Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Google Street View in Berlin

Hadmut
9.12.2014 23:44

Die Woche habe ich ein Google Street View Auto in freier Wildbahn in Berlin gesehen.

Mit dem komischen Kameragestell oben drauf sehen die schon brachial aus. Hat so eine Duftnote von diesen Spionagedrohnen des Imperiums in Empire strikes back.

Was mir da durch den Kopf ging:

Die beste Methode, das komplette Ausspionieren von Straßenzügen zu tarnen ist, groß und bunt Google draufzuschreiben und zu sagen, Ihr werdet jetzt fotografiert. Würden die Russen, die Nordkoreaner oder Syrien hier Foto-Fahrzeuge rumschicken, wäre der Teufel los.


16 Kommentare (RSS-Feed)

Borstie
10.12.2014 0:30
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@Hadmut: Ich gebe Dir zum Thema vollkommen Recht. Wir sind schon völlig subjektiv in der Wahrnehmung bestimmter (der meisten?) Vorgänge geworden. Vergleichbare Dinge (Firma aus USA macht Aufnahmen Firma aus Russland macht Aufnahmen) führen einmal zu Achselzucken und einmal zum Aufschrei.
Vielleicht etwas OT. aber ich denke, es ist auch ein gutes Beispiel für unterschiedliche Maßstäbe: Vor einigen Wochen war ich in Amsterdam. Dort erzählte mir ein Niederländer, dass man in niederländischen “Coffee Shops” nur noch mit einem niederländischen Ausweis einkaufen darf. (Nur um das klarzustellen: ich kiffe seit 20 Jahren nicht mehr und wollte da auch nicht rein)
Nun stelle man sich im Vergleich z. B. mal vor, eine Bäckerei in Deutschland hängt ein Schild in die Tür: “Verkauf nur an Deutsche”
Da wäre was los!

Der Unterschied ist nur der, dass dem niederländischen Shop-Betreiber der Verkauf von staatlicher Seite (wahrscheinlich EU getrieben) verboten wurde, obwohl der höchst wahrscheinlich gern auch an Ausländer verkaufen würde. Der deutsche Bäcker aber, der selbst entscheiden kann wem er seine Ware anbietet, Ärger (wahrscheinlich auch von staatlicher Seite) bekommt.

Oder kurz gefasst:
1. Staatlicher Eingriff in die Freiheit des Coffee Shop Betreibers = okay! (Achselzucken)
2. Nutzen der individuellen Freiheit des Bäckers = Staatlicher Eingriff! (Aufschrei)

Und um auch das klar zu stellen: Ich möchte keine Schilder “Nur für Deutsche” an deutschen Ladentüren!


janndh
10.12.2014 0:48
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ich kenne eine ganze Reihe Hollännder.
und die sehn es so:

HERGOTTNOCHMAL
MACHT DOCH EINFACH SELNBER SHOPS AUF!

so schwer kanns doch nicht sein.


Manfred P.
10.12.2014 1:19
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@Borstie

Ich hab nur gehört, dass den Niederländern es einfach krass auf den Sack gegangen ist, dass massenhaft Deutsche nach Holland gepilgert sind, um sich vollzukiffen.

Da muss man nicht gleich eine EU-Verschwörung wittern. Deutsche sind nicht so wirklich beliebt in Holland, vor allem wenn sie sich breit zugekifft wie Vollidioten aufführen.

Ist leider so; hab ich von mehreren Holländern genau so mit abfälligem Tonfall geschildert bekommen.


derMike
10.12.2014 1:33
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@Borstie,

der Vergleich hinkt gewaltig.
Erstens war es seitens der Coffeeshop Betreiber überhaupt nicht “okay”
und es wurde auch nicht mit einem “Achselzucken” hingenommen.

Zweitens greift der Staat permanent in die Freiheiten von Gewerbetreibenden ein, z.B. Schusswaffenverkauf nur an Besitzer von entsprechenden Waffenscheinen, Schnaps nur an Leute ab 18 usw.

