Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Meltdown der Universitäten

Hadmut
18.3.2017 19:53

Nein, bei mir stellt sich da keine Zufriedenheit ein. (Mist, Überschrift vergessen…)

Ich dachte, ich hätte bei der FAZ einen interessanten Artikel entdeckt, nämlich darüber, dass an britischen Universitäten die Kontrolle der Sprache und es Verhaltens „wahnhafte“ Züge annimmt und die Denkfreiheit massiv beschnitten wird, doch liegt er hinter einer Paywall.

Nun, dachte ich mir, das klingt interessant, also wäre ich bereit, dafür zu zahlen. Ich hätte mir dieses „Bestseller-Miniabo“ ausgesucht, 4 Wochen für 5,99. Nur dass da eben im Kleingedruckten steht „Lesen Sie im Anschluss mit weiteren 50% Rabatt“. Da steht nicht „Sie können“, da steht der Imperativ. Also nachgelesen. Da hat man dann gleich noch 4 weitere Wochen an der Backe und wenn man nicht aufpasst, noch ein teueres Dauerabo. Das nur als Warnung, falls jemand den Artikel haben will. Ich habe mir für 2 Euro den Tagespass geleistet, der ist da weniger gefährlich.

Der Artikel ist lauwarm. Altbekanntes und

Zeitungen weiden sich fast täglich an frischen Beispielen für absurde Verordnungen im Namen der Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren, wie der Empfehlung des Ärzteverbands, von „werdenden Personen“ statt „werdenden Müttern“ zu reden und das Stillen als „chest feeding“ statt „breast feeding“ zu bezeichnen, um schwangere Transgender-Männer nicht zu verletzen.

Werdende Personen. Naja. Neu wäre mir höchstens, dass sich Zeitungen an der Dummheit weiden, eher machen sie doch bei dem Blödsinn mit. Immerhin: Sie verweisen auf eine Studie einer anderen Zeitschrift, Spiked, laut der sich nur noch 6% der britischen Hochschulen nicht in die Rede einmischen. Inzwischen würden sich auch die Lehrkräfte für das Zensieren begeistern.

Es geht dabei wesentlich auch um eine Studie eines Adam Smith Institute, das davor warne

Sie konstatiert eine linksliberale Überrepräsentanz im britischen Hochschulwesen und warnt, dass die in den Geistes- und Sozialwissenschaften besonders vorhandene ideologische Homogenität nicht nur die freie Rede auf dem Campus gefährde, sondern konservative Regierungen auch veranlassen könne, Forschungsgelder zu kürzen.

Klare Erkenntnis: Der ganze Quatsch geht von Geistes- und Sozialwissenschaften aus. Die drehen gerade durch und machen die Universitäten kaputt.

Festgestellt haben sie auch einen deutlichen Linkstrend bei dem, was die Leute politisch so wählen, also eine starke Korrelation zwischen Links-Wählen und Verblödung, wobei die Kausalität offen bleibt, auch wenn sie das Thema ansprechen:

Der Bericht zieht eine Reihe von teilweise hoch spekulativen psychologischen und soziologischen Deutungsversuchen für diese unrepräsentative Vorherrschaft der Linken im Hochschulwesen in Betracht, darunter den hohen Intelligenzgrad und die Offenheit für Erfahrungen.

Hoher Intelligenzgrad und die Offenheit für Erfahrungen. Bei Linken. Hähähä.

Diese gingen einigen Einschätzungen zufolge mit linksliberalen Neigungen einher, während Konservative mit ihrer Vorliebe für Gewissheit und der entsprechenden Abneigung gegen Neuheit und Ambiguität weniger geeignet seien für die Gelehrtenwelt.

Man versucht also, Wissenschaft und Universitäten den Linken allein vorzubehalten. Andere seien nicht geeignet.

