Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

“Wir wollen keine Frauenquote!”

Hadmut
13.1.2013 19:26

Ich habe etwas unerhörtes getan. Ich habe mir den FOCUS von morgen gekauft.

Ähnlich wie der SPIEGEL wird ja auch der FOCUS immer dünner, sowohl vom Umfang und der Dicke, als auch im übertragenen Sinne. 150 Seiten und davon viel Werbung. Und das soll die Ausgabe zu 20 Jahre FOCUS sein.

Wie auch immer. Sie haben auf dem Titelblatt viele bekannte Frauen abgebildet, jeweils als Portrait mit Name und Beruf, und der zentralen Schlagzeile

„Wir wollen keine Frauenquote!

Starke Frauen rebellieren gegen Staats-Diktat und Gleichmacherei”

Ganz so im Stil, in dem schon oft für die Quote getrommelt wurde und ähnlich wie etwa auch „Pro Quote” auftritt.

Nun muss man schon objektiv und ehrlich sein und sagen, dass wenn solche Art der Propaganda für die Quote dummes Zeug ist, es genauso schlecht ist, die Masche gegen die Quote einzusetzen. Aber einem Proponenten seine eigenen Methoden entgegenzusetzen, kann vom Prinzip her durchaus legitim und sinnvoll sein. Denn selbst wenn ein Argument oder eine Werbemethode schlecht oder unzulässig ist, die das Meta-Argument, dass man genauso auch für die gegenteilige Aussage werben kann, durchaus zulässig, um die Methode zu entkräften. Ob der FOCUS so weit gedacht hat, bezweifle ich jedoch.

Es ist zwar so ein Zeitgeist-Phänomen, dumm und intelligent daran zu messen, ob es den eigenen Zielen und Interessen dient, aber dem sollte man sich nicht anschließen. Es kommt so eine Denkfaulheit in Mode, in der man nicht mehr Argumente für oder gegen etwas anbringt, sondern einfach irgendwelche Prominente in Stellung bringt, damit die, die sich mit diesem Promi identifizieren oder ihn als Idol ansehen, dessen vermeintliche Meinung übernehmen sollen. Wie in der Werbung: Nur weil ein Bier einem Fussballer schmeckt, den man für toll hält, sagt das überhaupt nichts darüber aus, ob es einem selbst schmeckt. Und um ehrlich zu sein, misstraue ich Presseerzeugnissen aus dem Hause Hubert Burda, was deren Objektivität angeht. Liegt jetzt gerade in der Woche vor, in der in der EU eine Einspruchsfrist gegen die Quote abläuft.

Und zudem gibt es an der Zusammenstellung einige Punkte, die man anzweifeln könnte. Etwa wenn da Frauen in Anspruch nehmen, dass sie keine Quote bräuchten, die durch Beziehungen, Verwandtschaft oder Erbe an hohe Posten und Geld gekommen sind, es also auch nicht das Talent war. Und so manche der Damen, die da auftaucht, hat ihre Karriere als Schauspielerin oder Moderatorin durchaus wegen des Geschlechts und guten Aussehens gemacht, ein Mann mit identischen Fähigkeiten hätte da keine Chance gehabt. Es ist nicht so ganz glaubwürdig, wenn eine Berufsblondine sagt, sie wolle keine Quotenfrau sein, weil sie durch Können und nicht durch Geschlecht Karriere gemacht haben will. Gerade in den Medien, aber auch in der Industrie machen viele Frauen im wesentlichen deshalb Karriere, weil sie Frau sind und gut aussehen. Das kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Aber sich dann einzubilden, dass es damit nichts zu tun hätte, das ist dann auch nicht überzeugend.

Aber das heißt ja alles noch nicht, dass die Unrecht haben. Und die Richtung an sich finde ich ja – wie ausführlich dargelegt – richtig und notwendig. Und das Heft ist jetzt nun mal am Kiosk.

Und das ist schon erstaunlich. Denn bisher war die Presse ganz einheitlich auf die Quote und den ganzen Gender-Blödsinn abonniert. Die gesamte Presse gleichgeschaltet auf das politisch Vorgegebene. Die Redaktionen genauso unterwandert, manipuliert, kontrolliert wie die Piraten und der CCC. Was mich schon die ganze Zeit zu der Frage bringt, warum sich eigentlich so viele Journalistinnen darüber beschweren, dass die Redaktionsleitungen fast nur männlich seien, wenn doch der feministische Einheitsbrei beweist, dass die Inhalte der Zeitungen faktisch längst von Frauen kontrolliert werden.

