Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Männer- und Frauenstudienfächer

Hadmut
27.12.2014 14:06

Ein Leser wies mich gerade auf eine – allerdings auch schon ein Jahr alte – Statistik hin:

Fächer mit deutlicher Frauenmehrheit sind dabei Medizin, Germanistik, Erziehungswissenschaft, Psychologie, Biologie, Anglistik.

Fächer mit deutlicher Männermehrheit sind Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Bauingenieur, Physik, Chemie.

Manche Fächer haben auch Gleichstand (was mich mal so grob bis etwa 55% annehme) wie BWL, Rechtswissenschaft, Wiwi, Mathe. Wobei mir schon aufgefallen ist, dass bei den Juristen 54% Frauen sind. Ich habe den Eindruck, dass in Großkanzleien eher Männer sitzen, auf Richterposten bis Ebene Landgericht eher Frauen.

Aussage dazu aus dem Text:

Auffällig ist, dass sich Männer bei der Studienfachwahl bisher deutlich häufiger für technische Fächer entscheiden als Frauen. Die Fächer Maschinenbau/-wesen, Informatik, Elektrotechnik/Elektronik, Wirtschaftsingenieurwesen (mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt), Wirtschaftsinformatik sowie Bauingenieurwesen/Ingenieurbau waren bei den Männern im WS 2012/13 alle in den Top 10 der beliebtesten Fächer. Bei den Frauen war nur das Fach Bauingenieurwesen/Ingenieurbau unter den beliebtesten 20 Fächern – an vorletzter Stelle. Entsprechend lag der Anteil der Männer in diesen Fächern im WS 2012/13 zwischen 73,0 und 90,7 Prozent.

Auf der anderen Seite werden die Fächer Erziehungswissenschaft (Pädagogik), Germanistik/Deutsch, Psychologie und Anglistik/Englisch überwiegend von Frauen studiert. Während diese Studienfächer im WS 2012/13 bei den Frauen die Ränge zwei, fünf, sechs und acht unter den beliebtesten Fächern belegten, fand sich bei den Männern lediglich das Fach Germanistik/Deutsch in den Top 20 (Rang 16). Entsprechend lag der Anteil der Frauen in diesen Fächern im WS 2012/13 zwischen 71,8 und 77,7 Prozent.

Man könnte das – Stichwort »Gender Pay Gap« – ja mal in Beziehung dazu stellen, welche Berufe im Land gesucht und gebraucht werden, und welche nicht. Ich könnte mich jetzt nicht so direkt erinnern, dass irgendwer einen Fachkräftemangel bei Germanisten, Psychologen oder Anglisten beklagt hätte. Ich könnte mich jetzt auch nicht erinnern, dafür schon mal Stellenanzeigen gesehen zu haben. Pädagogen dagegen bräuchten wir – nur sind die, die das studiert haben, meistens zu gar nichts mehr im Allgemeine und nicht mehr zur Pädagogik im Besonderen zu gebrauchen, weil das ja auch nur noch Ideologie-Krampf ist.

Es fällt dabei überhaupt auf, dass Männer Fächer bevorzugen, die nicht oder nur schwer ideologisierbar sind, während Frauen massiv zu ideologieträchtigen und -angreifbaren Fächern neigen.


32 Kommentare (RSS-Feed)

Broken Spirits
27.12.2014 14:41
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Man könnte das – Stichwort »Gender Pay Gap« – ja mal in Beziehung dazu stellen, welche Berufe im Land gesucht und gebraucht werden, und welche nicht.

Ist es überhaupt sinnvoll, Gehälter branchenübergreifend zu vergleichen? Da kommt doch zwangsläufig Äpfel mit Birnen bei raus. Selbst von Arbeitgeber zu Arbeitgeber der gleichen Branche ist m.E. nur bedingt vergleichbar.

In der Chemieindustrie (von der weiß ich es) gibt es de facto keine “geschlechterabhängigen” Gehälter- das geht nach Tarifvertrag und da sind alle gleich. Selbst die Gehaltsabstufungen gehen nach Betriebszugehörigkeit….

