Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Eklat bei IKEA

Hadmut
12.1.2013 0:47

Ich bin mir nicht sicher, mit wem die eigentlich übler umgehen – mit ihren Kunden oder mit ihren Mitarbeitern.

Der Punkt ist der: Ich habe vor einiger Zeit meine Liebe zu kleinen bunten Pappschachteln entdeckt. Ich hatte mir zum Aufräumen von alten Fotos kleine Fotoarchivschachteln 10×15 gekauft, aber derer zu viele. Erst hatte ich mich geärgert, zu viele gekauft zu haben, dann aber entdeckt, wie wunderbar man in diesen kleinen Pappschachteln, alle etwas schief weil billiger China-Kram, aber schön bunt und gemustert, vorne mit Metallschildchen zum Beschriften, seinen ganzen Kleinkram und Krimskrams aufräumen und beschriften kann. Und ich habe so viel Kleinkram und Krimskrams. Oh, es ist so herrlich, ein Regal voller kleiner, bunter, beschrifteter Pappschachteln zu haben, in denen man seine diversen Schätze und Nichtigkeiten aufbewahrt. Es hat so einen Hauch von der Atmosphäre von Ollivanders Zauberstabladen aus Harry Potter.

Inzwischen habe ich schon ganz viele von diesen Schachteln, auch etwas größere (für DVDs gedacht), es gab sie mal bei Metro und es gibt sie so ein oder zweimal im Jahr im Doppelpack bei Aldi. Ich glaube, da kostet das Doppelpack 3 Euro. Aber man bekommt sie nicht einfach mal so, wenn man sie braucht. Das heißt, man bekommt sie schon über Amazon usw., man muss nur nach Fotobox 10×15, 700 suchen. Aber zahlt dann 5-10 Euro pro Stück plus Versand. Für lumpige, leicht schiefe Pappschachteln aus China. Ich brauchte gerade noch welche, habe aber in den einschlägigen Läden nichts gefunden. Als ich vorhin gerade an einem IKEA vorbeikam, dachte ich mir, guckste mal, ob die sowas in der Art und Größe haben. Behälter, Schachteln usw. gibt es bei denen doch in rauhen Mengen.

Und tatsächlich, sie haben sowas. Nennt sich „Kassett”, sieht etwas anders aus, gibt es in verschiedenen Größen, etwas teurer, dafür metallverstärkte Kanten, kostet in der kleinsten Ausführung 3,99 für das Doppelpack. Sie haben gerade ein Rausschmeißer-Angebot für 2,99 das Doppelpack in der unbeliebten Roh-Papp-Farbe. Da nehme ich mal eine Packung mit zum Testen. Eigentlich war der Grund meines Besuchs damit schon erfüllt. (Eigentlich sind sie wieder grottig, weil sie IKEA-Like erst zusammengebaut werden müssen und deshalb innen nicht so wirklich quaderförmig sind und Schrauben nach innen stehen, die im Weg stehen oder Sachen zerkratzen können, und eigentlich ist die Pappe zu weich und zu dünn, aber für manche Zwecke geht’s.)

Nun hatten sie da noch andere Pappschachtelsortimente zum Selberfalten, die so lausig sind, dass sie wohl niemand kaufen wollte. Auch die als Rausschmeißer-Angebot runtergesetzt auf 0,99 Euro für ein Set aus 7 Schachteln. Is OK, davon auch zwei mitgenommen. Für den Preis geht’s gerade.

Und dann habe ich noch ein Schnäppchen entdeckt: Clip-Beutel. Da sind diese einfachen Plastikbeutelchen die oben solche Rillen haben, mit denen man sie durch Zudrücken verschließen und wieder öffnen kann. Die haben sich als Mega-nützlich erwiesen, ganz besonders auf Reisen, weil billigst, leicht, universell zu gebrauchen, Flughafensicherheitstauglich für Flüssigkeiten, schützt gegen Auslaufen, verhindert Verlieren von Kleinteilen usw. Ich habe auf jeder Reise ein paar von diesen Beuteln dabei, meistens welche in der Fototasche usw. und die haben sich sehr, sehr bewährt. Die hatten sie bei IKEA („Hylta”), die wollte aber wohl auch keiner haben, weil im ursprünglichen Preis überteuert. Aber zweimal deutlich im Preis heruntergesetzt, bis eine Packung mit 20 Beuteln 19 Cent kostete, also weniger als 1 Cent pro Beutel. Boah, da habe ich gleich einen Vorrat eingekauft, gleich mal 20 Packungen. Ich verdiene so gut, dass ich mir die Ausgabe von 3,80 Euro hin und wieder leisten kann, zumal es billiger als das Benzin oder die Busfahrt zu IKEA ist.

Und so kam es, dass ich ursprünglich nur eine Schachtel kaufen wollte, und dann doch einen ganzen großen gelben IKEA-Einkaufs-Beutel voll Zeugs (allerdings locker reingeworfen) hatte. Um es vorweg zu sagen: Einschließlich des blauen IKEA-Beutels (die gelben sind Leih-Beutel, die blauen kauft man, um das Zeug nach Hause zu tragen) hatte ich damit 24 Artikel im Gesamtwert von sagenhaften 9,27 Euro gekauft. Wow. Wahnsinn.

Und weil am Freitag abend die Schlangen etwas länger sind, ging ich an eine von diesen Selbstbedienungskassen, die sie da seit einiger Zeit haben, bei denen man seinen Krempel selbst scannt und dann per Scheckkarte bezahlt.

Über den Ärger mit solchen Kassen (auch im Supermarkt) habe ich ja schon einige Male geschrieben.

Ich kam also an diese Kasse und fange an zu scannen. Gleich kommt auch noch eine sehr nette und hilfsbereite IKEA-Verkäuferin dazu, weil sie sieht, dass ich so viele von diesen Clip-Beutel-Packungen habe, und ich sie gefragt habe, ob man die alle 20 scannen muss, oder ob man da irgendwo die Zahl der Artikel eingeben kann. Sie sagt, das ginge leider nicht, aber sie würde mir helfen. Sie zählt die Dinger vom gelben in den blauen Sack nach, ich soll einfach 20mal eine solche Packung scannen. Gesagt, getan, zu zweit geht’s schnell und einfach und sie bestätigt, dass ich 20 von diesen Dingern habe. Und die Kasse zeigt an, dass ich 24 Artikel gescannt habe. Passt auch. Ich zahle und bekomme aus der Kasse einen Kassenzettel von einem halben Meter Länge, weil das dumme Ding jede dieser 20 Packungen einzeln auflistet. Sei’s drum. Ich bin fertig und will gehen.

Wie ich gerade aus diesem Kassenbereich gehen will, hält mich ein Typ der Kategorie groß und kräftig, aber nicht der Allerhellste und auch nicht der Sprachgewandteste, dafür in der Uniform einer Sicherheitsfirma auf, so mit dem Unterton „Haben wir Sie ertappt!” und meint, er hätte gerne meinen Kassenzettel.

Von mir aus. Wenn’s ihm weiterhilft. Ich gebe ihm den Zettel, sage aber, dass ich den wieder haben will. Er guckt den Zettel misstrauisch an, ist aber sichtlich von der langen Liste irgendwie überfordert und es kommt ihm offenbar seltsam vor, dass man so einen langen Zettel und so eine volle Tasche haben und trotzdem nur 9,27 Euro zahlen kann. (Wie sich dann im Laufe des späteren Gesprächs langsam herausstellte, hielten die das wohl für einen Alibi- und Versteckkauf. Die waren anscheinend der Meinung, dass ich diese Billig-Krempel nur gekauft hätte, um darunter irgendwas Wertvolles zu verstecken.)

Er nimmt sich einfach so und ziemlich rüde die blaue Tasche, in der ich da gerade meine gekauften Sachen habe, sagt nur „Ich möchte Ihre Tasche kontrollieren”, interessiert sich aber nicht dafür, ob ich damit einverstanden bin, und fängt da an, ruppig in den gerade gekauften Sachen herumzuwühlen.

