Ansichten eines Informatikers

Nochmal zu Bildrechten

Hadmut
23.3.2013 11:54

Zu der Affäre um Adria Richards, zu der ich schon geschrieben habe, habe ich noch einen lesenswerten Artikel eines amerikanischen Medienanwalts gefunden, der darin durchaus einiges an juristisch greifbarem Fehlverhalten sieht, und damit eigentlich die gleichen oder sehr ähnliche Punkte aufgreift, die ich auch schon angesprochen hatte, allerdings natürlich mit dem deutschen Recht als Hintergrund.

Wenn der Anwalt da Recht hat, dürften die zwei Männer, vor allem der Entlassene, da ziemlich deftige Schadensersatzansprüche gegen diese Feministin haben. Wenn sie das geltend machen, dürfte sie – zusätzlich zu ihrem Jobverlust – finanziell und beruflich ruiniert sein. Und wenn man die drakonische amerikanische Rechtspraxis kennt, wäre es nicht einmal so völlig abwegig, dass die dafür sogar noch in den Knast wandern könnte.

Schaut man sich mal die deutsche und amerikanische feministische Blog-Landschaft so an, dann wäre das auch bitter nötig, dass da mal juristisch hart reingeschlagen und ein Exempel statuiert wird. Denn da wird häufig die Auffassung vertreten, dass die Dame das doch alles hätte tun dürfen und sogar müssen, weil es doch um die feministische Sache und gegen Sexismus ging. Normales Recht und die Rechte anderer werden da überhaupt nicht mehr beachtet, sind da völlig unbekannt. Da ist eine Art von Anarchie entstanden, deren Doktrin es ist, dass man tun und lassen könne, was man will, weil der Zweck die Mittel heilige.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das erst der Anfang ist, das sich das noch weiter aufschaukeln wird, dass es noch mehr Konferenz-Eklats geben wird, und auch noch mehr ruinierte Leute. Bin mal gespannt, wann dann Leute mit solchen Aktionen zum ersten Mal sich selbst oder andere in den Selbstmord treiben.

Übrigens habe ich bis heute kein einziges feministisches Werk und keine einzige Lehrveranstaltung gefunden, in der es um Rechtsfragen ging, was man da überhaupt darf und kann. Aktionismus wird immer gelehrt und gefördert, aber rechtsstaatliche Grenzen gibt es da nicht. Komischerweise nicht mal dann, wenn die Dozentinnen selbst Jura-Professorinnen sind. Meistens haben die dann aber auch selbst keine Ahnung von Recht.

Das wird sicher alles noch sehr lustig.

Und gerade weil Bildrechte eines meiner Steckenpferde ist, und wir heute im Zeitalter des Fotohandys mit Upload-Funktion und der Twitter-Verleumdung leben, in dem man sehr viel schneller jemanden vor Millionen Leuten verleumden als darüber nachdenken kann, denke ich, werde ich da auch noch ordentlich Stoff für’s Blog bekommen.

12 Kommentare (RSS-Feed)

Johanna
23.3.2013 12:17
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Etwas OT, aber in der Mitte doch passend zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=kAG39jKi0lI

Muss die BBC jetzt auch bald dichtgemacht werden?


Skeptiker
23.3.2013 15:28
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Interesse an dem juristischen Nachspiel habe ich auch. Hier ging es jetzt um die Position der jungen Männer. Außerdem haben die Redefreiheit, das ist was ganz anderes als unsere Meinungs”freiheit”.

Die Frau dürfte für sich geltend machen:
– die aktuelle umgekehrt-hexenprozessartige Rechtspraxis in den USA, dass Frauen nur Anklage wegen Belästigung erheben müssen, ohne dass ein Mann bei Aussage gegen Aussage noch große Chancen hätte (jedenfalls ist das ein Bild, das man davon bekommen kann)
– und natürlich, im weiteren Sinn, die Verteidigung ihrer Ehre und ihrer Freiheit. Hohes Gut dort.

Das bisschen Selbstjustiz wird dadurch womöglich aufgewogen. Dazu kommt die beiderseitige Medienarbeit, wenn es zum Prozess kommt – die Sache ist ja schon öffentlich, die werden auf beiden Seiten gute (und mediengeile und am Erfolg beteiligte) Anwälte haben – und die Tatsache, dass das Geschworenenprozesse sind. Das mit dem bürgerlichen Gerechtigkeitsempfinden ist halt so eine Sache.

Ist vielleicht ein bisschen holzschnittartig & frei von Fachkenntnissen dargestellt von mir, aber der Ausgang der Sache ist m.E. keineswegs vorher klar.


Alexander Roslin
23.3.2013 16:27
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@ Hadmut

Nein, ich denke nicht, dass die Dame Schadenersatz zahlen muss oder ihr gar Gefängnis droht. Wir leben unter einem feministisch-femizentrischen Zeitgeist.

Müssen Falschbeschuldigerinnen mit Strafe rechnen, die auch nur annähernd schuldangemessen wäre?

Nein.

Sie kommen meist gänzlich straflos davon.

Frauen haben sich das Recht erstritten, als “schwache” Opfer, straflos das Leben von Männern ruinieren zu dürfen.

Eine Falschbeschuldigung genügt.