Aber wie das in der öffentlichen Meinung häufig so ist, läuft sich ein Mainstream gerne mal tot. Das geht eine Weile, da machen alle mit, und irgendwann kommt es in Mode, sich von der Mode zu distanzieren. Eigentlich egal, worum es geht, das ist immer so. Es könnte also gut sein, dass die Woge jetzt am Anschlag angekommen ist und anfängt, zurückzuschwappen.

Es kann aber auch sein, dass die Feministinnen es einfach übertrieben haben. Es häufen sich die Berichte von immer aggressiveren, immer schwachsinnigeren und aufdringlicheren Aktionen, bei denen immer deutlicher wird, dass Feministinnen anderen Leuten (und bemerkenswerterweise eher anderen Frauen als den Männern) Meinung, Lebensstil, Gesinnung und Sexualleben vorschreiben wollen. Immer mehr Frauen wehren sich dagegen, und viele davon gar nicht mal gegen die Quote selbst, sondern gegen die Bevormundung von Feministinnen. Denn Feminismus ist nichts anderes als Bevormundung. Der Feminismus beruht im Kern auf der Aussage, dass (heterosexuelle) Frauen gar nicht in der Lage sind selbst zu entscheiden, was gut für sie ist. Frauen wird die Mündigkeit abgesprochen, die Feministinnen machen sich zum Vormund der Frauen. Nur die Chef-Feministinnen selbst wüssten zu erkennen und entscheiden, was gut, richtig und verpflichtend ist. Wie Gender-Mullahs. Und das ist ein Element, das viele stört.

Ein anderer „Störfaktor” ist, dass die Quote jede Frau, egal wie gut sie ist, zur Quotenfrau degradiert.

Und genau das ist ja auch, was der Feminismus fordert, um „Gleichstellung” zu erreichen: Die völlige Befreiung der Frau von jeglicher Ausbildung oder Qualitätsanforderung, weil Feministinnen Qualität und Ausbildung als männlich und frauenausgrenzend ablehnen, also sich effektiv selbst für dumm erklären und das auf alle Frauen verallgemeinern. Der argumentative Hebel des Feminismus ist, dass Frauen alle blöd seien und es deshalb frauenausgrenzend sei, wenn man erwarte, dass jemand in seinem Job etwas kann. Und daran stören sich inzwischen immer mehr der Frauen, die etwas können.

Oder anders gesagt: Die Gleichmacherei anhand des Geschlechts wird als störend empfunden. Weil die Gesellschaft erkennt, dass andere Merkmale und Eigenschaften viel wichtiger sind, etwa die Befähigung, das Talent, die Interessen. Das Geschlecht ist längst nachrangig. Feministinnen bekämpfen längst nicht mehr die Benachteiligung der Frau aufgrund des Geschlechts, sondern die Tatsache, dass das Geschlecht nicht mehr das erste und einzige Auswahlkriterium ist. Frauen in Führungspersonen identifizieren sich längst mit anderen Personen einer gleichen geistigen Ausrichtung, nicht mit Personen des gleichen Geschlechts. Und nur das ist sinnvoll. Wir sind längst in einer Gesellschaft angekommen, in der es auf anderes als das Geschlecht ankommt, und genau das stört die Feministinnen, weil es ihren Daseinszweck nimmt und sie außer ihrem bloßen Geschlecht, das damit als Kriterium entwertet wird, nichts mehr zu bieten haben. Fällt das Geschlecht als Auswahlkriterium weg, stehen die meisten Feministinnen völlig befähigungslos und mit leeren Händen da. Wenn man nichts anders als Grund für die Karriereforderung vorweisen kann, als das Röckchen zu heben, dann sieht man alt aus, wenn das darunter nicht mehr zieht. Das spricht sich inzwischen herum.

Und was sich ebenfalls herumspricht ist, dass die Verfechterinnen der Quote das Blaue vom Himmel lügen und ihre Argumente frei erfinden. Aus dem FOCUS:

Soft Skills und freundlichere Umgangsformen dank mehr Frauen? Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verbreitet gern die Behauptung, dass „bekanntermaßen gemischte Teams erfolgreicher sind. Deshalb brauchen wir in Deutschland eine Frauenquote.” Allen Träumerinnen und Träumereien von der besseren Welt, sobald sie von mehr frauen geführt wird, erteilt Sonja Sackmann eine Absage.