Ich gucke mir das so etwa 5 Sekunden lang an, merke schon, wie mich die Leute wie einen Ladendieb mustern, und mir geht so durch den Kopf, was wohl gewesen wäre, wenn ich die gekauften Sachen in meine Umhängetasche gepackt hätte. Da habe ich nämlich noch eine teure Kamera, ein iPad, ein Handy, einen E-Bookreader, gerade noch ein Entfernungsmessgerät und noch einigen Kleinkram drin. Und male mir aus, welchen Schaden die nehmen würden, wenn der Typ da drinnen genauso herumwühlen würde. Und überhaupt, wie peinlich wäre das, wenn ich heute meine Sex-Spielzeuge oder gar die Domina-Lederstrapse in der Tasche dabei gehabt hätte. Und die da so vor allen Leuten durchwühlt würde. Außerdem wird mir mit etwas Verzögerung gewahr, dass dieser Kram in dem blauen Sack, der eben noch anonymes Kaufhauszeugs war, nunmehr mein höchstpersönliches, eben erworbenes Eigentum ist. Auch wenn da noch so oft IKEA draufsteht, gehört das Zeug seit 10 bis 15 Sekunden mir, und zwar genauso wie das in meiner Umhängetasche oder meine Unterhose.

Und meine Situationsanalysedrüse meldet sich (Kennt Ihr von Otto „Milz an Großhirn”? So ungefähr.) und sagt mir, dass ich hier in einer Situation bin, in der etwas überhaupt nicht stimmt. In der gar nichts stimmt. Ich stehe hier und ein fremder Mann, der sich überhaupt nicht ausgewiesen hat, der nicht einmal IKEA-Klamotten trägt, kommt mit Chuzpe und Frechheit daher und wühlt in meinen Sachen, meiner Tasche herum. Einfach so.

Meine Rechtsabteilung meldet sich und meint, das kann ja wohl nicht sein. Und mein Gedächtnis behauptet, irgendwo mal gelesen zu haben, dass Taschendurchsuchungen in Kaufhäuser rechtswidrig sind, dass das nur die Polizei und das auch nur bei konkretem Anhaltspunkten für Ladendiebstahl darf. Einfach so verdachtsunabhängig mal die Taschen durchsuchen is nich. Dann beschwert sich auch noch mein Höflichkeitsmodul darüber, dass der Kerl nicht mal „bitte” gesagt und auch nicht gefragt hat, ob ich einverstanden bin. Und überhaupt, ich will jetzt wissen, was hier eigentlich gerade abgeht. Steh ich im schwedischen Wald, oder was?

Mein Großhirn fasst die Bedenken der verschiedenen Abteilungen zu einem Veto zusammen und kommuniziert mal recht deutlich und drastisch „Nehmen Sie bitte sofort Ihre Hand aus meiner Tasche!”

Er glotzt mich an als hätte ich gerade Gotteslästerung und Königsfrevel in einem begangen und einen Zwergenaufstand angezettelt. Ich setze nach: „Darf ich mal fragen, was Sie da in meiner Tasche machen und auf welcher Rechtsgrundlage?”

Er hält kurz inne, will mich mit „Wir müssen das kontrollieren. Ich bin dazu beauftragt!” abkanzeln und weitermachen.

Halt, sage ich, „von mir sind Sie nicht beauftragt. Also nehmen Sie die Hand aus meiner Tasche!”

„Ich bin von IKEA beauftragt!” „Tasche und Inhalt gehören jetzt mir, also hat IKEA da nichts mehr zu bestimmen! Lassen Sie Ihre Hände aus meiner Tasche!”

Er traut sich nicht mehr, in meiner Tasche herumzuwühlen, zumal ich sie mir wieder genommen habe und er sich auch nicht traut, sie mir wieder abzunehmen. Er sagt aber, dass er mich nicht weglassen könne, und deutet durch eine Geste des vor mir ausgebreiteten Arms an, dass er mich festzuhalten gedenke. „Holen Sie mal sofort den Geschäftsführer!” fordere ich ihn auf. Er sagt in sein Telefon zu irgendwem, dass jemand mal eben vorbeikommen möge.

Statt des Geschäftsführers kommen noch zwei von seiner Sorte. Das heißt, so ähnliche. Gleiche Uniform, aber noch größer, breiter, stärker, einer von beiden sogar ziemlich muskelbepackt, Body-Builder-Türsteher-Typ, der Einschüchterer für Auseinandersetzungen. Und versuchen es gleich mal mit der Einschüchterung und breitem Auftreten und blasen sich auf. Ich lass ihm die Luft raus. Ich frage, ob er der Geschäftsführer sei (als ob das nicht offensichtlich wäre, dass er das nicht sein kann, aber so ist er gezwungen „Nein” zu sagen und einzuräumen, dass er von den untersten Dienstgraden ist.)

Sie sagen, immer noch mit Drohgebärden und durch Einschüchterung, indem sie sich breit machen und so hinstellen, dass ich nicht ohne weiteres an ihnen vorbei kann, dass sie meine Tasche kontrollieren wollen. Und ich frage sie, mit welchem Recht. Sie wiederholen, dass sie von IKEA beauftragt seien (behaupten sie, belegen können sie es nicht, wäre mir aber auch egal). Und ich sage ihnen, dass ich diese Tasche samt Inhalt gekauft und bezahlt habe und sie deshalb nun mir gehört und deshalb niemand anderes als ich selbst über diese Tasche zu verfügen hat.

Man merkt ihnen an, dass sie ins Schwimmen kommen, und sie anscheinend noch nie auf so weitgehenden Widerstand gestoßen sind. Anscheinend lassen sich da sonst alle durch die Mangel drehen und durchsuchen. Sie trauen sich nicht, mir die Tasche noch einmal einfach wegzunehmen, lassen mich aber nicht gehen. Sie stehen mir im Weg, einer hält den Arm vor mich, als ich durchgehen will, und als ich frage, ob er mich aufhalten will, sagt er ja, sie werden mich festhalten. Ich wiederhole, dass sie keine Rechtsgrundlage haben, und ich einer Durchsuchung nicht zugestimmt habe. Auf Ringkämpfe habe ich aber keine Lust, und gegen die drei auch keine Chance. Zumal ich dabei mit Sicherheit die Tasche aus den Augen verlieren würde und sie mir dann etwas reinschmuggeln könnte. Und der Inhalt meiner anderen Tasche (iPad usw.) würde einen Ringkampf auch nicht überstehen, meine Rippen noch weniger. Und vermutlich haben sie Schlagstöcke, Taser oder sowas. Dann hat man sowieso verloren. Und wie sollte das überhaupt ausgehen? Soll ich davonrennen? Haltet den Dieb? Und mich dann noch von irgendwelchen Passanten zu Fall bringen lassen? Bringt ja nichts. Wer weiß, was sich nach so einer Aktion alles in meinen Taschen fände und was nicht mehr.

Sie versuchen eine andere Taktik. Ich hätte ja zugestimmt. Jeder hätte zugestimmt. Weil das vorne in den AGB stand. Und damit würde jeder Kunde der Durchsuchung zustimmen. Damit dürften sie jeden durchsuchen.

Nöh, wende ich ein. Erstens habe ich keine AGB gesehen. Zweitens sind AGB ein Vertragsbestandteil und Verträge gestatten einem keine Anwendung von Gewalt und sind auch keine Unterwerfung. AGB dürfen eingeklagt, aber nicht gewaltsam durchgesetzt werden. Und überhaupt, wo soll denn das stehen?

Vorne an der Kasse, meinen sie. Wir gehen zusammen hin und sie zeigen triumphierend auf ein kleines Schildchen, was hinter der Kasse, hinter dem Kartenterminal hängt. (Mit hinter meine ich natürlich neben der Kasse, aber auf der Seite, an der man erst vorbeikommt, wenn man mit dem Kauf fertig ist und am Bezahlterminal steht, wo man aber keine Zeit hat, irgendwelchen kleingedruckten ellenlangen Text zu lesen.) Da stünde das, meinen sie.