Ausschlaggebend in Gehaltsunterschieden könnte hier vielleicht Zeitarbeit sein… davon sind aber beide Geschlechter betroffen. (in diesem konkreten Fall Frauen evtl etwas mehr, was bei einigen ehemaligen Kolleginnen darin begründet lag, daß sie wieder arbeiten wollten – aber eigentlich nicht mussten, da der Ehepartner schon recht gut verdient. Dementsprechend schnell haben die auch wieder gekündigt, wenn sie von dem Ausbeutersystem zurecht die Schnauze voll hatten.)

Das ist dann jedoch wieder ein Vergleich Arbeitgeber vs. Arbeitgeber innerhalb der gleichen Branche….


patzer
27.12.2014 15:00
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Lesetipp:ÖR und BVG.
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/gerhard-wisnewski/ade-zwangsgebuehr-das-ende-der-rundfunkabgabe-naht.html
Ich teile allerdings nicht die Hoffnung des Autors,sondern vermute,dass Merkel und Schäuble nur den großen Stock zeigen.


Brennpunkterzieher
27.12.2014 15:35
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Zum Pädagogik-Studium: es ist ein großes Ärgernis, daß es in den Studiengängen nur selten Pflicht zu begleitender Praxis gibt (also: während des Studiums irgendwie in diesem Bereich arbeitend tätig zu sein). Das gibt es auch an den FH nicht mehr gerade übermäßig, an der Universität aber außerhalb eines kurzen Praktikums überhaupt nicht. Mit dem Bachelor wurde auch dieses Praktikum noch mehr verkürzt.

Allein reale Praxiserfahrungen der Studenten würde schon ausreichen, um den vielen Phantasie-Theorien und Filterblasen-Gelehrten viel weniger wohlwollend gegenüber zu sein und auch den Wunschwelt-Studenten auf den Boden der Realität holen. Auch die dümmste Kuh würde bald bemerken, daß die kuscheligen oder wahlweise paternalistischen Wunsch-Theorien mit der Gegenwart nicht mehr viel zu tun haben.

Wo Pädagogen zumeist erschreckend wenig Ahnung wie auch Interesse haben ist alles rund ums sie als Berufstätige einschränkende Sozial-Recht. Wann man wem wie helfen darf, wie helfen sollte, wie helfen kann, wann man wem wie nicht sollte und wann wem wie gar nicht darf. Ab wann Hilfe ein Übergriff ist. Wie sozialstaatliche Hilfen überhaupt prinzipiell gedacht sind (auffordernd, präventiv, minimalinvasiv)

Da wird stattdessen viel aus dem Bauch heraus entschieden (Ermessensspielraum ist zwar wichtig, muss aber in einem Rahmen stattfinden und der interessiert viele nicht). Weil das fast alle so machen, wirkt es nach innen und auf den Einzelnen so, als sei es richtig, folglich auch gut.

Das ganze Studium passt mehr auf die Erfordernisse der 50iger-70iger Jahre, basiert aber spätestens seit der Wende auf den Annahmen einer Gesellschaft, die so gar nicht mehr existiert.


Klaus
27.12.2014 19:04
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Wohl ein Patzer: Bitte keine Links zu diesem braunen Esoterikverlag.


Horsti
27.12.2014 20:01
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Hadmut schrieb:

“Man könnte das – Stichwort »Gender Pay Gap« – ja mal in Beziehung dazu stellen, welche Berufe im Land gesucht und gebraucht werden, und welche nicht.”

Könnte man, darf man aber nicht, denn das würde am heiligen Gender-Pay-Gap rütteln. Die ProtagonistInnen des GPG sind ja nicht blöd, die wissen genau daß es den nicht gibt. Es geht um reine Machtpolitik und um mehr Geld für die eigene Klientel in den bequemen Jobs.


Brak
27.12.2014 20:31
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Hallo Klaus: Die Zensur in seinem Blog überlaß mal Hadmut. Du magst derweil entscheiden, welchen Blogs Du liest.


Leo
27.12.2014 21:43
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Ach Brak, warum so Bierernst?

