Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Yasmin Fahimi auf der Suche nach #SPD-Wählern

Hadmut
28.12.2014 13:16

Oder: Mach mir den Obama!

Die SPD hat sich echt in eine Scheiß-Position gefahren: Da hat sie sich voll auf dummdreiste Ideologie, vor allem Feminismus, verlegt (vgl. z. B. das Buch Klaus Funken: Zum 150sten keine Festschrift: Anmerkungen zur SPD heute), und zwar so sehr, dass sie da auch nicht mehr rauskommt. Aber es funktioniert nicht. Der SPD laufen Wähler und Mitglieder davon. Der Obama-Effekt: das Ranschmeißen an den Feminismus kostet weitaus mehr Wähler, als es bringt.

Der Unterschied ist noch: Obama hat eine Gegenpartei, die Republikaner. Die sind zwar selbst doof wie Holz, aber weil’s in den USA faktisch ein Zwei-Parteiensystem gibt, ist alles, was den Obama und den Demokraten davonläuft, ein Zugewinn für die Republikaner. Entweder direkt, weil die dann Republikaner wählen, oder indirekt, weil sie dann gar nicht mehr wählen.

In Deutschland ist das anders. Wir haben Merkel. Der fleischgewordene Opportunismus. Gar keine Linie mehr, alles tun für den Machterhalt, egal was. Die bildet keine Gegenpartei, sondern so eine Art SPD-light, lässt sich vom deutlich kleineren Oppositionspartner SPD die Politik vorschreiben und von Ursula von der Leyen mit deren Überlaufen zur SPD erpressen. Die Parteien gleichen sich immer mehr an, der Wähler hat eigentlich keine „Wahl“ mehr – zwischen was auch? Die einzige Wahl, die dem Durchschnittswähler noch bleibt, ist ob er zur Wahl geht oder es bleiben lässt. Immer mehr Leute lassen es bleiben. Ein Nischen-Gegenbeispiel ist die AfD: Man kann über die sagen, was man will, aber sie bieten eben ein paar Punkte, die alle anderen Parteien einheitlich nicht haben, und holen damit ihre Wähler an die Urnen. Aber auch eher nur die, die schon vorher nicht links gewählt haben.

Insofern ist die Position der SPD eigentlich etwas leicher als die von Obama, weil es keine große und direkte Gegenpartei gibt. Trotzdem läuft’s nicht für die SPD. Und deren spezifisches Problem ist eben gerade nicht, dass die Leute was anderes wählen – gibt ja inhaltlich nichts anderes – sondern dass die Leute meist gar nicht mehr wählen.

Nun, könnte man fragen, was schert’s die SPD noch, wieviele Stimmen sie bekommt, solange sie mit der vermerkelten CDU sowieso tun und lassen kann, was sie will, viel leichter als etwa mit der Linken, und politisch gesehen Stimmen nicht braucht. Aber es geht halt auch um’s Geld und die vielen schönen Abgeordneten-Posten.

Was hat die SPD schon alles versucht, um mehr Wählerstimmen zusammenzukratzen:

  • Wahlalter senken
  • Wahlrecht für Ausländer
  • Wahlrecht für Kinder, wahrgenommen durch die Eltern

Und jetzt der nächste Versuch: Fahimi will die Wahlwoche einführen. Eine ganze Woche lang soll man wählen können, egal wo man ist. Gab auch gleich Kontra, beispielsweise von Martenstein.

Das ist schon erstaunlich: Die bildet sich tatsächlich ein, die Leute wollten SPD wählen, könnten nur nicht, weil ihnen der Sonntag zu kurz ist. Auf die Idee, dass die Leute die SPD einfach nicht mehr wählen wollen, kommt die nicht. Wieder dieser feministische Unfehlbarkeitsglaube. Die meinen, egal was sie machen, sie seien die Besten und die Leute würden sie wählen, wenn man sie nur ließe.

Auf die Idee, mal wieder eine Politik zu machen, die man auch wählen will, kommen die nicht. Können die auch nicht mehr, denn die sind an allen Machtpositionen so von Feministinnen besetzt, dass die da nicht mehr rauskommen und lieber zugrundegehen, als von ihrer Ideologie abzurücken. Dass das, was die da machen, viele Leute einfach nicht wollen, können die sich nicht mehr vorstellen.

Es hat aber nicht nur inhaltliche, sondern auch personelle Gründe. In einer Partei wie der, zu der sich die SPD gemacht hat, kommen nur noch feministische Ideologen nach oben. Oder wie Martenstein schrieb:

Wenn Frau Fahimi etwas für die Akzeptanz des politischen Systems tun möchte, sollte sie aufhören, diese gestanzte, auswendig gelernte Politikautomaten-Zombiesprache zu verwenden, wie man sie gerade von ihr häufig hört. Nicht wenige unserer Politiker klingen inzwischen so faszinierend wie Erich Honecker, ich meine damit den Stil, nicht die Inhalte.

Kann gut sein, dass die auf das Wählerniveau der Grünen abrutschen.

63 Kommentare (RSS-Feed)

Geisterkarle
28.12.2014 13:39
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Ach, das die SPD niemand mehr wählt hat weniger mit Feminismus zu tun. Wobei … vielleicht auch; denn das Grundproblem ist, dass die SPD mal behauptet hat, eine Partei für den “kleinen Mann/Frau” zu sein, für Arbeiter in Firmen. Doch das ist eigentlich nie passiert, wenn es die SPD mal an die Macht/Regierung geschafft hat. Dann wurde eher die große Wirtschaft gepampert und HarzIV eingeführt und solche “Späße”.
Und auch für Frauen/Feminismus sieht es genauso aus: Die ganze Quotenaktion der SPD zielt doch rein auf sowieso schon den elitären Frauenzirkel in der Führungsetage ab. Die Frauen im Kindergarten oder die Kinderwunschtechnisch zu Hause bleiben oder ganz normal auch in Firmen arbeiten gehen interessiert die SPD doch nen Scheiß! Warum sollten Frauen also diese Partei wählen? Warum sollte irgendwer diese Partei wählen?
Die CDU hält ja nicht hinter den Berg, dass sie eine Partei für die Wirtschaft und Konversativ ist. Die machen ja nur das, wofür sie stehen (das viele nicht kapieren, dass ihnen CDU wählen eigentlich auch nix bringt mal beiseite…). Die haben es natürlich sehr viel leichter! Da nimmt man dann auch mal eine “SPD-Position” (wo ist die überhaupt?) ein, wenn man denkt man kann – das hast du richtig erkannt – seine Macht erhalten! Um mehr geht es nicht!


Emil
28.12.2014 13:58
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Im demokratischen Musterland Schweden ist man schon einen Schritt weiter: aus Angst vor den Zuwächsen der Parteien vom linken und rechten Rand haben die übrigen Blockparteien jetzt beschlossen, die Wahlen bis 2022 auszusetzen und die jeweilige Regierung untereinander auszukungeln.


