Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

CDU: Selbst schuld!

Hadmut
12.2.2014 21:08

Ich las heute (so ganz retro-altmodisch in der gedruckten Ausgabe) des Tagesspiegels einen Artikel darüber, wie stocksauer die Unionsfraktion über Ursula von der Leyens Alleingänge ist.

Tja, Leute, da seid Ihr doch selbst dran schuld. Niemand anderes als die CDU selbst hat die auf den Posten da gesetzt. Und warum tut Ihr so überrascht? Es ist doch seit Jahren bekannt, wie Ursula von der Leyen sich aufführt und benimmt. Habt Ihr etwa die Kinderpornosperre und die Frauenquote schon vergessen?

Wie doof müsst Ihr eigentlich sein, um die nach den Vorgängen noch in ein Ministeramt zu stecken? Hättet Ihr mich gefragt, hätte ich Euch gleich sagen können, wie die sich aufführt. Und kommt mir nicht damit, hinterher könnte man das leicht behaupten. Ich hab es vorher schon gesagt. Hättet Ihr mal mein Blog gelesen.

Oder wart Ihr das am Ende gar nicht selbst? Habt Ihr die nicht freiwillig da reingesetzt? Es geht ja schon länger das Gerücht, dass die Niedersächsische CDU da überproportional viel Einfluss habe und ihre Favoriten auf dem Erpressungsweg da reindrückt. So richtig antidemokratisch. Tja, wenn Ihr dieses Spiel spielt, dürft Ihr Euch nicht über das Ergebnis beklagen.

Das war doch klar, dass das schief geht, wenn man so eine hyperaktive, mediengeile, selbstverliebte, universell inkompetente Selbstdarstellerin in so einen Posten schiebt, von dem sie keine Ahnung hat, dass das sofort hochgeht.

Aber wer weiß. Vielleicht sitzt die Merkel ja zuhause auf dem Sofa und lacht sich eins, weil’s läuft wie geplant. Wieder mal einen Widersacher den Fluss runtertreiben lassen. Fehlt nur noch, dass sie vdL ihr vollstes Vertrauen ausspricht. vdL rammt sich selbst im ersten Jahr ungespitzt in den Boden, wird kurz und trocken durch jemand anderen ersetzt und entsorgt, und bis zur nächsten Wahl erinnert sich keiner mehr dran. Vielleicht regt sich der Kauder ja auch nur deshalb so auf, weil die Merkel ihm gesagt hat, dass er das mal tun soll.

7 Kommentare (RSS-Feed)

JoeB
12.2.2014 21:27
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Danke, Hadmut, für die deutlichen Worte! Einer muss es ja mal sagen…

Jeder halbwegs denkende Mensch muss sich doch wundern, wenn er UvdL’s Gebaren in der Glotze sieht. Auch dem dümmsten Mensch muss doch bei deren Auftritte klarwerden, dass die “uns was verkaufen will”.

Umso überraschter bin ich, wie da das Gerede von der angeblich nächsten Kanzlerkandidatin im Zuge ihrer Ernennung zur Verteilungs^W — äähh — Verteidungsministerin aufkam. Die gewinnt ja noch nicht mal ihren eigenen Wahlkreis [1].

Kann mir mal bitte jemand erklären, wieso ausgerechnet sie sich für eine Kanzlerin qualifizieren sollte?

[1] http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Politik/Bundestagswahl-2013/Von-der-Leyen-verpasst-erneut-Direktmandat


Herrmann
12.2.2014 22:32
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Dämlicher Kanzlerwahlverein.
Und das schon immer.
Nach dem Fall der Mauer nicht mal mehr für Antisozialismus gut.
Braucht kein Mensch mehr.
Noch noch nicht mal, um die bekloppte SPD im Zaum zu halten.


ein anderer Stefan
12.2.2014 23:04
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Ich habs gleich gesagt: vdL kriegt den Schleudersitz im Verteidigungsministerium, damit Mutti eine Konkurrentin bequem entsorgen kann. vdL geht erwartungsgemäß baden, damit ist ihre politische Karriere zumindest auf Bundesebene beendet. Wahrscheinlich wird sie dann noch zur Bundespräsidentin hochgelobt.