Unser junger Freund Klaus muss halt noch lernen, dass man besser mit Fakten gegen das argumentiert, was man für falsch hält, anstatt solche pauschalen Anwürfe zu tätigen.

Das ist aber eine Frage der Persönlichkeitentwicklung.

Und die braucht Zeit.

Und Denkanstöße.


Michael
27.12.2014 21:50
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Nein, ich finde den Kopp auch unmöglich und gehört vielleicht auf Facebook aber nicht hierher.

Diese Seite hier sollte nur durch sich selbst wirken.


derdiebuchstabenzählt
27.12.2014 21:57
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Klaus der Linkwächter. 🙂 Kein Argument, aber schnell den Braunpinsel gezückt …

Klaus, lebst Du im Wald? Die Nazikeule ist inzwischen wirkungslos geworden. Voll aus der Mode, das Ding.


vortex
27.12.2014 22:07
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@Klaus

“braunen Esoterikverlag”

Werden dort Nationalsozialistische Wünschelruten angepriesen?
Wenn schon von Links die Rede ist, verlinke doch einfach das unausprechliche Verbrechen statt sich wie ein kolossales ********* zu verhalten.


Stefan Müller
27.12.2014 22:22
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Im Iran sind bis zu 60 Prozent der Studierenden im ingenieurwissenschaftlichen Bereich Frauen. Die wissen wohl nichts von Hadmuts bahnbrechenden Forschungen zur geschlechtsspezifischen Verhaltensprägung bei Hühnern. Im Medizinbereich gibt es dort gar eine Männerquote.


Leo
27.12.2014 23:07
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Tja, Klaus,

da hast Du jetzt also 3 Packungen und einen väterlichen Hinweis kassiert. 😉

Kopp liegt ganz klar außerhalb des Mainstreams, dort aber meines Erachtens nach nicht nur in eine bestimmte Ecke.

Er bietet dort ein Forum, wo es andere nicht tun. Dass sich da auch allerlei fragwürdige Punkte finden, steht ausser Frage.

Aber eben nur “auch”. Es gibt da immer wieder auch Beiträge, die mir durchaus wichtig erscheinen, die aber an anderer Stelle nicht zu finden sind.

Deshalb mein Tipp: Nutze Kopp mit eingeschaltetem Gehirn, aber lehne den nicht pauschal deswegen ab, weil Dir manche Beiträge nicht gefallen. Dir könnten wichtige Infos/Gesichtspunkte entgehen.

Und, last not least: Es wäre doch ziemlich blödsinnig, die Aussage “2 und 2 sind 4” nur deswegen abzustreiten, weil das ein Politiker aus den kürzesten tausend Jahren der deutschen Geschichte auch mal gesagt hat, oder?

Es ist nicht so wichtig, woher eine Info stammt. Wichtig ist, ob sie richtig ist. Auch wenn der, von dem sie stammt, Dir nicht gefällt.


Leo
27.12.2014 23:10
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Also, Michael, das hier

“Diese Seite hier sollte nur durch sich selbst wirken.”

finde ich, ja, rührend.


derdiebuchstabenzählt
28.12.2014 0:44
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@ Stefan Müller

Bahnbrechende Forschungen? Wieviel von Hadmuts Hühnern wohl Ing. studieren? Bist Du ein Studierender der famosen Gender Studies?
Wenn ja, wie nennt man Dich denn zwischen den Feiertagen, denn ein Studierender kannst Du dann ja nicht sein. Man kann schlecht gleichzeitig Kommentierender und Studierender sein. Ganz schwer ist es, wenn man versucht ein schlafender Studierender zu werden.

