Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frauen, die mit Tieren sprechen

Hadmut
18.5.2017 23:12

Kennt Ihr die Parodie „Männer, die auf Ziegen starren“? [Nachtrag]

Mal wieder wird die Satire von der Realität überholt. Es gibt da jetzt eine Gruppe in Neuss, die mit Tieren spricht.

Gut, das hört sich jetzt noch nicht so ungewöhnlich an. Ich hatte mal einen Hund, mit dem habe ich auch gesprochen. Er war zwar insgesamt schon mitteilsam, nur gesprochen hat der Hund selbst dann eher wenig.

Die in Neuss sehen das aber anders. Die sprechen nämlich sogar dann mit den Tieren, wenn die Tiere schon tot und begraben sind.

Ines Heckmann: Im weitesten Sinne geht es dabei um Telepathie. Das ist in unserer westlichen Welt negativ belegt, aber im Grunde bedeutet es nichts anderes, als Gefühle in die Ferne zu schicken.

Regine Zafar: Es ist ein Kontakt über die Seelen-Ebene. Da ist nicht der Kopf entscheidend, sondern der Bauch.

Nun, ich bin ein weitgereister und erfahrener Mann, nur wenig ist mir noch fremd. Und auch das habe ich ja neulich erst in Südafrika beobachtet und hier beschrieben, wo sie mal ein direktes Gespräch mit dem Leoparden Diabolo brauchten um herauszufinden, dass der deshalb so unausstehlich ist, weil ihm sein Name nicht passt. Der hat aber noch gelebt, als sie mit ihm sprachen.

Sie sagen, die Kommunikation funktioniere auch bei toten Tieren…

Zafar: Ja, denn die Seele stirbt nicht. Für viele Tierbesitzer ist es wichtig, mit ihrem verstorbenen Tier zu sprechen, weil sie zum Beispiel nach einer Einschläferung Gewissensbisse plagen.

Schade, dass sie das nur mit Tieren können. Ich wüsste da jemanden verstorbenen, dem ich ganz gerne mal enorm die Meinung geigen würde.

Sie meinen übrigens, dass die Augen das Tor zur Seele wären, und sie deshalb ein Foto des Tieres brauchten, auf dem die Augen gut zu sehen sind. Ich wüsste ja zu gerne, was passiert, wenn man denen ein computergeneriertes Bild gibt, zu dem das Tier nie existiert hat. Wer sich dann da meldet.

Wer lässt sich sowas aufbinden?

Zafar: Interessant ist, dass diejenigen, die an den Kursen teilnehmen, zu 90 Prozent weiblich sind. Frauen lassen sich einfach mehr auf die emotionale Ebene ein als Männer.

Warum überrascht mich das jetzt nicht?

Wie kann das also vor sich gehen?

Das Thema hatte ich schon ein paarmal. Es ist völlig egal, ob das ein totes Tier oder ein Plüschteddy ist. Das ist eingebildet und findet im eigenen Hirn statt, ist so eine eingebildete Empathie, für die das Belohnungszentrum dann sein „hast Du gut gemacht“ ausschüttet, weil man sich um irgendwas in der Community gekümmert hat, wie es evolutionär erworbenes Programm ist. So wie Sex mit dem Dildo. Da hat der Dildo auch nicht so wirklich etwas davon. Der ist tot. (Zumindest noch nach meinem Wissensstand über Googles aktuelle KI-Forschung.)

Diese ganze Mitleid- und Empathie-Nummer, die immer also so selbstlos und altruistisch hingestellt wird, ist nichts anderes als so eine Masturbationsübung für den Hirnzucker, damit die Drüse da oben sagt „Hast Du gut gemacht!“. Reiner Selbstzweck. Deshalb ist es auch völlig egal, ob die, um die man sich kümmert, real oder eingebildet sind. Totes Pferd, Plüschtier, Tamagotchi ganz egal, was gerade zu fassen ist. Flüchtlinge tun’s auch. (Hähä, Bio-Tamagotchi…)

Genau das nämlich hatte ich ja neulich schon mal beschrieben, stand auch neulich im Focus. Wirkt wie eine Droge. Macht süchtig. Ist aber ein reiner Eigennutz-Kreislauf.

Nachtrag: Ein Leser schreibt mir dazu:

ahmd,

neue Studien™ zeigen:

“Menschen, die mit ihren Tieren reden, sind sehr intelligent”

http://unglaublich.co/neue-studien-zeigen-dass-menschen-die-mit-ihren-tieren-reden-sehr-intelligent-sind/

Tja… ☺

Anmerkung von mir:

  • Nicht, wenn die Tiere dabei schon tot sind.
  • Wenn sich ein Mensch und ein Tier miteinander unterhalten, ist es eher die Intelligenz des Tieres, die mich als außergewöhnlich beeindruckt.
  • Laut dem Artikel heißt das nicht, dass die, die mit Tieren reden, intelligenter sind als andere Menschen, sondern er meint, dass die Spezies Mensch fortgeschritten sein müsse, um überhaupt etwas zu vermenschlichen. Ich habe aber auch schon einen Hund erlebt, der versuchte, mit Fischen in einem Aquarium zu kommunizieren.