Die Mär, dass Frauen qua Geschlecht pauschal freundlicher und kommunikationsbefähigter wären, sollte sich spätestens seit deren Attacken auf Piraten und CCC, deren „Sexistische Kackscheiße!”, deren Unfähigkeit, grammatikalisch korrekte Sätze oder wenigstens solche mit Nebensatz zu bilden, und deren Creeper Move Cards erledigt haben. Und die meiste feministische Literatur ist nicht nur inhaltlicher, sondern auch sprachlicher Müll. Woher die zu der oft geäußerten Behauptung kommen, dass Frauen da kommunikationsbefähigter als Männer wären, habe ich noch nie verstanden. Sind Feministinnen anwesend, ist es erfahrungsgemäß aus mit Kommunikation und freundlichem Umgangston. Trotzdem nehmen sie genau das für sich in Anspruch.

Bemerkenswert ist auch, dass laut FOCUS die Erwerbsquote von Frauen seit 2000 zwar von 63 auf 72 Prozent gestiegen sei, die Gründe dafür, dass wenige in Führungspositionen ankommen, aber in deren Berufswahl liegt, so habe das Institut der deutschen Wirtschaft herausgefunden. Denn der Anteil der Frauen, die MINT-Fächer studieren, sei seit 2000 sogar um zwei Prozent gesunken.

Und wen würde das wundern, da doch die Feministinnen den Frauen einhämmern, dass Technik, Ausbildung und Qualität männlich und frauenausgrenzend seien und die Stärken von Frauen in der Work-Life-Balance und dem Sozialen und Kommunikativen lägen, und dass sie in den technischen Berufen so unterdrückt würden? Wäre die MINT-Quote der Frauen ohne Feminismus vielleicht gar nicht gesunken?

Es wird sogar vorgerechnet, dass die Frauen zwar die Mehrheit der Studierenden stellen, aber überwiegend Fächer wählen, die nicht karrieretauglich sind. Nur höchstens ein Drittel derer, die überhaupt Karrierechancen hätten, würden von Frauen gestellt. Und nur jede fünfte dieser Frauen sei überhaupt bereit, sich den Karrierestress anzutun. Ein Fünftel von einem Drittel sei deshalb eine natürliche Frauenquote von 6%, was ungefähr der Ist-Quote entspräche. (Ich überlasse es dem Leser als Anreiz, den Denkfehler darin zu finden.)

Wie auch immer man diesen FOCUS-Aufmacher einschätzen mag (und den kann man durchaus unterschiedlich sehen), es zeigt zumindest mal, dass Kritik inzwischen geäußert werden kann. Denn, so der FOCUS, gegen die Quote wären bisher viele gewesen, aber das Äußern von Kritik habe bisher als Tabu gegolten. Wird Zeit, dieses Tabu zu beenden.

20 Kommentare (RSS-Feed)

Norbert
13.1.2013 20:09
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Die CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl bekräftigte: „Eine fähige Frau braucht die Quote wie ein Walfisch die Kapuze…
„Quote verletzt Würde der Frau“: Rebellion der Promi-Frauen gegen die Quote – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/quote-verletzt-wuerde-der-frau-rebellion-der-promi-frauen-gegen-die-quote-_aid_896907.html

Ich hab zwar keine Ahnung wie man einem Walfisch eine Kapuze aufsetzen kann,
Aber immerhin 🙂


Hadmut
13.1.2013 20:18
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Naja, den üblichen Hinweis auf Fische und Säugetiere und so hab ich mir da auch verkniffen.


Norbert
13.1.2013 20:20
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Achja, habe gerade meine Frau gefragt was sie von der Frauenquote hält.
Antwort nur einfach: NIX


Norbert
13.1.2013 20:31
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Übrigens, wenn man einen Text bei Focus kopiert, wird der Link automatisch mitkopiert.

Das scheint ganz neu zu sein, hab es
bisher noch nie erlebt.


pokus
13.1.2013 22:47
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@Hadmut
Meiner Meinung nach ist der Denkfehler der Rechnung mehrschichtig. Einerseits ist von “höchstens” einem Drittel die Rede wodurch die 6% den maximalen Wert widerspiegeln. Ferner wäre dieser Umstand bei Quoteneinführung irrelevant, da dann die Qualifikation keine Rolle mehr spielte und aus diesem Maximalpool auch die nicht “karrieretauglichen” Personen Nutznießer wären.
Oder habe ich wiederum einen Denkfehler gemacht?


