Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Aktennotiz: Bei Amazon keine Dildos mehr bestellen…

Hadmut
10.7.2013 21:56

Jetzt gehen sie zu weit.

Dass Amazon bei Löhnen extrem geizig ist, ist ja nun bekannt. Und dass sie bei der Verpackung sparen und oft Sachen unzureichend verpacken, ist auch nichts neues. Viele Leute haben sich schon geärgert, wenn sie von Amazon Festplatten (Einbauplatten ohne Gehäuse!) völlig ungepolstert in einem Pappkuvert bekommen. Hohe Defektquoten garantiert.

Aber heute hab ich echt gestaunt.

Ich hab mir einen kleinen WLAN-Router für Testzwecke bestellt. Zwar privat, aber weil ich zu faul war, das bei Nachbarn oder der Packstation abzuholen, hab ich mir das Ding in die Firma an den Arbeitsplatz schicken lassen. Das Ding wird vom Hersteller in so einer Elektronik-typischen bunt und mit Angaben und Foto bedruckten Pappschachtel geliefert, wie nahezu jedes Computerteil heute. Dazu eingeschweißt in eine Klarsichtfolie, auch üblich.

Normalerweise bekommt man die Sachen dann in die Amazon-typischen, braunen Faltschachteln verpackt. Aber bei dieser Lieferung haben die einfach den DHL-Paketaufkleber direkt auf die Packung geklebt, und die Lieferscheinhülle auch gleich direkt draufgepappt. Und zur Verstärkung noch ein Stück Klarsicht-Klebeband drüber. Gar keine Umverpackung mehr.

Da hab ich schon gestaunt. Gut, die Verpackung vom Hersteller war stabil genug, die hat das ausgehalten. Bisschen ramponiert, fliegt aber sowieso in den Müll. Aber:

  • In einem Geschenk-tauglichen Zustand war’s nicht mehr. Hätt ja auch zum Verschenken sein können.

  • Vertraulich war’s auch nicht mehr. Eigentlich lege ich Wert drauf, dass nicht jeder gleich sieht, was ich mir da so bestelle. Geht eigentlich keinen was an.

    So aber sieht gleich jeder, was in der Verpackung ist, gerade weil’s keine Verpackung gibt. Gut, ein WLAN-Router ist bei Informatikern jetzt nicht ungewöhnlich und (weil OpenWRT-tauglich) nicht ehrabschneidend, aber Dildos, Vibratoren und Sex-Spielzeug werd ich (neben Festplatten) bei Amazon ab sofort nicht mehr bestellen.


19 Kommentare (RSS-Feed)

Jens
10.7.2013 21:59
Kommentarlink

“Vertraulich war’s auch nicht mehr. Eigentlich lege ich Wert drauf, dass nicht jeder gleich sieht, was ich mir da so bestelle. Geht eigentlich keinen was an.”

So sehen das wohl auch die AGB der meisten Paketdienste.


Debe
10.7.2013 22:33
Kommentarlink

Ein grosser deutscher Computer-Distributor schickte gelegentlich auch Kartons ohne weitere Umverpackung: Drucker, Minitower etc. sind meist ausreichend gut geschützt. Nur bei Laptops haben sie ein “Verhüterli” (schwarze Plastikfolie) drübergezogen, damit die sich im $PAKETDIENST-Lager nicht für “Heimarbeit” der schlecht bezahlten Mitarbeiter anbieten. Kommentar eines solchen Menschen: Wenn’s von $DIST kommt und eine schwarze Hülle hat, wissen wir auch, dass es sich besonders lohnen würde… Supi.


Emil
10.7.2013 22:38
Kommentarlink

Sowas kenne ich eigenlich nur von Drittanbietern (Amazon Marketplace). Bei Artikeln von Amazon selbst war bisher immer alles ordentlich verpackt.


Bernd Kraut
10.7.2013 22:44
Kommentarlink

Bei Amazon stört mich fast noch mehr, dass die nicht mehr mit DHL, sondern (zumindest bei mir) nur noch mit Hermes versenden.


Leanne
10.7.2013 22:48
Kommentarlink

Wozu soll ein Mann Dildos und Vibratoren brauchen? Bist du jetzt auch politisch korrekt und schreibst auch für Gays? Lesen wir nicht tagtäglich in den Müllstreammedien über Gays?


Hadmut
10.7.2013 22:49
Kommentarlink

*seufz*, das war metaphorisch gemeint…


Bernd L.
10.7.2013 23:09
Kommentarlink

Ist man als Mann automatisch schwul wenn man auf anale Stimulation steht? Recht unterschichtig, diese Ansicht.


FullxD
11.7.2013 0:44
Kommentarlink

Und war dieser WLAN-Router nun im Arsch? Oder nur die Verpackung?


Hadmut
11.7.2013 0:49
Kommentarlink

Ich hab ihn noch gar nicht ausgepackt, aber die Verpackung ist nicht erstlich beschädigt, nur die Ecken etwas angestoßen. Schaden hat der sicher nicht genommen. Die Verpackung ist in Ordnung, nur eben nicht mehr in Geschenk-schönem Zustand.

Mechanisch hat die Herstellerpackung sicherlich voll ausgereicht.

Und mit Bezug auf Umweltschutz ist dagegen eigentlich auch nichts einzuwenden.

