Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Russen geben 20 Millionen aus…

Hadmut
12.10.2013 0:52

…um eine eigene Suchmaschine als Konkurrenz zu Google zu entwickeln.

Warum können wir sowas nicht?

(wir = Deutsche Universitäten, Deutschland, Europa)

41 Kommentare (RSS-Feed)

Wolle Pelz
12.10.2013 0:54
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Wir können das nicht, weil es wichtiger ist unfähige Frauen auf Professorenstellen zu hieven.

…und weil wir Gleichstellungsbeauftragte, Frauencafés usw. bezahlen müssen.


techniknörgler
12.10.2013 0:59
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Den Versuch gab es doch schon längst aus Frankreich. Wurde viel Staatsknete rein gesteckt. Was hat es gebracht? Was soll es bringen?

Geld vom Staat erzeugt kein Wunder.


Anmibe
12.10.2013 1:42
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Vom technischen Standpunkt gebe ich Dir recht, Wolfram funktioniert gerade so leidlich, hat aber keine Bedeutung und bei Theseus haben wir rd. 100 Mio. versenkt. Die dt. Informatik bekommt es nicht auf die Reihe, aber ich bin mir auch nicht sicher ob ich eine staatliche Suchmaschine wirklich haben will, wenn ich an Leute wie Friedrich etc. in der Politik denke. Und wo es bei den Russen lang geht, muss sich erst noch zeigen. Aber wie gesagt, Du meintest wohl eher den rein techn. Aspekt.


Fx
12.10.2013 1:54
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Leider hat hierzulande seit Jahrzehnten die “transatlantische” Lobby einen viel zu großen Einfluss. Was in freien Ländern selbstverständlich ist, wird hierzulande ganz schnell als nationalistischer Alleingang oder antiamerikanische Bewegung diskreditiert.

Deshalb lautet meine Antwort auf die Frage “Warum können wir sowas nicht?” frei nach Karl Valentin:

Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut!


Hans
12.10.2013 2:05
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“Warum können wir sowas nicht?”
Weil das Schwachsinn wäre!
Erstens gibt es schon hervorragende Suchmaschinen in Konkurrenz zu Google, z.B. Ixquick, und obwohl Ixquick Spitze ist, ist ihr Marktanteil trotzdem nur marginal, leider – was aber zeigt, wie unglaublich schwierig so etwas ist.
Zweitens sind 20 Millionen für den Aufbau einer Google-Konkurrenz schlicht ein Witz.
Und drittens, sind staatlich finanzierte Suchmaschinen wohl das letzte, was das Internet braucht.
Als ob die Industrie und die Geheimdienste das Netz nicht schon genügend kaputt gemacht hätten, nein Sie wollen für jede Region auch noch eigene Suchmaschinen, die dann sehr wahrscheinlich nach den jeweiligen Wünschen der jeweiligen Regionalmächte funktionieren werden.
Wirklich eine klasse Idee!


Karl Müller
12.10.2013 2:07
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http://yacy.net/de/ wird vom Karlsruher Institut für Technologie (mit)entwickelt. Bräuchte aber sicher mal mehr Manpower und mehr Teilnehmer.


Johnny
12.10.2013 2:20
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äh, was? Der Kreml will eine Konkurrenz zu Yandex, weil private Firmen böse und schlechter steuerbar sind. Google ist Russland ziemlich irrelevant.

Und, so leid es mir tut, mit 20 Millionen bekommt man keine Alternative zu Google. Schon gar nicht in Deutschland. Das kostet doch schon das Ausschreibungsverfahren.

Mit 2, 3 Milliarden könnte das was werden….


Emil
12.10.2013 2:27
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Die Entwicklung einer Suchmaschine selbst ist kein Hexenwerk. Es gibt und gab ja zahlreiche Konkurennten zu Google (in Deutschland z.B. fireball.de). Das Problem ist die Serverfarm, die man haben muss, um das ganze im großen Stil zu betreiben. Wer finanziert sowas angesichts der Marktmacht von Google?


Celos
12.10.2013 2:34
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Keine Ahnung, keine Vision, grosses Ego. Sieht man doch ueberall…


Hanz Moser
12.10.2013 2:40
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20 Millionen?
Bei dem Buzzword Google-Konkurrent macht doch bei solchen Peanuts in Europa keiner auch nur Versprechungen. Weil wir das besser können.