Desweiteren gehört es zu den großen Errungenschaften unserer Gesellschaft dass man als Gewerbetreibender eben nicht komplett selbständig entscheiden darf welche Gruppen man pauschal ausschliesst.
Es stimmt schon dass da die unternehmerischen Freiheiten
beschnitten werden, aber das ist auch gut so.


Andy
10.12.2014 5:05
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Das mit der niederländischen Situation ist nichts neues. Die durften eigentlich noch nie an Tourismus verkaufen, jedenfalls nur minimale Mitnahmemengen und etwas zum Vor Ort Konsum. In letzter Zeit versucht die Mitte Rechts Regierung der Niederlande die Shops langsam auszurotten. Es werden keine neuen Lizenzen erteilt, und alte verlängert man nur wenn kein Fehlverhalten aktenkundig ist!
. Also Verkauf an Minderjährig oder Touristen oder Ruhestörung vor der Lokalität. Es machen daher immer mehr Shops zu, eine Entwicklung die auch die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung reflektiert. Die haben da wenig Bock drauf. Damit rutscht der Handel wieder in die Hände von Freiberuflern die vor den Shops Kunden ansprechen. Und meist auch gleich noch eine Palette härterer Drogen im Gepäck haben.

Die Coffeeshops haben ubrigens immer in einer Grauzone gearbeitet. Für Lizenzinhaber war der gemäßigte Endkunden Verkauf legal, die. Belieferung mit Kilos erfolgte aber immer noch von der organisieren Kriminalität. Das war das sog. backdoor Problem, über das man halt pragmatisch hinweg gesehen hat.


Otaku
10.12.2014 8:23
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Bullshit. Ich bin gerade in Amsterda
m und kein Mensch fragt Mich nach irgendwas, ich
Kann kaufen was ich will.And dad obwohl alle gerade hypernervoues sind, weil ein Hirntoter anderen Hirntoten white heroin als coca verkauft hat, worauf 3 personen der zweiten kategorie hirntotet
ins gras gebissen haven. Und deshalb ueberall in der Stadt Plakatte
haegen: Ignore Street Dealers !!


Joe
10.12.2014 9:17
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Hadmut, da brauchst du nicht einmal die Russen aus der Kiste holen. Setze selbst so einen Fake-Kamera-Dummy auf dein Auto, fahre los und beobachte die Reaktionen…

Ich wette, es dauert nicht lange bis zum Vandalismus.


maSu
10.12.2014 9:40
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Aber: Auch die Russen usw. dürften – genau wie google – jederzeit Panoramaaufnahmen von Straßenzügen erstellen.

Selbst das Verpixeln von Häusern hat Google nur aus Kulanz gemacht. Wenn bei einem Foto nicht explizit eine Person gezeigt wird, sondern ein großer Platz, auf der die Persojn zufällig steht: alles legal.

Es hilft also nichts, sich über Google usw zu beschweren. Wen das stört, der sollte die Gesetze ändern lassen. Aber dann würden japanische Touristen auch wegbleiben, weil Deutschland eine fotofreie Zone wäre…


Quacki
10.12.2014 11:52
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Erstens: Wozu braucht Russland, Nordkorea oder sonstwer noch selber durch die Gegend fahren? Die haben doch selber Streetview!
Zweitens: Das sind gute Nachrichten. Ich liebe Streetview! Ich bin jetzt schon ein paar mal in den Staaten gewesen, und habe jedesmal vorher bei Streetview die Wege in den Städten ausgekundschaftet. Das ist ein tolles Hallo!, wenn man den Mitreisenden den Weg weisen kann, obwohl man selber noch nie da vor Ort gewesen ist … Ist auch prima um später den Bekannten zu zeigen, wo denn das Hotel war usw. Jedenfalls ärgerte mich im Nachhinein die Streetviewfeindliche Haltung der Deutschen bei der Geschichte, wo Google dann auch schön gesagt hat, dass die da keinen Bock mehr haben weiter Bilder zu machen. Wenn die jetzt Updates fahren oder mehr in die Fläche gehen, das hätte schon was.