Klaus - der Echte :-)
28.12.2014 14:03
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>Wieder dieser feministische Unfehlbarkeitsglaube

Ich glaube nicht, dass hier der Feminismus dahinter steckt. Es gibt sehr viele Punkte die von ALLEN etablierten Parteien gedeckt und vom Volk (vermutlich) mehrheitlich nicht gewollt sind.

z.B.:
– Einführung des Euro (Angeblich notwendig zur Vereinigung)
– “Auslands”Einsatz der BW (ist auf kleinen Raten gekommen…)
– Einwanderung (Gabs dazu je ein Wahlprogramm?)
– Bankenrettung

neuere Themen werden ignoriert:

– NSA
– Verhältnis BRD – USA (Stichwort Fuck the EU)

oder es läuft wie gehabt, Wähler haben dazu keine Meinung zu haben:
– Ukraine

Also zumindest aus meinen Bekannten / Kundenkreis, gibt es niemanden der irgend eines dieser Themen (so in dieser Form) wollte.
Bei vielen Themen (Euro, Einsatz BW, Bankenrettung) offene Ablehnung, bei anderen zumindest Ignoranz (z.B. NSA).

Aber richtige Zustimmung, Fehlanzeige.
Würden jetzt Parteien sich an den Wählern ausrichten, müßten die Parteien sich so um 180° drehen, dass es selbst dem Dümmsten wähler auffallen würde.

Also werden Sündeböcke gesucht, oder “neue Fässer” aufgemacht. der Vorschlag von der SPD ist nicht nur dumm, sondern zeigt auch die Hilflosigkeit.

Viele dieser BRD / EU Aktionen machen Sinn, wenn die US Interessen dahinter verstanden werden.

Je mehr sich die Welt in den Haaren liegt. Teile und Herrsche und das Global!

cu


Klaus - der Echte
28.12.2014 14:11
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Joe
28.12.2014 14:11
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Die “repräsentative Demokratie” ist ein religionsähnliches Glaubenssystem. Ein Glaube wird wie üblich durch regelmäßige Ausführung von Ritualen gefestigt. Deshalb ist es der sozialistischen Einheitspartei so wichtig, das möglichst alle immer wieder am Ritual teilnehmen. Ums Wählen der SPD geht es ihnen dabei primär gar nicht.

Weiterhin wird wird daran die Zustimmung zum System gemessen.

Leute, die nicht mehr wählen gehen und nicht Parteimitglied sind, bleiben deswegen nicht, wie gern von der Lügenpresse kolportiert – passiv daheim sitzen, sondern betätigen sich anderweitig, möglicherweise sogar viel wirksamer als durch Zettelfalten. Letztendlich womöglich noch so wirksam wie beim Ende der DDR 1.0.

Und davor haben diese Machteliten verständlicherweise richtig Angst.

Geraten Nichtwähler in die Überzahl, hat das rein wahlrechtlich erstmal keine Auswirkung. Ein echter Demokrat wäre auch froh darüber, wenn nur die mitentscheiden, die ernsthaft daran interessiert sind. Statt daß nur der angekrzeut wird, der hübscher aussieht (realexistierende US-Demokratie). Jeder Vorsitzende einer Kleinpartei freut sich über ein stärkeres Stimmgewicht.

Aber die Pseudo-Legitimierung der herrschenden Eliten wäre damit komplett weg. Deshalb müssen unbedingt immer alle in die Wahllokale, ihre Stimmen kann man hinterher immer noch wegwerfen – ob legal oder illegal.


Hadmut
28.12.2014 14:12
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> Aber die Pseudo-Legitimierung der herrschenden Eliten wäre damit komplett weg.

Sowas nennst Du »Eliten« ?


Joe
28.12.2014 14:17
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Sowas nennst Du »Eliten« ?

Als Machteliten oder herrschende Eliten bezeichne ich griffig diejenigen, die die tatsächliche Macht ausüben:
http://de.wikipedia.org/wiki/Machtelite

Im Kontrast dazu stehen die Leistungseliten. Zum Beispiel diejenigen, die ein Raumschiff auf einem Asteroiden landen können.


Pjotr
28.12.2014 14:45
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Zu geringe Wahlbeteiligung? Ich empfehle das Modell des Kantons Schaffhausen:

Schaffhausen ist der einzige Kanton, in dem Stimm- und Wahlpflicht besteht. Wer dieser Pflicht nicht entspricht, muss eine symbolische Geldstrafe von drei Schweizer Franken zahlen. Schaffhausen hat dadurch im Vergleich mit anderen Kantonen regelmässig die höchste Beteiligungsrate an Wahlen und Abstimmungen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kanton_Schaffhausen

Allerdings scheint mir die umgerechnet etwa zweieinhalb Euro-Busse doch etwas knapp bemessen. Eine 50 Euro-Busse aber hätte sicher einen positiven Effekt!


nichtwähler
28.12.2014 15:09
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Ich frage mich immer wie blöd man sein muss diese Partei immer noch zu wählen, nach all den plumpen Wählerverarschungen der letzten Jahre.
Die müssten schon längt unter 5% sein.


O. Prantl
28.12.2014 15:11
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Frau Fahimi scheint mir ein guter Aufhängungspunt zu sein, die Frage zu klären, wie kommen solche Personen eigentlich zu ihren Posten.

Das Problem oder die Problemlösung scheinen mir freie Wahlen zu sein, welche wir ja nicht haben.
Warum muss ich wählen, wer oder was mir vom System vorgegeben wird.
Warum kann ich keinen Gauweiler oder eine Wagenknecht nicht wählen, nur weil ich in einer bestimmten Gegend wohne und wählen muss, was mir ein geheimer Zirkel vorgibt ?
Warum dürfen Parlamentskandidaten nicht landes- oder bundesweit kandidieren und gewählt werden.
Die Ergebnisse freier Wahlen in dieser Form währen eine sehr starke und zu berücksichtigende Vorgabe, wer welches Amt/Posten bekommt.
Da käme keiner mehr daran vorbei.

Ich bin mir sicher, Frau Fahimi und viele ihresgleichen hätten bei freien Wahlen keinen Wikipedia-Eintrag und eine Ministerliste würde völlig anders aussehen..

Währe die Forderung freier Wählbarkeit eine PEGIDA-Forderung, ich würde sehr weit fahren, um Teil zu nehmen und diese Forderung zu unterstützen.


JochenH
28.12.2014 15:59
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Alles sehr seltsam:

Ich fange mit einer Analogie an: wenn ich ein Produkt verkaufe und der Absatz wird geringer, dann kann ich folgendes tun:
1. Hoffen, dass es wieder besser wird
2. meinen Kunden klarmachen, dass sie etwas für ihre Bildung tun müssen oder sich überhaupt ändern müssen, denn dann würde mein Produkt wieder passen
3. mein Produkt verbessern bzw. auf Kundenbedürfnisse anpassen.

