Ansichten eines Informatikers

Die brachiale parasitäre Faulheit der Geisteswissenschaftler

Hadmut
25.5.2022 23:33

Erkenntnisse aus der Schweiz.

Die NZZ hat einen Artikel darüber, dass die Studenten der Geisteswissenschaften stinkend faul sind.

Die promovierte Wirtschaftshistorikerin Andrea Franc, Dozentin in Basel und Luzern, kritisiert, dass Pflegerinnen und Polymechaniker den Heerscharen von Teilzeit-Akademikern das Leben mitfinanzieren müssen. Namentlich Geisteswissenschafter seien in Minipensen tätig und verzichteten auf einen vollen Erwerb.

Und dann beschweren sie sich über „gläserne Decken“ und fordern Frauenquoten.

Frau Franc, was verdient ein Philosoph im Durchschnitt?

Rund 48 000 Franken im Jahr brutto. Historiker oder Ethnologen verdienen ähnlich viel.

Was verdient ein Polymechaniker im Durchschnitt?

Mindestens 65 000 Franken im Jahr. Wer eine Berufslehre macht und mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abschliesst, fängt in der Regel bei gut 5000 Franken im Monat an, und ab dann geht es lohnmässig aufwärts.

Philosophen, Historiker und Ethnologen verdienen also weniger als Lehrabgänger zu Beginn ihres Berufslebens, nämlich 4000 Franken im Monat?

Ja, das zeigen die Absolventenbefragungen des Bundesamts für Statistik, die fünf Jahre nach Studienabschluss durchgeführt werden. Der Unterschied ist, dass Geisteswissenschafter in diesem Moment typischerweise gegen Mitte dreissig sind, und wenn sie eine Dissertation geschrieben haben, gehen sie schon gegen die vierzig. Lehrabgänger dagegen sind um die zwanzig Jahre alt.

Warum verdient man als Geisteswissenschafter nach jahrelanger Ausbildung nicht mehr?

An den Löhnen selber liegt es nicht, rechnet man sie auf ein Pensum von 100 Prozent hoch, sind sie tipptopp. Der Grund liegt darin, dass Geisteswissenschafter im Vergleich zu anderen Studentengruppen viel häufiger Teilzeit arbeiten oder gar nicht. Sie sind in Minipensen tätig und verzichten auf einen vollen Erwerb.

Ist die geforderte Lohngleichheit bei „gleichem Lohn für gleiche Arbeit“ – und als gleiche Arbeit betrachten sie ja, wenn man einen Abschluss desselben Ranges hat, setzen also einen Master in Philosophie ohne Berufserfahrung einem Ingenieur mit 20 Jahren Erfahrung gleich – also nur das Konzept, ohne oder mit nur sehr wenig Arbeit an Gehalt zu kommen?

Wie finanzieren sie dann ihr Leben?

Viele scheinen sich das leisten zu können. Sie haben vielleicht einen Erbvorbezug erhalten, oder der Partner verdient genug für das gemeinsame Auskommen. Nicht oder wenig arbeiten wird nicht als Problem wahrgenommen. […]

Die Teilzeit-Akademiker sind offensichtlich eine Schweizer Wohlstandserscheinung.

Das spielt sicher mit. Ich persönlich verstehe nicht, warum so viele bürgerliche Leute ihren erwachsenen Akademikerkindern die Existenz finanzieren, vom Unterhalt während des langen Studiums bis zum Eigenkapital für das Einfamilienhaus. Nun kann man sagen, das sei ihre Privatsache und gehe niemanden etwas an, doch das greift zu kurz. Es betrifft eben auch die Allgemeinheit: Denn erstens bezahlen die Steuerpflichtigen die lange Ausbildung dieser Gruppe, und zweitens hat die verbreitete Teilzeitarbeit Folgen für die Sozialwerke.

Gibt es eine finanzielle Umverteilung von den Arbeitern zu den Teilzeit-Akademikern?