HF
10.12.2014 13:27
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Man müsste mal die vielen Hinweisschilder auf Videoüberwachung in einer konzertierten Aktion mit einem kleinen, dezenten, bunten Aufkleber “powered by Google” verzieren und dann abwarten, ob es jemandem auffällt.


Klaus
11.12.2014 12:20
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“Niederlande … stelle man sich im Vergleich z. B. mal vor, eine Bäckerei in Deutschland hängt ein Schild in die Tür: “Verkauf nur an Deutsche””
.
Nun ja, es gibt da einen garnicht mal so kleinen Unterschied; muss ich den erklären?


Neo
11.12.2014 15:50
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Keine Sorge. Streetview in Deutschland ist weitgehend tot (bis auf ein paar Flecken) und wird auch so tot bleiben. Auch Streetside (die “Konkurrenz” von Microsoft) wird es auf absehbare Zeit in Deutschland nicht geben. Den Ärger mit den deutschen “Wutbürgern” und Verpixlern will sich niemand der noch einigermaßen bei Verstand ist geben.

Die Google-Autos die ab und an durch Deutschland fahren sind nur dafür da Google-Maps aktuell zu halten.

Das witzige dabei ist, daß derartige Dienste eigentlich von der Panoramafreiheit gedeckt sind. Ich warte ja darauf, daß fotografieren in der Öffentlichkeit allgemein zuerst gesellschaftlich geächtet und dann gesetzlich verboten wird. Eine Erlaubnis gibt es dann nur noch nach begründetem Antrag bei der Stadtverwaltung sowie einer Ankündigung in der örtlichen Tageszeitung mindestens drei Tage im voraus.

Schließlich könnte einem ja durch das fotografiert werden die Seele abhanden kommen.


Borstie
12.12.2014 0:36
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Vielleicht ist mein letzter kurzer Kommentar unter die Räder gekommen.

Vergleiche hinken immer. Ganz klar. Ich habe das auch bewusst plakativ an dem niederländisch Coffee Shop und dem deutschen Bäckerladen aufgehangen. Bitte entschuldigt, wenn das nicht so rüber kam.

@ Klaus: Kannst Du mir den “gar nicht so kleinen” Unterschied zwischen gesetzlich verordnetem “nur an Niederländer” zum privat verordnetem “nur an Deutsche” erklären?


Hadmut
12.12.2014 10:07
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Könntet Ihr mir mal erklären, was die Drogenpolitik der Niederlande mit dem Thema des Artikels, nämlich Google Street View in Berlin, zu tun hat?


Borstie
12.12.2014 0:49
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@ derMike: Ja, jeder Vergleich hinkt. Wenn bei mir um die Ecke eine Trinkhalle aufmachen würde, aus der jede Mitternacht duzende Besoffene johlend rauskommen – ich würde mich auch beklagen.
Wenn ich dann aber fordern würde: “Ausschank von Alkohol nur noch mit deutschem Ausweis”? Was meinst Du? Was passiert dann?


Borstie
13.12.2014 3:18
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Hadmut: “Könntet Ihr mir mal erklären, was die Drogenpolitik der Niederlande mit dem Thema des Artikels, nämlich Google Street View in Berlin, zu tun hat?”

@Hadmut: Eigentlich nichts. Ich hatte in meinem Kommentar vom 10.12.14 nicht ohne Grund ab etwa Ende erstes Drittel mit “OT” vermerkt. Aber irgendwie scheint es eine Reaktion ausgelöst zu haben. Die Diskussion drehte sich (fast) nur noch um meinen “OT” Kommentar.

Ich bitte aber alle meinen ersten Kommentar nochmal zu lesen! Vielleicht wird es klarer worauf ich hinaus wollte.

Und der “gar nicht so kleine” Unterschied von Klaus interessiert mich immer noch.