Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Fred und Frederick Baer

Hadmut
16.4.2016 20:10

Etwas Hintergrundforschung. [Nachtrag/Aktualisierung]

Ihr habt es ja mitbekommen. Ich werde gerade aus linksradikaler Ecke verleumdet und als neorechter Verschwörungstheoretiker beschimpft, weil ich die Hypothese verfolge, dass Feminismus/Genderismus einen Ursprung in einer Nachkriegs-Entnazifizierungs-Strategie hat, die ursprünglich sicherlich mal gut, richtig und notwendig war, sich inzwischen aber in eine rasende Besessenheit gewandelt hat.

Kurioserweise bestätigen die, die mir das vorwerfen, das mit der Art des Vorwurfs sogar. Denn es wurde ja auch der Vorwurf des Geschichtsrevisionismus und der „Holocaustrelativierung” erhoben. Das ist zunächst völliger Unsinn, denn ich käme nie auf die Idee, da irgendetwas zu relativieren oder abzuschwächen. Im Gegenteil: Ich habe als Jugendlicher mal meine Großeltern, zu denen ich ein sehr, sehr gutes Vertrauensverhältnis hatte, danach gefragt, wie das damals passiert ist. Sie haben mir beide bestätigt, dass die, die es leugnen, vorgeben, sie hätten nichts gewusst oder es als nachträglich konstruiert hinstellen, offenkundig lügen. Denn sie sagten, dass es „spätestens nach der Hälfte” (ich habe leider nicht nachgefragt, aber vermute, sie meinten die Zeit von 1933 bis 1945) jeder wusste, dass allen bekannt war, was läuft, weil aus den Konzentrationslagern zwar nicht viel, aber viel mehr als genug herausdrang, um Bescheid zu wissen, und sich das in der persönlichen Kommunikation natürlich rasend schnell ausgebreitet hat. Ich vertraue meinen Großeltern, die leider schon lange nicht mehr leben, aber zu 100%. Wenn die sagen, dass sei schon damals allgemein bekannt gewesen, widerlegt das alle Behauptungen, es sei nicht bekannt gewesen oder eine nachträgliche Erfindung von Siegermächten. Jenseits aller Schülbücher, Literatur und der Holocaust-Museen und Ausstellungen, die ich auf mehreren Kontinenten besucht habe, ist dieses persönliche Gespräch mit meinen Großeltern, insbesondere aber dass mir beide nachdrücklich den Zeitraum versichert haben, zu dem das alles schon bekannt war, und damit Jahre vor Einsetzen einer möglichen „Feindpropaganda” (vgl. Chaplin Der Große Diktator von 1940, dem damals noch kaum Glauben geschenkt wurde). Es ist vom Zeitablauf und auch von der Art der Kommunikation damals her ausgeschlossen, dass das von irgendjemandem erfunden oder übertrieben sein könnte. Ich habe nicht die geringste Absicht, irgendwas am Holocaust zu relativieren, abzuschwächen oder sonst irgendwas ändern zu wollen. Im Gegenteil: Ich bin jederzeit bereit, jedem, der es hören will, und auch jedem, der es nicht hören will, diese Aussage meiner Großeltern zu bestätigen, mit der jede mir bekannte Variante der Leugnung oder Relativierung sicher ausgeschlossen ist. Es kann nicht sein, dass das nachträglich von irgendwem erfunden wurde, weil das spätestens ca. 1939 jedem bekannt war. [Aktualisierung: Bitte den nachfolgenden Artikel lesen. Durch Feedback von Leser, die ähnliches von ihren Großeltern erfahren haben, zeigte sich, dass sich „Hälfte” nicht auf 1933-1945, sondern den Kriegszeitraum 1939-1945 bezieht die Hälfte also bei ca. 1942 und nicht 1939 liegt, was mit allen Lesenzuschriften soweit übereinstimmen würde.] Außerdem war es völlig unmöglich, das nicht zur Kenntnis zu nehmen. Denn, so haben mir meine Großeltern auch erzählt, die Nazis haben daraus ja kein Geheimnis gemacht. Die Leute wurden ja mitunter auf offener, belebter Straße einfach so erschossen, Wohnungen, Geschäfte wurden geplündert. Es sei völlig ausgeschlossen, das irgendwer das nicht gesehen und mitbekommen haben könnte. Sie haben mir das nur ein einziges Mal, dabei aber sehr plastisch erzählt, was für eine schreckliche Zeit das war. Meine Großmutter – die nicht mal Auto fahren konnte und nie einen Führerschein hatte – hatte deshalb als junge Frau sogar eine Pistole und heimlich sehr gut schießen gelernt, um im Notfall die Familie zu verteidigen – oder sich das Schlimmste zu ersparen. Eine kleine, zierliche, unscheinbare Frau, nur Hausfrau und Mutter, jederzeit bereit zu schießen. Eben weil es allgemein bekannt war, was läuft. Nach Kriegsende haben sie die Knarre schnell im Wald verbuddelt.