Herrmann: warum sollte man die SPD im Zaum halten? Die schaffen es doch prima, sich selber zu demontieren.


Michael
13.2.2014 1:01
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Fol eklige Politik.
Hätte sie nix gemacht, sie wäre die “kompetenteste von uns”
wîrg


Franke
13.2.2014 2:38
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Das Verteidigungsministerium ist ein Friedhof. Das ist hinlänglich bekannt. Das die Presse VdLs Ressortwechsel so bejubelte (und fehlinterpretierte: Kanzlerin! …my ass) war für mich das einzig Überraschende. Man errinnere sich an die analoge Rethorik bei Guttenberg und wie lange der durchhielt. Man errinere sich an Jung und de Mezaire.

Das Verteidungsministerium ist die Todeszelle unter den Ministerien. Dort werden Hinrichtungskandidaten eingesperrt, bis sie sich in der Zelle erhängen oder “selbst erhängt” werden.

Es ist beruhigend das die CDU zur selbstreinigung fähig ist. Dass sie dafür die zweifellos schwierige Lage der Bundeswehr weiter verschlechtert ist ein armutszeugnis, wie wir es von dieser Partei gewohnt sind…


beeblebrox
13.2.2014 10:43
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Wie schon mal erwähnt hieß der letzte Verteidigungsminister, der Bundeskanzler wurde Helmut Schmidt. Der hatte einige dringende Reformen (Innere Führung, “Bürger in Uniform”) durchgeführt um die noch sehr in Wehrmachtstradition verhaftete Armee in eine zeitgemäße Bundeswehr zu überführen. Allerdings das von FJS geerbte Starfighter-Problem reichte auch er an seinen Nachfolger weiter.
Seitdem ist mir jedenfalls kein Verteidigungsminister bekannt, der eine nennenswerte politische Karriere machte. Vielmehr reduzierten sich von Regierung zu Regierung stetig die Dienst- bzw. Halbwertzeiten der Amtsinhaber. Ich glaube Peter Struck war der letzte Verteidigungsminister, der es noch über eine volle Legislaturperiode schaffte.

Ehrlich gesagt verstehe ich aber auch dieses ganze martialische Geschreibsel der rechts-konservativen Verblödungspresse (BILD, BUNTE und Co) bzgl des Verteidigungsministerium nicht. Die tun ja geradezu so, als müsse VdL morgen gen Engeland oder dem Franzos in die Schlacht ziehen.
Kann denen mal jemand erklären, dass der Krieg seit bald siebzig Jahren vorbei ist, wir seitdem in einem friedlichen Europa leben und auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Russe nochmal in feindlicher Absicht kommt ungefähr bei Null ist?

Offenbar haben nicht nur Frau von der Leyen, sondern auch einige andere Geistesgrößen noch nicht so ganz gecheckt, dass hierzulande weder Kanzlerin, noch Außenminister und schon gar nicht die Verteidigungsministerin über Kriegseinsätze entscheiden sondern einzig und allein der Bundestag!

Wie gesagt – Anfang der siebziger, zur Zeit des kalten Krieges, konnte man mit Sach-kenntnis und Fleiß noch als Verteidigungsminister punkten. Die heutige Freiwilligen-Armee spielt eigentlich nur noch eine Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung, wenn es mal wieder um Fehlplanungen und überteuerte Beschaffungen geht (Drohnen) oder eben um Auslandseinsätze.

Das heiße Eisen Beschaffungen mit all dem Korruptionssumpf wird Albrechts hochwohl-geborenes Töchterchen nicht anfassen. Dagegen kann man mit dem Thema Auslands-einsätze gefahrlos einen hübschen Medienwirbel veranstalten – denn zu entscheiden hat die Dame das (s.o.) sowiso nicht.


Heinz
13.2.2014 12:34
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Btw:
Die Verteidigungsminister von Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Deutschland:
https://twitter.com/JeanineHennis/status/429630898532016128/photo/1/large