Ach ja, die hohe Frauenquote im Iran bei den Ing. erklärt sich aus deren fortschritlicher Genderforschung und der dortigen Frauenförderung. Wäre das nicht ein Thema für Euer nächstes Studierendentreffen? 😉


Gerd
28.12.2014 1:40
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Über den Mythos, Iranerinnen würden alle MINT-Fächer studieren, kann man hier nachlesen:

http://www.avoiceformen.com/feminism/feminist-lies-feminism/facts-about-women-in-universities-in-iran/


anonKlaus
28.12.2014 1:42
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+++
Es fällt dabei überhaupt auf, dass Männer Fächer bevorzugen, die nicht oder nur schwer ideologisierbar sind, während Frauen massiv zu ideologieträchtigen und -angreifbaren Fächern neigen.
+++

Der nächste Schritt zur Überwindung des ‘Patriarchats’ muss dann wohl sein: Pflichtfächer ins Männer-Studium einbauen, die sich ideologisieren lassen. Damit lassen sich Frauen gewinnen und Männer abschrecken.

Hier lassen sich bestimmt Beispiele finden.


vortex
28.12.2014 6:55
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@Stefan Müller

Das könnte daran liegen das es im Iran nicht so viele Stellenangebote für Genderista-Voodo-Absolventen gibt. Ähnliches gilt für Pakistan. Wen eine Frau dort einen möglichst unabhängigen Weg gehen möchte muss sie wohl oder übel die gleichen Hürden nehmen wie die Männer. Im Sinne von “schwimm’ oder geh unter”.

Die Schlussfolgerung das die Entscheidungen von iranischen, arabischen oder indischen Frauen diese Berufe zu lernen von wirtschaftlichen Bedenken gelenkt wird, während die westlichen Frauen, die in einer besseren finanziellen Lage sind, eine höhere Sorglosigkeit oder Selbstverwirklichung in diesen Dingen walten lassen, halte ich für plausibel.

Ein wichtiges Indiz für eine “biologistische” Erklärung für die sichtbaren gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau ist der Umstand das in allen Zeiten, auf allen Kontinenten und in allen Kulturen die Rollen der Geschlechter höchst vergleichbar waren.


Dorina
28.12.2014 9:49
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@ Stefan Müller: In Ländern wie Iran können sich die Menschen weit weniger nach ihren Interessen entfalten, sondern müssen sich nach der ökonomischen Situation richten, studieren also was Geld bringt.
Siehe auch Norwegen, dort wo Frauen am wenigsten ökonomisch unter Druck stehen, widmen sie sich lieber traditionell weiblichen Berufen.


Kosendey
28.12.2014 10:35
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@Stefan Müller “Im Iran sind bis zu 60 Prozent der Studierenden im ingenieurwissenschaftlichen Bereich Frauen” …das hat auch seine Gründe und ist in keinster Weise mit europäischen Maßstäben zu vergleichen!


CountZero
28.12.2014 10:36
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> Im Iran sind bis zu 60 Prozent der Studierenden im ingenieurwissenschaftlichen Bereich Frauen. Die wissen wohl nichts von Hadmuts bahnbrechenden Forschungen zur geschlechtsspezifischen Verhaltensprägung bei Hühnern.

Bedeutet jetzt was? Das biologisches Geschlecht im sozialen Diskurs aufgeprägt oder ausgehandelt wird? (So wie ich die Zwerglachshühner verstanden habe, wollte Hadmut ein Beispiel dafür bringen, dass biologisches Geschlecht unabhängig von sozial injunktiven Normen ist.)

Wenn im Iran (und ich glaube auch in Indien, war mal mit einer sehr weiblichen, sehr attraktiven, sehr selbstbewußten, sehr kompetenten, sehr lustigen indischen Materialwissenschaftlerin – sagen wir – enger befreundet) die Geschlechterpräferenzen für Studienabschlüsse anders sind als sonstwo, ist das doch ein interessanter Befund. Der widerlegt aber nicht, dass die Präferenzen in Deutschland, den USA und Norwegen halt anders sind als im Iran.

Man könnte also versuchen, die unterschiedlichen Befunde zu erklären. Das sollte aber mehr sein als einfach zu behaupten: ‘Guck ma, im IRAN sind mehr Frauen als Männer Ingenieursstudenten, das heißt ja wohl, dass in der westlichen Welt Frauen in ihrer freien Entscheidung unterdrückt werden!’. Könnte ja auch sein, das im Iran Männer unterdrückt werden… 🙂

Was die iranischen Zahlen (sofern sie stimmen) nmA sehr wohl zeigen, ist, dass geschlechtsspezifische Entscheidungen sehr wohl vom sozialen Umfeld beeinflußt werden. Das ist aber meines Wissens unbestritten.


