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Drogenkriminalität und Medien: Menschlichkeit für Mainstreamer

Hadmut
3.3.2016 1:18

Über die süsslich-verwesende Widerlichkeit der Medien.

Ist Euch das mal aufgefallen?

Dieselben Medien, die jeden politischen Gegner hinrichten und fleddern, selbst wenn er gar nichts getan hat, werben jetzt für Mitleid und Mitgefühl für Volker Beck, nachdem er mit harten Drogen erwischt wurde.

Tagesspiegel:

Dem Grünen-Politiker in dieser schweren Zeit viel Kraft zu wünschen, ist indes ein Gebot der Menschlichkeit. […]

Häme freilich ist in diesem Fall ebenso wenig angebracht wie Nachsicht. Ja, Beck ist ein Moralist – und er kann kräftig austeilen. Doch ihm das nun spöttisch vorzuhalten, verbietet sich ebenso, wie das Aufkommen von Schadenfreude im Fall von Margot Käßmann falsch war. Nachsicht wiederum, aufgrund privater Schicksalsschläge oder seines Einsatzes für viele gute Anliegen, mag eine verständliche Reaktion sein, bietet aber keine solide Grundlage für das Geltendmachen mildernder Umstände.

Gesetzesverstöße müssen auch dann sanktioniert werden, wenn einem der Delinquent sympathisch ist. Wenn andere durch plagiierte Doktorarbeiten ihre Ämter verlieren, kann der Konsum harter Drogen nicht wie ein Kavaliersdelikt behandelt werden. Allerdings: Volker Beck viel Kraft zu wünschen für die Zeit, die jetzt vor ihm liegt, ist ein Gebot der Menschlichkeit.

Die Süddeutsche:

Bitte keine Häme für Volker Beck […] Der Mensch Volker Beck sollte dabei respektiert werden.

Volker Beck hat seine politische Karriere 1987 als Schwulenreferent bei den Grünen begonnen, seit mehr als 20 Jahren ist er Bundestagsabgeordneter. Er hat sich aufgerieben, wenn es um den Schutz von Minderheiten ging. Dieser politische Hochbetrieb geht nicht spurlos an einem Menschen vorbei.

Das dokumentiert auch der Fall Michael Hartmann. Der damalige SPD-Innenpolitiker wurde im Sommer 2014 des Konsums von Crystal Meth überführt. Drei Monate später berichtete er, wie es dazu gekommen war: “Morgens war ich meist der Erste, in Wirklichkeit war ich tot.” Er habe gar nicht mehr bemerkt, wie besessen er von seiner Arbeit gewesen sei.

All das rechtfertigt nicht, Drogen zu nehmen, die aus gutem Grund verboten sind. Deshalb ist es auch richtig, wenn er sein Amt als innenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion niederlegt. Nicht richtig wäre es jetzt, den Menschen Volker Beck abzuurteilen.

Das hängt da immer von der politischen Gesinnung und Parteizugehörigkeit ab, ob die Medien Milde walten lassen und »Menschlichkeit« anmahmen, oder einen rösten.

Hätte man etwa einem Reiner Brüderle in der #Aufschrei-Affäre irgendwelche Menschlichkeit oder Schutz vor Aburteilung zugebilligt? (Und wie wäre man mit jemandem von der CDU oder den rechten Parteien umgegangen, wenn man den mit Drogen erwischt hätte?)

In den Medien ist ein Kompliment über ein Dirndl offenbar weit schlimmer als Drogenkriminalität.