“Neue Wege zu beschreiten, hat bei uns Tradition.”
14.1.2013 19:44
Etwas Philosophie, Gedankengymnastik und Oho gefällig?
Heute möchte ich den geneigten Leser wieder zur Leibes- Hirn-Ertüchtigung animieren und ihn an der Stelle da oben zwei Fingerbreit vor dem Stammhirn kitzeln.
Der geneigte Leser möge sich daher also Ruhe, Zeit und einen Webbrowser nehmen (dazu später), sich in einen gemütlichen Sessel niederlassen, es sich bequem machen, und sich nicht ablenken lassen.
Hat der Leser die nötige Ruhe und Konzentration gefunden, so möge der Leser in sich gehen, die Gedanken reinigen, die Sinne schärfen und dann ausgiebig darüber sinnieren, was ein solch inhaltsschwerer Satz wie dieser zu bedeuten hat:
„Neue Wege zu beschreiten, hat bei uns Tradition.”
Ist das nicht ein Satz wie in Stein gemeißelt? Ein Satz so voller bedeutungsschwerer Semantik, dass er klingt wie Donnerhall und seinen Abdruck im Bewusstsein des Empfängers hinterlässt?
Dröhnt daraus nicht geradezu der unstillbare Drang, Neues zu erkunden? Das Unbekannte zu erforschen? Unaufhaltsamen Pioniergeist an den Tag zu legen und sich vor nichts zu fürchten? Ist das nicht der Geist jener Siedler, die als erste Weiße Nordamerika erkundeten und von der Ostküste immer weiter ins Ungewisse zogen, um unbekanntes Land zu erschließen und fruchtbar zu machen? Das Symbol jener, die die besagten „Neuen Wege” als Erste beschritten, die dorthin gingen, wo noch nie jemand zuvor gewesen war? Ist das nicht genau der Geist, den Gene Roddenberry mit Star Trek unsterblich machte, als er die Serie mit den berühmten Worten „To boldly go where no man has gone before” beginnen und mutige Männer (ja,ja, und Frauen) unter schrecklichen Gefahren die Tiefen des Weltraums erkunden ließ? Ist es nicht jener unbändige, tatenhungrige, gefahrverachtende Drang nach neuem und unbekanntem, dessentwegen Australien das Emu und das Känguru zu seinen Wappentieren machte, weil es die beiden Tiere sind, die nicht rückwärts laufen können und damit den Weg nach vorne, das Erforschen des Unerforschten, das Begehen des Unbegangenen, das Erkennen des Unbekannten symbolisieren?
Ist dieser Satz nicht die Erkennungsmarke aller Entdecker, wie vom Schlage eines Christoph Columbus, Vasco da Gama, James Cook oder eines Galileo Galilei?
Und spricht daraus nicht auch das Denken der Erfinder, all der Daniel Düsentriebs, die unsere Zivilisation erst ermöglichten indem sie unermüdlich Neues, die Natur, die Welt erforschten? Ist der Satz nicht ein Symbol all derer, die die Innovation, den Erfindergeist, das Querdenken, das Andere, das Neue, das Geniale mit jeder ihrer Poren leben, zu ihrem Credo, zu ihrer Maxime, zu ihrem Lebensmotto machen? Die all das tun, was nie zuvor jemand getan hat? Die das erdachten, was noch in keinem Buch (und auf keiner Webseite) stand, was nie zuvor jemand gedacht hat?
Ist dieser Satz nicht das, was übrig bleiben muss, wenn man Wissenschaft, Wissenschaftlichkeit schlechthin, auf den Punkt kondensiert? Der Kern allen Erdenkens, Erforschens und Strebens nach neuem Wissen?
Spürt der Leser, was ich ihm sagen will? Welche Tiefe und Bedeutung in diesen Worten stecken, die nichts Geringers für sich in Anspruch nehmen, der Erste, der Erforscher, der zu sein, der allen vorausgeht?
Ja?
Angekommen?
Gut. Dann googelt doch einfach mal nach diesem Satz (in Anführungszeichen gesetzt). Und lest Euch die ersten 10 oder 20 Seiten (Seiten, nicht Treffer, wirklich Seiten) durch. Nicht anklicken, sondern nur das, was Google jeweils als Auszug angibt. Auch die Sätze vor und hinter diesem einen Satz.
Huuaaaahaaahaaaaa! „Neue Wege zu beschreiten…”
(Besten Dank an einen Plagiatsjäger für den Hinweis.)
Gabs den Satz mal bei irgendeiner Schulung/Weiterbildung ? Oder ist das vlt so eine Option die man beim erstellen einer Website auswählen kann ?