Ansichten eines Informatikers

Die Ausstattung der Justiz

Hadmut
18.8.2026 0:09

Hahahaha. Das haben die auch verdient.

Ihr könnt Euch doch erinnern, dass die Staatsanwaltschaft Berlin mal gegen mich ermittelt hat, weil ich eine Grüne beleidigt haben soll.

Und ich hatte doch berichtet, dass ich mal bei diesem Staatsanwalt war, und es mir gegruselt hat, und welchen Arbeitsbedingungen die da das machen, was sie für „arbeiten“ halten. Altes Amtsgericht, altes Gemäuer, billigste Möbel, Aktenmief, zusammengeschnürte Aktenbündel. Ein dröger Flur, und Zimmer, deren wesentliche Unterschiede zur Gefängniszelle (teils im selben Gebäude) darin bestehen, dass im Gefängnis das Klo im Zimmer und bei der Staatsanwaltschaft auf dem Gang ist, und man die Türen von innen öffnen kann. Da dachte ich mir noch, kein Informatiker würde in so einem Loch arbeiten.

Als ich noch in Karlsruhe wohnte, ist mir mal ein Fahrrad geklaut worden (vor 2000), und ich bin zur Polizei, Anzeige erstatten, weil die Versicherung das so brauchte. Irgendwie kam ich mit dem Polizisten auf die Ausstattung zu sprechen, und der sagte mir, dass wenn man die Schränke vorzieht, die alle noch den Reichsadler mit Hakenkreuz hinten drauf haben.

Aktuell:

Der Artikel im NDR: Prozess um Axt-Angriff: Richterin schimpft über Justiz-Ausstattung

Im Prozess soll der 20-Jährige von einem Psychiater begutachtet werden, der beim Auftakt am Montag aber verhindert war.

Richterin: Zustände in der Justiz “erbärmlich”

Als sein Anwalt rügte, dass die Kammer trotzdem verhandeln wollte, wurde die Vorsitzende Richterin laut. Diese Kammer sei so dermaßen belastet mit immer neuen Fällen, dass man den Prozess einfach bis Oktober fertig bekommen müsse, sagte sie. Die Zustände in der Justiz seien “erbärmlich”. Man habe nicht genügend Wachtmeister, keine Zuführbeamten “und heute wissen wir nicht mal, ob wir überhaupt ins Internet kommen und Zugang zu den elektronischen Akten haben”.

Mit diesen Worten begann dann die Verhandlung, was der Anwalt schließlich auch akzeptierte. Er kündigte allerdings an, dass der Angeklagte dann erst zu einem späteren Zeitpunkt persönlich aussagen werde – wenn der Psychiater anwesend ist.

Eine überwiegend berechtigte Kritik.

Aber so etwas wie Selbstkritik, dass das Älteste in den Gerichten nicht die Ausstattung, sondern deren Mentalität ist, und das Erbärmlichste nicht die IT, sondern der Ausbildungsstand der Richter, so etwas wird da nicht erwähnt.