Hadmut Danisch

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Desinformation nach Drehbuch

Hadmut
13.3.2016 15:40

Ein Leser weist mich gerade auf Medien-Machenschaften hin, bei denen man gerade wieder aus der Haut fahren könnte. [Nachtrag; Klarstellung]

(Siehe bitte Klarstellung unten…)

Die WELT hat einen eigentlich sehr schönen Reisebericht über die Mongolei: Zu Besuch bei Wettspielen der Jäger mit Greifvögeln und Pferden. Gleichzeitig ein Bericht über diese Wettspiele und Dreharbeiten zu einem Film darüber.

Richtig geile Fotos. Sehr sehenswert.

Und so ganz unterschwellig werden da politische Botschaften transportiert und desinformiert. Wobei man sich jetzt überlegen kann, ob man das dem WELT-Artikel oder dem dort gedrehten Film vorwirft.

Guckt Euch mal die Bilder an. Die sind richtig schön.

Traditionelle mongolische Männerjagd. Kann man finden und werten wie man will, aber tatsächlich haben es bisher die Männer gemacht. Worum geht es aber?

Bildunterschrift:

Aisholpan Nurgaiv ist das erste Mädchen, das sich in dieser sonst von Männern dominierten Welt behauptet. Die 13-Jährige ist zudem Protagonistin des Dokumentarfilms “The Eagle Huntress”, den Regisseur Otto Bell über die Adlerjäger in der Mongolei gedreht hat. Der Streifen feierte im Januar auf dem Sundance-Film-Festival in den USA Premiere, Sony Pictures Classics hat bereits die Rechte an dem Film erworben – für Amerika, Asien, Australien und andere Länder, darunter Deutschland.

Jahrhunderte Tradition von Männern, und wer ist Inhalt eines Dokumentarfilmes? Ein 13-jähriges Mädchen, die als erste daran teilnimmt.

Die Botschaft dabei: Frauen können sowieso alles besser.

Und – Achtung, Aufpassen:

Aisholpan Nurgaiv ist gegen mehr als 70 Männer beim Adlerjägerfest angetreten, am Ende nahm sie als glückliche Siegerin den Pokal entgegen.

Der Star Wars-Effekt: Männer können das ein Leben lang üben, junge Frauen gehen einfach hin und machen das auf Anhieb besser. Egal ob Millenium Falcon fliegen oder Steinadler kommandieren, sie können alles, alles besser und alles auf Anhieb ohne zu lernen.

Was übrigens wunderbar zur feministischen Doktrin passt, dass Frauen jeden Beruf ergreifen können, ohne ihn vorher mühsam lernen zu müssen. Das gleiche in Informatik und anderen Berufen: Männer sollen sich ruhig jahrelang in Labors oder auf der Adlerjagd üben, Frauen kommen und überholen mit einem Fingerschnippen, können alles besser.

Und wieso klappt das alles so wunderbar? Beim Millenium Falcon und dem Steinadler aus dem gleichen Grund: Weil’s so im Drehbuch steht. Wenn da drin steht, dass Frauen alles besser können, dann muss das auch so sein. Nicht nur bei Rey, ihren Flugkünsten und dem Laserschwert, das sie zum ersten Mal in der Hand hat, aber damit gleich einen Halb-Jedi besiegt. Auch in der Mongolei ist das so:

Tatsächlich war die 13-Jährige ihren Wettstreitern unterlegen, ihren Preis verdankt sie nur dem Wunsch des Regisseurs. Frank Riedinger sagt, aus Höflichkeit hätten sich ihre Konkurrenten zu dieser Ungerechtigkeit nicht äußern wollen, doch “nach mehreren Wodkas konnte ich heraushören, dass ihnen das nicht gefallen hat. Sie haben sich ein ganzes Jahr auf dieses Event vorbereitet, da möchte jeder gern das Preisgeld einstreichen”.

Hört sich an wie die Berufung auf eine deutsche Professur. Oder der Parteitag der Grünen. Männer stehen in der Schlange an, Frauen drängeln sich einfach vor. Guck Euch mal auf dem Siegerfoto die Gesichter an.

Und weil das noch nicht reicht, sind auch Adlerinnen natürlich besser als Adler:

Geeignet für die Jagd sind nur weibliche Steinadler, da sie größer, aggressiver und zuverlässiger sind als die Männchen.

Der Leser, der mich darauf hinweis, hat mal nachgeforscht (=gegoogelt) und ein Online-Buch über Steinadler-Falknerei gefunden. Darin heißt es auf Seite 101 nur:

Alle asiatischen Volksgruppen, die sich mit Adlern (Steinadler) beschäftigen, ziehen meist weibliche Wildfänge den Männchen vor. Es handelt sich um Vögel, die von den dortigenFalknern selbst gefangen werden – meist im ersten Lebensjahr – und dann in kürzester Zeitausgebildet werden müssen.