Hadmut
13.1.2013 22:50
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Abgesehen davon, dass 20% von 33% eher 7 als 6% ergibt, müssten man bei Männern auch noch die abziehen, die keine Führungsposition haben wollen. Dann muss man von deren 66% auch wieder einiges abziehen. Also müssten Frauen durchaus mehr als 6% haben.

Nur sagt das nichts darüber aus, ob sie diskriminiert werden oder einfach tatsächlich schlechter sind.


pokus
13.1.2013 23:03
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@Hadmut
Danke für die Ausführung. Die Aussage mit dem Drittel und Fünftel hat zugegebenermaßen für mich suggeriert, dass der Gegenpart lediglich aus solchen besteht, die Karriere machen können und wollen. Aber suggererieren und tatsächlich stimmen sind zwei Paar Schuhe….


Gerd
14.1.2013 5:52
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Anmerkung: der Begriff “Studierende” ist Gender-Neusprech.

Richtig heisst es: “Studenten”!


Herrmann
14.1.2013 9:16
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Das muss man nach Pfarrer Bayes rechnen.


Skeptiker
14.1.2013 12:43
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Eine Erfahrung, die Hadmuts These stützt (das Pendel sclägt zurück, die Radikalen sind/waren eh nur eine kleine Minderheit): Es scheint nicht wenige junge berufstätige Frauen zu geben (so 25, 30 J.), die, wenn man sie fragt, es eher ablehnen, mit “Kolleginnen und Kollegen” usw angesprochen zu werden, auch kein Binnen-I. Warum? Weil es sie ausgrenzen würde!!! Verstehen tu ich das, aber ist schon krass im Vergleich zu denen, die jetzt 50+ sind und das in deren Alter damals erst erstritten haben! Alles Symptompfuscherei.


Heinz
14.1.2013 13:58
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> Anmerkung: der Begriff “Studierende” ist Gender-Neusprech.
>
> Richtig heisst es: “Studenten”!

Ich hab mich auch gefragt, warum Hadmut jetzt auch mit den blöden Partizipkonstruktionen anfängt.

> unterwandert, manipuliert, kontrolliert wie die Piraten und der CCC.

Naja einige Köpfe des CCC wie Frank und Fefe haben zwar recht eindeutige Ansichten – wobei Fefe sich gegen “positive Diskriminierung”* durch Männer die Frauen die Tür aufhalten ausspricht und gleichzeitig für eine Frauenquote ist – aber im CCC selbst gibt es durchaus viele, die gegen Gender/Femi sind.
Das hatte man besonders an der Stimmung im Saal, bei entsprechenden Vorträgen auf dem 29c3 gemerkt.

*Es wundert mich, dass die Feministen sogar ihre Zuneigung zu/Abneigung von Begriffen nach einem Satz geändert haben können.


Hadmut
14.1.2013 14:06
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Sollte Ironie sein, weil es um den Frauenanteil ging, ich hab die Anführungszeichen vergessen.


Knut
14.1.2013 17:40
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“Und so manche der Damen, die da auftaucht, hat ihre Karriere als Schauspielerin oder Moderatorin durchaus wegen des Geschlechts und guten Aussehens gemacht, ein Mann mit identischen Fähigkeiten hätte da keine Chance gehabt. ”

Leider gilt dieses Kriterium auch in den technischen Berufen. Meine Dr.ing. mit summa cum laude findet nix, da wird mit fehlenden Toiletten in der Werkshalle argumentiert, dass sich die Balken biegen. Die Projektsekretärin muß da ja auch hin um die Seriennummern im Lieferschein zu verifizieren. Die Dame ist halt klein, aber keine Lolita, sondern Frau. Dazu lieber Jeans und Poloshirt als Rock und Bluse.

Die Kollegin mit Krägelchen und Rock und 170 hat locker eine Stelle beim Daimler bekommen, obwohl die Arbeit eher eine längerfristige Diplomarbeit war.

Das ist in der Form bei Frauen besonders krass, wird aber auch bei Männern durchaus durchgezogen. Das Anzugmodell mit sportlichen Ambitionen braucht für eine Beförderung nicht halb so viel können, wie der Crack mit Jeans und Knitterhemd. Sobald der sich noch ein Bäuchlein zulegt, ist der Job nur solange sicher, wie sich der Chef erinnert, wer die Arbeit macht.