In der Realität wird 3) das probate Mittel sein. In der Politik ist es anders. Eine Fr. Fahimi sieht sich schlichtweg nicht als Repräsentant von Wählerinteressen, sondern nutzt ihre Position, um Genderpolitik und andere Randthemen, für die sie sich interessiert, in die Politik einzubringen.

Den Wähler macht das verdrossen und das merkt die SPD nun. Die glänzende Idee ist eben nicht das oben erwähnte 3), sondern man hofft, dass der Wähler sich ändert und anpasst.

Fr. Fahimi würde analog dazu bei einem schief hängenden Bild in ihrem Haus dann lieber das ganze Haus leicht schräg stellen, bevor sie das Bild umhängt. Klingt übertrieben, ist aber nicht weit weg von der Realität.


quer
28.12.2014 16:09
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Zunächst kann man feststellen, daß sich die im Bundestag vertretenen Parteien in der groben Richtung kaum mehr unterscheiden. Alle frönen mehr oder weniger sozialistischen, feministischen, genderhumbugmäßigen, klimareligiösen und energiewandlerischen Vorstellungen. Alle predigen Gleichheit, alle predigen Verdünnung des Volkes durch massenhafte Zuwanderung. Alle retten unsere Währung und die Banken, usw, usw.

Nur eines predigen oder fördern sie alle nicht: Die Freiheit und Eigenverantwortung mündiger Menschen und Bürger.

Mehr noch: Sie schwatzen den Bürgern ein Konstrukt von „ausländischen Mitbürgern“ auf, um den Bürgersinn ad absurdum zu führen und zu eliminieren. Denn von dort aus droht im Zweifel Gefahr. Deshalb konstruieren sie auch Begriff und Wesen der Familie neu, um diese Bastion endgültig zu schleifen; ein Wunschtraum aller Sozialisten seit den Jakobinern und dem „Club der Gleichen“.

Langsam (entsetzlich langsam) beginnen die Bürger dies zu bemerken und denken nicht mehr daran, ihre Stimme „abzugeben“. Sie wollen diese Stimme bewahren und mitbestimmen können. Und wo geht das besser, als z.B. in einer direkten Demokratie mit nicht außer Kraft gesetztem Art. 38, Abs. 1 GG? Diese aufwachenden Bürger bemerken durchaus den „Wert“ einer vorgesetzten „Liste“, welche sie eben nicht durch eine freie Liste ersetzen dürfen/können; indem ihnen kumulieren und panaschieren verwehrt wird.

Fragte man die Bürger tatsächlich, dann gäbe es weder den Euro, noch unkontrollierte Masseneinwanderung, sowie Ungleichheit vor dem Gesetz und vieles mehr auch nicht.

Entgegen Art. 20 GG geht die Staatsgewalt nicht vom Volk aus, sondern von der Einheitspartei, genannt LegisExekutive. Und selbst die nickt ab, oder winkt durch, was irgendein Wichtigtuer in Brüssel befindet.
Das alles sollen wir für Demokratie halten. Danke.


quer
28.12.2014 16:24
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“Währe die Forderung freier Wählbarkeit eine PEGIDA-Forderung…”

@O. Prantl,
präziser: Wäre es die Forderung nach exakter wortgetreuer Befolgung der Art. 20 und 38 GG zur Gänze (!)….

Das könnte DER Zündfunke sein. Könnte.


NonKon
28.12.2014 16:36
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Die SPD wird das selbige Schicksal ereilen wie vormals die FDP: Vor lauter Opportunismus und Klientelpolitik im nächsten Wahlgang > 15%, dann > 10%… dann kommt das wohl verdiente Ende.
Volkspartei ist die SPD ohnehin schon lange nicht mehr, sie schert sich einen Dreck um das Volk.


Ronald.Z
28.12.2014 16:43
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@ o.Prantl
“Frau Fahimi scheint mir ein guter Aufhängungspunt zu sein, die Frage zu klären, wie kommen solche Personen eigentlich zu ihren Posten.”

Frau + MiHiGru = mit der Kombi bekommt man jeden Posten den man will. Voraussetzung ist natürlich, dass der Wahlpöbel nicht mit entscheiden kann.


Die SPD ist die Vorhaut der Arbeiterklasse – wenn es ernst wird, zieht sie sich zurück.

Wer hat uns verraten? https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=8vFL0QWxugI#t=78


phaidros52
28.12.2014 17:05
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@ Pjotr – muss ich dann auch die vorgeschriebene Partei wählen oder bekomme ich eine Strafe, wenn ich meinen Wahlzettel ungültig mache?

Wenn ich nicht wählen will, dann wähle ich nicht. Punkt aus.


br
28.12.2014 17:49
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“wie kommen solche Personen eigentlich zu ihren Posten.”

Per Quote natürlich. Fahimi ist die Quotenfrau schlechthin, normalerweise wäre der Job an Ralf Stegner gegangen:
http://www.wiwo.de/politik/deutschland/spd-yasmin-fahimi-soll-generalsekretaerin-werden/9300622.html


Pjotr
28.12.2014 17:52
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@ phaidros

Pjotr – muss ich dann auch die vorgeschriebene Partei wählen oder bekomme ich eine Strafe, wenn ich meinen Wahlzettel ungültig mache?

Soweit ich weiss muss nicht gewählt werden. Die Abgabe des unausgefüllten oder ungültigen Zettels reicht, um der Busse zu entgehen.


EinInformatiker
28.12.2014 19:28
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Wie kommt es eigentlich, dass außer AfD sich sämtiche Parteien in allen entscheidenden Fragen (Euro, Klima, Zuwanderer(Multikulti), Gender weiß nicht ob was fehlt) einig sind. Dabei ist es allen egal, ob sie damit Stimmen bekommen oder nicht. Die FDP hat bereits Selbstmord begangen. Die SPD wird zur Splitterpartei, wobei sie freilich noch in Koalition die CDU steuern kann. Lediglich die CDU hat sich einigermaßen gehalten (was dafür spricht, dass der Wähler zu einem Großteil noch bürgerlich positioniert ist, auch wenn dem keine wählbaren Politik entspricht).

Wie kann es sein, dass den Parteien die Stimmen egal sind und sie das durch Pseudoaktionen überspielen wollen? Ich würde sagen, dass das der Beweis für ein totalitäres Klima ist, in dem die Sanktion für Abweichungen (egal wer abweicht, er bekommt sofort die Rassismus- oder irgendeine andere Keule) mehr gefürchtet wird als der Verlust von politischer Macht. Eine andere Möglichkeit wäre eine Verschwörung der Parteien für ein “höheres Ziel” oder die Lage ist ausweglos. Mit rechten Dingen geht das jedenfalls nicht mehr zu.


KaRa
28.12.2014 19:45
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Hat Frau Fahimi mal darüber Gedanken gemacht, wie das organisatorich gemacht werden soll und welche Kosten dadurch entstehen?