Stefan Müller
28.12.2014 14:52
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@CountZero

Bedeutet jetzt was? Das biologisches Geschlecht im sozialen Diskurs aufgeprägt oder ausgehandelt wird? (So wie ich die Zwerglachshühner verstanden habe, wollte Hadmut ein Beispiel dafür bringen, dass biologisches Geschlecht unabhängig von sozial injunktiven Normen ist.)

Dass das biologische Geschlecht angeboren ist, bezweifelt niemand. Das Hühner ein angeborenes, geschlechtsspezifisches Verhalten haben, bezweifelt auch niemand und ich hoffe doch, das niemand bezweifelt, das es zwischen Hühnern und Menschen ein paar Unterschiede gibt. Wenn aber Männer nicht mehr jagend durch die Germanischen Urwälder ziehen, also ihr angeblich typisches angeborenes Verhalten abgelegt haben, warum sollen dann nicht auch Frauen ihr angeblich typisches Verhalten, also Kinder, Küche, Kirche, ablegen können?

Was die iranischen Zahlen (sofern sie stimmen) nmA sehr wohl zeigen, ist, dass geschlechtsspezifische Entscheidungen sehr wohl vom sozialen Umfeld beeinflußt werden. Das ist aber meines Wissens unbestritten.

In diesem Blog ist das sehr wohl umstritten. Und als Beleg dafür dient dem Blogger absurderweise das Verhalten von Hühnern.


Hadmut
28.12.2014 15:24
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@Stefan Müller:

> Dass das biologische Geschlecht angeboren ist, bezweifelt niemand.

Doch. Gender/Queer-Leute bestreiten das. Und selbst wenn sie ein paar körperliche Unterschiede zugeben, halten sie sie für irrelevant und nicht verhaltensbeeinflussend.

> In diesem Blog ist das sehr wohl umstritten.

Nein. Ich bestreite nicht und habe nie bestritten, dass das soziale Umfeld das Verhalten beeinflusst. Deine Behauptung ist Unsinn.

Aber: Die Genderisten behaupten, dass sie nur vom sozialen Umfeld beeinflusst würde und ich vertrete die Auffassung, dass das Verhalten ganz massiv von angeborenem geschlechtsspezifischem Verhalten gesteuert wird. Viele Männer verhalten sich noch so, als würden sie durch die Urwälder jagen.

> Und als Beleg dafür dient dem Blogger absurderweise das Verhalten von Hühnern.

Nein. Auch das hast Du – wie eigentlich alles – falsch verstanden. Als Beleg dient mir „Probiert es doch mal an Tieren aus“, weil man das für in paar Euro, in isolierter Aufzucht und innerhalb weniger Wochen tatsächlich ausprobieren kann. Du kannst auch andere Tiere nehmen.

Mir hat bisher nur noch nie jemand erklären können, warum gerade der Mensch das angeborene Verhalten so völlig abgelegt haben soll, und wie überhaupt.

Warum sollte der Mensch das einzige Säugetier sein, dass kein angeborenes geschlechtsspezifisches Verhalten mehr hat?


Werner
28.12.2014 18:28
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ad Kopp-Verlag:

Natürlich wird dort auch Unfug publiziert, aber hin und wieder gibt es eben auch Volltreffer. Wenn der “Mainstream” dann nach Monaten ein solches Thema auch einmal “entdeckt”, gibt es wohl kaum eine Referenz auf die “Schmuddelkinder”. Beispiel:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/falk-schmidli/der-nsu-fall-wird-zur-staatsaffaere-ein-hoch-brisanter-beitrag-auf-3sat.html


derdiebuchstabenzählt
28.12.2014 18:59
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@ Hadmut

Man kann sich schon fast darauf verlassen, wenn diese sogen. geschlechtergerechte Sprache benutzt wird, handelt es sich um einen der nix verstanden hat. Ist so ähnlich, wie im Nachbarbeitrag die Politroboter mit ihrer Politsprache.


