Ansichten eines Informatikers

Police Academy, 1984

Hadmut
8.8.2026 14:33

Ein Gedanke ging mir durch den Kopf.

Geht Euch das auch so?

Wenn ich manchmal Dinge tue, bei denen man nichts denken muss, und bei denen das Hirn in Unterlast läuft, gehen einem seltsame Ersatzgedanken durch den Kopf.

Eben habe ich Wäsche aus der Waschmaschine aufgehängt. Dazu muss man wirklich nicht viel denken. Als ich auf einmal, und ich weiß nicht, woher das kam, an den Film Police Academy von 1984 denken musste.

Die Älteren unter den Lesern werden sich vielleicht erinnern, jener grandiose Klamaukfilm, der aus nichts als Blödsinn bestand. Das war damals eine Film-Ära, zu der auch Die Nackte Kanone, 1988, gehörte, die auf der Serie „Police Squad“ von 1982 beruhte, die noch gefloppt war.

Die Ära dieser Filme, die aus nichts als einer Aneinanderreihung von Blödsinns-Szenen bestehen, waren ein Folgephänomen der Katastrophenfilme der 70er und früher 80er Jahre, in denen alles, jeder Schiffsfahrt, jeder Flug mit einem Flugzeug, zur absoluten Katastrophe, zum Horrortrip ausartete, Schiffe gesprengt wurden, ein ganzer Ozeandampfer durchkenterte und ein Flugzeug versehentlich ins All flog. Tatsächlich war der Film „Airplane!“ (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug) das Bindeglied, weil er sich über die Katastrophenfilme lustig machte. Der Klamauk-Bordarzt war Leslie Nielsen, der spätere Frank Drebin, der in „Die Höllenfahrt der Poseidon“, damals noch völlig ernst, den Kapitän spielte. Die Katastrophenfilme waren ausgelutscht, das Publikum übersättigt, und so stellte man auf Klamaukdauerfeuer um.

Und so, wie das verrückte Flugzeug eine derbe Parodie auf die Kino-Katastrophenfilme der 70er Jahre war, war auch Police Academy eine Parodie auf das 70er-Jahre-Genre der Polizei-Fernsehserien. Endlos waren wir mit „Die Straßen von San Francisco“, „Kojak“, „Starsky & Hutch“ und so weiter zugeballert worden, als die Western (Bonanza, Shilo Ranch, … ) nicht mehr zogen und ihrerseits ausgelutscht waren. Woraus dann auch „Dallas“ entstand. Deutsche Ableger Derrick (1974) und so weiter.

So gesehen passte Police Academy perfekt in diesen Übergang, sich über den Standard-Schmonzes der 1970er Jahre lustig zu machen, indem man ihn verblödelt.

Und dieser Gedanke vermischte sich irgendwie mit diesem absurd überdrehten Hochstapler Jason Arday, an dem gar nicht stimmt, und der in Cambridge so hoch bejubelt und zum jüngsten schwarzen Professor gemacht wurde, obwohl er wirklich gar nichts vorzuweisen hat.

Mir gingen nämlich dazu noch ein Tweet und die Antworten darauf durch den Kopf, den ich morgens gelesen hatte:

Als hätten die Akademiker den Film Police Academy nachgespielt.

Zur Erinnerung: Der Plot von Police Academy war nach meiner Erinnerung, dass sie nicht genug Polizeinachwuchs finden und deshalb sämtliche Anforderungen fallen lassen, sich jeder Depp an der Polizeiakademie einschreiben kann.

Schauen wir zur Sicherheit nochmal auf Wikipedia nach der Handlung nach:

Die neue Bürgermeisterin der Stadt, Mary Sue Beal, hat beschlossen, dass künftig weder Größe noch Gewicht, Geschlecht, Bildung oder physische Stärke als Grund gelten sollen, einen Rekruten von der örtlichen Polizeischule, der Police Academy, abzuweisen.

Man hat damit 1984 genau das vorweggenommen, was 30 bis 40 Jahre später an den Universitäten passierte, damals aber wohl schon seinen Anfang nahm. War das eine versteckte Warnung oder Prophezeiung?

Nun geht mir der Gedanke durch den Kopf, ob das Zufall war, oder ob da jemand die politische und gesellschaftliche Entwicklung schon damals erkannt hat, und dieser Film eine durchaus ernst gemeinte, verblümte Warnung war. Ob das vielleicht weit mehr als nur der Klamauk war, denn im Prinzip sind wir genau da angekommen – nur mit dem Unterschied, dass Police Academy ein Kinofilm mit Happy End war, in dem die Doofen gewinnen, weil solche Filme immer irgendwie gut ausgehen, und die Realität eben nicht.

In der Realität kentern die Universitäten gerade durch wie die Poseidon. Lacher gibt es nicht.