Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Berliner Polizeischüler

Hadmut
7.11.2017 23:34

Wird immer netter. 🙂

Die Berliner Zeitung hat eine Polizeischülerin interviewt, die meint, es stimme nicht nur alles, es sei noch viel schlimmer.

Die Zustände sind furchtbar, aber die kehren hier seit Jahren alles unter den Teppich. […]

Von der deutschen Sprache fange ich gar nicht erst an. Das kann man sich nicht vorstellen. Die reden mit Ausbildern und Bürgern wie mit ihren Kumpels. Die können sich nicht vernünftig artikulieren. Da heißt es immer nur: Bruder, Digga, Alter. In fast jedem Satz. Die kann man doch später nicht auf die Straße lassen. Das mit den Kriminellen stimmt auch. Ich kenne selber Mitschüler, die straffällig geworden sind.

Dann haben wir ständig Ausfall, weil die Lehrer nicht erscheinen. Offiziell wegen Krankheit. Ich glaube aber, dass es viele Lehrer einfach nicht mehr aushalten.

Einfach wunderbar.

Ein Leser hat mir noch diesen Tweet weitergeleitet. Weil mir doch neulich noch ein Polizist schrieb, dass an Polizeischulen alles, alle Prüfungen, nachträglich sofort nachprüfbar wären. Vielleicht doch nicht.

Bemerkenswert ist dagegen, wer versucht, den Skandal abzuwiegeln. Anja Reschkes Panorama-Laden.

Es ist schon absurd, was derzeit in Berlin passiert. Polizeiausbilder verunglimpfen Polizeischüler mit Einwanderungshintergrund in rassistischer Weise, und das wird – und das ist das wirklich Absurde – von weiten Teilen der Politik und den Medien wie ernstzunehmende Sachkritik „geprüft”. Geprüft heißt hier, dass den anonymen Vorwürfen von angeblichen Polizeiausbildern nachgegangen wird.

Hä!?

Sie prüfen, indem sie den Vorwürfen nachgehen, und das soll nicht in Ordnung sein? Naja, gut, NDR, da wissen wir ja, dass bei denen der „Faktencheck” schon immer etwas anders war.

Unterwandern arabische Großclans die Polizei?

Auch einige Medien wollen prüfen. Zum Beispiel, inwiefern es stimmt, dass die Polizei von Kriminellen „unterwandert” wird. Der Vorwurf, auf den sich ein Großteil der Aufregung bezieht und der vom RBB publik gemacht wurde, lautet, ein Polizeianwärter hätte Kontakte zum Miri-Clan. Weiter heißt es, auch andere Polizeianwärter hätten kriminelle Verwandte, und so würde „der Feind” die Polizei unterwandern.

Als ob sich Einzelfälle auf hunderte verallgemeinern lassen. Als ob kriminelle Verwandte zu einem Berufsverbot als Polizist führen müssten. Als ob die bloße Anwesenheit eines Deutschen, dessen Eltern oder Großeltern nicht in Deutschland geboren wurden, der Beleg für „Unterwanderung” sei.

Als ob diejenigen, die den Minderheiten zugerechnet werden, die so genannte Mehrheitsgesellschaft unterwandern würden und damit also gar nicht Teil einer Gesellschaft wären.

Wer aber so denkt, hat unsere Wertegemeinschaft längst verlassen.

Ach, gar. Die Faktenchecker-Heinis vom NDR meinen, das dürfe man gar nicht erst nachprüfen, Einzelfälle nicht auf Hunderte verallgemeinern lassen. Wieder mal journalistische Blödheit, erinnert mich an das Argument, dass man Soziologen nicht kritisieren dürfe, weil es ja auch gute gäbe. Man muss sich immer erst überlegen, ob man etwas nach Minimum, Maximum, Durchschnitt, Median, Streuung usw. bewertet. Und der Haken ist, sowohl bei Soziologen, als auch bei Polizisten, dass man Schulen und Prüfungen nach dem Minimum bewerten muss, also nach dem, was sie als „bestanden” durchlassen. Es kommt auf eine Verallgemeinerung gar nicht an. Wenn eine Autofabrik Autos baut, bei denen jedes Hundertste nicht bremsen kann, sagt man ja auch nicht, das könne man nicht verallgemeinern. Und wenn unter 100 Islamisten nur einer mordet, sind die Leute trotzdem tot. Und wenn unter 100 Polizisten nur einer den geplanten Einsatz an die kriminelle Sippe durchsticht, geht der Einsatz trotzdem daneben.

Nur versucht mal, dass den Faktencheckern vom NDR klarzumachen. Da brennt kein Licht.

Umgehend müssten diejenigen, die solche Aussagen treffen und Polizisten ausbilden (!), ermittelt und sanktioniert werden. Und die Medien müssten klarstellen wes Geistes Kind das Thema ist: es ist der viel zitierte „besorgte Bürger”. Es ist derselbe, der die Islamisierung des Abendlandes fürchtet und Geflüchtete für nicht integrierbar hält.

Es ist nämlich der besorgte Bürger, der uns glauben lassen will, dass Polizeianwärter mit Migrationshintergrund eine Gefahr sind.

Ach, so ist das: Das bilden wir uns nur ein, dass Leute aus dem kriminellen Milieu gefährlich wären, dass die Verbindung von Polizisten zu Drogendealern und Zuhältern problematisch wären. Naja, NDR, Hamburg. Kann ich mir lebhaft vorstellen, dass die das dort so sehen.

Denn in der Berliner Polizei hat es ein Umdenken gegeben: erfolgreiche Polizeiarbeit kann nicht gegen die Minderheiten, sondern nur mit ihnen gemeinsam gelingen. 40% aller Polizeianwärter in Berlin haben deshalb inzwischen einen Migrationshintergrund.

Ach, das ist so gewollt, das ist ein Erfolgsmodell. Man geht am besten gegen organisierte Kriminalität vor, indem man ihnen sagt, Du bist jetzt selbst Polizist, hast Staatsgewalt, kennst die Einsätze, kriegst sogar ne Knarre von uns, und darfst Deine Sippe selbst verhaften.

Das ist die Truppe von Anja Reschke. 😀

Die Vielfalt der Stadt, die sich nun auch in der Polizei widerspiegeln soll, ist aber wohl das eigentliche Problem des besorgten Bürgers, deren Zuschriften die CDU erreichen. Unvorstellbar, dass der Strafzettel für das Falschparken bald schon von Mustafa ausgestellt wird.

Wenn die Vielfalt der Stadt sich in der Polizei widerspiegen muss – dann müssen eben bald auch nordafrikanische Vergewaltiger und Drogendealer Polizist werden.

Deshalb stellt sich hier eigentlich eine ganz andere Frage: inwiefern ist die Polizei eigentlich vom besorgten Bürger unterwandert? Und inwieweit führt diese Unterwanderung dazu, dass rassistische Imaginationen systematisch in Politik und Medien sickern?

Na, wenn sie das so meinen: Was bei der Polizei gut ist, kann dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur billig sein.

Ich bin der Meinung, dass das Team von Anja Reschke von der eigenen Medizin saufen soll und da unbedingt mal ein paar nordafrikanische Drogendealer, Tschetschenische Islamisten, libanesische Zuhälter und IS-Kämpfer in die Redaktion müssen, um das mal ein bisschen aufzufrischen und Schwung in die Bude zu bringen.

😀