Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Noch ne Bildkombinationstechnik

Hadmut
19.2.2014 10:50

Der Fortschritt von der analogen, chemisch-optisch verarbeiteten zur digitalen, rechnerisch verarbeiteten Fotografie hat ja ein neues Paradigma mit sich gebracht.

Früher hat man ein Foto gemacht und dann vielleicht in der Dunkelkammer noch beschnitten, abgewedelt, nachbelichtet, Kontrast verändert, Zonen verschoben, aber das war’s im wesentlichen. Foto ist Foto.

Dann gab’s da noch die Doppel- bzw. Mehrfachbelichtung (bzw. Langzeitbelichtung mit Mehrfachblitz), aber da kam nur selten was sehenswürdiges raus.

Dann aber kam auf, mehrere Fotos zu machen und am Rechner zu kombinieren:

  • Panoramafotografie kombiniert mehrere räumlich bzw. vmo Winkel verschobene Fotos zu einem größeren Blickwinkel.
  • HDR-Fotografie kombiniert mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen zu einem Foto mit höherem Dynamikumfang.
  • Tiefenschärfereihen kombinieren mehrere Fotos mit unterschiedlicher Focus-Einstellung zu einem Foto mit größerer Schärfentiefe.
  • Es passt nicht so ganz in die Aufzählung, kann aber trotzdem erwähnt werden: Fotos mit (absichtlich erzeugtem) Nodalfehler werden zu 3D-Fotos bzw. 3D-Panoramas zusammengefügt.

Jetzt ist gerade was neues in Mode: Fotos zu unterschiedlichem Zeitpunkt werden kombiniert um einen größeren Zeitraum abzudecken. Das hat zwar große Ähnlichkeit mit den alten Mehrfachbelichtungen oder Stroboaufnahmen, ist aber nicht das gleiche, weil die Verknüpfung eine andere ist. Da gibt’s bei der ZEIT von den Olympischen Spielen eine durchaus sehenswerte und teils sehr gelungene Bildsammlung.

19 Kommentare (RSS-Feed)

C.K.
19.2.2014 11:08
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Interessantes Video über die Bildberichterstattung von Reuters von 2012.
http://fstoppers.com/behind-the-scenes-how-to-photograph-the-olympics-with-reuters

Was für ein Aufwand.


Markus Lamers
19.2.2014 11:14
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ui, stimmt .. da sind wirklich interessante Sachen dabei .. muss ich auch mal ausprobieren.

Danke fürs aufmerksam machen 🙂


Hadmut
19.2.2014 11:22
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> muss ich auch mal ausprobieren.

Ja. Fragt sich nur mit welcher Software. Kann natürlich sein, dass die einfach mit Photoshop/Gimp/usw. die Bilder übereinander legen und dann mit Ebenenmasken arbeiten, aber das kommt mir etwas zu aufwendig vor, soviel Zeit haben die eigentlich nicht.


C.K.
19.2.2014 11:42
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Scheint in der Camera zu passieren. Denke die Bilder kommen von den Kamera Rigs, da sich bei den ferngesteuerten Kameras die Posotion nicht ändert, müsste es ja relativ leicht sein, die Bilder austomatisch zu layern, oder?

“The multiple images are captured at split-second intervals, buffered and then saved in one file. The camera is able to recalculate what needs to happen for the image to come out making visual sense.”

Aus einer AP Meldung

Die Rigs sind wohl das hier:
http://www.wired.com/rawfile/2012/07/olympic-robo-cams-reuters/

http://learn.usa.canon.com/resources/articles/2011/1dx_multiple_exposures_article.htmlp


yasar
19.2.2014 12:23
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Müßte man sich eigentlich selbst mit imagemagick schnell zusammenschustern können:

Da die Hintergründe sich kaum verändern, könnte man jeweils immer ein Differenzbild zum vorhergehenden machen. Dann hat man die beiden Positionen des Athleten im Bild (vorhergehende und nachfolgende) udn kann dann manuell ganz schnell den richtigen “freistellen”. Die Folge der freigestellten Bilder kann man einfach als maske benutzen, um dann die “richtigen” Teile der Bildfolge ins erste (oder letzte) Bild “reinzustanzen”.

So würde ich das machen, wenn ich in sehr kurzer Zeit so ein Bild erstellen müßte.

Das kann man sicher noch mit ein paar skripten garniert verbessern aber es sollte kein Problem sein innerhalb von wenigen Minuten so ein Bild zu produzieren. Ich habe leider keien passende Kamera (nur Billigknipsen) um sowas mal auszuprobieren. Die Zeiten, als ich noch selbst Filme entwickelt habe sind schon sehr lange vorbei.