Kurzum: Ich habe nicht die entfernteste Absicht, da irgendetwas zu leugnen, zu relativieren, umzudeuten. Das Wort meiner Großeltern steht für mich da unverrückbar. Das ist alles passiert. Nicht weil es auf Papier steht oder in der Schule gelehrt wird. Sondern weil ich es aus erster und uneingeschränkt vertrauenswürdiger Quelle weiß.

Ich verstehe nicht ansatzweise, wie man diese Geschehnisse leugnen oder auch nur relativieren könnte. Noch weniger verstehe ich, womit ich mir als jemand, der fest von diesen Geschehnissen überzeugt ist und sich bei zuhöchst vertrauenswürdigen Zeitzeugen versichert hat, diesen Vorwurf, diese Beschuldigung eingehandelt haben könnte.

Darum geht’s mir aber auch gar nicht.

Mir geht es ausschließlich um das, was nach dem Krieg passiert ist. Wobei ich eigentlich nicht mal das kritisieren oder angreifen will, auch wenn es kritikwürdig war, weil das halt extreme Zeiten waren und ein Krieg alles verändert. Mir geht’s dabei nur um das, was die nächste Generation daraus gemacht hat, wie sich das verselbständigt hat. Anders gesagt: Thema ist der psychische Schaden, den der Holocaust bei denen hinterlassen hat, die erst danach geboren wurden. Die Kinder-, Enkel- und Urenkelgeneration.

Und bildet sich für mich aber der dringende Verdacht heraus, dass die soziologischen Analysen des Nationalsozialismus, die ja bekanntlich intensiv stattgefunden haben, nicht nur damals zu sinnvollen Gegenmaßnahmen geführt haben, sondern sich über die Generationen wohl ins Absurde und Perverse gesteigert haben, dass da so eine Art Opfer- und Rächer-Wahn entstanden ist.

Ich hatte ja gerade geschrieben, dass mir in den Social Media öfters mal ein seltsamer Effekt begegnet. Man hat einer Person A ein deftiges Argument vor den Latz, und eine pseudonyme Person B reagiert beleidigt darauf. Was den Verdacht aufdrängt, dass B nur eine Sockenpuppe und mit A identisch ist oder jedenfalls in engem Zusammenhang steht.

Ähnliche Situation: Was bedeutet es, wenn man heute den Feminismus angreift, und dafür als Holocaust-Relativierer beschimpft wird? Eben. Dass es einen versteckten Zusammenhang geben muss. Wie sonst wäre es möglich, dass man Zustände von heute kritisiert und dafür als Leugner von Vorgängen hingestellt wird, die über 70 Jahre zurückliegen und zumindest vordergründig nichts miteinander zu tun haben?

Nochmal zum Nachdenken: Wenn man heute Feminismus kritisiert und dafür als Holocaust-Relativierer beschimpft wird, was könnte das anderes bedeuten, als dass sich Feministinnen selbst als Kämpferinnen gegen Holocaust verstehen? Wo sonst könnte der Zusammenhang liegen?

Nicht der ursprüngliche Auslöser des Gedanken, aber die zentrale Bestätigung dafür war dieser absurde Vortrag des amerikanischen Soziologen Michael Kimmel in der SPD-Friedrich-Ebert-Stiftung. Angekündigt war ein feministischer Vortrag über den „weißen Mann”, gehalten hat er einen Vortrag über seine fanatische Jagd auf fanatische Neo-Nazis. Und ich war der Einzige in diesem großen, vollen Vortragssaal, der sich über diese Diskrepanz zwischen Thema und Inhalt gewundert hat. Alle anderen fanden das dort völlig normal und erwartungsgemäß, dass in einem feministischen Vortrag ein jüdischer Professor seine Jagd auf Nazis vorträgt. Kimmel hatte dabei viele Nazi-Hetzzeichnungen (so im Comic- oder Karrikaturenstil) gezeigt, die er auf üblen Webseiten zusammengetragen hatte.

Dabei fiel mir auf, dass das Feindbild des Feminismus und seine Beschreibung des Nazi-Selbstverständnisses exakt deckungsgleich waren. Er beschrieb das ja als „Angry white men – Männlichkeit am Ende einer Ära”. Er hat da nichts anderes getan, als Nazi-Ideale, deren Selbstdarstellung, die von heute und die von damals, wie sie etwa aus ihren Zeichnungen hervorgeht, eben das typische Gender-Feindbild männlich, heterosexuell, blond, weiß, gesund, groß, nichtreligiös oder christlich, und so weiter, mit „männlich” gleichzusetzen.