Das hier war ja nicht mal eine Falschbeschuldigung.

Nur öffentliche Beschämung und Diffamierung.

Meine Güte.

Die gibt’s bei jeder Falschbeschuldigung noch gratis obendrauf.

Die Kerle sollen sich mal nicht so haben.

Es geht schließlich darum, FRAUEN zu schützen und zu fördern.

Wenn da ein paar Männer unter die Räder kommen – du meine Güte.

Der Zweck heiligt auch im Geschlechtersozialismus die Mittel.

Und der Zweck ist doch fraglos gut und gerecht (GLEICHSTELLUNG), nicht wahr?

Wenn man also die “schwachen” Frauen den “starken” Männern GLEICHstellen will, muss man Frauen empauern und schützen, Männer …

Und das geschieht, da mache sich niemand etwas vor.

Dass diesem Vorfall noch viele ähnliche folgen werden, davon allerdings bin ich überzeugt.

Beschämen und Beschuldigen – feministische Machtmittel.

Da muss man nichts leisten.

Da muss man nur OPFA sein und die TÄTA benennen.


Claus
23.3.2013 17:40
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Eine dumme Frage zu dem ganzen Vorfall. Ich habe die Heise-News zu dem Vorfall gelesen und mich gefragt, was die beiden Herren GENAU gesagt haben. Aber das stand in der News nicht drin. Allerdings stand drin, dass sich eine Frau “belästigt” gefühlt hat.

Ich finde das hochinteressant, weil es nämlich eine ziemlich faschistoide feministische Teilideologie gibt. Sie firmiert unter dem Namen Definitionsmacht und besagt, dass bei sexuellen Beziehungen bzw. deren Anbahnung nicht objektive Tatbestände wie Anwendung von Gewalt zu gelten haben, sondern allein, wie die Frau sich _gefühlt_ hat. Die Frau hat also die Definitionsmacht.

Das Thema ist brandheiß.


Hadmut
23.3.2013 18:28
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@Claus:

> Das Thema ist brandheiß

Na klar, das ist ja der Grund, warum ich darüber schreibe…


Klaus K.
23.3.2013 18:35
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@Claus: wie in Schweden mit Assange. Erst rumtwittern wie toll es war und dann merken, dass frau nicht die Einzige war und nicht mehr gut fühlen…


Josh@_[°|°]_
23.3.2013 22:17
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@Claus: Fast möchte ich schreiben, »das ist ja gerade der Gag«, wenn es nicht so kafkaesk wäre. Sowohl von Seiten des gefeuerten mr-hank als auch auf der der grenzdebilen Heulboje Adria Richards gibt es keine _genauen_ Dialoge.

Dieser ganze, schwachsinnige Exzess entzündete sich an — zugegebenermaßen selten wirklich witzigem — Gekalauer zweier Programmierer über »big dongles«.

Wenn ich mir in diesem Zusammenhang vorstelle, wie oft ich mir gänzlich fremde Frauen über meinen Knackarsch, mein Sixpack und die dicke Delle im Schritt habe quacken hören & hätte verklagen können, ich wäre Drölfzillionär.

Muss man sich mal vorstellen, diesen ganzen, arbartigen Femösen-Irrsinn …


Hadmut
23.3.2013 22:20
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> Wenn ich mir in diesem Zusammenhang vorstelle, wie oft ich mir gänzlich fremde Frauen über meinen Knackarsch, mein Sixpack

Nein, denn nach feministischer Willkürdefinition können Männer nur Täter und Frauen nur Opfer sein und deshalb nur Männer Frauen Sexismus antun, aber nicht umgekehrt. Wenn Frauen über Männer sowas sagen, dann ist das nur ein Zeichen ihrer Emanzipation und hinzunehmen…


Skeptiker
24.3.2013 7:08
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> allein, wie die Frau sich _gefühlt_  hat

Genau das meinte ich und Alexander Roslin ca. auch. Die Frau hat den Zeitgeist und die aktuelle Moral auf ihrer Seite. In solchen Prozessen wühlen sie dann in der Vergangenheit der jew. Gegner und machen sich ggs fertig. Zumal ja die Namen schon öffentlich sind. Das ist prozesstaktisch, wenn sie das durchziehen wollen, womöglich die einzige Chance der beiden Männer. Scheißperspektiven.


n_8
24.3.2013 10:17
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> Nein, denn nach feministischer Willkürdefinition können Männer nur Täter und Frauen nur Opfer sein

Nicht nur hat Frau Richards das getweetet, sie schrieb auch dass Schwarze gegenüber Weissen nicht rassistisch sein können (Poe’s law?). Und selber hat sie auch Witze über männliche Genitalien gerissen.


Hadmut
24.3.2013 11:21
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Ja, klar. Als schwarze Frau kannste dann machen was Du willst, und andere müssen es hinnehmen, weil man ja nie Täter sein kann, während man sich dann selbst willkürlich und kraft Opferdefinitionshoheit über alles und jedes beschweren und jeden anprangern kann.


André
26.3.2013 11:48
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Da muss ich doch gerade an ein Lied von den Toten Hosen denken: “Lesbische, schwarze Behinderte”

Text: http://www.dietotenhosen.de/veroeffentlichungen_songtexte.php?text=alben/unsterblich/lesbische.php