Sten Berg
28.12.2014 19:54
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Hadmut
28.12.2014 20:09
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> Wir Dir gefallen, Danisch:

Ja, gefällt. 😀


Gedöns
28.12.2014 20:45
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Ja, da gibt es wohl viele die, wie ich schon mal lesen musste, wie folgt rechnen: ca. 10% AfD bei 50% Wahlbeteiligung; bei 100% Wahlbeteiligung könnte die AfD sogar an der 5%-Hürde scheitern. Aber das sind wohl diejenigen (vielen), die die Berechnung einer Prozentzahl (z.B. 87% männliche „Darwin-Award“-Preisträger) schon für Wissenschaft halten, sobald etwas „sozialwissenschaftliches“ Gelaber das Hohle umschließt.


Hadmut
28.12.2014 20:49
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@Gedöns: Das könnte natürlich sein.


Kaladhor
28.12.2014 21:20
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Dieser Parteien-Parlamentarismus hat sich überlebt, würd ich mal behaupten. Es sollte vielleicht mal eine grundsätzliche Änderung durchgeführt werden:
Die Plätze in den einzelnen Parlamenten sollten per Zufall besetzt werden. Dazu einfach alle Sozialversicherungsnummern (oder Personalausweisnummern) aller Wahlberechtigten in einen “Topf” schmeißen, und dann werden per Zufall die entsprechenden Parlamente “voll” gemacht.
Im Parlament werden dann auch per Zufall das Präsidium und die Regierung “gezogen”.
Das hätte den Vorteil, dass man keine Parlamente mehr mit einem Juristen/Lehrer-Anteil von 70% und mehr hat.
Weiter hätten wir Leute im Parlament sitzen, die auch tatsächlich mal gearbeitet haben (!!!). Wenn ich mir so manche Spacken in den Parteien ansehe, die haben sicherlich noch nicht eine Sekunde in ehrliche Arbeit investiert.
Auch irgendwelchen “Seilschaften” wäre somit ein Riegel vorgeschoben.
Und als letzter, großer Vorteil: Da die Parlamentsmitglieder keine “Schulden” zu begleichen haben, könnten die dann tatsächlich nach “bestem Wissen und Gewissen” über Entscheidungen abstimmen.
Ach ja, und um “ewige Parlamentarier” zu verhindern: Jeder darf nur maximal zwei Legislaturperioden in irgendeinem Parlament sitzen, danach “verschwindet” die Personennummer für die nächsten 12/15 Jahre auf einer schwarzen Liste.


Kaladhor
28.12.2014 21:23
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Ach noch ein kleiner Nachtrag:
Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen Frauen in der Politik, aber wenn die dort nur durch Inkompetenz auffallen und dann auch noch die Karriereleiter “hochfallen” (hochschlafen halte ich bei diesen Schabracken für ausgeschlossen!), dann ist das jedes Mal aufs Neue ein Schlag ins Gesicht.


Thomas
28.12.2014 21:24
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Hier mal ein Artikel aus der etwas meinungsdiverseren, amerikanischen Presse: http://www.the-american-interest.com/2014/12/21/living-large-in-a-shrinking-cocoon/

“What liberals are struggling to come to grips with today is the enormous gap between the dominant ideas and discourse in the liberal worlds of journalism, the foundations, and the academy on the one hand, and the wider realities of American life on the other. Within the magic circle, liberal ideas have never been more firmly entrenched and less contested. Increasingly, liberals live in a world in which certain ideas are becoming ever more axiomatic and unquestioned even if, outside the walls, those same ideas often seem outlandish.”

Da kündigt sich eine allgemeine, länderübergreifende Erosion des westlichen, politischen Systems an.

Nichts ahnend, dass ihre hohe, formale Bildung eine Illusion ist, sind die Funktionseliten (Politiker, Journalisten, gehobene Beamte, Juristen, Sozial”wissenschaftler”) gegenüber der arbeitenden Bevölkerung, die ihre Diäten und völlig überdimensionierten Gehälter finanziert, zunehmend arrogant geworden und haben den Demokratiebegriff pervertiert.

Solange es wirtschaftlich bergauf ging, hat man ihnen dieses Gebahren und diverse Fehlentscheidungen aus schlichtem Desinteresse nachgesehen, aber vor dem Eindruck der Stagnation/des Zerfalls gibt es etwas zaghaften Gegenwind und plötzlich fallen sie alle aus den Wolken und fragen sich, vorher denn der ganze “Hass” käme.


Hadmut
28.12.2014 21:38
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> Da kündigt sich eine allgemeine, länderübergreifende Erosion des westlichen, politischen Systems an.

Erosion oder Zersetzung?


Gedöns
28.12.2014 21:37
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Ich freue mich übrigens, dass meine Kommentare wenigstens hier immer durch kommen:
„Zum Thema Fachkräftemangel: Meinem technischen Bereich bei meinem Arbeitgeber (Marktführer, Milliardengewinne) wurde Mitte Dezember verkündet, dass 1/3 der Kollegen Ihre Stelle verlieren werden. Die Arbeit übernimmt ein indischer Dienstleister. Der Rest darf ab 2015 die Inder koordinieren. Die Kollegen haben alle Abschlüsse im MINT Bereich.
Soviel also zum Thema Fachkräftemangel.“
Meine nicht veröffentlichte Antwort:
Und links-grün sind wieder einmal die nützlichen Vollidioten des Turbo-Kapitalismus (zuletzt: Supermarktkasse selbstverwirklicht mehr als die Mutterrolle bei eigenen Kindern). Aber manchen von denen ist dies sogar völlig Recht: die Kollegen sind sicher (MINT-Bereich) alles weiße Männer, nicht wahr?


Gedöns
28.12.2014 22:18
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In den USA ist es partiell und punktuell noch viel schlimmer als in Europa. Die Genderideologie, aber z.B. auch die Perpetuum-mobile-Finanzakrobatik wurden ja schließlich dort erfunden. Allerdings mache ich mir da weniger Sorgen – die USA sind Stehaufmännchen, welche ihre Grundideale niemals auf den Müll werfen werden oder irgendwie relativieren lassen. Aber es lohnt schon, dorthin zu schauen, um zu wissen, was sich später in Europa irreversibel verfestigen wird.


Joe
29.12.2014 0:33
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hochschlafen halte ich bei diesen Schabracken für ausgeschlossen!

Ich glaube, du hast nur eine reichlich naive Vorstellung von den Standards westlicher Männer. 😉


Thomas
29.12.2014 1:06
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> Erosion oder Zersetzung?

Nach gründlicherem Nachdenken vielleicht weder das eine, noch das andere…

Gut möglich, dass die sogenannte Repräsentativdemokratie seit 1949 schon immer so ähnlich war und es bloß niemanden interessiert hat, weil man das Gefühl hatte, dass alles einigermaßen rund lief oder die Politik keinen Einfluss auf die eigene Lebenwirklichkeit hat.

Zugegeben: Früher gab es noch einen nennenswerten Dissens zwischen den Parteien, der über drittrangige Details und bloße Verfahrensfragen hinausging. Aber im Fall der Stalin-Noten (1952?), der Wiederbewaffnung, usw. verlief der Graben schon damals CDU und SPD einerseits und einer zumindest nicht vernachlässigbar kleinen Minderheit der Bevölkerung andererseits.