Hanz Moser
14.1.2013 18:00
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“Es scheint nicht wenige junge berufstätige Frauen zu geben (so 25, 30 J.), die, wenn man sie fragt, es eher ablehnen, mit “Kolleginnen und Kollegen” usw angesprochen zu werden, auch kein Binnen-I. Warum? Weil es sie ausgrenzen würde!!! Verstehen tu ich das, aber ist schon krass im Vergleich zu denen, die jetzt 50+ sind und das in deren Alter damals erst erstritten haben! Alles Symptompfuscherei.”

Das sehe ich einen Tick anders. “Früher” waren Frauen im Berufsleben wirklich etwas grundsätzlich anderes. Ich kenne einige die noch von den Eltern bei der Frage nach etwas anderem als der Hauptschule “Du heiratest doch sowieso!” als Antwort bekommen haben. Heute undenkbar.
Da war das durchaus keine grundsätzlich schlechte Idee, überall Frauen extra zu erwähnen, weil das generische Maskulinum oft mit dem staus quo des tatsächlichen Geschlechtes übereinstimmte. Man wollte das sicher auch als Bestätigung, dass man etwas verändert hat, und hat es als “Eingrenzung” gesehen.

Heute ist “Hausfrau und Mutter” aber nicht mehr das einzige Lebensmodell für Frauen, sondern eine Möglichkeit unter vielen. Die Vorstellung, Frauen könnten keine Rechtsanwälte, Ingenieure oder bestensfalls Kinderärztin werden ist passé. Die Idee einfach jeden Beruf ergreifen zu können ist normal geworden.
In dem Kontext sehen viele Frauen es jetzt als ausgrenzend, wenn ihr Geschlecht gesondert erwähnt wird. Man ist ja nicht etwas Bestimmtes geworden, obwohl man eine Frau ist, wie früher, sondern man ist es genau so geworden wie jeder andere auch.

Die grundsätzliche Idee hinter der Geschlechteraufzählung war es meines Erachtens, den geforderten Normalzustand, dass Frauen überall sein können, zu antizipieren, in Abgrenzung zur damaligen gesellschaftlichen Realität.
Jetzt ist das Normalzustand und man braucht es nicht mehr.


Skeptiker
14.1.2013 22:40
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@Hanz ich hatte die jeweilige Entwicklung auch nicht werten wollen. Ich bin nur vom Tempo der Drehungen beeindruckt. Vielleicht war die Trennung der Anrede und die Erektion des i kein rein symbolisches Kriegsziel aber das haben auf beiden Seiten des Grabens bis heute nicht alle verstanden. Die Abschaffung des “Fräuleins” war gewiss eingängiger und wichtiger.

Nahe dran aber OT: Ich geh jetzt nachdenken über den Unterschied zwischen “politischer Korrektheit” (insbesondere die um ihrer selbst willen) und “Höflichkeit”. Letztere bedeutet mir nämlich was. Mal sehen


euchrid eucrow
14.1.2013 23:14
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Hadmut
14.1.2013 23:25
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Is aber ziemlich lausig, da merkt man so richtig, wie da eine Frau gegen die anderen ätzen will, weil die die Ideologie verletzen. Der SZ-Artikel ist so richtig schlecht.


euchrid eucrow
15.1.2013 15:05
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Herrmann
15.1.2013 23:21
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“Deutlich weniger Männer als Frauen sind überhaupt im Berufsfeld PR tätig, Aber die, die es sind, sind dann auch gleich mal Chef.”

Wundert mich bei den PR-Tanten, die ich so kenne, gar nicht. Das sind alles so unfähige Kreischen mit sehr ausgeprägtem Anspruchsdenken und intensiver Freizeitgestaltung.

“Will ich Kind und Karriere, geht das nicht, weil die Familienpolitik dieses Landes nicht in der Lage ist, echte Wahlfreiheit mit einem gesetzlich garantierten Betreuungsplatz für mein Kind zu sichern.”

Da redet die Blinde von der Farbe. Die Kinderbetreuung ist iz.B. n Dunkeldeutschland so prima, aber genau da vermehrt sich niemand mehr. Wer das ausblendet, darf weiterhin in den Linksmedien blöken, wo es offensichtlich gar keine Bestenauslese gibt.


Volle Zustimmung zu deinem Artikel. Ich möchte jedoch eine Sache kurz ergänzen:

> Sind Feministinnen anwesend […]

gilt für (so manche) männliche Feministen genauso.

Vielleicht ist es aber auch nur angemessen, hier (quasi als Ausgleich für den Überhang an generischen Maskulin) einfach Feministinnen als generischen Femina zu verwende, der auch männliche Anhänger einschliest 😉