Aber dass jeder sieht, was ich bestelle, das passt mir nicht in den Kram. Das wäre der zentrale Kritikpunkt.


DerdieBuchstabenzählt
11.7.2013 6:21
Kommentarlink

Da könnte die Gesche doch mal einen Dildo erfinden, der nicht so aussieht wie ein Dildo. So eine Art Datenschutzdildo…

http://osocio.org/images/uploads/Not_Sex_Toy_thumb.jpeg

Nur mit dem Pfefferspray wäre ich vorsichtig, das brennt bestimmt wie Hulle und führt zu Allergien?

@Hadmut
Ja, das ist ärgerlich. Ich hätte die Annahme verweigert. Ist aber immer die Frage, ob es das wert ist.


Gast
11.7.2013 13:58
Kommentarlink

Nun ja mit der “neutralen” Umverpackung ist das so eine Sache.
Ehemalige Kommilitoninnen die damals noch bei der Post jobbten, wussten schon was sich in den braun oder grau eingewickelten Päckchen befindet, wenn als Absender eine gewisse Flensburger Adresse angegeben war. Das Kraftfahrt-Bundesamt verschickt jedenfalls selten Päckchen …
Völlig neutrale – werbefreie Tüten händigen eigentlich überwiegend Sex-Shops und evtl. noch Spirituosengeschäfte aus. Wer also nicht auffallen will nimmt also besser noch eine bedruckte Tüte vom Supermarkt mit.

Aber im Ernst:
Was die Leute sich ins Haus bestellen geht nun wirklich niemanden was. Wenn Amazon aber offenbar meint, sie können auf die Privatsphäre ihrer Kunden pfeifen, dann kann ich auch ganz gut in Zukunft auf Amazon pfeifen – ist eh ein Kackladen.


FullxD
11.7.2013 14:25
Kommentarlink

> Aber dass jeder sieht, was ich bestelle, das passt mir nicht in den Kram.

Frage bei Amazon und der NSA nach, ob sie die Daten zur Bestellung bitte löschen könnten.
Für die allumfassende Bigotterie wäre es übrigens eine Abhilfe, wenn die gesammelten Daten der NSA für jede Person öffentlich zugänglich wären, ähnlich wie die Skattelister.


Alter Knacker
11.7.2013 20:35
Kommentarlink

Wie? Angestossene Ecken eine Schutzverpackung!
Damals, zu einer Zeit als wir uns die Kaiser noch selbst vor Paris geschnitzt haben, in meinen jungen Jahren, hat man sowas B-Ware genannt und für 50% des Originalpreises vom Hersteller in einer einwandfreien Transportverpackung bekommen.

Irgendwie was früher alles irgenwie … anders. Nicht besser, nein, aber anders. Einfach anders.


anstaltszauber
11.7.2013 22:16
Kommentarlink

Das scheint neu bei Amazon zu sein. Man muß aber sagen,
Amazon weißt durchaus ausreichend darauf hin: Versand in
Originalverpackung: Bei Versand durch Amazon: Dieser Artikel wird
direkt in seiner Umverpackung verschickt. Bitte berücksichtigen Sie
dies, falls Sie den Artikel verschenken möchten – in diesem Fall
lassen Sie ihn ggf. als Geschenk verpacken und er wird in einer
weiteren Verpackung versendet.


Leanne (((“Wozu soll ein Mann Dildos und Vibratoren brauchen? Bist du jetzt auch politisch korrekt und schreibst auch für Gays? Lesen wir nicht tagtäglich in den Müllstreammedien über Gays?”)))

Die meisten Sextoybestellungen werden von Männern für ihre Frauen getätigt.

Muss man wissen.


DerdieBuchstabenzählt
13.7.2013 9:28
Kommentarlink

@ Frauenhaus

“Die meisten Sextoybestellungen werden von Männern für ihre Frauen getätigt.”

Sextoys für’s Sextoy 🙂 -Entschuldige, aber der musste sein.


FK
14.7.2013 16:28
Kommentarlink

Zwischen der Verfügbarkeit und der Lieferzeit steht auch in welcher Verpackung der Artikel versand wird.
Hab ich auch auf die harte Tour gelernt, es sollte ein Geschenk werden.


yasar
15.7.2013 11:04
Kommentarlink

Ich nehme an, das ist nur Amazons Masche, sich die Verpackung neuerdings extra bezahlen zu lassen. Bisher hatte ich allerdings noch nciht den Fall, daß da keine zusätzliche Umverpackung vorhanden war.

PS: Darf ich fragen was für ein WLAN-Router? einer von den TP-Links oder was anderes. mit TP-links hatte ich schon schlechte Erfahrungen.


tut nix zur sache
21.7.2013 8:30
Kommentarlink

Was Sexspielzeug con Amazon betrifft: schon mehrfach dort bestellt und es kommt immer in schwarzen, undurchsichtigen, unbeschrifteten, zugeschweissten Beuteln in einem Amazon Karton.

Auch bei Hardware hane ich nur gute Erfahrungen. War immer ausreichend verpackt. Allerdings kam noch nie was in Originalverpackung. Normalerweise nehmen das Paketdienste auch nicht an, wenn man den Wert der Sendung schon von weitem sehen kann. Bei DHL u. Hermes ist das sogar ausgeschlossen, wenn ich mich nicht irre.