Heute ist nur die Größe des Grabens zwischen Politik und Bevölkerung ins Unermessliche gewachsen und er verläuft in allen relevanten Sachfragen (Mir fiele kein Gegenbeispiel ein!) nicht mehr zwischen den Parteilagern, sondern zwischen Bürgern und Politikern. Klaus der Echte hat es alles genannt: Währungsunion, Bankenrettung, Einwanderung, Bundeswehr im Ausland, NSA, transatlantische Beziehungen, Ukraine-Krise, …

Das einzige Thema, wo noch halbwegs Einigkeit besteht, ist das Schreckgespenst Rechtsextremismus, weshalb dort im Monatsabstand immer wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, um von wirklich bedeutenden Themen abzulenken. Aber selbst dort beginnt der Konsens zu bröckeln, weil einfach inflationär Leute damit diskrediert werden, die augenscheinlich keine Nazis oder dergleichen sind.

Neu ist aber, dass wirtschaftliche Prosperität als Beruhigungspille nicht mehr funktioniert, weil die Reallöhne seit den 90er Jahren stagnieren oder sogar rückläufig sind. Eine Lösung des Problems erwartet jeder zumindest implizit von der Politik, aber die wirkt nicht auf die Beseitigung der Misstände hin, sondern verschärft sie (Bail-Outs, Einwanderung, …) aus Eigennutz, was selbstverständlich Unzufriedenheit erzeugt.

Die apathische Mehrheit resigniert, betreibt im Privatleben nach Möglichkeit Schadensbegrenzung und macht sich öffentlich allenfalls durch das Fernbleiben von der Wahlurne bemerkbar. Eine kleine Minderheit registriert aber ganz genau, dass Kritik unerwünscht ist und verschärft als Reaktion auf die vollkommene Belehrungsresistenz der Funktionseliten den Ton.

Die dachten zwar wahrscheinlich auch schon in den 50ern ähnlich wie heute über den “Pöbel”, sahen ihn aber nicht als akutes Bequemlichkeitsproblem für ihre Parallelwelt, solange er ruhig blieb und regelmäßig brav seine Kreuzchen gemacht hat.

Jetzt, wo es bergab geht, und öffentlich (Internet, Demonstrationen) und nachdrücklich (die angeblichen “Hassmails”) die dreistestmögliche Erwartung kommunziert wird, dass die Entscheidungsfindung von den Bürgern in Richtung Politik erfolgt und nicht umgekehrt, sind die Funktionsträger völlig konsterniert darüber, dass ihre dummen Untertanen ein solches Sakrileg wagen, statt gefälligst in demütigster Dankbarkeit für ihre Ausbeutung zu versinken.

Bei so viel Dreistigkeit bröckelt dann auch hin und wieder die rhetorische Fassade und manch ein Politiker gibt, zumindest verklausuliert, zu, was er WIRKLICH von Demokratie hält.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die BRD war vermutlich nie, auch nicht repräsentativ, demokratisch und die Funktionseliten damals nicht wesentlich kompetenter oder integrer als heute.

Der Unterschied: Es gab im Gegensatz zu heute bis etwa in die 80er Jahre eine relativ hohe Übereinstimmung der Interessen von Bevölkerungsmehrheit und “Eliten”.

Seit dem Beginn des wirtschaftlichen Siechtums für die arbeitende Bevölkerung ab den 90ern und verschärft ab 2008 ist diese Übereinstimmung aber im Schwinden begriffen und Politiker/Journalisten/usw. handeln als Verfechter ihrer eigenen Ziele – und nicht der ihrer Steuersklaven.


Stannis Baratheon
29.12.2014 2:04
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//Hadmut
>Erosion oder Zersetzung?

Kommt im wesentlichen drauf an ob sie “denen” Absicht unterstellen oder ob die ihren Scheiß wirklich glauben. Nur mal als kleines Beispiel wie es auch laufen kann: In Kalifornien sind die Republikaner weitgehend implodiert und bedeutunglos geworden. Folge? Auf den Wahlzetteln stehen jetzt zwei Mitglieder der Demokraten zur Auswahl. Sonst nichts.

Im übrigen empfehle ich dieses Paper zu lesen: http://www.zfs-online.org/index.php/zfs/article/view/3171 Erklärt einiges was politisch abläuft.


Mme. Haram
29.12.2014 4:57
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Die CDU wird die Grünen und die SPD kannibalisieren. Deutschland kann froh sein, dass die AfD existiert.

M. Miersch: “Worin sind sich alle einig: von der CDU bis zur Partei «Die Linke», von den Katholiken bis zu den Anthroposophen, von der Bravo bis zur Brigitte, von Arte bis RTL 2?
In Deutschland herrscht ein neues Spiessertum. Seine sta?rkste Waffe ist die machtvoll auf Konsens getrimmte o?ffentliche Meinung. Der Konformismus von heute entspricht den Wunschbildern der Jugendkultur von gestern.”
Sehnsucht nach Harmonie | Die Weltwoche
http://www.macwelt.de/forum/attachment.php?attachmentid=16462&d=1348498648


Robinium
29.12.2014 7:33
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Gender sehe ich nur als Teilbereich eines größeren Problems an, das die SPD und auch andere linke Parteien und Strömungen, nicht nur in Deutschland, haben.

Ihre Wurzeln hat linke Politik ja ursprünglich in der Arbeiterbewegung. Damals ging es darum, die Arbeitsbedingungen in Fabriken etc. zu verbessern (14-Stunden-Woche, Kinderarbeit, kaum Unfallschutz…), dafür mehr als nur einen Hungerlohn zu bekommen, Sozialversicherungen einzuführen und somit die Arm-Reich-Schere zu verringern und den freien Kapitalismus abzumildern, mit einem für Arbeitnehmer miesen Arbeitsmarkt, u. a. weil die Landflucht für einen großen Lohndruck in den Städten sorgte und die Lohnkosten runterdrückte.

DAS ist die Wurzel, die Seele, das traditionelle Kernthema und die traditionelle Kernwählerschaft von linker Politik. Dass es seine Vorteile hat, Geld/Einkommen/Kapital nicht allzu ungleichmäßig zu verteilen, ergibt sich daraus, dass dadurch die Binnennachfrage relativ hoch ist (an irgendwen müssen die Fabriken ja ihr Zeugs verkaufen), dass man sich soziale Unruhen und daraus folgende Risiken spart, und dass weniger Blasen entstehen: wenn die 0,5% reichsten Leute nicht ganz so exorbitant viel Geld haben, von dem sie nicht wissen, wohin damit, dann wird auch weniger Geld für Spekulationsblasen verwendet.

Um dieses Kernthema herum gesellten sich dann später andere Themen und Wählerschaften hinzu – gesellschaftlich progressive Politik, gleiche Rechte für Mann und Frau, und als Wählerschaften kleine Angestellte, Beamte, Studenten, verstärkt Frauen, Stadtbevölkerung etc.