Die zentrale Gleichung, um die sich dieser Vortrag dort drehte, war männlich = Nazi. Eine deckungsgleiche Identifizierung des Selbstbildnisses der Nazis mit dem nordeuropäischen Mann im Allgemeinen. Und das feministische Publikum sog das begierig auf. Und weil es ja einen unzweifelhaften Konsens gibt, dass Nazis wegmüssen, heißt das in der Konsequenz, dass alles weg muss, was irgendwie männlich ist.

Dieser Vortrag war eine zentrale Erleuchtung für mich. Da habe ich verstanden, was da eigentlich abläuft und wie sich das Feindbild der Feministen aufbaut – und vor allem, wer es ihnen geliefert hat. Michael Kimmel hat in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin gezeigt, dass Feminismus/Genderismus und Nazi-Jagd praktisch identisch sind und deshalb dasselbe Feindbild haben: Die Eigenschaften, die sie als Soziologen als für das Selbstverständnis der Nazis konstituierend ausgemacht haben. Genderismus als das systematisch als exakt passendes Komplement konstruierte Gegenstück zur Nazi-Gesinnung. Wie Schloss und Schlüssel. Die haben sich eine Liste von all den Eigenschaften gemacht, mit denen sich Nazis selbst identifizieren oder was sie verabscheuen, und bekämpfen eine Eigenschaft nach der anderen, indem sie der Gesellschaft das Gegenteil aufzwingen.

Warum? Weil sie glauben, dass Nazis nur auf diese eine Weise entstehen könnten und sie deren Wiederentstehung verhindern könnten, indem sie ihnen jede einzelne Zutat des Kochrezeptes wegnehmen. Zu jeder einzelnen Eigenschaft einen Überlegenheitsgedanken austreiben.

Im Prinzip hätte ich da noch nicht einmal was dagegen, denn ich mache mir aus diesen Nazi-Tugenden überhaupt nichts, und würde die Bekämpfung von Nazis jederzeit unterstützen. Mir fehlt da nichts, wenn sie die wegschießen. Stört mich nicht.

Wenn sie dabei nicht so abgrundtief verlogen, korrupt, bösartig, kriminell wären und enormen Kollateralschaden anrichteten. Wenn der Kampf gegen Antisemitismus nicht längst zur billigen Fratze und moralischen Maske verkommen wäre, um sich nur noch selbst zu bereichern und sich auf anderer Kosten auszuleben. Und wenn sie nicht die gleichen Methoden wie die Nazis anwendeten, versuchten, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben, das Übel durch ein gleiches, aber moralisch geadeltes, mithin unangreifbares, zu ersetzen. Welch feine Ironie, dass das Wort Beelzebub aus dem Hebräischen kommt.

Dazu kommt, dass die Berliner Gender Studies nicht nur eine zentrale Keimzelle, ein ideologischer Brandherd der Gender Studies in Deutschland sind, sondern es eine direkte Verbindung zwischen ihnen und dem Dritten Reich gibt: Denn soweit mein Wissen bisher reicht, war die zentrale Gründerin und Betreiberin der Berliner Gender Studies Christina von Braun (und wohl eher am Rande, das ist mir weniger klar, ihre Schwester, die FDP-Politikern Carola von Braun). Sie sind (laut Wikipedia usw.) nicht nur die Nichten des Raketentechnikers Wernherr von Braun, und meines Wissens hat zumindest Christina von Braun sich vehement von ihm distanziert und ihre Verwandschaft als Grund für ihre Position gegen Nazis genommen, auch ihre Großmutter Großmutter Hildegard Margis starb laut Wikipedia im Frauengefängnis Barnimstraße, nachdem sie wegen ihres Widerstandes gegen den Nationalsozialismus im Zusammenhang mit der Gruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob verhaftet worden war. Hildegard Margis war eine „deutsche Frauenrechtlerin, Autorin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus”.

Und auch über Christina von Braun sagt Wikipedia (und die ist in sowas belastbar, denn sie wird ja ständig von Feministinnen gejätet, gebügelt und frisiert):

1994 wurde sie auf den Lehrstuhl für Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin berufen. Zu ihren Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen: Gender, Medien, Religion und Moderne, Säkularisierung und Geschichte des Antisemitismus.