Joe
29.12.2014 1:38
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Warum sollte der Mensch das einzige Säugetier sein, dass kein angeborenes geschlechtsspezifisches Verhalten mehr hat?

Siehe da, Gender ist auch nur eine Form des Kreationismus.


Sten Berg
30.12.2014 0:44
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Es irritiert Stefan Müller nicht, dass gerade in den freien Ländern die Gleichheit der Geschlechter weniger gibt?

>>ihr angeblich typisches Verhalten, also Kinder, Küche, Kirche, ablegen können?
Rätselhaft auch die unterschiedliche Erscheinung zwischen kinderlosen und kinderhabenden Frauen über 30.


CountZero
30.12.2014 15:34
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@Stefan Müller
> Wenn aber Männer nicht mehr jagend durch die Germanischen Urwälder ziehen, also ihr angeblich typisches angeborenes Verhalten abgelegt haben, warum sollen dann nicht auch Frauen ihr angeblich typisches Verhalten, also Kinder, Küche, Kirche, ablegen können?

Können sie ja. Viele tun es ja auch: viele Frauen lassen sich nicht mehr vom männlichen germanischen Urwalddurchstreifer Damwild apportieren während sie die Kinder des Stammes säugen oder die Wohnhöhle mit Gardinen verzieren. Stattdessen verdienen sie Geld als Krankenschwestern, Logopädinnen, Fleischereifachverkäuferinnen, Grundschullehrerinnen oder Ingenieurinnen und lassen sich das Wildbret wie ihre männlichen Kollegen, die Berufskraftfahrer, Maurer, Müllwerker, Feuerwehrleute, Metzger und Geburtshelfer geworden sind, vom Spitzenkoch servieren.

Aber Moment! Ist das eventuell doch nicht gar so weit von den vorindustriellen Germanen entfernt?

Interessanterweise gibt es nur sehr wenige Männer in den o.a. ‘Frauenberufen’ und nur äußerst wenige Frauen in den o.a. ‘Männerdomänen’. (Aufgabe: finden Sie jeweils die Ausnahme in den gennanten Aufzählungen von Berufen! Aufgabe II: Recherchieren Sie den relativen Anteil nicht-als-Mann-gelesener Köche mit mind. 1 Michelin-Stern im letzten Guide Michelin. Erörtern Sie Gründe für Ihre Beobachtung!).

Interessanterweise ist gerade in den Ländern, in denen Frauen die maximal verwirklichte Gleichberechtigung erfahren, die (freie!, jedenfalls gesetzlich) Berufswahl nach wie vor ‘traditionell’. Das soll jetzt in toto durch ‘soziale Filter’ (“Kind, als Mädchen wird man doch kein Metzger!”, “Wir stellen hier keine Frauen als Ingenieure ein, da kann die Leistung noch so gut sein!”) verursacht werden?

In evolutionären Gesichtspunkten unterscheiden sich Frauen und Männer z.B. darin, dass Frauen ca. 9 Monate benötigen, um einen einzigen eigenen Nachkommen zu produzieren, während Männer (bei günstigen Voraussetzungen) mehrere eigene Nachkommen in einer Stunde zeugen können. Das führt schon rein spieltheoretisch zu unterschiedlichen Strategien der verschiedenen(sic!) Geschlechter, die eigene Fitness zu optimieren. Und diese unterschiedlichen Strategien äußern sich in unterschiedlichen Verhaltensmustern von Männern und Frauen. Da diese Verhaltensmuster direkt mit der Fitness (= Anzahl der eigenen Nachkommen, die selbst wieder Nachkommen haben) korreliert ist, liegt die Vermutung nahe, dass solche Verhaltensmuster in unsere Gene ‘hineinselektiert’ wurden. (Das ist für viele Verhaltensmuster auch empirisch gezeigt, ein breites Review bietet z.B. Geary, D.: Male, female. The evolution of human sex differences. Am. Psych. Soc. 2nd ed. 2009.)

