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Microsoft im Gender-Social-Justice-Krampf

Hadmut
1.3.2016 18:02

Die Sekte breitet sich aus.

Ich habe ja schon öfters darüber geschrieben, wie sich – vor allem im Kontext von GitHub – diese Gender-Social-Justice-Seuche Code of Conduct ausbreitet.

Ein Leser hat mich auf diese Diskussion und darin vor allem diesen Kommentar hingewiesen.

Genauer gesagt, ist das keine eigenständige Diskussion, sondern eine Diskussion um einen sog. Pull Request, also eine Code-Änderung. Eingepflegt am 7.12.2015 von einem Kevin Ransom, anscheinend Microsoft-Mitarbeiter. Der Pull-Request besteht nur aus einer einzigen kleinen Änderung, nämlich der Erklärung, dass ein Code of Conduct eingeführt wurde. Was ich hier schon öfters beschrieben haben. Und zwar in der OpenSource-Version von F#, einer Programmiersprache von Microsoft. Und besagter Kommentar stellt eben sehr schön zusammen, was da faul ist. Die Seite zeigt oben „Merged” an, also dass der Change angenommen und eingepflegt wurde. Zeigt sehr schön, dass nicht jeder Commit auf GitHub auch das mit Programmieren-Können zu tun hat.

Die Sache ist schon deshalb fragwürdig, weil nicht etwa der Code of Conduct selbst angenommen und eingepflegt wurde, sondern nur ein Link auf eine Wiki-Seite. Die man beliebig, nachträglich und ohne Abstimmung ändern kann.

Darin der übliche Schmonzes, abgeschrieben von hier.

Und wieder die übliche Masche, jeden aus dem Projekt rauswerfen zu können und zu müssen, der sich – auch außerhalb im Privatleben – nicht an diese Regeln hält. Also eine Treibjagd und soziale Ächtung.

Bemerkenswerterweise ist der Text gleich vierfachfach vage und willkürlich:

Examples of unacceptable behavior by participants include: […] Other unethical or unprofessional conduct

  • „Examples” zeigt ja schon, dass das keine abgeschlossene, greifbare Definition ist, sondern nur einige Beispiele genannt werden.
  • „include” verstärkt das ganze nochmal. Es sind nicht etwa nur Beispiel, selbst die Beispiele sind vage offengelassen.
  • Und was beinhalten diese vagen Beispiele? „Other unethical or unprofessional conduct”. Also alles, was nicht mainstream ist. Mir ist noch keine greifbare Regel untergekommen, was eigentlich „ethisch” ist und was nicht, und vor allem, wer das bestimmt.
  • Und: harassment. Was ist harrassment? Das, was gegen die Regeln verstößt. Als selbstbezügliche und damit zyklische Definition. Damit fällt dann alles und nichts darunter, wie man es gerade braucht.

Obendrein ist er auch noch unlogisch und selbstwidersprüchlich, denn es heißt:

We are committed to making participation in this project a harassment-free experience for everyone, regardless of level of experience, gender, gender identity and expression, sexual orientation, disability, personal appearance, body size, race, ethnicity, age, religion, or nationality.

Sie wollen also, dass alle teilnehmen können, unabhängig von ihrem Erfahrungsschatz und Alter.

Wie aber kann man einerseits fordern, dass jeder, auch unabhängig von Alter und Erfahrung, teilnehmen kann, andererseits aber „unprofessionelles” Verhalten bestrafen?

Lacher am Rande: Auch das halten sie für unethisch und unprofessionell:

Publishing other’s private information, such as physical or electronic addresses, without explicit permission.

Ist das nicht gerade Taktik deutscher Antifa und mancher Presse (BILD hatte da ja so eine Kampagne), Rechte zu bekämpfen, indem sie deren Identität aufdecken und die anschmieren? Warum verlangt man dann nicht mit Hinweis auf diesen Code of Conduct, die Leute rauszuschmeißen, woraus auch immer?

Ein zentrales (Sicherheits-)Problem ist aber, wie ideologisch und sektenmäßig das alles gebaut ist. Und vor allem: Dass es dazu führt, dass jeder am Code rumrühren darf, egal woher, egal wie befähigt. Ablehnen geht nicht, das wäre ja harassment, und es soll ja jeder mitmachen dürfen.

Ich finde das drollig.

Die ganze Zeit schreien alle „Gottogott, Cyber-War” und wie die bösen Russen und Chinesen uns angreifen, unsere Software infiltrieren und sabotieren, und wie hilflos wir sind. Der dritte Weltkrieg würde digital geführt.

Gleichzeitig aber setzt man durch, dass in jedem Quelltext einfach jeder drin rumrühren darf, unabhängig von Können und Herkunft. Also Nord-Korea in den Compilern, mit denen man dann Kernkraftwerks- oder Flugzeugsoftware compiliert. Oder der Iran. Oder der Islamische Staat. Und so. Tag der offenen Tür bei Software. Und man darf es nicht mal kritisieren oder ablehnen, weil das ja harrassment wäre.

Ich habe mal vor einigen Jahren an einem Behördenprojekt teilgenommen, für das militärische Sicherheitsstufen galten. Da musste ich vorher ein Formular ausfüllen, in dem ich eidesstattlich versichere, nicht Scientology anzugehören. Richtig so. Ich habe aber schon ausführlich beschrieben, dass dieser Genderismus und das Social Justice Zeugs in seinen Strukturen und Vorgehensweisen große Ähnlichkeit zu Scientology hat.

Allein schon deswegen, aber auch wegen dieses Selbstausschlusses von Qualitätskontrolle und Ablehnung mangelhafter Software müsste man Microsoft von öffentlichen Aufträgen ausschließen.