Ansichten eines Informatikers

Züchten wir kleine Idioten?

Hadmut
9.8.2026 2:17

Dient die Schule nur noch der Indoktrinierung?

Ein Leser antwortete mir:

Schlimmer: Wir sind für sie nicht nur die Spinner. Wir sind alle Nazis. Für die hören die Nazis nicht 1945 auf, sondern sind noch immer da.

Ist das nicht schrecklich?

Ich merke das auch oft, dass diese Kinder in einer rasant veränderten Welt aufwachsen und gar nicht mehr wissen, sich auch nicht mehr vorstellen können, dass das früher anders – und vieles besser – war.

Ich habe mal über diese Antwort nachgedacht. Ist Euch klar, dass ich, so gut ich mich erinnern kann, von der ersten bis zur dreizehnten Klasse nur einen einzigen Migranten in der Klasse hatte? In der Oberstufe hatte ich einen in Deutschland geborenen Italiener mit italienischem Namen. Sonst fällt mir kein anderer ein. Wir hatten einen Lehrer, nur einen, und hatten keine Sozialhelfer. Brauchten auch keine.

Neulich erzählte mir jemand, dass ihm im Streit um Handy-ständig-vor-den-Augen sein eigener Nachwuchs nicht glauben wollte, dass Schüler früher gar keine Handys hatten.

Ich habe neulich mal mit einer Jugendlichen diskutiert, die mich ungläubig anguckte, als ich sagte, dass ich Mitte 30 war, als ich mein erstes Handy hatte – weil es die vorher gar nicht gab. Und dass man mit dem Ding auch nichts anderes tun konnte, als telefonieren. Sonst nichts. Dafür musste man sie nur alle drei Wochen aufladen. Ein Handy mit Kamera, GPS und Landkarte – aber nicht smart – hatte ich erstmals 2008, den Nokia 6110 Navigator. 2.0 Megapixel Kamera. „Smart“ wurde es bei mir erst 2010 oder 2011, das erste Handy mit Android 2.0: Das Motorola Milestone. Da war ich Mitte 40. Das glauben die mir heute nicht, wenn ich sage, dass ich erst als „alter Mann“ mein erstes Smartphone hatte. Dass wir damals in der Schule einfach verabredet hatten, wir treffen uns um 3 an dem und dem Ort – und dann war man da, oder man war nicht da. Fertig.

Oder dass wir so ganz einfache, billige Fahrradschlösser hatten, die kaum 200 Gramm wogen, manche noch viel weniger, und nur eine Zahlenkombination hatten, oder manche so ganz einfache Speichenriegel aus Blech – was damals gegen Diebstahl reichte. Panzerriegel waren uns unbekannt.

Ich halte das für hochproblematisch. Denn die Generation, die da heranwächst, weiß gar nicht mehr, was man ihnen alles kaputt gemacht und weggenommen hat. Als Vergleich dienen heute Afghanistan, Syrien, Afrika und nicht das Deutschland, in dem wir aufgewachsen sind.

Gut, vieles ist auch besser geworden, aber nur wenig im Sinne eines Fortschrittes, vieles nur in dem Sinne, dass man etwas abgeschafft hat. Ich habe vorhin dieses Video gesehen

und kann mich an ganz viele Dinge daran noch gut erinnern – auch wenn ich manchmal einen externen Anstoß brauche, damit die Erinnerung wieder hochkommt. Eisblumen am Fenster im Winter waren in meiner Kindheit normal und kamen jeden Winter vor. Wir fanden das immer lustig, die mit dem Daumen anzuschmelzen oder mit dem Finger Figuren reinzumalen. Es wäre mir aber längst entfallen, ich hätte daran gar nicht mehr gedacht, wenn mich nicht jemand daran erinnert hätte. Es gab Zeiten, da hatte man noch so richtig dicke, große, schwere Federbetten mit Gänsedaunen, die zum Klumpen neigten. Und wenn man das Bett vor dem Zubettgehen nicht sorgsam aufschüttelte, konnte es passieren, dass alle Daunen oben herum lagen und man an den Füßen bitter fror, obwohl man sich zugedeckt hatte. Man trug noch eine „Schlafmütze“, was man heute nur noch als sanftes Schimpfwort kennt, und legte sich noch riesige Kupferbehälter mit heißem Wasser oder einen heißen Stein aus dem kohlebetriebenen Backofen ins Bett, damit es überhaupt warm wurde.

Heute geht das alles automatisch, auf Tastendruck, Mausklick, Sprachbefehl, oder per KI sogar ganz ohne.

Die begreifen aber nicht mehr, dass irgendwer das auch erfinden, entwickeln, bauen muss. Die halten das alles für selbstverständlich.

Das wird noch ein böser Absturz werden.