Die Gründung der Berliner Gender Studies steht in direktem, unmittelbarem, untrennbarem Zusammenhang mit einem Kampf gegen Antisemitismus.

Und daraus ergibt sich die Frage nach dem Zusammenhang mit ihrer Nachfolgerin (und Verfassungsrichterin) Susanne Baer. Denn Baer ist ein nicht ganz unbekannter jüdischer Name. Und Susanne Baer selbst fällt ja damit auf, dass sie unentwegt und immer mit ihrem Gerechtigkeits-Gerede unterwegs ist. Gesetze und sowas scheinen sie alle nicht zu interessieren, alles geht darum, ein subjektives Gerechtigkeitsgefühl (nüchtern betrachtet nennt man das Willkür und Machtmissbrauch des Richters) über alles andere zu stellen.

Nun ist es beachtlich, was man zu dem Nachnamen Baer und deutscher Vergangenheit alles findet. Allerdings war der Name Baer jetzt auch nicht so selten, dass sich daraus sofort auf direkte Verwandtschaft schließen lässt, aber verblüffend oft kommen noch Spuren nach Berlin hinzu. Ich habe darüber schon mehrfach berichtet, beispielsweise hier.

So gibt es einen Ulrich C. Baer, auch Professor, 2 Jahre älter als Susanne Baer, beide in Saarbrücken geboren, gleiche Interessenlage, sehen sich sogar sehr ähnlich. Und er ist Herausgeber eines Buches über die Schoah, auszugsweise zitiert auf schoah.org, und dankt darin einer „Dr. Susanne Baer”. Ich weiß nicht, ob sie Geschwister sind, aber es drängt sich in jeder Hinsicht auf. Die scheinen sich sehr intensiv mit dem Holocaust (anders Wort für Schoah; manche meinen, Holocaust sei ein allgemeiner Begriff, und die Schoah bezeichne den einen bestimmten Holocaust) zu befassen. Beide sind hauptberuflich Opferlobbyisten.

Vielleicht nicht von ungefähr. In den USA ist/war ein Holocaust-Überlebender namens John (Larry) Baer bekannt, ursprünglich hieß er Hans Lothar Baer, kam aber aus Frankfurt, nicht aus Berlin.

Dann gibt es einen Martin Baer. Er ist Filmemacher aus Berlin und auf ein ähnliches Thema spezialisiert, nämlich Opfer des deutschen Kolonialismus in Afrika, Verbrechen, „Weisse Geister”. Oder Kopfjagd. Keine Ahnung, ob der was mit denen zu tun hat, aber ich meine, auch er sieht Susanne Baer verblüffend ähnlich, wie aus dem Gesicht geschnitten.

Da drängt sich dann schon der Gedanke auf, dass sich die ganze Sippe Baer notorisch mit dem Thema Nazis und deutsche Verbrechen der ersten Hälfte zwanzigstes Jahrhundert befasst.

Nachdem ich nun darüber berichtet hatte, wie ich aktuell von linksextremen als „Neurechter”, „Holocaustrelativerer”, „Geschichtsrevisionierer” und „Verschwörungstheoretiker” verleumdet werde, hat mich nun ein Leser auf einen weiteren Baer hingewiesen, nämlich auf Fred Baer, ursprünglich Frederich K. Baer, geboren 1910 in Berlin, aber sofort 1910 mit der Familie in die USA emigriert. Lebte dort in Indiana und ist dort 2001 gestorben. Und ausgerechnet dieser Fed Baer war – es ist wirklich verblüffend – einer der Ankläger bei den Naziprozessen von Nürnberg und an einigen anderen Orten. Der Leser wies mich auf diese Seite hin, wo man neben einem Video den Text

Fred Baer, prosecutor of German war criminals

Some clips from Fred Baer’s testimony to the USC Shoah Foundation where he discusses his role in the war crimes trials that followed WWII in Germany.

Baer was involved in the Hadamar trial, the main Nuremberg trial, numerous trials held at Dachau, and the British-run Tesch trial in Hamburg, amongst others.

The original video can be viewed here youtu.be/waSgixb2-j4
youtube.com/user/lynchie3000/videos

winstonsmithministryoftruth.blogspot.com

Weil solche Leute schon unheimlich interessant sind und man ihnen zuhören sollte, blende ich das Interview hier mal ein:

Hört dem schon mal zu, was der sagt.