Mittlerweile, spätestens seit dem neoliberalen Kurs von Schröder und auch in anderen sozialdemokratischen Parteien Europas, wurde das Kernthema zum Nebenthema oder gar ganz aufgegeben bzw. nur noch symbolpolitisch oder sporadisch bedient, wenn der Unmut in der Bevölkerung gar zu groß wurde (Einführung des Mindestlohns erst jetzt z. B.).

Statt dessen konzentriert man sich auf Luxusprobleme wie die Frauenquoten in Aufsichtsräten, politisch korrekte Sprache, Frauenquoten statt z. B. Arbeiterquoten* in einer ursprünglich Arbeiterpartei etc. Das frühere Paradigma, dass die finanziellen Unterschiede zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten nicht allzu extrem werden sollten, wurde abgelöst durch ein “Quoten-Paradigma” und “Bevölkerungsgruppen-Paradigma”, bei dem die Leute dann nach Geschlecht, Rasse/Ethnie, sexueller Orientierung… eingeteilt werden und nur noch darauf geguckt wird, dass ihre Arbeits-, Bildungs- und Einkommenssituation trotz dieser Variablen möglichst identisch ist.

Dass ein Teil der Bevölkerung für mickrige paar Öcken die Stunde an der Kasse sitzt, sich in Call-Centern bei gesetzeswidrigen Arbeitsbedingungen (die kaum überprüft werden) in den Burn-out schuftet, über Leiharbeitsfirmen zu schlechteren Konditionen und weniger Lohn arbeiten muss als der Kollege nebendran am Fließband und man von der Arge oft dazu gezwungen wird, sich speziell bei solchen Firmen zu bewerben, was übrigens den Arbeitsmarkt noch weiter zuungunsten der Arbeitnehmer verzerrt, interessiert nicht wirklich – oder hat jemand von großen SPD-Kampagnen gegen die Konditionen von Leiharbeit gehört? Egal, Hauptsache alles sieht quotenmäßig gut aus auf dem Papier und die Kassiererin bei Lidl bekommt genau das gleiche wie ihr männlicher Kollege, der schwule Call-Center-Mitarbeiter macht sich zu genau den gleichen Konditionen kaputt wie sein Hetero-Kollege, und der schwarze Müllfahrer bekommt bei der Zeitarbeitsfirma denselben Mickerlohn wie sein weißer Kollege usw.

Dabei betrifft das nicht nur die paar in der Situation befindlichen, sondern als Schreckgespenst auch Leute, die um ihre Arbeitsplätze bangen, sowie als Ärgernis bei der Jobsuche auch noch jede Menge Leute, die einfach ihre berufliche Situation verbessern möchten und deshalb in der Zeitung nach Jobs gucken. Wenn die Hälfte der Angebote Zeitarbeitsmist sind, sich diese Menge bei weitem nicht mehr durch “vorübergehende Arbeitsspitzen” erklären lässt und man weiß, dass Deutschland durch die SPD gesetzlich zum Zeitarbeitsfirmen-Paradies gemacht wurde, ist das schon echt frustrierend. Der angebliche flächendeckende Fachkräftemangel findet sich bei den Stellenangeboten kaum wider, kein Wunder dass die Leute sich verschaukelt fühlen, wenn man ihnen sagt, dass dringend mehr Einwanderer hermüssen wegen der vielen offenen Stellen. (Und Zeitarbeit ist jetzt nur eines von vielen Problemen.)

Und das ist es, was sozialdemokratischen Parteien europaweit, nicht nur in Deutschland, das Genick bricht. Diese Konzentration auf Bevölkerungsgruppen statt -schichten und das Fallenlassen des traditionellen Kernthemas (und der Kernwählerschaft) gerade in Zeiten, wo die Arm-Reich-Schere immer weiter auseinanderklafft. Erklär mal der aufstockenden Vollzeit-Zeitarbeits-Call-Center-Mitarbeiterin, warum die Politiker soviel Energie auf Blödsinn wie Frauenquoten in Aufsichtsräten oder auf Ampelfrauchen verschwenden. Ist aber irgendwie irre dolle wichtig für ihre Emanzipation oder so.

*Quoten finde ich generell blöd. Aber ich mein, wenn schon dann wäre eine Arbeiterquote sinnvoller für eine Arbeiterpartei, wo an der Spitze kaum noch Arbeiter anzutreffen sind, als eine Frauenquote als Karriererolltreppe für verwöhnte Töchter aus reichem Elternhaus, oder?


Michaela
29.12.2014 8:33
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Schaut doch jetzt einmal nach Schweden, wo die Parteien, die an den Geldtrögen bleiben wollen, eine ganz eigenartige Lösung gefunden haben:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/27/schweden-etablierte-parteien-ersetzen-wahlen-durch-einen-pakt-bis-2022/


WikiMANNia
29.12.2014 8:38
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Zum Niedergang der Sozialdemokratie fällt mir immer der von Georg Schramm gespielte Drucker August ein…


quer
29.12.2014 9:47
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Möglicherweise ist es nützlich, einmal den Art. 137 GG zu lesen. Eigentlich geht man ja (in einer Demokratie) von einer expliziten Trennung der Gewalten aus. Obiger Art. aber, macht das Ganze zu einer “Kann-Bestimmung”.

Zum Vergleich: In der CH z.B. MUß ein Staatsbediensteter (Beamte sind abgeschafft) VOR Annahme eines Mandates bei seinem Arbeitgeber (Staat) ENDGÜLTIG kündigen.

Noch Fragen, Euer Ehren?


simsalabim006
29.12.2014 12:40
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Am 15.April 2005 erschien in der FAZ ein Artikel, der zum Verbot der SPD appellierte.

[URL vom Blogautor gelöscht, weil da ein .exe runtergeladen wird. @simsalabim: Lass solchen Scheiß hier bleiben!]

Der Anlaß zu dem war die direkte Einflußnahme der SPD Ministerin Zypries auf die Revisionsinstanz des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, in der Sammelklage gegen die BRD.


EinInformatiker
29.12.2014 13:51
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Wer sich etwas eingehender über Schweden informieren will (könnte ja ein Hinweis auf die Zukunft Europas und damit auch auf unsere Zukunft sein), kann das hier tun. Ob das noch was zu drehen ist? In Schweden, nachdem anscheinend dort sogar Wahlen abgeschafft werden. ja nun demokratisch sicher nicht mehr.
Es geht übrigens auch um Feminismus. Schweden ist da ja führend.

http://blogs.timesofisrael.com/sweden-the-new-donald-duck-government/


Kaladhor
29.12.2014 15:21
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@Thomas: Sehr gut zusammen gefasst.