Missingno.
19.2.2014 13:10
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Robert W.
19.2.2014 13:36
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David Hockney hat Ähnliches schon vor 30 Jahren rein manuell mit Photos und Polaroids gemacht.
M.M.n. kommt eine automatisierte Bilderberechnung da lange nicht dran 😉

Von den Bildern in der Zeit gefallen mir eigentlich nur Nr. 10 und Nr. 13 …


Photoshopper
19.2.2014 14:32
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> Jetzt ist gerade was neues in Mode: Fotos zu unterschiedlichem Zeitpunkt werden kombiniert um einen größeren Zeitraum abzudecken. Das hat zwar große Ähnlichkeit mit den alten Mehrfachbelichtungen oder Stroboaufnahmen, ist aber nicht das gleiche, weil die Verknüpfung eine andere ist. <

Das ist auch bei der Digitalfotografie nichts neues und besonders im Bereich der Sportfotografie immer wieder gerne gemacht. Man muß hier nur die einschlägigen Foren mal konsultieren. Hergestellt werden solche Bilder indem man Serienaufnahmen (aktuelle DSLR der Topklasse mit ihren schnellen Bilderfolgen sind hierbei sehr hilfreich) über Ebenen mit Ebenenmasken zu einem neuen Bild zusammenfügt. Mit ein wenig Übung eigentlich kein großes Ding.


Karl
19.2.2014 16:19
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A light-field camera, also called a plenoptic camera, is a camera that uses a microlens array to capture 4D light field information about a scene. Such light field information can be used to improve the solution of computer graphics and computer vision-related problems, and to make digital plenoptic pictures that can be refocused after they are taken. — en.wikipedia.org/wiki/Light-field_camera


Hadmut
19.2.2014 16:19
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Stimmt. Mir ging doch die ganze Zeit noch durch den Kopf, dass ich eine vergessen hatte.


Hans
19.2.2014 17:56
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Das ist nun wirklich nicht neu!
Siehe Eadweard Muybridge um 1880 (!) https://de.wikipedia.org/wiki/Eadweard_Muybridge.
Solche Bilder kann eben nur heute, dank moderner Kameratechnik, jeder Fotograf ohne großen Aufwand herstellen.
Der technische Aufwand vor 130 Jahren hingegen war beeindruckend und eine Leistung für sich.


Hadmut
19.2.2014 17:58
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Nee, das waren ja gewöhnliche Filmaufnahmen, ausgeschnitten und nebeneinandergelegt, aber nicht in ein Bild kombiniert.


Hadron
19.2.2014 21:00
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Fotos zu unterschiedlichem Zeitpunkt werden kombiniert um einen größeren Zeitraum abzudecken.

Gleiches Thema, jedoch viel größerer Zeitabstand: Die Fotos bzw. Fotocollagen von Sergey Larenkov. Er hat alte Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg mit aktuellen Fotos vom gleichen Schauplatz verbunden. Sowohl die Idee als auch die Ausführung ist beeindruckend:
http://www.mymodernmet.com/profiles/blogs/the-ghosts-of-world-war-iis


_Josh
19.2.2014 21:00
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@Hadmut:

[…] und dann mit Ebenenmasken arbeiten, aber das kommt mir etwas zu aufwendig vor, soviel Zeit haben die eigentlich nicht.

Versteh’ ich nicht: Mein Freund Lars K., der seit 35 Jahren hauptberuflich Agenturphotograph, (TV-)Kameramann und 3d-Guru ist, macht sowas in weniger als 5 Minuten pro gezeigter Bilderstrecke, bar jeder Schweissperle auf der Stirn, sowohl mit Gimp als auch Photoshop, seit Windows 98.

So, what’s the point?


Hadmut
19.2.2014 21:11
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@Josh: Ja, wenn man im Büro am schönen dicken Mac sitzt. Das tun die Sportfotografen aber in der Regel nicht.

Sport- und Pressefotografen können es sich oft nicht mal erlauben, RAW aufzunehmen, weil das konvertieren und übertragen zu lange dauert.

Kann natürlich sein, dass das hier jetzt die Nachbearbeitungen abends im Hotelzimmer waren…


Hans
19.2.2014 22:12
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Erstens, nein, das waren keine Filmaufnahmen, sondern Einzelaufnahmen auf Glasplatten, ob 4×5, 8×10 od. möglw. auch ein anderes Format, weiß ich im Augenblick leider nicht.
Nebenbei bemerkt, das erste Aufzeichnumngsgerät für Filmaufnahmen, der Kinetograph, wurde meines Wissens nach erst 1891 von Edison erfunden.
Zweitens, es ist wesentlich, daß es Einzelaufnahmen sind, ob man diese Einzelaufnahmen anschließend auf mehrere oder nur ein Blatt Fotopapier printed ist zweitrangig. Ich glaube zumindest vom “Pferd” gibt es auch Ein-Blatt-Prints. Genau weiß ich das aber nicht, falls ja, sind diese Prints aber sicher nicht von Muybridge selbst, sondern wurden nach seinem Tod angefertigt.


frolic
20.2.2014 3:48
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frolic
22.2.2014 3:47
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Hadmut
22.2.2014 12:38
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Heieiei, das ist aber psychedelisch…