Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Tommy P. Baer

Hadmut
17.4.2016 17:50

Es sammeln sich die Informationen.

Die Leser sind fleißig. Vielen Dank.

Es sammeln sich Informationen zu diversen Personen namens Baer. Darunter beispielsweise noch eine Friederike Baer (Herrje, Fred, Frederick und Friederike…), die für den Kontext hier aber wenig hergibt, außer anscheinend auch eine Schwester zu sein, ähnlich zu sehen, ebenfalls Professorin in den USA zu sein und sich ebenfalls mit deutschen Auswanderern zu beschäftigen, das Thema scheint ganz schwer in der Familie zu liegen.

Interessanter dürfte dagegen Tommy P. Baer sein, Anwalt in den USA, der in seinem eigenen Lebenslauf schreibt:

Few people have experienced as much in their lifetime as Tommy Baer. Born in Berlin, Germany, a U.S. citizen, he was able to escape Nazi Germany with his parents, settling first in Newport News, Virginia, then Richmond after the war. There he grew up, fighting racial and religious prejudice, and committing himself to community service in gratitude to the country that gave him life and opportunity.

Mr. Baer attended the University of Richmond where he graduated with distinction, elected President of the Senior Class and tapped into four honorary societies, including Phi Beta Kappa. He received his law degree from the Georgetown Law Center where he was a member of the Law Review. After serving one year as a law clerk to a U.S. District Judge, Mr. Baer was appointed Assistant United States Attorney by Attorney General Robert Kennedy. During his tenure as a federal prosecutor, he was assigned several important cases, including one that is part of the curriculum of ethics courses taught in law schools throughout the country. […]

He also has an extensive immigration practice.

Mr. Baer’s civic activities are equally extensive. Among them he served as the International President of B’nai B’rith, meeting with the heads of state, ambassadors and other foreign leaders of over 35 countries. […]

Ich weiß nicht, ob oder wie eng die einzelnen Baers miteinander verwandt sind. Es gingen auch Hinweise zu dem Nachnamen ein, die darauf hinauslaufen, dass der Name als alter Name mit religiösem Hintergrund jedenfalls nicht selten ist, und deshalb Namensgleichheit noch lange nicht bedeutet, nahe verwandt zu sein. (Was ja auf der Hand liegt. Danisch ist ein viel seltenerer Name, und trotzdem fühle ich mich mit kaum einem Danisch irgendwie verwandt, obwohl sich bei mir tatsächlich vor Jahren mal eine Amerikanerin namens Danisch meldete und sich eine gemeinsame Ahnenlinie ungefähr andeutete.)

Es fällt aber auf, dass sich die Interessengebiete und Berufe doch sehr ähneln, und immer irgendwie in diesen Bereich Immigration/Emigration, Recht, „Gerechtigkeit” laufen. Dann tauchte B’nai B’rith mehrfach auf. Und irgendwie scheinen Leuten mit diesem Nachnamen die Professuren und hohe Juristenposten geradeso zuzufliegen.

Wenn ich da jetzt noch die Seltsamkeiten bei der Professur Susanne Baers und ihrer Wahl zur Verfassungsrichterin mit dazunehme, über die ich ja ausführlich berichtet habe… Ich habe noch immer nicht verstanden, wie jemand zu einer Gastprofessur in den USA kommt, bei dem die Universität hier selbst in der Auskunftsklage nicht sagen kann, was derjenige in 10 Jahren seiner Professur gemacht hat.

Interessant sind auch viele andere Leserzuschriften. Inzwischen haben sich mehrere Leute bei mir gemeldet, deren Großeltern ihnen Ähnliches gesagt haben, wie meine. Auch dieses Maß „der Hälfte” taucht ähnlich auf, aber einer konnte das genauer erklären:

Ich hatte ja gesagt, dass ich leider nicht nachgefragt hatte, was sie mit „der Hälfte” meinten, und das als die Hälfte des ganzen Nationalsozialismus 1933 bis 1945 angesehen. Im Vergleich mit den Aussagen anderer Großeltern, über die mir Leser berichteten, ergibt sich ein anderes Maß, nämlich dass sich das auf die Kriegszeit (1939-1945) bezog und damit 1942 (und nicht wie von mir vermutet 1939) als die „Hälfte” anzusehen ist. Das passt dann nämlich sogar exakt zum Bau der Vernichtungslager nach der Wannsee-Konferenz im Januar 1942. (Und damit lösen sich auch einige der Vorhalte, die mir Leute gemacht haben, dass das nicht stimmen könne, weil es das 1939 noch nicht gab, in Luft auf.)

Damit ist dann auch (endlich…) geklärt, was meine Großeltern mit der „Hälfte” meinten, und das von mehreren Lesern über die Aussagen von deren Großeltern bestätigt, die denen ziemlich genau das gleiche sagten.

Ich halte es damit für ziemlich gefestigt, über Zeitzeugen und verschiedene Kanäle bestätigt, und um einen Interpretationsfehler von mir bereinigt, dass der Holocaust im damaligen Deutschland (oder jedenfalls im östlichen Teil, denn viele der Großeltern, die das gesagt haben, scheinen aus dem Bereich zu kommen) ab 1942 allen bekannt war, und zwar damals über private Kanäle und vertrauliche Informationen. Auch wenn das bereits mitten im Krieg und damit potentiell in einem Zeitraum möglicher Feindpropaganda war, halte ich es aufgrund des Zeitpunktes und aufgrund der Art der Informationsquellen damit für ausgeschlossen, dass das eine nachträglich konstruierte Legende sein könnte. Meine Großeltern haben sehr deutlich gesagt, dass jeder ein Lügner sein müsse, der sagt, davon nichts gewusst zu haben, weil die Vorgänge damals zu offenkundig waren. Sie waren gegenüber solchen Ansichten völlig verständnislos, weil sie das doch selbst gesehen und miterlebt hätten. Das ist nicht etwas, was man den Leuten nachträglich erzählt haben kann. Sie meinten aber, man habe es eben nicht laut sagen können und nach außen so tun müssen, als wäre nichts. Viele seien dann nach dem Krieg einfach dabei geblieben. So sei das wohl entstanden.