Wie man diese (nochmals: empirisch belegten!) Zusammenhänge ignorieren kann, ist mir nicht ersichtlich.

Das heißt natürlich umgekehrt nicht, dass in jedem einzelnen Fall sich eine Frau deterministisch für Beruf X und ein Mann für Beruf Y entscheiden wird. Pilotinnen und Logopäden zeigen, dass es auch Individuen gibt, die andere Neigungen haben als der Durchschnitt und/oder in der Lage sind, soziale Normen zu überwinden.

Es bleibt aber: die Tatsache, dass es mehr Hebammen als Geburtshelfer und mehr Maurer als Maurerinnen gibt zeigt eben nicht, dass Frauen in der modernen westlichen Gesellschaft diskriminiert (s. 1) werden.

_____________________________
1) Definition ‘Diskriminierung’:
Ein Mensch gilt als diskriminiert genau dann, wenn
(a) er vom Zugang zu Ressourcen ausgeschlossen wird
(b) aufgrund von persönlichen Eigenschaften (Hautfarbe, Augenfarbe, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Nationalität …), die
(c) nicht qualifizierend für die Erlangung der Ressourcen sind.

(Ein Buddhist, der nicht das Amt eines katholischen Priesters ausüben darf, ist nach dieser Definition nicht diskriminiert. Ein PoC, der durch die Facharztprüfung gerasselt ist und nicht als Gehirnchirurg arbeiten darf, ebenfalls nicht.)


CountZero
30.12.2014 16:04
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> Dass das biologische Geschlecht angeboren ist, bezweifelt niemand.

Deine Naivität ist reizend. Offensichtlich hast Du Dich noch nicht ausführlich genug mit den grundlegenden Schriften des Feminismus (bzw. der ‘Geschlechterforschung’, Gelächter, aber schallendes!) auseinandergesetzt.

Anne Fausto-Sterling von der Brown University z.B. wird immer wieder zitiert damit, dass sie gezeigt hätte, dass biologische(sic!) Geschlechtszugehörigkeit (auch) sozial determiniert sei (Anne Fausto-Sterling: “Sexing the body”, Basic Books, NY, 2000). In Deutschland sondert macht Prof. Heinz-Jürgen Voß (wohl von der Hochschule Merseburg, keine Lust, weiter zu recherchieren) folgende vollschwachsinnige unorthodoxen Statements ab (http://chrismon.evangelisch.de/artikel/2013/weder-mann-noch-frau-19543 und http://www.fluter.de/de/114/thema/10770/):

Bis in die 1920er Jahre sprach man von Geschlechtervielfalt. Mit den Nazis kam die Theorie einer weitgehend klaren biologischen Zweiteilung, die auch immer noch im Biologiestudium vermittelt wird, obwohl die aktuelle Forschung längst weiter ist. Solche einfachen Thesen machten mich stutzig, und ich erkannte, dass die vermeintlich natürliche Zweiteilung viel Leid mit sich bringt.

Die Begriffe “Frauen” und “Männer” sind voll nazi, ey!

V: Aber ist es nicht so, dass Frauen zum Beispiel Kinder bekommen können und Männer nicht?

Gegen dieses beliebte Argument der Gebärfähigkeit von Frauen sprechen mehrere Punkte. Fortpflanzung ist zwar zur Arterhaltung des Menschen nötig, aber deshalb muss nicht jede oder jeder Einzelne auf klassischem Weg Kinder bekommen können. Es hat sich gezeigt, dass Fortpflanzungsfähigkeit beim Menschen nicht so verbreitet ist, wie oft angenommen. (…) weil Studien ergaben, dass mindestens 15 Prozent der heterosexuellen, fortpflanzungswilligen Paare über einen längeren Zeitraum nicht in der Lage waren, Kinder zu bekommen. Wäre Fortpflanzung also wichtig zur Festlegung des biologischen Geschlechts, wären diese 15 Prozent nicht typisch männlich oder weiblich. Über diese organisch orientierte Frage hinaus ist in die Analyse auch der Wunsch von Menschen zu berücksichtigen, Kinder zu haben oder nicht.