Was mich jetzt allerdings auf einen Gedanken bringt. Man weiß ja, dass die linken Parteien ständig versuchen, sich selbst mehr Wähler zu verschaffen. Mal sollen Jugendliche Wahlrecht bekommen, mal Ausländer, mal sollen Eltern für ihre Kinder stimmen können. Die versuchen es ja mit allen Tricks, sich selbst zu wählen. Ist das vielleicht der Grund, warum sie die Anforderungen immer weiter senken und immer mehr Dumme in die Universitäten pumpen, um da eine linke Mehrheit zu erzeugen? Wird das Dummeheer vielleicht nicht einfach nur in Kauf genommen, sondern bewusst als Taktik eingesetzt?

Das Wechselspiel von Reglementierung und Konformismus, das die Denkfreiheit auf dem Campus einschränkt, sickert naturgemäß in die Öffentlichkeit durch. Wie in den Hochschulen haben die Denkpolizisten auch bei anderen Institutionen wie dem Schulsystem und der BBC bewirkt, dass sich bestimmte Vorstellungen schleichend durchsetzen und zur Norm werden. Genau dies beabsichtigte das Engsoz-Regime von Orwells Ozeanien mit der Einführung des Neusprech.

Richte sie an den Universitäten ab und sie werden alles unterwandern.

Bemerkenswert immerhin, dass es überhaupt noch eine deutsche Zeitung gibt, die das bemerkt und schreibt. Obwohl man den Unsinn selbst jahrelang mitgemacht hat.

Was die Frage aufwirft: Ist der Artikel vielleicht deshalb hinter einer Paywall, damit es vielleicht doch nicht so viele lesen und man es nicht ohne weiteres verlinken kann?

Im Januar 2016 hatten sie einen thematisch ähnlichen Artikel, in dem sie feststellten, dass die political correctness an Großbritanniens Universitäten aus dem Ruder läuft. Nur: Damals haben sie die Professoren noch als Warner und Alarmierte dargestellt. Jetzt werden sie als Mittäter gezeichnet.

Der Journalist Brendan O’Neill spricht von einer „no platform policy“, einer Strategie also, mit der die Studentenführer das Auftreten von Leuten, die nicht dem vorherrschenden „Gruppendenken“ entsprächen, systematisch verhinderten.

Sollten wir eigentlich kennen. Hat weitreichende Ähnlichkeit damit, wie damals der Nationalsozialismus an den deutschen Universitäten durchgesetzt wurde, das ging nämlich nicht oder nicht in erster Linie von den Professoren aus, sondern von den Studenten. (Es gibt sogar Berichte, von denen ich nicht nachprüfen kann, ob sie wahr, Legende oder Desinformation sind, wonach selbst viele nationalsozialisitisch orientierte Professoren jüdische Kollegen gedeckt und geschützt hätten, und dafür von denen nach dem Krieg in Schutz genommen wurden, indem sie zu deren Gunsten aussagten. Es gibt in der Literatur aber auch sehr gegenteilige Darstellungen, wonach manche Universitäten doch sehr, sehr tief in diesem Sumpf steckten, das wird nicht überall gleich gewesen sein.) Bekannt ist mir aber (siehe Anhang Adele) aus dem Thema der „Unwürdigkeit“ bei Promotionen, dass das etwas war, was im Dritten Reich von den Studenten an den Universitäten durchgesetzt wurde. Zwar war die Entziehung eines Doktortrades wegen Unwürdigkeit (und damit auch der Entzug einer Professur) nicht, wie oft behauptet, eine Erfindung der Nazis, denn das gab es vorher schon, auch in der Weimarer Republik. Aber bis dahin nur für Ärzte, die Abtreibungen vorgenommen hatten. Nicht in anderem Umfeld. Erst die Studentenschaften im Nationalsozialismus haben den Begriff aufgegriffen und auf voller Breite durchgesetzt, um andersmeinende Deutsche aus den Universitäten zu drücken. Es ist nämlich auch nicht so, dass das, wie so oft behauptet, gegen jüdische Wissenschaftler gerichtet war, denn da hat man sich erst gar nicht die Mühe eines formal geregelten Verfahrens im Einzelfall gemacht, sondern die einfach rausgeprügelt oder direkt abholen lassen. Auch gegen jüdische Studenten sind die nationalsozialistischen Studenten sofort mit Prügeln und Zugangsverboten vorgegangen.

