Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Polizeidrohnen

Hadmut
11.5.2017 19:48

Ungewöhnliches Schauspiel. [Update]

Heute kam ich in Berlin auf meinem täglichen Weg an einer Straße entlang und mir fiel auf, dass ein Polizeiauto mit Blaulicht quer auf der Fahrbahn stand um diese zu sperren, und der Polizist auch diesen rot-weißen Sperrkegel aufstellte, um auch einen Parkstreifen neben der Fahrbahn zu sperren. Das aber in aller Ruhe ohne jede Hektik. Ich dachte erst, dass sie dann an der großen Kreuzung, auf die die Straße zulief, wohl einen Unfall hätten, aber da war gar nichts los. Und immer weniger Gegenverkehr, offenbar hatten sie die anderen Straßen auch gesperrt.

Aber warum?

Dann kam ich an eine Stelle, an der zwei Polisten gerade damit beschäftigt waren, eine Drohne startbereit zu machen. Nicht so eine kleine, amateurmäßige, sondern ein ziemlich großes Teil mit dicker Kamera, Octokopter, blauer Deckel, Polizeiaufschrift. Einer spricht mich – mittelfreundlich – an, er würde mich bitten, hier jetzt wegzugehen, er wolle nämlich starten. Er sprach, ich ging ein paar Meter weiter und drohne hob ab, schlecht geschätzte 20 Meter (oder so ungefähr 7, 8 Stockwerke hoch, mit einem Vierstöckigen Haus an der Straße als Maßstab, und dann noch höher. Dann hatten sie noch Markierungen am Boden ausgelegt, einer hantierte noch mit einem Schild herum.

Aber weit und breit kein Anlass für die Aktion zu sehen.

Als ich dann weiter gegangen bin, kam ich – so ungefähr 300 Meter weiter – auf der anderen Seite der Kreuzung zur spiegelbildlich gegenüberliegenden Straßensperre der gegenüberliegenden Straße zur Kreuzung. Und habe den Polizisten mal gefragt, was die da mit der Drohne treiben. Er lachte und meinte, da hätte ich aber genau hingesehen. Sie bräuchten zur Bearbeitung von Verkehrsunfälle Straßenfotos. Ich habe weiter gefragt, ob es da gerade einen schwierigen Unfall gegeben habe, der da den Anlass böte. Nein. Kein konkreter Anlass, nur eben eine Stelle, an der häufiger Unfälle passieren und für die sie eben solche Fotos von oben brauchen können.

Interessant.

Mein erster Gedanke war, warum die nicht einfach Satellitenfotos verwenden. Aber vermutlich sind die nicht hochauflösend genug (um beispielsweise auch Fahrbahnmarkierungen und Schilder usw. zu erkennen) und zudem meist schief aufgenommen und danach digital geradegezogen und deshalb verzerrt, manchmal sieht man die Straßen zwischen Häuserschluchten gar nicht.

Auch ein Fortschritt durch Digitalisierung.

Update: Ein Leser hat mir einen Link auf den passenden Zeitungsartikel dazu geschickt. (Sie schaffen angeblich eine Genauigkeit von ein, zwei Zentimetern.)