://www.youtube.com/watch?v=so8NQficzZg


Manfred P.
1.7.2015 15:11
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@Joe

>Techniker verwechseln oft technologische Entwicklung mit zivilisatorischer Entwicklung. Die Nazis waren technisch recht weit, zivilisatorisch jedoch weit hinter die Aufklärung zurückgefallen.

Guter Punkt.

Allerdings weiß ich nicht, ob die Fortschritte insgesamt so groß gewesen sind. Im amerikanischen Bürgerkrieg hat man großkalibrige Geschosse verwendet, die die Gliedmaßen zerrissen und bei Treffern fast immer Amputationen notwendig waren. Sowas ist heute verboten, und bei der Bundeswehr lernt man, dass man mit der 20mm nicht auf Menschen schießen darf. (Ob das im Ernstfall irgend jemand überprüft, ist mal ‘ne ganz andere Frage.)

Im Kongo haben Belgier den Schwarzen die Hände abgehackt, wenn sie nicht schnell genug arbeiteten. Die Briten haben im Burenkrieg die Konzentrationslager erfunden und mit verbrannter Erde die rebellische Bevölkerung ausgehungert.

In der Schweiz hat man noch in den 1960ern “Asoziale” zwangssterilisiert. In psychiatrischen Anstalten hat man ohne Narkose psychisch kranken Menschen bei vollem Bewusstsein Elektroschocks durch’s Hirn gejagt.

Will sagen, dass ich die These bezweifle, dass es ein auf und ab zivilisatorischer Entwicklung gegeben hat.

Dynamit ist erfunden worden, weil Nitroglyzerin extrem gefährlich in der Handhabung gewesen ist. Da hat’s ‘ne Menge Unfälle gegeben, wo den Berg- und Tunnelbauern mal so eine Flasche runterfiel und es Tote und Verletzte gab. Alfred Nobel hat lediglich die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Sprengkraft des Dynamits so schrecklich sei, dass man keine Kriege mehr anfangen würde.

Was die Atombomben angeht: Würden die Spaltprodukte nicht den Boden auf Jahrhunderte verstrahlen und unbewohnbar machen, so bin ich vollkommen davon überzeugt, dass es spätestens in den 1960ern zum Atomkrieg gekommen wäre. Mit der Ausrottung der eigenen Bevölkerung durch den Feind hätten die Eliten beider Seiten ja nicht den geringsten Klemmer gehabt.

Es sind solche Äußerungen von Mao überliefert. Er habe wegen Korea keine Angst wegen der amerikanischen Atomwaffen gehabt, da (damals) diese maximal 100 Millionen Chinesen hätten töten können. Dann hätte er immer noch gut fast eine Milliarde übrig gehabt (weiß nicht genau, wie groß die Bevölkerung damals genau war.)

Aber ansonsten bin ich d’accord mit dem Einwand, dass technisch-wissenschaftlicher Fortschritt nicht gleichzusetzen ist mit Zivilisation.

Trotzdem hat technisch-wissenschaftlicher Fortschritt enorm dazu beigetragen, das Leben human und lebenswert zu machen. Die Mittelklasse im Westen führte bis in die 1980er Jahre ein Leben auf einem Standard, den im Mittelalter nicht einmal Könige erreichen konnten.


Christian
1.7.2015 20:35
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@Dirk S:
Nä, alte Socke, dat stimmt so nich, nä, mit der sinkenden Statistik.
Zur Kriminalitätsstatistik: In den meisten Straftatsgruppen hast Du 2014 einen Zuwachs bei den Delikten. Dass die Kriminalität zurückgeht, ist insofern ein Mythos. Diebstahl steigt stark, das stimmt, aber auch Vermögens- und Fälschungsdelikte, Straftaten gegen das Leben sind gestiegen, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Rohheitsdelikte und auch die Verstöße gegen die strafrechtlichen Nebengesetze (besonders Verstöße gegen das Asylrecht – wen wundert’s – und Drogendelikte – ob das Hadmut freut?).
Leicht gefallen sind Straftaten gegen die persönliche Freiheit, ebenso sonstige Straftatbestände (Widerstand gg die Staatsgewalt etc.) und auch alle sonstigen Straftatbestände (Beleidigung etc.).
In toto sind aber die Straftaten angestiegen und der Anteil ausländischer Tatverdächtiger ist DEUTLICH angestiegen.
Deutschland ist bunt und kommt auf den Hund, tralala…
Mehr dazu hier:
https://nachrichtenaushinterland.wordpress.com/2015/06/29/zahlen-zur-auslanderkriminalitat-2014/
Schönen Gruß
C


Joe
1.7.2015 21:06
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Trotzdem hat technisch-wissenschaftlicher Fortschritt enorm dazu beigetragen, das Leben human und lebenswert zu machen. Die Mittelklasse im Westen führte bis in die 1980er Jahre ein Leben auf einem Standard, den im Mittelalter nicht einmal Könige erreichen konnten.

