Ansichten eines Informatikers

Police Academy – Idiocracy – Leben des Brian – Falling Down

Hadmut
9.8.2026 20:16

Zwei sind bekannt, der vierte kaum.

Ich bin etwas verwundert.

Ganz oft bekomme ich Hinweise auf den Film Idiocracy, den ich auch schon oft im Blog erwähnt habe. Ist übrigens gerade bei Amazon Prime bei den kostenlosen Filmen.

Ganz oft natürlich auch die beiden Szenen „Jehova“ und „Ich möchte ab jetzt Loretta sein“ aus „Leben des Brian“.

Diese Filme waren prophetisch. Damals als Klamauk aufgefasst, heute so exakt eingetreten, dass man sich wundert, woher die das wissen können. Ich hatte ja nun gerade auch Police Academy erwähnt, wobei ich mich da schon wunderte, dass kaum jemand erkennt, dass auch das inzwischen eingetreten ist. Auch das ein Klamauk-Film.

Ganz, ganz selten kommt es aber vor, dass ich einen Hinweis auf den Film „Falling Down“ mit Michael Douglas bekomme, obwohl auch der – ein Film von 1993, also über 30 Jahre alt – unseren Zustand heute verblüffend genau beschreibt. Es ist aber kein Klamauk-Film, sondern ein bitterböses Drama.

Wer den Film noch nicht kennt: Anschauen. Gerade weil er über 30 Jahre alt ist. Ich habe den damals schon im Kino gesehen.

Handlung:

William „Bill“ Foster, im Film nach seinem Autokennzeichen „D-Fens“ (von defense) benannt, weil er in der Rüstungsindustrie arbeitete, ein Ingenieur und Büromensch im typischen Dilbert-Look, kurzes Bürohemd, Anzughose, Krawatte, wenn ich mich recht erinnere, an dem Tag auch gefeuert worden, geschieden, will eigentlich nur zum Geburtstag seiner Tochter. Er steht aber in der Hitze in LA im Stau und nichts geht voran.

Er hat die Schnauze voll und ist schon geladen, lässt sein Auto einfach auf der Schnellstraße im Stau stehen und geht, mit seinem Aktenkoffer weg. Will sich dann in einem Minimart eine Dose etwas zu trinken kaufen, regt sich über den Preis auf und gerät in eine Schlägerei mit dem Verkäufer, der mit einem Baseball-Schläger auf ihn losgeht. Ergebnis: Verkäufer vermöbelt, und D-Fens geht mit dessen Baseball-Schläger weiter.

Und so geht er immer weiter durch LA, und trifft ständig auf Situationen, über die man sich zu Recht aufregen kann, und für die er eigentlich auch gar nichts kann, die man ihm eigentlich nicht anlasten kann, und jedesmal eskaliert es hoch, jedesmal gewinnt er, und jedesmal zieht er mit den Waffen seines Gegners weiter, die sich immer weiter eskalieren, aus dem Baseballschläger wird ein Messer, und so weiter, bis er mit Maschinenpistole und Raketenwerfer unterwegs ist.

Antagonist ist ein alter Polizist (Robert Duval), der an diesem Tag letzten Arbeitstag vor der Rente hatte, schon die Dienstwaffe abgegeben hat und eigentlich nur noch gekommen war, um seinen Schreibtisch leer zu räumen, und dem an den verschiedenen Notrufen von verschiedenen Vorfällen auffällt, dass ein Zusammenhang besteht und da einer durch LA unterwegs ist.

Dabei geht es immer darum, dass D-Fens im Prinzip, so grundsätzlich eigentlich recht hat, sich zu Recht aufregt, weil die Gesellschaft immer unwirtlicher wird, es immer mehr um gegenseitiges Abzocken geht. Und eigentlich will der auch gar nicht böse, sondern schlittert da so rein.

Eine der bekanntesten und meist zitierten Szenen ist die in einem Fastfood-Restaurant:

Das ist das Prinzip des Films: Eigentlich will er gar nicht böse, sondern nur die Welt, wie sie früher einmal war, und dann kommt er versehentlich an den Abzug, und die Sache eskaliert.

Eigentlich ist er nur ein Mann, der seiner Tochter ein Geburtstagsgeschenk bringen wollte, und dem alles quer kommt, ihm der Kragen platzt.

Man fand das 1993 übertrieben. Aber auch hier haben wir den Punkt längst erreicht.