Ich lese das Schild und verneine. Da stand irgendwas ganz anderes. (Ich glaub es war was über das Lastschriftverfahren.) Ich sage ihnen, sie sollen das Schild mal lesen. Schieres Entsetzen. Hektik. Konfusion. Ah, ja, jetzt haben sie es. Da, auf dem Kassendisplay unten links, da stünde es. Auf diesem mit Informationen vollgefrachteten Display steht unten so ein Satz, dass man das Recht habe, die Einkäufe zu kontrollieren oder so ähnlich (hab mir die genaue Formulierung nicht aufgeschrieben, war aber so völlig nichtssagend).

Ich erkläre ihnen, dass das erstens keine AGB sind, weil nichts von AGB da steht. Dass AGB zweitens am Eingang aushängen und nicht an der Kasse angezeigt werden müssen, um wirksam zu sein. Dass man drittens an der Kasse zur Eile angehalten wird und gar keine Zeit hat sie zu lesen. Dass aus der Formulierung viertens keine Taschendurchsuchung hervorgeht, und dass fünftens die Taschendurchsuchung Gewaltanwendung und damit gar nicht AGB-tauglich ist. AGB hin oder her, Taschen durchsuchen darf nur die Polizei. Oder meinetwegen der Laden selbst, wenn man einen Dieb ertappt hat. Aber nicht aus blauem Himmel.

Nun, drohen sie, dann rufen wir jetzt die Polizei. Nur zu, entgegnete ich.

Er zögert. Ja, wenn die aber kämen und dann nichts fänden, dann müsse ich den Einsatz bezahlen. Er will von mir, dass ich ihm die Kostenübernahme erkläre.

Ich glaube, es geht los. Die unterstellen mir aus dem Nichts heraus einen Ladendiebstahl, und dann soll ich auch noch dafür bezahlen, wenn sich herausstellt, dass ich nichts geklaut habe. Als wäre ich jetzt Schuld daran, dass sie die Polizei rufen müssten.

Mich gewaltsam zu durchsuchen trauen sie sich nicht mehr, die Polizei zu rufen trauen sie sich auch nicht mehr, aber aus dem Weg wollen sie mir auch nicht gehen. Es ist nicht klar, worauf es hinauslaufen soll. Ich überlege schon, ob ich selbst die Polizei rufe. Einerseits merkt man ihnen an, dass sie felsenfest davon überzeugt sind, dass ich ein Ladendieb sein und wertvolles Diebesgut im Sack versteckt haben müsse, weil das ja die einzige Erklärung für meine Weigerung sein müsse. Drauf wetten und pokern wollen sie aber auch nicht. Mir scheint, als hätten sie eine Dienstanweisung, die Polizei nur zu holen, wenn jemand überführt worden ist, deshalb auch die Sache mit den Kosten für den Polizeieinsatz. Die Polizei scheint ihnen Fehlalarme in Rechnung zu stellen. Kommt wohl öfters vor.

Ja, was ist nun, frage ich, kann ich jetzt endlich gehen oder würden sie mich aufhalten. Ja, sagt der eine, er würde mich festhalten und breitet wieder demonstrativ die Arme vor mir aus. Das sei Nötigung und Freiheitsberaubung, halte ich ihm vor.

Dem anderen, dem Muskelpaket fällt nun was ein, was er in irgendeiner Schulungsstunde mal gehört hat:

„Ich nehme Sie hiermit fest! Ich darf das. Ich habe den Verdacht, dass Sie etwas geklaut haben. »Jedermann-Paragraph« heißt das, schon mal gehört!?”

Er glaubt, so eine Superwaffe gefunden zu haben und etwas zu wissen, was kein normaler IKEA-Kunde weiß. Ich bin kein normaler IKEA-Kunde. Und sage ihm, dass ich den Paragraphen sehr wohl kenne, es handele sich um den § 127 Strafprozessordnung. Und der zieht nur, wenn man jemanden auf frischer Tat ertappt hat. Sie gucken wie vom Schlag getroffen darüber, dass jemand den Paragraphen nicht nur kennt, sondern sogar die Nummer, das Gesetz und was drinnen steht. Einer fragt mich verunsichert, ob ich Rechtsanwalt sei.

Also, frage ich das Muskelpaket, ob er mich auf frischer Tat beim Ladendiebstahl erwischt habe. Oder ob er mir Ladendiebstahl unterstelle. Nein. Ja. Also. Mmmh. Er versucht sich darauf hinauszureden, dass er mir keinen Ladendiebstahl unterstellen und das auch nicht behaupten würde. Aber aufgrund der Tatsache, dass ich ihn nicht in meine Tasche schauen ließe, müsse er den Verdacht haben, dass ich etwas gestohlen haben könnte. So nach dem Motto, erwischt hat er mich nicht, aber er denkt sich das so und sei damit gesetzlich berechtigt, den Hilfs-Sheriff zu spielen. Weil er doch ne Uniform anhat.

Ja, was denn nun? Unterstellt er mir’s nun oder nicht? Er versucht es nochmal mit der Spitzfindigkeit, dass er mir keinen Ladendiebstahl unterstelle, aber allein aufgrund meiner Weigerung, meine Tasche zu zeigen, den Verdacht haben müsse. Na, dann ist ja alles klar, sage ich, dann würde ich jetzt gehen, weil der Jedermann-Paragraph nur zieht, wenn man jemanden bei der Tat ertappt, und nicht dann, wenn man sich einen Verdacht ausdenkt. Ein Verdacht berechtigt nicht zur Jedermann-Festnahme. Sonst könnte ja jeder jeden durchsuchen. Sie versuchen sich darauf hinauszureden, dass sie mich nicht gehen lassen würden, aber mich auch nicht festhalten würden. Ja, was denn nun? Sie legen sich darauf fest, dass sie mich nicht rauslassen, mich aber nicht angefasst hätten. Deshalb wäre es ja auch keine Nötigung. Wenn mir drei große Männer mit Drohgebärden den Weg versperren und ankündigen, mich mit Gewalt festzuhalten, fasse ich das sehr wohl als Nötigung auf. Sie wissen nicht weiter. Loslassen wollen sie auch nicht. Ich traue denen aber auch nicht so weit, dass ich ihnen einfach die Tasche zeigen würde, weil die mir zur Rechtfertigung irgendetwas unterschieben könnten oder dann mit meiner anderen Tasche weitermachen würden. Irgendwo muss man ja auch seine Persönlichkeitsgrenze wahren.

Außerdem weise ich darauf hin, dass die Verkäuferin ja beim Bezahlen direkt danebenstand und sogar alles abgezählt hat. Sie fragen sie, aber sie will nur die Clip-Beutel gezählt und nicht geprüft haben, was ich sonst noch in der Tasche hätte. (Stimmt zwar auch nicht, sie hat das ja selbst in die blaue Tasche gepackt und nicht ich, aber die will damit offenbar nichts zu tun haben.)

Ich fordere, endlich den Geschäftsführer zu holen. Ich will endlich jemanden dabei haben, der nicht zu dieser dubiosen Security-Truppe gehört. Jemanden, der einem nicht körperlich droht und mit dem man inhaltlich reden kann, der nicht nur seinen Standpunkt stur wiederholt. Sie telefonieren. Es dauert. Lange. Irgendwann sagen sie, dass sie die Geschäftsführerin schon kommen sehen. Es kommt eine barsch auftretende Frau in IKEA-Kleidung. Mit einer unglaublich schlechten Laune und einem unsäglich herablassenden, verachtenden Gehabe. Die lieben ihre Kunden.

Ich erkläre kurz die Situation und fordere sie auf, die Tasche zu durchsuchen. Sie weigert sich. Sie würde auf gar keinen Fall meine Tasche durchsuchen. Sie vermeidet sogar, sie überhaupt zu berühren oder hinzuschauen, als ich sie ihr hinhalte. Man merkt ihr sofort an, dass sie ganz genau weiß, dass das hier rechtswidrig ist, was da abläuft, und sie sich da selbst nicht mit kompromittieren will. Auf gar keinen Fall würde sie eine Tasche in Kundeneigentum durchsuchen.