@Robinium: Der “Fachkräftemangel” ist eine statistische Konstruktion, gibt da eine sehr gute Doku zu. Das fängt bereits damit an, das für das Arbeitsamt ein “Mangel” existiert, wenn es für eine freie Stelle “nur” drei potenzielle Bewerber gibt. Und es geht weiter, wenn dann diese eine Stelle durch das Einschalten von Sklavenverleihern künstlich “aufgeblasen” wird. Beim Arbeitsamt gibts dann auf einmal nicht nur eine freie Stelle, sondern vielleicht acht oder neun oder noch mehr (je nach dem, wie viele Sklavereien eingeschaltet wurden). Das sind einfach nur noch dummdreiste Volksveralbereien.


Michael
29.12.2014 15:31
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Wahlzwang = CDU und Defizit.

SH ist einer der wenigen Kantone mit der langweiligsten Sitzverteilung. Und “Politik”.

Echter Proporz und (fast) alle können mitmachen statt Überhangmandate und 5%(!)-Hürden täte ja schon helfen.


Thomas
29.12.2014 16:27
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Passend zur “Frauenförderung”, die Obama keine zusätzlichen Stimmen von Feministinnen einbringt, die ohnehin schon alle die Demokraten wählen, aber ihm um so mehr benachteiligte Männer abspenstig macht:

Männer fühlen sich auch in der freien Wirtschaft in weitaus stärkerem Maße durch Quoten und ähnliches benachteiligt, als sich Frauen dadurch “gefördert” fühlen.

http://www.faz.net/frankfurter-allgemeine-zeitung/maenner-in-fuehrungspositionen-durch-frauenfoerderung-ausgebremst-13312102.html


Klaus
29.12.2014 17:35
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“…lässt sich vom deutlich kleineren Oppositionspartner SPD die Politik vorschreiben und von Ursula von der Leyen mit deren Überlaufen zur SPD erpressen.”
.
Wer sind “deren”? auf wen bezieht sich das “deren”? wer läuft da “über zur SPD” = die vorher genannte SPD oder gar v.Leyen doch wohl nicht (?)


Hadmut
29.12.2014 18:14
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@Klaus: Hast Du die Nummer mit von der Leyen damals nicht mitbekommen? Die hat die eigene CDU damit erpresst, dass sie sonst Politik mit der SPD macht. Und dafür wurde sie noch Kanzlerkandidatin und Verteidigungsministerin.


Emil
29.12.2014 18:36
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@EinInformatiker – Schweden

One might be tempted to laugh, but the new Swedish Minister for the Interior is Ardalan Shekarabi (Social Democratic party), in which capacity he is also responsible for domestic law and order. Yet he is a former illegal immigrant who defied a deportation order by living underground until a new government granted him amnesty.

He has been found to have embezzled funds from the Social Democratic Party’s youth organisation to further his personal election campaign and was accordingly kicked out of the youth organisation. This year the Swedish Tax Office accused him of cheating on his income-tax returns and has ordered him to pay what he owes to help fund the public community that he has now been appointed as a Government Minister to serve…

Wow! Da muss sich unsere SPD aber noch gewaltig anstrengen, bis sie auf schwedischem Politiker-Niveau ist.


prx
29.12.2014 18:57
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Ich nenne das schon ein Weilchen “Projekt 18”. Nur aus der anderen Richtung und mit mehr Aussicht auf dauerhaften Erfolg.


@EinInformatiker (((“Wie kommt es eigentlich, dass außer AfD sich sämtiche Parteien in allen entscheidenden Fragen (Euro, Klima, Zuwanderer(Multikulti), Gender weiß nicht ob was fehlt) einig sind.”)))

Das liegt am Frauenwahlrecht. Politiker sind sich in den Punkten einig…

* die Frauen brennend interessieren (z.B. Gender)
* die Frauen so ganz und gar nicht interessieren (Euro). Da machen die Politiker das, was ihnen am meisten nutzt, z.B. EU ausbauen, weil das eine Gelddruckmaschine für Politiker ist.

@EinInformatiker (((“Dabei ist es allen egal, ob sie damit Stimmen bekommen oder nicht. Die FDP hat bereits Selbstmord begangen.”)))

Die waren ja auch gegen Frauenquoten. Parteien, die so grob gegen das verstoßen, wonach Frauen lechzen, werden abgestraft. Mittlerweile gibt es im Bundestag nur noch linke (Frauen lieben linke Parteien), grüne (Frauen lieben grüne Parteien), pro-Gender Parteien (Frauen lieben Gender) und ganz viele weibliche Abgeordnete an wichtigen Positionen (Frauen lieben es, Frauen an der Macht zu sehen, selbst völlig inkompetente).

Danke Frauenwahlrecht.


Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen.
29.12.2014 20:16
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@O.Prantl (((“Warum kann ich keinen Gauweiler oder eine Wagenknecht nicht wählen, nur weil ich in einer bestimmten Gegend wohne und wählen muss, was mir ein geheimer Zirkel vorgibt ?”)))

Damit es keine amerikanischen Zustände gibt, wo die Kandidaten nur noch aus Multimillionären wie Bush, Romney, Santorum (und praktisch allen anderen) bestehen.


quer
29.12.2014 20:21
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“…Kantone mit der langweiligsten Sitzverteilung…”

@Michael,
muß man erst drauf kommen. Was bitteschön, ist eine langweilige Sitzverteilung? In Kantonsparlamenten wird “Landespolitik” gemacht. Und zwar ganz pragmatisch. Es wird u.a. über das Steuerrecht bzw. Steuern befunden. Und das von Miliz-Parlamentariern, die nebenbei ihrem ganz normalen Beruf nachgehen. Die “langweilige” Sitzverteilung im Kanton SH ist möglicherweise näher am Volk, als etwa die in NRW.


Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen.
29.12.2014 20:39
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@Thomas (((“Heute ist nur die Größe des Grabens zwischen Politik und Bevölkerung ins Unermessliche gewachsen und er verläuft in allen relevanten Sachfragen (Mir fiele kein Gegenbeispiel ein!) nicht mehr zwischen den Parteilagern, sondern zwischen Bürgern und Politikern.”)))

Nö.

@Thomas (((“Währungsunion, Bankenrettung, Einwanderung, Bundeswehr im Ausland, NSA, transatlantische Beziehungen, Ukraine-Krise, …”)))

Da verläuft kein Graben zwischen weiblicher Wählerschaft und den Politikern. Ob Bundeswehr und NSA (juckt Frauen nicht) oder Währungsunion und Frauenquoten (finden Frauen töffte). Da verläuft nur ein Graben zwischen Politiker und männlicher Wählerschaft.

Du machst den gleichen Fehler wie so viele Männer: Die unterhalten sich im Bekanntenkreis vor allem mit anderen Männern. Mit Frauen redet man üblicherweise nicht über Politik, also fällt es nur selten auf, dass Politiker genau so sind, wie man es Frauen wollen: http://someimage.com/ftgs

Die Politik ist nicht schlechter geworden, sondern besser. Weil sie nämlich jetzt das tut was die Mehrheit der Bevölkerung (also Frauen) will, und nicht nur was die Männer wollen.