Bemerkenswert, dass er selbst auch in den USA gar nicht so bekannt zu sein scheint, sondern über diese USC Shoah Foundation interviewed und die Aufnahme archiviert wurde. Er erwähnt auch noch einen Bruder Max Baer. Das ist leider nicht ganz so eindeutig, weil es mehrere Leute dieses Namens gab, etwas einen amerikanischen Berufsboxer, aber auch einen von den Nazis hingerichteten Widerstandskämpfer, der hier schon wegen des nicht erreichten Lebensalters und vor allem wegen der Schreibweise Bär statt Baer nicht passt. Da Fred Baer aber dabei B’nai B’rith erwähnt, kommt man darüber zu diesem Nachruf der New York Times zu Max F. Baer, wo steht, dass er aus Frankfurt stammt. Beide, Fred und Max, waren Juristen. Bemerkenswert:

In the late 1930’s, he helped thousands of refugees from Austria and Czechoslovakia to resettle in this country. After World War II, he initiated a national survey to expose and end the quota systems that barred returning Jewish G.I.’s from colleges and universities of their choice.

Der war gegen Quoten an Universitäten. Aber das Thema war das gleiche: Wahlfreiheit für unterdrückte Studenten. Und weiß man erst mal, dass der Max F. Baer und nicht Max Baer hieß, findet man mühsam auch dieses Büchlein, das unter seiner Mitarbeit entstanden ist und sich unter anderem auf – das auch noch – Frauenquoten an US-Universitäten 1946 bezieht.

Leider weiß ich (noch) nicht, ob zwischen diesen Brüdern Fred und Max Baer und Susanne Baer außer der Namensgleichheit und der verblüffenden Deckungsgleichheit von Beruf und Interessen ein Zusammenhang besteht. Mir ist ja auch immer noch nicht klar, warum eine Gender-Studies-Professorin, die hier in Berlin 10 Jahre lang eigentlich gar nichts forscht und – ich habe ja auf Auskunft geklagt – nichts vorzuweisen hat, eigentlich auch ganz anders tätig war, trotzdem eine Honorarprofessur an einer amerikanischen Universität bekommt. Wofür eigentlich? Gäbe es freilich solche verwandtschaftlichen Verbindungen in die amerikanische verdiente Juristenszene, könnte dies vielleicht eine Erklärung liefern.

Da ich aber weiß, dass jetzt ganz viele Leser sofort losspurten und selbst suchen, eine Warnung:

Man sollte tunlichst aufpassen, diesen Fred oder Frederich Baer nicht mit einem anderen Fred Baer zu verwechseln, der auch als Fredrick, Frederick oder Frederick Michael Baer bekannt ist. Der nämlich ist ein Serienvergewaltiger und Mörder, hat eine Frau und ihre Tochter umgebracht, wurde zum Tode verurteilt und sitzt in den USA in der Todeszelle. Man weiß zwar nicht, was der mit Baers zu tun hat, weil er seinen Vater nicht kannte und nicht weiß, wo er herkommt. Kurios aber dass er in Indiana im Knast sitzt, wo auch Fred Baer lebte. Soll bei Mord und Vergewaltigung auf Methamphetamin gewesen sein (woher kommt mir das denn jetzt so bekannt vor?). Gibt auch mit dem ein Interview.

Ich glaube zwar nicht, dass zwischen Fredrick Baer und Susanne Baer irgendeine Verbindung besteht. Aber: Der Mord war 2004. Und Susanne Baer interessiert sich sehr viel mehr für amerikanisches Recht, als deutsches. Sie wird, gerade auch wegen der Namensgleichheit, mit hoher Wahrscheinlichkeit von so einem Serienvergewaltiger und Frauenmörder gehört haben. Auch das könnte sie in ihrem Weltbild beeinflusst haben.

Jetzt also die Frage an die Leser:

Bilde ich mir den Zusammenhang zwischen Berliner Gender Studies und Nazijägern ein?

Ist das nur eine „rechtsradikale” Verschwörungstheorie, wie mir die linksextreme Ecke nun vorwirft?

[Verblüffender Nachtrag:] Ich lese gerade noch eine Quelle zum Nazi-Ankläger Fred Baer, nämlich den Link auf diese Webseite mit einer gescannten Zeitungsseite von 1996.

Da geht es um Hate Speech und Holocaust-Leugnung. Man hat 500 Schüler durch eine Ausstellung gelotst. Und wisst Ihr, was da steht?

Yet guiding the virtual tour was the state director of the Anti-Defamation League of the B’nai B’rith, Jeffrey Maas. […]

Jeffrey Maas, state director of the Anti-Defamation League of the B’nai B’rith, discusses hate speech on the internet during a conference at Rider University at Lawrenceville yesterday.

Ich fress echt nen Besen:

Die haben dort einen Direktor der B’nai B’rith, der gegen Hate Speech im Internet streitet, diese sperren will, und sich über Holocaust-Leugner beklagt, und der heißt Maas.