Was sie denn nun eigentlich wollen, frage ich. Erst halten sie mich fest um die Tasche zu durchsuchen und nun weigern sie sich. Ja, ähm, sagt sie, das müsse der Sicherheitsdienst machen. Sie müsse dringend wieder weg. So nach dem Motto, bei den krummen Dingern will sie nicht anwesend sein. Doch, doch, doch, insistiere ich, sie möge gefälligst da bleiben und wir würden jetzt alle zusammen vor allen Augen die Tasche durchsuchen um zu verhindern, dass da irgendwas untergejubelt wird. Sie will nicht, aber ich bestehe auf ihre Anwesenheit.

Der erste durchsucht nun mit Kassenzettel die Tasche, die beiden anderen gucken triumphierend. Aber nicht lange.

Er durchsucht nochmal.

Und verkündet dann ganz, ganz kleinlaut, dass alles stimmt.

Die beiden Muskelmänner gucken, als wäre ganz IKEA gerade vor ihren Augen eingestürzt. Ich gucke, als hätte ich ganz IKEA gerade zum Einsturz gebracht. Die Frau will sich davonschleichen. Ich sage, sie möge dableiben und frage mal nach deren Namen. Die Männer weigern sich, mir ihre Namen zu sagen. Die Frau sagt es zwar, nuschelt aber so, dass man es nicht versteht. Macht nichts, sie hat ein Namensschild. Ich frage nochmal, was sie ist, denn ich habe es zwar nicht verstanden, aber nach Geschäftsführerin hat es sich nicht angehört. Sie will es nicht wiederholen, aber ich bestehe darauf. Kassenchefin sei sie. Wie, ich hatte doch den Geschäftsführer verlangt? Und sie hatten sie mir bei ihrer Ankunft als Geschäftsführerin vorgestellt. Stimmt das auch nicht? Anscheinend wollen die Geschäftsführer mit der Nummer auch nichts zu tun haben.

Ich frage nach der Geschäftsführung und sie verweist mich an die Firmenzentrale in Wallau (oder so ähnlich). Ich kündige an, dass wir das schriftlich aufarbeiten werden.

Nun, so rutscht einem der drei Sicherheitsmänner heraus, sie hätten das ja alles auf Video.

Wie bitte!? Auf Video? Ich werde hier heimlich auch noch auf Video aufgenommen? Gut, das klären wir dann auch gleich.

ENDE.

Denken wir jetzt mal über die Sache nach.

Das erste, was sich der Leser ganz sicher fragen wird, ist, warum macht der Danisch das. Ist der Querulant? Ein Michael Kohlhaas?

Nein. Ich habe dem ja anfangs sowohl Kassenzettel gegeben, als auch den Blick in die Tasche zunächst hingenommen. Hätte man das freundlich gesagt und auch deutlich gemacht, dass man da Stichproben macht und hätte beispielsweise die Kasse selbst einem signalisiert, dass man innehalten möge, bis der Einkauf kontrolliert wird (also bevor einem die Sachen formal übergeben und übereignet werden), hätte ich das völlig in Ordnung gefunden. Wäre auch sicherheitstechnisch und juristisch in Ordnung gewesen, weil man nicht die Person, sondern die Sachen vor der Übereignung untersucht hätte. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Händler seine eigenen Sachen durchsieht, bevor er sie dem Kunden übergibt.

Dass man den Kunden sein Zeug aber erst einmal gutgläubig einpacken lässt und erst dann, wenn er seine gekauften mit seinen privaten Sachen vermengt hat, anhält und zwangsdurchsucht, das geht nicht. Was wäre gewesen, wenn ich die gekauften Sachen schon in meine Umhängetasche gesteckt oder umgekehrt meine Umhängetasche oder meine Jacke mit in die IKEA-Tasche gepackt hätte, um nur eine Tasche tragen zu müssen? Wenn ich etwas weniger gekauft und deshalb keine IKEA-Tasche dazugekauft, sondern die Falteinkaufstasche genügt hätte, die ich meist bei mir habe? Dann hätten die da ohne Zweifel auch reingesehen, also in private Taschen, die nicht bei IKEA gekauft sind.

Ein zweiter Punkt, der mich sehr ärgert ist, dass sich in Deutschland anscheinend immer weniger, fast niemand mehr an Recht und irgendwelche Regeln hält. Das ist so ein Zeitgeistphänomen, sich über Recht hinwegzusetzen und letztlich nur noch das Recht des Stärkeren gelten zu lassen, gerade auch bei international agierenden Unternehmen, die meinen, über länderspezifischem Recht jedes kleinen Europa-Landes zu stehen. Und das wird verursacht von all den „friedlichen, toleranten Gutmenschen”, die sich sowas widerstandslos gefallen lassen, denn erst dadurch verfestigen sich solche Methoden. Die wären ja nicht so aufgetreten, wenn ich der erste gewesen wäre, den sie durchsuchen. Die sind so aufgetreten, weil sich vor mir Tausende haben widerstandslos durchsuchen lassen. Ein Recht, das man sich nicht nimmt, erodiert.

Die ganze Zeit regen sie sich alle darüber auf, dass der Staat überwacht, über Vorratsdatenspeicherung und Überwachungskameras, aber wenn ein Konzern wie IKEA das macht, scheint es niemanden mehr zu stören.

Und dann ist es eben ein Wesenszug von mir, dass ich es wissen und der Sache auf den Grund gehen möchte. Ich will es geklärt haben. Ich will nicht den weg des geringsten Widerstandes und der geringsten Denkarbeit gehen und phlegmatisch und teilnahmslos über alles hinweggehen, auch wenn das in unserer Gesellschaft heute der Normalzustand ist. Und manchmal drüber schreiben.

Wer mein Blog länger liest, weiß, dass ich ab und zu gerne mal die Perspektive wechsle.

Wechseln wir also mal die Perspektive und sehen die Sache aus Sicht der drei Sicherheitsmänner.

Was die da machen, ist rechtswidrig und strafbar. Das ist in der Rechtsprechung längst geklärt. Siehe beispielsweise Verbraucherzentrale Sachsen. Oder Kanzlei Schrameyer. Oder BGH, Urteil vom 03. November 1993, AZ: VIII ZR 106/93. Und es geht auch nicht per AGB (BGH, Urteil vom 03.07.1996 – VIII ZR 221/95). Oder Kanzlei Ferner.

Das ist so bekannt, dass das rechtswidrig ist, dass IKEA und die Sicherheitsfirma das ohne jeden Zweifel wissen. Denn das ist ja deren Geschäft. Und deshalb kam da auch kein Geschäftsführer, und deshalb wollte die Kassenchefin gleich wieder weg und weigerte sich, selbst meine Tasche zu durchsuchen. Und deshalb haben die auch nur mit der Polizei gedroht, aber sie nicht holen wollen, als ich sagte, dass sie das ruhig tun sollten, und noch meinten, dass ich die Kosten des Polizeieinsatzes zu zahlen hätte, falls ich die Frechheit besäße, nichts gestohlen zu haben.

Das ist ein ganz eindeutig bewusster, gewollter, vorsätzlicher Rechtsbruch, ein Eingriff in die Privat- und Persönlichkeitssphäre.

Weil wir inzwischen ein Land geworden sind, in dem der Große das Recht nach Belieben brechen kann.

Die Drecksarbeit machen sie aber nicht selbst. Das wäre ja wenigstens noch etwas gewesen, wenn das IKEA-Leute selbst gewesen wären. Aber die IKEA-Leute (Verkäuferin, Kassenchefin, Geschäftsführer) wollten damit allesamt nichts zu tun haben und haben sich davongemacht.

Die Drecksarbeit überlassen sie Billiglöhnern einer externen Firma.

Und weil wir in Deutschland kein Firmen-, sondern nur ein Individualstrafrecht haben, machen sich hier nicht IKEA, sondern die Leute persönlich strafbar, die das machen müssen. Da sind drei arme Teufel, die für ein paar lumpige Euro pro Stunde so einen Scheiß-Job machen und sich mit Leuten auseinandersetzen müssen, dabei nicht mal richtig wissen, was sie da tun, sondern nur ein paar Sprüche auswendig lernen, aber sich an irgendwelche windigen Dienstanweisungen halten müssen, mit denen sie sich strafbar machen.