Ja, wobei manche Beiträge kantonal und manche eidgenössisch ausgerichtet werden. Es fehlen jedoch detaillierte Berechnungen zur Umverteilung, was ich unverständlich finde. Die Zahlen jedenfalls verheissen wenig Gutes: Pro Jahr gibt es in der Schweiz rund 66 000 Personen, die ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis oder ein Attest erwerben, von den Coiffeuren bis zu den Optikern. Auf diese kommen jährlich 3700 Masterabschlüsse und 650 Doktorate in Geistes- und Sozialwissenschaften. Das heisst, auf 100 Berufsleute kommt ein Doktor der Germanistik, Psychologie oder Kunstgeschichte – pro Jahr. Und von diesen Doktoren, die häufig erst gegen Ende dreissig abschliessen, ist danach weniger als die Hälfte Vollzeit tätig. Sie arbeiten also halb so viele Jahre wie die Berufsleute, und dann auch nur die Hälfte des Pensums. Unsere Sozialwerke gehen aber davon aus, dass die Leute 40 oder 45 Jahre arbeiten, bis sie pensioniert werden, und nicht nur 25 Jahre. […]

Der Sozialstaat ermuntert gut ausgebildete Leute geradezu, wenig zu arbeiten. Wer als 38-jähriger Romanist mit Teilzeitpensum in einer Stadt wie Zürich wohnt, profitiert von ermässigten Kita-Tarifen, vielleicht erhält er noch eine städtische Wohnung, und die Krankenkassenprämien werden verbilligt.

Für den Einzelnen mag dieses Modell stimmen. Doch was passiert, wenn die Heerscharen von Geistes- und Sozialwissenschaftern dereinst pensioniert werden? Viele werden keine genügende Altersvorsorge haben, das Erbe ist vielleicht schon aufgebraucht, sie werden Ergänzungsleistungen benötigen. Kommt dazu, dass die Leute sich durchs Leben hangeln, was nicht befriedigend ist. Die in den 1950ern geborenen Akademiker, die Geschichte studierten, konnten Diplomaten werden. Auch die 1960er Jahrgänge kamen noch überall unter. Heute muss man als Germanist froh sein, wenn man ein paar Stunden Deutsch für Ausländer unterrichten kann oder als Kunsthistoriker im Museum das Telefon abnehmen darf.

Heißt, was ich immer schreibe: Geisteswissenschaftler ist die Beschreibung des Übergangs vom Parasiten der eigenen Eltern zum Parasiten der Gesellschaft.

Bilden wir heute zu einem grossen Teil die falschen Akademiker aus?

Man muss die Frage anders stellen: Ist das überhaupt eine Ausbildung?

Und wer ist das dann?

Das tönt sehr ernüchternd. Ziehen die Geisteswissenschaften speziell Leute an, die im Leben nichts Besseres zu tun haben und ihre Jahre an der Uni einfach absitzen?

Absitzen und sich durchs Studium kiffen. Bei fünfzehn Leuten im Geschichtsseminar ist im Minimum einer bekifft. Andere zeigen sich gegenseitig ihre Ferienbilder, schicken sich Whatsapp-Nachrichten oder schiessen auf dem Handy Zwerge ab. Wer sich so an der Wirtschaftsfakultät verhält, fliegt durch die Prüfung.

Das ist genau das, was ich immer schreibe. Sie können nichts, sie machen nichts, sie lernen nichts, aber erpressen die Gesellschaft mit dreckigen Methoden, sich an sie anzupassen und sie zu füttern.

Lassen wir die falschen Leute an die Universitäten?

Nach meiner Erfahrung hatten die Leute früher andere kulturelle Fähigkeiten, die sie vom Gymnasium her ins Studium mitgebracht haben. Es war selbstverständlich, dass man Latein und Altgriechisch beherrschte. Die Studenten hatten einen ganz anderen Hintergrund, der ihnen im Leben weiterhalf, ein Reservoir, aus dem sie schöpfen konnten.

Ich hatte noch Latein und Altgriechisch in der Schule.

Heute hat man Social Media und Emoji.

Eigentlich kann man nur noch auf die Staatspleite als Erlösung hoffen. Anders als über den Totalzusammenbruch kommen wir da nicht mehr raus. Wir sind an einem Punkt der Dekadenz angekommen, an dem – wenn überhaupt – nur noch der blanke Hunger und Überlebenskampf helfen könnten.