Genau die gleichen Phänomene gäbe es, wenn es das Kinderwahlrecht gäbe. Denen wäre dann auch Bankenrettung, NSA und Ukraine Krise egal, stattdessen wären Bonbons und Gefängnisse für Zahnärzte wichtige Wahlkampfthemen.

Du hast übrigens andere Bereiche nicht genannt, z.B. Redefreiheitseinschränkungen (Frauen lieben Political Correctness), überbordender Staat (Frauen lieben den starken Staat), Multikulti (Frauen lieben Diversity), inkompetente Frauen auf hohen Positionen (Frauen lieben es Frauen auf hohen Positionen zu sehen, egal ob inkompetent, “Irgendwas wird sie schon richtig gemacht haben, sonst wäre sie nicht so weit gekommen”) usw.

Das sind alles Symptome des Frauenwahlrechts. Der Graben verläuft nur zwischen Männern und Politikern, nicht zwischen Frauen und Politikern.


WikiMANNia
30.12.2014 0:39
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@Frauenhaus haut extreme Meinungen raus, aber angesichts der Dramatik im politischen Geschehen zumindest ein bedenkenswerter Ansatz.

Allerdings sind die Dinge, wie so oft, nicht monokausal.

Wenn es um zentrale Machtfragen wie die Sicherung von Erdöl und Verteidigung des USD geht, dann handelt auch ein Frauenliebling wie Obama ganz klassisch.


JochenH
30.12.2014 10:24
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Ich freue mich immer über alternative Sichtweisen! Frauenhaus bringt einen Ansatz, den ich so noch nicht kannte, aber der stimmt. Frauen reden nicht gern über Politik, gehen aber gleichermaßen wählen wie Männer. Bei der Stimmabgabe hätten sie andere Prioritäten als wir Männer.

Hinterher bleiben sie ruhig und meckern nicht über die ganzen Randthemen, weil sie eben Gender und Quoten und andere Frauen in der Politik mögen.


CountZero
30.12.2014 16:42
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Frauenhaus schrieb:
> (Punkte) die Frauen brennend interessieren (z.B. Gender)

Ich glaube, die weitaus meisten Frauen in Deutschland wissen gar nicht, was ‘Gender’ ist. Die meisten von denen, die mit dem Begriff zumindest etwas anfangen können, wissen nicht, welcher Hirnfick dem Normalbürger als zweifelhaft erscheinenden ‘Grundsätze’, ‘wissenschaftliche Erkenntnisse’ und politischen Ziele dahinterstecken.

Ich habe den Eindruck, dass die meisten Frauen in Deutschland ‘Feminismus’ mit dem ‘Gleiche Rechte! Gleiche Pflichten!’-Suffragettenfeminismus vom Ende des 19. Jahrhunderts assoziieren, obwohl der tatsächliche heutige Feminismus eine totalitäre politische Strömung ist, die sich (noch) erfolgreich als ‘Egalitarismus’ und ‘mehr Gerechtigkeit’ tarnt.


JochenH
31.12.2014 10:35
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@CountZero Der Suffragettenfeminismus war noch richtig gut. Es gibt das einen Film über Alice Paul, die dann mit ihren Freundinnen ins Gefängnis musste, weil sie für Frauenrechte eingetreten ist. War aber nicht so ein Luxusgefängnis mit Pilates morgens und ausgewogener Ernährung, sondern noch so richtig Zuchthaus.

Ich kenne genug Frauen, die den radikalen Feminismus zwar peinlich finden, aber auch dafür sind, dass “mehr Frauen in der Politik” sind. Besonders gut kommt an, wenn die nicht so sexy sind, also mehr so wie Nahles, Merkel, Roth usw. und weniger Schwesig oder Weisband.


Orwell
31.12.2014 19:56
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Was eher Sinn ergeben würde, wäre die Einführung der Möglichkeit der Stimmentziehung.

Jeder Wähler muss die Möglichkeit haben seine Stimme zurückziehen zu können.

Das gäbe aber ein Arbeiten und Würgen in den “Parteien”.


quer
1.1.2015 11:59
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“Jeder Wähler muss die Möglichkeit haben seine Stimme zurückziehen zu können.”

Eine interessante Idee und auch irgendwie logisch. Analog zum Rückgaberecht unzulänglicher Ware. In der Tat: Immer mehr Menschen fragen sich, ob sie ihre Stimme “abgeben” sollen; quasi auf Nimmerwiedersehen. Zurückziehen und damit behalten, entspricht 1:1 der direkten Demokratie. Also der wahren Demokratie. Und sowas ist weder den Deutschen, als auch deren Politikern nicht zuzumuten. Also dann doch lieber nur Scheindemokratie oder so….


CountZero
2.1.2015 17:59
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JochenH schrieb:
> Besonders gut kommt an, wenn die nicht so sexy sind, also mehr so wie Nahles, Merkel, Roth usw. und weniger Schwesig oder Weisband.

Uh, das finde ich verdächtig. Weniger attraktive Frauen sind ja nicht in sexueller Konkurrenz zu einem selbst (wenn man selbst Frau ist, jetzt). Ist übrigens das Erste, wonach Frauen ihre Umgebung abscannen…

Andererseits müßten die in einer idealen Welt mit Sachargumenten punkten, und nicht mit ihrer Attraktivität, um Stimmen von Männern zu gewinnen. Also vielleicht doch pro Rationalität. Merkt man (bei jeder der Genannten) leider nix von…


JochenH
3.1.2015 11:18
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Merkel finde ich ziemlich rational, aber Nahles einfach nur ätzend! 😉 Die hat sich halt als ewige Juso-Linke hochgedient und Parteifunktionärin.

Attraktive Frauen, gerade wenn noch “niedlich” aussehen – ich war öfter mit solchen Frauen zusammen (klein, zierlich, viel Locken, große Augen etc.), werden in der Damenwelt mit Eiseskälte bekämpft. Die haben bei ihren “Artgenossinnen” wenig zu lachen.


Ruhrpottgeschädigte
4.1.2015 8:54
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Der link hier ist sehr erhellend – klärt aber leider nicht, ob eine Wahl ab oder unter einer bestimmten Wählerbeteiligung legitim oder illegitim ist. http://www.misesde.org/?p=6548


Ruhrpottgeschädigte
4.1.2015 8:56
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Einen habe ich noch:

Was Politkasper am Wenigsten möchten ist die Direkte Demokratie, also Volksabstimmungen/Volksentscheide. Es gibt in diesem seltsamen Land zwar die Möglichkeit dazu, aber die Hürden sind enorm hoch und bestimmte Bereiche (z.B. Organisation des Staates etc.) sind im GG ausgeschlossen. Noch Fragen?????


Ruhrpottgeschädigte
4.1.2015 8:59
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Ich bin für Volksentscheide/Volksabstimmungen. Aber das ist ja im “Grundgesetz” nur eingeschränkt vorgesehen. Noch Fragen? http://de.wikipedia.org/wiki/Volksentscheid