Denn das, was hier abgelaufen ist, war eindeutig strafbar. Nötigung, Freiheitsberaubung, üble Nachrede, Beleidigung. Dazu Schadensersatzansprüche. Und das reicht im Wiederholungsfalle durchaus für Knast, zumindest auf Bewährung. Dann werden die einfach gefeuert und durch andere ersetzt.

IKEA bedient sich hier krimineller Methoden, wälzt das Risiko aber auf Billiglöhner bei Unterauftragsnehmern ab.

Warum machen die das?

Weil sie Geld sparen wollen. Diese Selbstbedienungskassen haben ja nur den Zweck, Platz und Personal für mehr Kassen einzusparen. Denn die Leute an der Kasse sind festangestellte IKEA-Mitarbeiter. Von denen wollen sie aber weniger haben. Also stellen sie da nur eine Verkäuferin hin, die den Leuten beim Bedienen helfen soll, und noch ein paar Security-Leute, die offenbar deutlich billiger sein müssen als normale Kassiererinnen, und die man jederzeit wieder loswird, indem man einfach den Vertrag mit der Sicherheitsfirma nicht verlängert.

Erinnert verteufelt an den Vorwurf, IKEA habe von Zwangsarbeitern in der DDR fertigen lassen.

Verdammt nochmal, wenn ihnen die Selbstbedienungskassen zu gefährlich sind und sie Probleme mit Ladendiebstahl haben, dann sollen sie es eben bleiben lassen, normale Kassen aufmachen und sich überlegen, was mehr kostet, der Ladendiebstahl oder ein paar Kassiererinnen mehr. Aber auf Teufel komm raus noch sparen zu wollen, dafür in den rechtswidrigen Bereich auszuweichen und die Drecksarbeit dann von Billiglöhnern erledigen zu lassen, das geht nun einmal nicht.

Davon ganz abgesehen habe ich immer noch nicht verstanden, wonach die eigentlich gesucht haben, was ich in dem offenkundig leichten Beutel unter den Schächtelchen mit den Clip-Beuteln eigentlich hätte versteckt haben sollen. Ein Sofa? Einen Kleiderschrank? Ne Einbauküche? Ein Billy-Regal? Oder doch nur einen Bürostuhl? Und warum hat das darin herumrühren, dass ich anfangs kurz zugelassen hatte, nicht gereicht um zu sehen, dass da überhaupt nichts wertvolles drin ist?

Wieso kann jemand, der bereits in die Tasche hineingesehen hat, der drin herumgewühlt hat, der weiß, dass sie ganz leicht war, immer noch felsenfest davon überzeugt sein, dass sich darin Diebesgut befinden müsse?

Machen wir noch einen Perspektivenwechsel.

Stellt Euch vor, das wäre der Analphabetin passiert, die mich vor dem IKEA-Markt angesprochen und die ich im vorhergehenden Blog-Artikel beschrieben hatte. Wie wäre es der ergangen?

Wahrscheinlich wäre da gar nicht viel passiert. Sie hätte gar nicht gemerkt, dass ihr Unrecht geschieht, und sie hätte sich einschüchtern und widerstandslos durchsuchen lassen. Alles erledigt und fertig.

Wäre das nun besser gewesen?

Oder hätte es ein weiteres kleines Stückchen zur Erosion der Bürgerrechte beigetragen?

Soll man sich einfach durchsuchen lassen?

Und wenn ja, wo ist die Grenze? Was kommt als nächstes? Das man sich auszieht? Oder dass einem nicht mehr der Diebstahl nachgewiesen werden muss, sondern man selbst nachweisen muss, dass einem alles gehört, was man mit sich führt?

Hat sich die Öffentlichkeit nicht kürzlich erst darüber erregt, als die Polizei wegen des Diebstahls von 5 Euro eine Schulklasse durchsucht, Mädchen in den BH und Jungs in die Unterhose geguckt hat? Wenn das böse, aber die IKEA-Nummer tolerabel ist, wo dazwischen ist dann die Grenze?

Und wo ist überhaupt die Unschuldsvermutung? Darf ein Staat, der selbst – aus gutem Grund – Person und Wohnung nicht ohne weiteres durchsuchen darf, dies Privatpersonen gestatten? Sind wir auch da wieder an dem Punkt, an dem der Staat die verfassungsrechtlichen Verbote umgeht, indem er den Rechtsbruch privatisiert? So nach dem Motto, was die Polizei nicht darf, lasst Ihr doch bitte von eine privaten Sicherheitsdienst machen und ruft uns erst, wenn’s Erfolg hatte?

Was wäre gewesen, wenn ich mich einfach über den hinweggesetzt und rausgegangen wäre? Hätten sie mich verfolgt? Mir dann vielleicht gleich das Auto durchsucht, wenn ich schon eingestiegen wäre? Oder die Wohnung, wenn ich es bis nach Hause geschafft hätte? Denn ihre nichtssagende Kassen-Formulierung sagt ja auch nichts darüber, wo die Grenze ist. Da steht nicht, das sie das nur im Umkreis von 20 Metern um die Kasse so meinen. Kommt beim nächsten Mal der IKEA-Geheimdienst zu mir nach Hause und klingelt mit denselben Einschüchterungsmethoden an der Tür? Weil’s in den AGB so steht?

Und in was für einem Land leben wir eigentlich, wenn das seit 20 Jahren geklärt ist, dass das nicht geht, und die das trotzdem so ohne weiteres machen können?

Ich sehe ja ein, dass der Ladendiebstahl überhand nimmt und man sich als Händler dagegen wehren muss. Das ist mir schon klar, dass die Leute das Zeug massenhaft raustragen. Aber wenn einen Konzern mit Milliardenumsätzen das stört, dann sollen sie eben ein paar Leute mehr einstellen und mehr normale Kassen aufmachen.

Anmerkung: Sorry, dass da gerade wieder die letzten Worte fehlten und die Kommentarfunktion nicht freigeschaltet war. WordPress hat einen dummen Fehler: Ich bin gerade unterwegs und schreibe per UMTS-Stick. Und dabei kommt es manchmal vor, dass beim Editieren und Hochladen am Ende ein paar Byte verloren gehen und WordPress das nicht merkt. Dabei gehen auch die beiden Parameter verloren, die das Kommentieren erlauben. Ich hatte den Text noch gecheckt, aber dann noch einen Schreibfehler gefunden und beim letzten Einchecken ist es schief gegangen. Typisches Beispiel dafür, dass Open-Source-Software wie WordPress mit immer mehr Funktionen überhäuft wird aber die Stabilität nicht beachtet wird.

Möglicherweise stört auch der Zwangsproxy, den die Mobilfunkprovider dazwischenschalten.

41 Kommentare (RSS-Feed)

Jens
12.1.2013 9:25
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DavidXanatos
12.1.2013 9:25
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+1

Man darf sich nich alles gefallen lassen,
du soltest die leute auch anzeigen damit sie es auch kapieren.


Jens
12.1.2013 9:26
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Bei der Polizei wirst Du Dich mit sowas auch sehr verdächtig machen: http://www.herr-e-aus-b.de/kuebelweise-wasser/


Herrmann
12.1.2013 10:03
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Das regelt sich von selbst, wenn die Leute endlich mal zurückschubsen würden und der Rechtsanbieter (Vater Staat) eine leichtfertig gerufene Polizeistreife IKEA selbst in Rechnung stellt. Dann lohnt sich das nämlich nicht mehr.
Aber der deutsche Michel will’s ja nicht anders. Darauf kann man bauen.


Andrea
12.1.2013 10:19
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Hm…also ich hätte den kontrollieren lassen. Das hat mehrere Gründe.