Ja, wirklich. Du hast ja nur davon geschrieben, dass die Russen dafür Geld ausgeben, nicht dass etwas herausgekommen wäre.


Max
12.10.2013 3:34
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der KREML.

entwickelt eine SUCHMASCHINE.

wtf?! Liefert die dann nur Informationen, die zur Politischen Indok^WBildung geeignet[tm] sind?

Gute Idee, muss man ihnen schon zugestehen..Koennte sogar klappen :/

Andererseits ist etwas Diversitaet ganz nett. Ueberspitzt: Wenn das pöse kapitalistische american dream-Google, UND die exkommunistische böse lupenreine Demokratursuchmaschine sich nicht widersprechen… Dann stimmt es wohl wirklich.


Diese Koniferen hier haben ja noch nichtmal kapiert, warum die Amis kostenlose Quelltextsserver für die ganze Welt aufstellen.

Carsten

gell, da schaust


Fred
12.10.2013 5:17
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Hi,

Europa kann dies auch:
http://en.wikipedia.org/wiki/Qwant
Kennt aber keiner…

Oder dies hier:
http://en.wikipedia.org/wiki/Volunia


DerdieBuchstabenzählt
12.10.2013 5:36
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Dafür können wir Frauenquote! Ätsch!! Kann aber auch sein, der Snowden hat den Russen einen Floh ins Ohr gesetzt … und die nehmen den ernst?


Hank
12.10.2013 5:44
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Ey da muss man ja denken, ey.


DerdieBuchstabenzählt
12.10.2013 5:48
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Der Spiegel-Artikel kommt mir komisch vor.

-“Yandex machte im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Dollar Umsatz,..” und dann “Der Gewinn lag – vor Abzug von Zinsen und Steuern – bei sagenhaften 400 Millionen Dollar.”

1000 Millionen Umsatz zu 400 Millionen Gewinn? 😉

“..einem geheimnisvollen Großinvestor mit Verbindungen zum Kreml..”

Klar, geheimnisvoll is’ er der Große aber Verbindungen zum Putin hat er jedenfalls. Ehrlich, das wissen die genau! 🙂


DerdieBuchstabenzählt
12.10.2013 6:07
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Fällt mir noch ein. Warum “- vor Abzug von Zinsen und Steuern -“? Steuer ist klar aber warum nicht Gewinn VOR Abzug der Mitarbeiterentlohnung oder vor Abzug für Heizkosten oder so?


Gerd
12.10.2013 7:20
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Weil bei uns die 20 Mio schon weg wären in der Erforschung gendergerechter Suchverfahren. Als Ergebnis hätten wir dann eine Einstiegsseite mit Plüschbärchen, aber noch keine Datenbank.


yasar
12.10.2013 8:56
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Ich vermute:

WIR wollen Neuland erkunden und nicht “ausgetretene Pfade” pflastern.

(Dann sieht auch keiner wenn man sich verläuft oder beim Pflastern pfuscht).


Leanne
12.10.2013 9:07
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Das Schulsystem der Russen ist noch nicht verpudelt. Das heisst sie haben viele MINT-Fächer und dort hohe Anforderungen. In den Femokratien wurde der Schulstoff den Mädcheninteressen angepasst.


Tobias
12.10.2013 9:48
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http://www.exalead.com/search/

Das scheint alles zu sein, was vom Projekt Quaero übrig blieb.


Hustenstorch
12.10.2013 9:59
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Weil wir viel zu viel mit Gender-Studien beschäftigt sind. Man muss doch Prioritäten setzen!


michael
12.10.2013 10:36
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Fang’ einfach mal an, weltweit Webseiten zu crawlen, und die Ergebnisse – von einem deutschen Server aus – zugänglich zu machen.