Menschen, die selbst Nachkommen in neun Monaten austragen könnten, aber nicht wollen, sind also weder Frauen noch Männer.

Übung: finden sie ein Gegenargument.

Ich hoffe, ich konnte zeigen, dass Deine (Stefan Müller) ganz oben zitierte Aussage (leider!!) völlig falsch ist. Der Mainstream (!) der Gender-Forschung ist da völlig anderer Ansicht.


Anonym
31.12.2014 12:39
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Etwas off-topic:

https://www.youtube.com/watch?v=T4yshZRGohw
http://www.sciencemuseum.org.uk/about_us/press_and_media/press_releases/2010/05/Lies%20survey.aspx

Wer möchte, kann das ja mal analysieren. Sieht mir verdächtig nach Blödsinn aus.


Ruhrpottgeschädigte
4.1.2015 9:20
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Fall am lebenden Beispiel (ich selbst). Koedukation ist gut, aber in naturwissenschaftlichen Fächern sollte man Schüler und Schülerinnen getrennt unterrichten. Fragen dazu beantworte ich natürlich nicht.

Ich kann nur sagen, dass ich technikinteressiert bin, handwerkliche Tätigkeiten bei mir zu Hause selbst ausführe (im Rahmen meiner körperlichen Möglichkeiten). Ich kenne noch Commodore-Computer usw.
Auf der Berufsfachschule, die ich besucht habe, waren wir eine reine Schülerinnen-Klasse (bis auf einen männlichen Schüler). Das war aber bedingt durch die Fachrichtung (sag ich jetzt nicht). Wir waren alle bestens informiert in: Physik, chemie, Mathematik, etc., andere Fächer waren (ja, ich verrate jetzt die Fachrichtung): Hygiene, Ernährungslehre, Haushaltsführung, Kochen.

Zusammengefasst:
Wie komme ich selbständig durch das Leben? Dazu muss ich die richtigen (staatlichen) Schulen besucht haben und muss nicht in allen Fächern mit den Jungens zusammen Unterricht haben.

Finde ich echt gut 🙂 Übrigens, Abitur habe ich auch (Abendgymnasium, 3 Jahre neben meinem Vollzeitjob)


der eine Andreas
4.1.2015 12:03
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“aber in naturwissenschaftlichen Fächern sollte man Schüler und Schülerinnen getrennt unterrichten. Fragen dazu beantworte ich natürlich nicht.”

Bin ich auch dafür – damit die Jungen nicht durch die Mädchen ausgebremst werden!
Fragen dazu beantworte ich natürlich auch nicht!

FAIL 🙂


EinInformatiker
5.1.2015 13:34
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Gerade im WDR:

Es ist erforscht worden, dass die Frauen (also das Geschlecht, dass von Natur aus eigentlich die Flugzeuge und Autos konstruiert und eigentlich bisher alle Nobelpreise errungen hat (Einstein hat sich ja seinen auch nur von seiner Frau geklaut, obwohl er ihn ja gar nicht für die Relativitätstheorie bekommen hat), aber von den Männern seit Jahrtausenden daran gehindert wird (damit die Männer mehr Macht haben, hat sich Adam im Paradies schon genau überlegt) sich immer noch für typische Frauenberufe interessiert (wie vor 40 Jahren, hat sich nichts geändert) statt in Berufe zu gehen wo man viel verdient. Letzteres erinnert mich an eine Szene aus “Ein Herz und eine Seele”, die ich vor mehr als 40 Jahren mal erleben dufte. Da kam das Gespräch auf den Verdienst in der Fußball-Bundesliga und da meinte die Dame des Hause in ihrer unnachahmlichen Art: “Wieso werden die denn dann nicht alle Bundesligaspieler”. Bei sowas lacht alles, aber wenn eine Professorin sagt, dass die Frauen in Frauenberufe gehen statt mehr als Ingenieur zu verdienen, dann wird das ernst genommen. (Entschuldigung, aber das ist (wenn auch (bei weitem) noch nicht ganz eigentlich die Art in der der Feminismus diskutiert gehört.