Zum Ersten der Überraschungsmoment, der bei dir ja auch anfangs da war. Der hätte bei mir sicher etwas länger angehalten und vermutlich wäre das da schon vorbei gewesen 😉

Zum Zweiten kenne ich die Rechtsgrundlage nicht, was die dürfen, was ich für Rechte habe, …

Der dritte Punkt ist, dass ich keine Lust habe ewige Diskussionen zu führen. Ich hab den Kopf meist mit anderen Dingen voll und hab meistens noch mehr zu tun.


Hadmut
12.1.2013 10:30
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Ach, Lust habe ich darauf auch nicht. Eigentlich ist es mir auch viel lieber, ruhig und friedlich durch den Tag zu gehen und mich kleinen bunten Pappschachteln zu widmen.

Aber wenn ich immer nur friedlich durch den Tag gehen und mir alles widerstandslos gefallen würde, würde ich abends nackt und arm dastehen, weil wir in einer Gesellschaft leben, in der es eigentlich nur noch darum geht, sich gegenseitig auszunehmen. Da würde man komplett abgezogen. Friedlich geht nicht mehr, wenn man sich nicht selbst aufgibt und zum Schlachtvieh macht.


Hagrid
12.1.2013 10:40
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Da ich selbst mal auf der Seite der “Billiglöhner” war (verdienen weniger als die Pommesschubbsen bei McD) muss ich der Vermutung des Autors zustimmen:
Für die Ausübung dieser Tätigkeit wird der 34a-Schein benötigt. In diesem wird einem 2 Wochen lang erklärt, was man darf und was nicht und warum.
Und zumindest in meinem Kurs wurde ziemlich deutlich, scharf und mehrfach die Strafbarkeit von dem im Blog beschriebenen Vorgehen ausgearbeitet.
Es steht zu vermuten an, dass es sich um eine eher dubiose Sicherheitsfirma handelt die vermutlich die Schulungsnachweise der Mitarbeiter nicht so genau prüft. Aber das ist nur eine Vermutung.
Auf jeden Fall würde ein seriöser Anbieter der Sicherheitsdienstleistung, wie z.B. mein ehemaliger Arbeitgeber, solche Arbeitsanweisungen nicht unterstützen. Und einen Kunden, der dies explizit einfordert, nicht bedienen.
Ich glaube jedoch nicht, dass bei einem Vorgehen gegen die Ikea-Filiale bzw. die Sicherheitsfirma nur die Mitarbeiter auf der Strecke blieben. Im Zweifel ist der Arbeitgeber der Gorillas mit dran.

Lange Rede kurz: Ich hätte die Polizei gerufen und Strafanzeige gestellt. Es zumindest versucht. Nächstes Mal dann 🙂


Petra
12.1.2013 11:14
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Klitzekleine Gegenfrage wegen der privaten Sachen…
Gibt es nicht auch bei IKEA Schließfächer, in denen man die privaten Dinge und Taschen verstauen soll? Bis hinter die Kasse?
Dann wäre zumindest das Bangen um die privaten teuren Dinge nicht Bestandteil dieses höchst amüsanten Zusammentreffens mit der selbst ernannten Pseudo-Obrigkeit gewesen.


Thomas
12.1.2013 11:14
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Kurze Ergänzung, je nach dem wie dubios so eine Sicherheitsfirma ist, haben die nicht mal einen Schein nach 34a. Ist mir gerade von einem unserer Arbeitnehmer erzählt worden. Die Firma die ihn vor uns beschäftigt hat hat ihn als Ladendetektiv eingesetzt und gesagt sie holen die Schulung nach.

Sowas scheint mir hier auch wahrscheinlich, da diese Leute ja nur rudimentär wussten was sie da taten.


Hadmut
12.1.2013 11:20
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Hab ich nicht drauf geachtet. Da mir sowas noch nie passiert ist, sah ich bisher auch nicht die Notwendigkeit.

Normalerweise lasse ich so Zeugs auch im Auto und nehme nur das Handy in der Hosentasche mit. Aber ich war gestern abend nicht mit dem eigenen Auto, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, deshalb hatte ich die Tasche dabei.

Normalerweise überlege ich mir schon, dass man in einen Laden nichts mit hineinnimmt, was es drinnen auch gibt oder man gar früher drinnen gekauft hat. Das sah ich hier aber nicht.

Grundsätzlich hätte ich auch nichts dagegen gehabt, wenn das in angemessener Form passiert wäre, also man an der Kasse deutlich sichtbar klar gemacht hätte, dass man Stichproben nehmen will und diese dann direkt an der Kasse und sofort passieren, und sie einen höflich darum bitten. Aber so dieser Überfall, nachdem man schon zusammengepackt hat, der ging mir über die Hutschnur.

Insbesondere wäre eben die Frage gewesen, was passiert wäre, wenn ich die Sachen in meine Umhängetasche gesteckt oder umgekehrt persönliches Zeug mit in die blaue Tasche getan hätte.


Thomas
12.1.2013 11:42
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Achso, ich bekenne, ich wäre wahrscheinlich kalt erwischt wurden und obwohl ich zumindestens grob die rechtlichen Grundlagen im Kopf habe hätten die mich wohl kalt erwischt.
Eine Anmerkung hätte ich aber noch, und um zu verhindern das das falsch verstanden wird. Hadmut ich finde es gut das du denen Widerstand geleistet hast und bitte informiere uns doch wie die Geschichte weitergeht.

Warum die aber bei IKEA und anderen Läden erst hinter dem Kassenbereich und damit dort kontrollieren wo die Ware in dein Eigentum übergegangen ist, hat damit zu tun, das wenn sie etwas finden würden während du in oder vor der Kasse stehst es ja noch kein Ladendiebstahl ist.

Ich denke das Dilemma lässt sich wirklich nur mit der Abschaffung der von mir ohnehin gehassten SB Kassen lösen.

Auf jedenfall danke für die gute Analyse und keine Macht den Tyrannen, heissen sie auch IKEA oder anders


Peter
12.1.2013 11:48
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hm, und wie ging die Geschichte nun aus? Bei der Passage mit der Erwähnung des Videos bricht sie leider ab.


Hadmut
12.1.2013 12:01
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@Peter: > hm, und wie ging die Geschichte nun aus? Bei der Passage mit der Erwähnung des Videos bricht sie leider ab.

Da war nichts mehr. Die haben sich verkrümelt und ich bin gegangen.

Ich schreib mal IKEA an, sie sollen mal Stellung dazu nehmen.


Grundgesetz
12.1.2013 12:01
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Die Menschen sind so stark sozialisiert, das man Konflikte vermeidet, wo es nur geht. Konflikte kann man nicht bewältigen oder sind extrem unangenehm. Das hat nun Vor- und Nachteile. Ich würde das aber nicht zum Vorwurf machen.

Das Sie sich dem Konflikt stellen und es austragen um ihre Rechte wahrzunehmen finde ich gut. Auch ihre grundsätzliche Einstellung zu diesen Thema teile ich.

Mit etwas bin ich aber nicht einverstanden. Wenn Ikea und andere Verkaufshäuser Selbstbedienungskassen einrichtet um Personal zu sparen, sollte man diese nicht benutzen. So mache ich es jedenfalls.


Hadmut
12.1.2013 12:10
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> Wenn Ikea und andere Verkaufshäuser Selbstbedienungskassen einrichtet um Personal zu sparen

Das sagt sich so leicht.

Erstens dürfte man dann ja auch nicht Zeitung online lesen, im Internet einkaufen usw.

Zweitens bin ich Informatiker und damit durchaus interessiert an der Automation. Ich sehe es durchaus im Allgemeinen als einen Schritt in Richtung Lebensqualität, primitive Arbeiten von Maschinen erledigen zu lassen, bin deshalb also nicht aus Prinzip dagegen. Man sollte dabei nur eben die freigestellte Arbeitszeit für etwas höheres nutzen.

Drittens möchte ich durchaus auch von günstigen Preisen profitieren. Denn wenn ich Geld spare, kann ich wieder woanders was einkaufen und dort Arbeitsplätze schaffen. Das Geld ist ja nicht weg, sondern wird nur anders verteilt.

