Wie Selbstbedienungskasse, nur mit Blutabnehmen
Holla, was ist das denn?
Es gibt doch jetzt überall in den Supermärkten, Drogerien, IKEA, Selbstbedienungskassen. Wo man das alles selbst macht. Weil es Personal spart.
Angeblich (Echt oder Fake?) gibt es jetzt Automaten, die einem per KI Blut abnehmen:
A ROBOT REPLACED THE HUMAN WHO DRAWS YOUR BLOOD.
AND IT’S ALREADY INSIDE EUROPEAN HOSPITALS.
THE MACHINE, CALLED ALETTA, USES AI-POWERED ULTRASOUND TO FIND YOUR VEIN, INSERT THE NEEDLE, DRAW BLOOD, REMOVE THE NEEDLE, AND APPLY THE BANDAGE — ALL BY ITSELF.
NO HUMAN HANDS.
98%… pic.twitter.com/RvdNoyslpa
— Vivek Sen (@Vivek4real_) August 15, 2026
Das tät mich schon interessieren. Bei mir ist Blutabnehmen immer katastrophal schwierig, weil die Venen an den Händen wegplatzen und ich an den Armen keine gut zugänglichen Venen mehr habe. Ich hatte mal auf jeder Seite eine, aber bei jedem Durchgang Chemotherapie war hinter eine Vene schlicht futsch und hat sich aufgelöst. Ich habe dann einen Durchgang mit Katheter am Schlüsselbein und einen am Hals gehabt. Der Rekord mit Stichversuchen zum Geben einer Intravenösen Spritze (spritzen, nicht abnehmen!) liegt bei 12 Versuchen hinterheinander, mit Armen einweichen in warmem Wasser. Bei der Nachsorge hat mir der Arzt zweimal Blut aus der Beinvene abgenommen, weil es nicht anders ging. Selbst wenn man die Vene trifft, kommt oft nichts, weil bei mir die Venen leicht zusammenklappen, die gegenüberliegende Venenwand die Kanüle blockiert. Dafür konnte ich früher (geht auch nicht mehr so) genau sagen, wann die Nadel richtig sitzt oder ob sie weiter rein oder etwas zurück muss, weil ich das früher sehr genau gespürt habe. Am besten mit „Butterfly“, den man dann, wenn es mal läuft, keinesfalls mehr bewegen oder berühren darf, sonst geht es wieder zu. Was es nach ein paar zehn Sekunden sowieso geht. Man hat auch schon auf Tests verzichtet, weil man nicht alle Röhrchen voll bekommen hat. Es gibt aber auch Leute, die darauf schwören, in solchen Fällen eine normale Kanüle zu verwenden, sie aber zu knicken, damit sie flacher reinkommt.
Ich bin so der Hardcore-Patient, was Blutabnehmen angeht, obwohl es in den letzten Jahren etwas besser geworden ist. Früher brauchte das immer mehrere Versuche, und die anderen Patienten in den Wartezimmern guckten immer so im Bermudadreieck aus Entsetzen, Angst und Fluchtreflex, wenn ich mit 6 Pflästerchen an den Armen wieder ins Wartezimmer kam. Einer fragte mal, ob die versucht hätten, mich mit Schrot zu schießen.
Ich habe zwar damals bei den Operationen keine Blutkonserven gebraucht und bekommen, sie lagen aber bereit, weil die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass ich welche bräuchte. Ich habe deshalb nach der Operation gesagt, dass ich mich verpflichtet fühle, dafür Blut spenden zu gehen. Zumal ich eine sehr seltene Blutgruppe habe. Man sagte mir aber, um Gottes Willen, das solle ich bleiben lassen, dafür sei ich nicht geeignet, das könnte man keinem der Leute dort zumuten. Und es sei schon schwierig, mir die paar Tropfen Blut für die zwei oder drei Teströhrchen abzunehmen. Wie sollte das dann mit einem halben Liter gehen? So sehr man Blut brauche, ich möge davon Abstand nehmen. Das Personal sei danach nicht mehr zu gebrauchen.
Insofern würde mich das schon interessieren, wie gut diese Automaten sind und was so ein Automat von meinen Armen hält, ob der damit klar kommt oder ob der kapituliert.
Nachtrag: Aber was machen die, wenn irgendwann in der Arztpraxis oder im Krankenhaus keiner mehr weiß, wie man Blut abnimmt, oder die nur noch Grundkenntnisse, aber keine Übung mehr haben?