Nein, es ging mit solchen Methoden wie der Entziehung des Doktorgrades vor allem gegen „arische“ Wissenschaftler, die sich vom Nationalsozialismus distanzierten. Die konnte man nicht so ohne weiteres rausprügeln, als hat man sie auf diese Weise rausgedrückt.

Ganz wesentlich ist aber, dass der Nationalsozialismus an den Universitäten über die Studentengruppen Einzug gehalten hat, und deren Mittel Redeverbote, Auftrittsverbote, Prügel und so weiter waren. Und dass sie eben nicht nur jüdische Wissenschaftler und Studenten angegriffen haben, sondern jeden, der ihre Einheits-Ideologie nicht vorbehaltlos teilte.

Ganz genau: Nationalsozialismus war damals politically correct.

Und das muss man sich schon klarmachen, dass die heuten Studenten und die „Antifa“, die sich für antifaschistisch halten, den damaligen Nazi-Studentengruppen *exakt* gleichen. Sie wenden exakt dieselben Methoden wie damals die Nazi-Studentengruppen an. (Literatur: Szöllosi-Janze/Freitäger: „Doktorgrad entzogen!“ – Aberkennungen akademischer Titel an der Universität Köln 1933 bis 1945; John/Martin/Mück/Ott: Die Freiburger Universität in der Zeit des Nationalsozialismus). Müsste man also – wehret den Anfängen – wenn man gegen Nazis und Faschismus ist, nicht zuallerst linke Studentengruppen und die Antifa bekämpfen, weil sie sich aufführen wie Nazi-Klone? Nur ist das eben heute nicht mehr Teil der Schulausbildung, da wird nur noch gelehrt, das Nazis böse sind, aber nicht mehr, wie sie das gemacht haben, damit man nicht merkt, dass die heutigen Linken und „Antifaschisten“ sich aus dem Werkzeugkoffer der Nazis bedienen. Was wir neulich an der Uni Magdeburg gesehen haben, Leute rauszuprügeln, war 1:1 Nazi-Methodik. Und kurioserweise haben Presse (hier MDR) es so dargestellt, als wären die AfD die Nazis. Mag sein, dass es da welche gibt. Die Nazi-Methoden kamen an diesem Tag aber von linken Studentengruppen und der Antifa. Wie so oft gesagt, hat die Antifa erschreckende Ähnlichkeit mit der SA.

Hört beispielsweise mal diesem Professor zu:

Ist Euch klar, was der da sagt?

Dann schreibt es mir bitte, ich habe nämlich kein Wort verstanden. Und die halten sich für die geistige Elite. Wir kommen immer näher an den Punkt, an dem Vorlesungen und Vorträge gar nicht mehr persönlich gehalten werden, sondern nur noch als Video zum Download angeboten werden.

Und zufälligerweise (?) habe ich heute noch einen Link auf eine australische Nachrichtenseite gefunden, Free thought dies in intolerant university ghettos von Kay Hymowitz, leider wieder hinter paywall und nur mit langfristigen Abos, aber auch darin scheint es darum zu gehen, dass man sich in Australien inzwischen ziemliche Sorgen macht, dass die Verblödung der Universitäten direkt in die Katastrophe führt. Ich versuch mal noch, an den Artikel zu kommen.

Grundsätzlich scheint sich aber so langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass die Universitäten von Linken – von Geistes- und Sozialwissenschaftlern – gerade völlig kaputt gemacht und ruiniert werden.

Man wird sich irgendwann dazu durchringen (müssen), dass solche Gesamtuniversitäten einfach nicht funktionieren, solange sich Geistes- und Sozialwissenschaften aus intellektlosen Spinnern rekrutieren. Man wird die technischen und die geisteswissenschaftlichen Fächer rigoros trennen müssen und die geisteswissenschaftlichen Universitäten dann einfach kaputtgehen lassen.