Viertens bauen sie ja nicht nur diese SB-Kassen auf, sondern auch normale Kassen ab. Und gerade Freitag abends sind die Schlangen dann sehr lang.

Fünftens glaube ich, dass es sehr viel dienlicher ist, die Probleme dieser Kassen aufzuzeigen als sie nur zu meiden.


euchrid eucrow
12.1.2013 13:02
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ich habe mir mal sagen lassen das, wenn sich eine solche durchsuchung als unbegründet erweist, der zu unrecht verdächtigte kunde anspruch auf einen schadensersatz bzw. wiedergutmachung durch das geschäft hat. damals soll das wohl ein pauschalbetrag 250 mark gewesen sein. vielleicht sollte man mal prüfen, ob da was dran ist.
dein verhalten in dieser angelegenheit finde ich gut und richtig. das hätte ich nicht anders gemacht, zumal ich bei sich aufspielenden leuten in uniformen eh auf kravall gebürstet bin. nur hätte ich mir nicht in die taschen schauen lassen, ohne die anwesenheit eines polizisten. ich glaube, das ist sogar rechtlich gedeckt und die wären verpflichtet gewesen diese zu rufen, hättest du dich weiter stur gestellt.

vielen dank für diesen artikel. der hat mir meinen morgentlichen kaffe sehr versüßt. auf ikeas stellungnahme bin ich schon gespannt.


euchrid eucrow
12.1.2013 13:34
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Hadmut
12.1.2013 13:50
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@euchrid: Es gab ja keinen solchen Ablauf. Sie sagten, ich sei zufällig ausgewählt worden.


N. Laus
12.1.2013 13:38
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Ich liebe deine Geschichten. Nur schade, dass diese dann so abrupt abbricht – ich war schon so auf das Ende gespannt. Und ich wünschte ich hätte dich hin und wieder als Einflüsterer dabei.


Hadmut
12.1.2013 13:53
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@N. Laus: Danke! 🙂

Aber die Sache endete eben abrupt mit der Erkenntnis, dass ich nichts geklaut habe. Da hatten die es auf einmal alle eilig wegzukommen. Ich kann ja schlecht noch was dazuerfinden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann durchsuchen sie noch heute…


Skeptiker
12.1.2013 13:55
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Krasse Geschichte, echt. Fast völlig aus dem Ruder gelaufen. Beim Rewe und anderen Supermärkten stehen diese Ty… Sicherheitsleute ja auch manchmal hinter der Kasse rum. Das ist irgendwie so, wie wenn ein Streifenwagen hinter einem herfährt … man wird plötzlich sehr aufmerksam, was man tut und wie. Das ist wohl auch der Hauptzweck, Abschreckung. Offenbar rechnen die oft gar nicht damit, wirklich einschreiten zu müssen.

Dazu kommt aber, dass diese Leute total unter Druck gesetzt werden. Testdiebstähle und so. Hadmut hat das ja schon vermutet. Wie die am Airport. Die sind nicht wegen irgendwelcher Terroristen so scharf, sondern weil da wirklich Großmütter mit Waffenattrappen durchgeschickt werden. Und das alles für 7,50 die Stunde oder so. Arme Schweine eigentlich, auch wenn ich es am frühen Morgen nicht jedesmal schaffe, nett zu sein.

Ein Element bei der IKEA-Geschichte dürfte sein, dass die Sicherheitsfirma von der Zentrale (Wallau ist ein Ort zwischen Frankfurt und Wiesbaden, und da ist ein IKEA) beauftragt wird, nicht vom einzelnen Laden. Die sind ja zur Betriebsratsvermeidung gesellschaftsrechtlich total zersplittert. Weil die von der Zentrale kommen, will der örtliche Laden vermutlich nichts mit denen zu tun haben. Kann gut sein, dass diese Ty… Sicherheitsleute auch das Personal filzen, bevor die das Haus verlassen dürfen. Entsprechend wäre da das Klima zwischen denen. Würde mich nicht wundern, wenn die von der örtlichen Filiale oder von der Zentrale sogar Hausverbot haben, d.h. sich nicht überall im Haus frei bewegen dürfen, zur bestmöglichen Abstandswahrung. So eine Gesamtkonstruktion wäre einem Laden wie IKEA ohne weiteres zuzutrauen, aber ist natürlich Spekulation meinerseits.

Mausefallen in die Manteltasche stecken?


Hagrid
12.1.2013 14:02
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Ich schließe mich meinen Vorschreibern mal an und unterstütze den Wunsch nach weiterführende Informationen sobald diese verfügbar sind!
Und auch meinen Kaffee hat die Geschichte versüßt, vielen Dank 🙂


Henrik
12.1.2013 14:32
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Ich hätte hier meine Rechte nicht ausreichend gekannt — was ja die Voraussetzung dafür ist, darauf zu bestehen (wann die AGBs genau wirksam werden, Abgrenzung zum Hausrecht, Jedermannparagraph, etc.).

Kann jemand einen Bürgerkommentar oder sowas für diese Themen empfehlen?


Stefan H
12.1.2013 14:35
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Guter Artikel, zum Glück hatte ich mit meiner ständigen Weigerung mir die Taschen durchsuchen zu lassen, noch keine solchen Probleme.

@Petra
leider steht auf diesen Schließfächern auch immer der dezent große Hinweis, dass für Diebstähle oder Verlust aus diesen Fächern keine Haftung übernommen wird. Daher weigere zumindest ich mich diese Fächer zu benutzern!

@Thomas
“.. damit zu tun, das wenn sie etwas finden würden während du in oder vor der Kasse stehst es ja noch kein Ladendiebstahl ist.”

Ich weiß nicht wie es in der deutschen Rechtssprechung ist, in Österreich zählt es bereits als Diebstahl, wenn du die Ware “versteckst”, also z.B. eine CD in deinen Rucksack gibst und den Reißverschluss schließt


slowtiger
12.1.2013 16:02
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YEAH.

Natürlich lasse ich niemanden meine Tasche kontrollieren. Das dürfen nur die Bullen. Also sag ich “Bullen rufen oder mich sofort gehen lassen – ansonsten Anzeige wg Nötigung, Freiheitsberaubung und falscher Anschuldigung”. Ich mache _sofort_ das große Faß auf, ich werde laut, und ich achte darauf, daß die Kundschaft drumrum das alles mithört – und bloß nicht in irgendwelche Hinterzimmer ziehen lassen.


Hanz Moser
12.1.2013 17:36
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@ Henrik
“Ich hätte hier meine Rechte nicht ausreichend gekannt — was ja die Voraussetzung dafür ist, darauf zu bestehen (wann die AGBs genau wirksam werden, Abgrenzung zum Hausrecht, Jedermannparagraph, etc.)”

Ja, aber du bist doch Staatsbürger und hast auch die Obliegenheit, dein Verhalten so zu gestalten, dass du keine Gesetze brichst. Wenn sich die StVO ändert und es neue Schilder gibt, musst du das auch wissen.

Wie kommt es da, dass man seine eigenen Rechte nicht kennt?
Haben deine Eltern dir das nicht beigebracht?
Hast du das nicht in der Schule gelernt?
Hast du nicht freiwillig als guter Bürger mal die Gesetze gelesen, die dich binden?
Sind die etwa unverständlich geschrieben?

Hmm, echt? Und das geht fast allen Leuten so?
Ja, da könnte ein grundsätzliches Problem liegen…


HF
12.1.2013 17:39
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“Die Drecksarbeit machen sie aber nicht selbst. Das wäre ja wenigstens noch etwas gewesen, wenn das IKEA-Leute selbst gewesen wären. Aber die IKEA-Leute (Verkäuferin, Kassenchefin, Geschäftsführer) wollten damit allesamt nichts zu tun haben und haben sich davongemacht.”
Solche Leute hat man vor fünfzig Jahren Schreibtischtäter genannt. Das Verwerfliche an ihrem Tun werden sie kaum einsehen, auch eine Anzeige würde daran nichts ändern. Die Machtverhältnisse haben sich wieder einmal verschoben, die Angestellten sind mit Haut und Haar von ihrem Herrn abhängig. Die Rechtsnormen, auf die Du Dich berufst, sind nicht vom Himmel gefallen oder von Gott gesetzt, da haben kluge Leute lange dran gearbeitet. Wie verhindert man den Machtmissbrauch, wie schafft man Privilegien ab, wie verhindert man Willkürherrschaft und die Durchsetzung des Rechts des Stärkeren? Die Gleichheit vor dem Gesetz war eine der Grundforderungen der frz. Revolution. Diese Errungenschaften sind anscheinend von gestern, die moderne, marktkonforme Demokratie braucht auch ein modernes, marktkonformes Prüfungsrecht.