Die 20 Millionen langen Dir hier nichtmal für die Anwälte…


HF
12.10.2013 11:10
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Ich weiss nicht, was Du willst.
Können wir doch!
Theseus wurde mit 100 Millionen Euro gefördert, im Geldausgeben macht uns so leicht niemand was vor.


ein anderer Stefan
12.10.2013 11:24
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Weil die Deutschen lieber Autos und Maschinen bauen. Informatik ist ja so ein “Nischenthema” für Freaks, die bei Mama im Keller sitzen. Automechaniker – das ist doch wenigstens ein vernünftiger Beruf. Ups – das heißt ja heute Mechatroniker. Na sowas, woher das wohl kommt?


georgi
12.10.2013 11:29
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Michael
12.10.2013 11:37
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Eine deutsche Suchmaschine – haha. Das würde dann eher eine Zensur-und Manipulationsmaschine werden. In Deutschland geht ja nix ohne Ideologie und Nebeldenken; das würde bestimmt ganz ganz übel enden. Die “BRD-Wikipedia” ist schon schlimm genug geschönt. Besser wäre eine wirklich unabhängige Suchmaschine da google auch ein $-Unternehmen ist und nichts was es tut aus reinem Herzen aus Liebe zur Menschheit tut (Dual-Use). Wobei die russische Suchmaschine wohl m.M. sicherlich freier als Google etc. sind wird – von Putin-Themen mal abgesehen 🙂


Wolfgang Keller
12.10.2013 13:30
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Die Europäer hatten in der Vergangenheit daran gearbeitet. Da ich dir die Recherche bewusst nicht abnehmen will, gebe ich dir nur die Stichworte, nach denen du suchen kannst:

Zum ersten such mal nach dem “Quaero”-Projekt und wer daran beteiligt war (Spitze in Richtung Hadmut: das KIT war darunter 😉 ; aber es gibt zahlreiche andere wichtige Beteiligte). Anschließend recherchiere darüber, warum sich hiervon auf deutscher Seite “Theseus” abspaltete und welche Ziele dieses Projekt verfolgte. Anschließend informiere dich, was bei beiden Projekten herauskam.


heinz456
12.10.2013 15:33
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@HF, Anmibe: Theseus ist aber keine Web-Suchmaschine. Es war ursprünglich mal geplant, sich gemeinsam mit den Franzosen (Stichwort: Quaero) an so etwas zu versuchen, die Deutschen sind aber relativ frühzeitig ausgestiegen. Aus meiner Sicht auch zurecht. Es ist lächerlich, so etwas auf politischer Ebene entschließen zu wollen. Von den 6 Milliarden U$, welche Google jährlich in RTD investiert, gehen sicherlich alleine 500 Millionen in die Weiterentwicklung der Suchmaschine (wenn nicht noch viel mehr). Und da will man mit 40-50 Millionen €/Jahr gegenhalten?


Karl Marx
12.10.2013 15:48
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@DerdieBuchstabenzählt

Fällt mir noch ein. Warum “- vor Abzug von Zinsen und Steuern -”? Steuer ist klar aber warum nicht Gewinn VOR Abzug der Mitarbeiterentlohnung oder vor Abzug für Heizkosten oder so?

a) Weil Zinszahlungen stehts unter dem Verdacht stehen, zu hoch angesetzt zu sein, um den Gewinn zu mindern, an dessen höhe der Staat die Steuer anknüpft.

http://de.wikipedia.org/wiki/EBITDA
http://de.wikipedia.org/wiki/Zinsschranke

b) Weil Geld keinen Wert schafft, den schaffen die Arbeiter. Und die Arbeiter arbeiten nur, wenn Lohn gezahlt und die Räume beheizt werden.


Mashup
12.10.2013 18:47
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@Carsten Thumulla
Na die Amis stellen kostenlose Quelltextserver auf,
weil sie Open Source fördern wollen und sie das
nötige Kleingeld dafür haben.


rleo
12.10.2013 23:17
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Ein Suchmaschine, die in DE entwickelt wurde?
Braucht keiner.

In DE gibt es kein Internet, nur Facebook, und das hat eine Suche, die in den letzten Tagen noch ‘verbessert’ wurde.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Facebook-Suche-Kein-Verstecken-mehr-moeglich-1977284.html

Wie komisch das werden kann, sieht man hier:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/NSA-Ueberwachungskandal-Schriftsteller-protestieren-vor-dem-Kanzleramt-1960973.html

Dieser ‘Protest’ ist über Facebook, dem deutschen Internetersatz, medienwirksam verbreitet worden,

Facebook ja, Überwachung nein, Mutti (die Kanzlerin) soll’s richten.
Naiv.
Und viele ‘Unterstützer’.

Sucht man bei der Initiatorin, was sie von Software und Open Source mal gehört hat, findet man das hier:

http://www.zeit.de/2006/14/C-OpenSource/seite-1

Der Linux = Pizza + Cola, …

“So also sieht ein Bewohner der Insel der Seligen aus. Höchstwahrscheinlich werden Typen wie F. die Welt nicht in einen Paradiesgarten verwandeln.”