Dazu kann ich noch die “Olduvai Theory” beisteuern, die den (technischen) Peak bei 1979 festsetzt:

http://www.dieoff.org/page125.htm

Kann aber nicht nachprüfen, inwiefern das wissenschaftlich belastbar ist, also mit einer Prise Salz genießen.


Joe
1.7.2015 21:09
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Ja, die Einbrüche haben zugenommen, allein mein Keller wurde letztes Jahr 2 mal aufgebrochen. Und dass Einbrecher über den Haufen geschossen werden finde ich durchaus vertretbar, jeder hat das Recht sein Heim und seine Familie zu verteidigen.

Das Problem ist, daß nur die Sachen bundesweit durch die Presse gejagt werden, wo Täter erschossen wurden. Wird hingegen das Einbruchsopfer ermordet und angezündet, herrscht Schweigen im Walde.


Dirk S
3.7.2015 9:34
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@ Christian

Nä, alte Socke, dat stimmt so nich, nä, mit der sinkenden Statistik.

Ich wechsel meine Socken täglich, sonst müffeln die. 😉

Ernsthaft: Was die Kriminalstatistik betrifft, so interessieren mich eigentlich nur die Taten mit legal besessenen Waffen, der Rest weniger. Da verlasse ich mich auf die Vorkauer der Tagesschau und heute und die haben, wenn ich mich recht entsinne, auch für 2014 einen offiziellen Rückgang verkündet. Kann natürlich sein, dass das wirklich nur offiziell ist.

Das sich die Täter zu Ausländern hin verschieben, wundert mich nicht sonderlich, zum einen ist das Verhältnis Deutsche/Nichtdeutsche in der relevanten Altergruppe anders als in der Gesamtbevölkerung, hinzu kommen noch die organisierten Banden aus Osteuropa/ dem Balkan.

Ändert derzeit aber nichts daran, dass DE (zum Glück) ein recht sicheres Land ist und dass die Wahrnehmung der Kriminalität nicht der wirklichen Bedrohung entspricht.

Statistkfreie Grüße,

Euer Dirk


Dirk S
3.7.2015 9:45
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@ Joe

Das Problem ist, daß nur die Sachen bundesweit durch die Presse gejagt werden, wo Täter erschossen wurden. Wird hingegen das Einbruchsopfer ermordet und angezündet, herrscht Schweigen im Walde.

Es wird immer bundesweit durch den Blätterwald gerauscht, wenn jemand druch eine Schusswaffe zu Schden kommt, denn der typische deutsche Journalist ist Hoplophobiker und würde Stein und Bein darauf schwören, dass Waffen einen eignen Willen besitzen. Die genauen Umständer der Tat, ob Notwehr, illegal besessene Waffe oder sonstwas interessiert die nicht.

Der typische Ablauf der Berichterstattung von Taten mit Schusswaffenbeteiligung:

– Täter war Jäger oder Sportschütze (so was kommt fast immer).
– Die vorherige Behauptung wird nicht mehr getätigt, da sie sich meißt als falsch herausstellt.
– Dass die Waffe (in den meißten Fällen) illegal besessen wurde, wird in die alten Artikel eingepflegt (damit die vorherigen Falschbehauptungen vertuscht werden können) aber nicht an die große Glocke gehangen.

Und so bleibt in der Bevölkerung haften, dass Jäger und Sportschützen (entgegen der Realität) gefährliche Irre wären. Das ist aber von Seiten der Journallie erwünscht.

Deshalb interessieren mich an der Kriminalstatistik nur die Taten mit legal besessenen Waffen, das Risiko, in DE durch so eine umzukommen liegt unter dem, vom Blitz erschlagen zu werden. Und warum werden dann nicht mehr Blitzableiter im öffendlichen Raum gefordert? Ganz einfach, berichtet ja niemand reißerisch drüber.

Journalismuskritische Grüße,

Euer Dirk