@Hanz Moser
12.1.2013 18:17
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Ich bitte dich, halte dich doch mit solchen Äußerungen zurück
Ich kann dir garantieren, dass es in ganz Deutschland keinen EINZIGEN Menschen gibt, der sämtliche Gesetze, sämtliche Rechte und Pflichten der Bürger, in allen bundesländern, kennt.


Fx
12.1.2013 18:20
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Das kommt dabei heraus, wenn man Liberalismus auf Wirtschaftsliberalismus reduziert.


Herbert
12.1.2013 19:14
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@Hans Moser:
Ich bitte dich, es gibt wohl in ganz Deutschland keinen EINZIGEN Menschen, der sämtliche Gesetze kennt, sämtliche Rechten und Pflichten der Bürger, sämtliche Rechte von anderen ihm gegenüber, schon garnicht für alle Bundesländer.
Auch du nicht.


Skeptiker
12.1.2013 19:58
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@Hanz et al, also ich gebe nach Selbstprüfung zu, dass ich mich von denen hätte einschüchtern lassen und nachgegeben hätte. Zumal ich ja nichts falsches in der Tasche gehabt hätte. Dämliche Haltung ich weiß. Ich vermute auch, dass ich doch protestiert hätte, wenn da was zu privates in der Tasche gewesen wäre.

Wir Deutschen sind aber auch etwas obrigkeitshörig oder? Soll keine Ausrede sein. Würde da ein Uniformierter ohne zu zahlen durch die Kasse spazieren, hätten die Sicherheitsleute, so wir Hadmut die charakterisiert hat, gewiss nicht eingegriffen.


Stefan H.
12.1.2013 21:45
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@Hanz Moser
du hast wohl @Ironie off vergessen 🙂

@Hadmut
Wordpress verlangt mal wieder die Email als benötigt


Hanz Moser
12.1.2013 22:08
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@ Herbert
Ich dachte eigentlich, dass einen bei dem was ich geschrieben habe die Ironie erdrücken müsste.
Mein Punkt war eigentlich, dass genau dieses Wissen eben nicht vermittelt wird und genau die bindenden Regeln, denen man unterliegt und die mit Gewalt durchgesetzt werden können, nicht Teil des Allgemeinwissens sind. Und die Aushöhlung der Rechte in praxi fußt zu einem großen Teil auf der Unwissenheit.
Es wehrt sich kaum einer weil fast niemand weiß, dass solche Taschendurchsuchungen rechtswidrig sind. Die Leute führen sie durch, weil fast keiner weiß, dass er sich damit strafbar macht und dafür persönlich gerade stehen müsste.

@ Skeptiker
Ich war schon mal in einer ähnlichen Situation. Mit einer freundlichen 1,65m Dame ist das kein Problem. Der war das hinterher auch alles fürchterlich peinlich.
Wenn man aber zwischen drei Schränken steht, die man für dumm und gewaltbereit hält, aber nicht zu dumm, sich hinterher gegenseitig zu decken wenn sie einen vermöbelt haben, sieht das aber in der Tat anders aus. Davon, dass du recht hast, wachsen keine Zähne nach, und dementsprechend kann ich es sehr gut verstehen, wenn man im Zweifel den Schwanz einkneift. Zwischen Dummheit und Heldenmut unterscheidet nicht selten alleine das Ergebnis…


Heinz
12.1.2013 23:17
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> Hat sich die Öffentlichkeit nicht kürzlich erst darüber erregt, als die Polizei wegen des Diebstahls von 5 Euro eine Schulklasse durchsucht, Mädchen in den BH und Jungs in die Unterhose [einigen sogar in den After und einige Mädchen mussten ihren Tampon raus nehmen – Anm. von mir] geguckt hat? Wenn das böse, aber die IKEA-Nummer tolerabel ist, wo dazwischen ist dann die Grenze?

Naja solches Vorgehen von Ikea und z.B. Teile der Flughafensicherheit (besonders die TSA in den USA) bereiten uns auf weitere staatliche/private Maßnahmen vor bzw. machen diese salonfähig.

Vielleicht werden Leibesvisitationen nach der Kasse bei verdächtigem Einkaufverhalten (oder besehen auf Kundenrechte wie Gewährleistung) zum Standard – Alles im Namen der Sicherheit.

Die USA sind bei sowas ein guter Blick in die Zukunft. An einigen Schulen bekommen die Schüler ja schon zwangsweise RFID-Tracking Karten – Wenn sie die aus der Schule kennen werden sie sich nicht daran stören, wenn deren Arbeitgeber das Selbe von ihnen verlangt.

Und beim Thema Überwachung/Kameras ist London wohl eine recht wahrscheinliche Prognose.


Michl
13.1.2013 15:22
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Meine Oma würde jtzt sagen: Bub, das hast du schön geschrieben. Schick’ denen doch einen Link, da bekommst du bestimmt was, mindestens eine Entschuldigung.

Würde ich aber nicht drauf wetten. Ich habe mich auch schonmal mit denen wegen was Ähnlichem angelegt, die haben komische Vorstellungen von Ehrlichkeit, Recht und Kundenorientierung. Meine Konsequenz ist, dass ich bei Ikea garnicht mehr einkaufe. Liegt aber auch daran, dass ich mit nichts, was ich von Ikea habe, so wirklich zufrieden wäre.


ikea kunde
13.1.2013 16:32
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Danke für die Info, Ikea!


hackdraft
13.1.2013 23:46
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Ist es ein Vogel? Ein Flugzeug? Nein, es ist Hadmut Danisch!

Was ist das bitte für ein Zwangsproxy, den die Mobilfunkprovider dazwischen schalten?


Hadmut
13.1.2013 23:57
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Ich bin gerade unterwegs und nutze einen UMTS-Stick mit LIDL-Prepaid-Karte (O2). Bei denen weiß ich jetzt gar nicht, ob die einen Zwangsproxy benutzen, aber die meisten Provider machen sowas. EPlus zum Beispiel, zumindest früher mal.

Die murksen dann on the fly in den Webseiten herum, komprimieren die Bilder herunter, damit sie schneller (billiger) übertragen werden und fügen dann noch JavaScript ein, damit man sie notfalls per Anklick-Menü wieder in voller Auflösung holen kann. Da habe ich vor einiger Zeit schon mal nach Fehlern gesucht weil ich mich gewundert habe, wie plötzlich irgendein ganz seltsamer JavaScript-Verweis (ich glaube es war irgendwas auf die IP-Adresse 1.2.3.4 oder sowas auffälliges) in meine eigenen Webseiten gekommen war. Gibt genug Probleme damit.

Wenn also bei Mobil-Internet irgendwelche Seltsamkeiten auftreten, sollte man immer diese Zwangsproxies mit auf die Verdachtsliste packen, damit man sich nicht an der falschen Stelle nach der Ursache zu Tode sucht.


Jens
15.1.2013 0:38
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Ist dieses Lidl-Dings denn wenigstens preisgünstig? Ich bin mit Congstar sehr zufrieden. Man kann über Webinterface Bildkomprimierung und so ausstellen. Und die Zwangsdrosselung nach 1 GB haben sie auch vergessen …


Hadmut
15.1.2013 7:29
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15 euro pro Monat, und rein prepaid, weil ich es nur vorrübergehend brauche.


yasar
15.1.2013 8:20
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Oder 2€/d, wenn man nicht den ganzen Monat braucht. Ich beunutz das zumidenst so, weil ich es nur wenige Tage im Monat brauche.