Nur der letzte Satz klingt etwas versöhnlich zu einer als ‘feindlich’ eingestuften unzugänglichen Welt.

Solange unsere ‘geistige Elite’ keine Sensibilität für das Thema Internet, Sicherheit, Überwachung entwickelt, und sich nur bei Chef-Mutti beschwert, wird das nichts mit einer IT ‘Made in DE’.

Ich verweise noch auf eine meiner Lieblingsseiten hier in diesem Blog, die ich immer wieder gerne lese und weiterverbreite:
https://www.danisch.de/blog/2011/07/22/bricht-die-it-sicherheit-gerade-global-zusammen/

Dank an Hadmut für diesen Text.

Der Kernabschnitt daraus:
“Wir sind in der Sackgasse. Jahrelang, nein, jahrzehntelang, haben wir als Gesellschaft, als Industriestaat, die Entwicklung der IT-Sicherheit schleifen lassen, …”

Korrekt.

Unsichere Systeme einsetzen und sich bei Mutti beschweren, dass diese Systeme unsicher sind.
Nur nicht nachdenken, das ist Arbeit, und ist nicht medienwirksam.


Marc
13.10.2013 13:12
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Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es in Deutschland relativ viel Web-Infrastruktur. Wir haben für Mail GMX und web.de, die Russen haben mail.ru. In allen anderen Ländern der Welt benutzen sie GMail, Yahoo, etc.

Dass Google weltweit so populär ist, auch in Deutschland, liegt doch vor allem daran, dass es so gut funktioniert, nicht daran, dass keiner eine Alternative baut.


Herrmann
13.10.2013 14:14
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“Warum können wir sowas nicht?”

Der verzweifelte Ruf nach Bildschirmtext 2.0 oder was?


Knorka Kinte
13.10.2013 14:24
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@Hadmut:

ist zwar offtopic hier, aber auf sueddeutsche.de wird bei der Sonntagsfrage schon von mehreren Instituten kein Wert mehr für die Piraten ermittelt. Scheinen unter der Wahrnehmungsgrenze (10% auf <1% zu kommen. Glückwunsch 😀


Knorka Kinte
13.10.2013 14:26
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oh, bei obigem Beitrag ist was schief gelaufen. Sollte heißen:

ist zwar offtopic hier, aber auf sueddeutsche.de wird bei der Sonntagsfrage schon von mehreren Instituten kein Wert mehr für die Piraten ermittelt. Scheinen unter der Wahrnehmungsgrenze (10% auf <1% zu kommen. Glückwunsch 😀


Thomas M.
14.10.2013 10:27
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Warum wir das nicht können? Deutschland ist nicht souverän, sondern hängt an Marionetten-Schnüren der USA.


Dummerjan
14.10.2013 10:53
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Können wir nicht eine Frauencloud bilden – d.h. schanfragen werden an Frauen auf Genderlehrstülen weitergeleitet, die diese dann beantworten? Ich fände das ziemlich cool. So eine Art aleatorische Wahrheitsfindung.
Hat bestimmt viel mit Spass zu tun.


Martin
14.10.2013 12:03
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Ich würde die russische Initiative auch im Kontext hiermit sehen:
http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/0/2135877/index.html


Johnny
14.10.2013 22:08
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@Hans: Ixquick hat nichts an Suchtechnologie entwickelt, sondern nutzt Google für die eigentliche Suche — nur ohne dabei Informationen über den Suchenden weiterzugeben. Die Technologie ist, wie bei allen Suchmaschinen auf Google-Nivaeu, von Google.


nymano
15.10.2013 18:08
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“Warum können wir sowas nicht?”
Weil wir am Tropf der USA hängen, die Russen nicht

“http://yacy.net/de/ wird vom Karlsruher Institut für Technologie (mit)entwickelt.”
Thema verfehlt. Das ist keine wikrliche Alternative zu Google, dem KIT traut man eher Google mit NSA-Plugin zu, das nur nicht so aussieht.

“Diese Koniferen hier haben ja noch nichtmal kapiert, warum die Amis kostenlose Quelltextsserver für die ganze Welt aufstellen. ”

Naja, wen man NSA-Code will ist das bestimmt eine gute Quelle.