„Ziehen meist vor”. Also stimmt das gar nicht, dass nur weibliche Steinadler für die Jagd geeignet sind. Von zuverlässiger steht da auch nichts. Und selbst wenn: Zuverlässiger gegenüber einem Falkner ist ja keine dem Tier eigene Zuverlässigkeit. Da könnte das genau umgekehrt aussehen.

Ich habe deshalb auch noch ein bisschen gegoogelt. Es stimmt zwar, dass bei manchen Greifvögeln die Weibchen etwas größer sind, beim Steinadler sogar deutlich schwerer als die Männchen. Aber deshalb nicht immer stärker. Bei Vögeln haben die Weibchen nämlich immer auch den Apparat zum Legen von Eiern, und der hilft beim Jagen nicht. Deshalb ist es, soweit ich mir das als Laie auf die Schnelle zusammengegoogelt habe, so, dass man die Weibchen etwa zur Jagd auf Wölfe (!) einsetzt, (obwohl sie das von Natur aus nicht tun, sondern erst lernen müssen und die Wölfe auch nur stellen und nicht töten können), und die Männchen dann, wenn es auf Schnelligkeit und Wendigkeit ankommt. Also genau umgekehrt wie etwa bei Löwen, nur dass der Feminismus bei Löwen behauptet, klein und wendig mache den besseren Jäger.

Und *schwups* steht diese mongolische Jagd plötzlich als das große Frauenereignis da.

Obwohl eigentlich wieder nur das gleiche passiert ist wie immer: Keine lange Ausbildung, keine Berufserfahrung, aber unverschämt vordrängeln, lügen, Leistungsbewertungen fälschen, und dann hinterher so tun als könnten sie alles besser und sich den Preis unter den Nagel reißen. Und die Männer sind die Betrogenen. Wie in der deutschen Politik und Wissenschaft.

Nachtrag: Wer mal einen ordentlich gemachten Film sehen will, in dem sich das Mädchen – Ok, nach Drehbuch, aber wenigstens mit einer Story – gegen die Jungen behauptet und besser ist, der soll sich mal Whale Rider anschauen. Da geht es um traditionell verwurzelte Maori in Neuseeland in der heutigen Zeit, bei denen der Großvater nach alter Tradition einen männlichen Nachfolger sucht, in der Familie aber nur ein Mädchen, seine Enkelin, da ist. Deshalb versucht er, unter den Jungen des Dorfes einen zu finden. Die erweisen sich aber als waschlappig bis mittelprächtig und versagen bei einer zentralen Aufgabe. Seine Enkelin trainiert und versucht ihm zu beweisen, dass sie was kann, erfüllt sogar die Aufgabe, er ignoriert es aber. Die Legende besagt jedoch, dass ihr Urahn einst auf einem Wal nach Neuseeland ritt, weshalb es als eine Art heiliges, mythisches Zeichen gilt, auf einem Wal zu reiten, was normalerweise unmöglich ist. Als zufällig aber wieder mal ein Wal in Neuseeland, ganz in der Nähe, strandet, was ja leider manchmal vorkommt, schaffen sie es gemeinsam, ihn zu retten, nass zu halten und wieder ins Wasser zu ziehen. Und weil sie dazu auf den Wal gestiegen ist und der sie eine Weile sitzen lässt, wird der Großvater, der sie fassungslos den Wal reiten sieht, auf sie aufmerksam und ändert seine Meinung.

Klarstellung: Der Leser, der mich auf die Sache hingewiesen hat, hat seine Unzufriedenheit mit dem Artikel ausgedrückt, denn es seien ja gar nicht alle Frauen so. Man solle das ja nicht so hinstellen, als wären „alle Weiber” so.

Stimmt.

Nur: Das wollte ich damit auch gar nicht sagen. Leser meines Blogs wissen, dass sich meine Kritik auf Feminismus, Genderismus, Politik und Desinformation bezieht, nicht auf Frauen. Im Gegenteil: Ich schreibe das ja immer wieder, dass hier eine kleine aggressive Minderheit sich fälschlich als Mehrheit ausgibt, also gerade nicht für Frauen steht. Ich habe ja auch schon oft genug geschrieben, dass es tatsächlich viele fähige und leistungsfähige Frauen gibt. Sobald aber die Politik dabei eine Rolle spielt, kommt nur noch Mist rüber. Darauf will ich hinaus. Zumal die meisten Frauen gar nicht wissen, was da im Namen der Frauen getrieben wird.