Ansichten eines Informatikers

Prinzip Bullshit-Talkshow: Wie Maischberger funktioniert

Hadmut
3.8.2026 16:24

Kleines Detail, das einem manches erklären kann.

Ich habe mich ja oft gewundert, was dieser ganze Talkshow-Quatsch eigentlich soll. Ich halte Talkshows nicht nur für einen ziemlichen Mist, sondern eben auch für journalistischen Schwindel, weil es letztlich nur darum geht,

  • mit möglichst wenig Aufwand und Kosten
  • ohne sich groß vorbereitet haben zu müssen,
  • ohne selbst irgendetwas können zu müssen,

viel Sendezeit zu produzieren. Vergleicht mal, was eine richtige Fernsehshow, eine Dokumentation, eine Bildungssendung kosten. Und so eine Talkshow kostet fast nichts, dafür steckt der Moderator phantastische Summen ein. Die Gäste kommen kostenlos von selbst, vielleicht Spesen. Die Zuschauer kommen von selbst, zahlen oft noch Eintritt. Und ansonsten braucht man nur ein relativ kleines Bimbelesstudio, ein paar Kameras, ein paar freiberufliche Kameraleute, die für zwei Stunden angemietet werden, und ein zwei Reakteure mit einem Büro. Fertig.

Ich habe mich auch auf den Journalistenveranstaltungen gewundert, warum die immer so viele „Podiumsdiskussionen“ veranstalten, letztlich desselbe wie Talkshow, nur Publikum statt Kamera. Der Punkt ist ganz einfach: Mit einer Podiumsdiskussion bekommt man 90 Minuten voll, ohne dass irgendwer irgendetwas arbeiten oder vorbereiten muss. Keinen Vortrag schreiben, keine Folien produzieren, keine Ergebnisse vorweisen, über die man berichtet. Einfach nur hinsetzen und ab und zu bisschen Meinung blubbern. Fertig.

Das ganze Prinzip der Talkshow/Podiumsdiskussion ist journalistischer Schwindel, denn man macht damit die Zeit, 30, 60, 90 Minuten voll, ohne irgendetwas zu bieten oder zu leisten. Und das habe ich auf den Journalistenkonferenzen gelernt: Keine Sau interessiert sich für den Inhalt. Es geht darum, die Sendevorgaben exakt zu füllen. Und manchmal sind das in einem Interview 10 oder 20 Sekunden, bei denen man für ein Statement die Politiker oder Professoren interviewt, die jeden beliebigen Scheiß daherschwätzen, aber das kameratauglich, auf Anhieb, ohne Verhaspler und genau 20 Sekunden lang. Inhalt egal, solange politisch korrekt.

Es geht darum, schnell, billig, effezient, mit wenig Aufwand x Sekunden oder y Minuten Sendezeit exakt zu füllen. Und bei diesen Talkshows hört man dann halt einfach auf, wenn die Zeit vorbei ist.

Nun bringt mich aber ein Leser noch auf einen anderen Gedanken.

Er wies mich nämlich auf zwei Stellen in der Sendung von „Ben Ungeskriptet“ hin, in der Sendung mit Ralf Schuler, früher Kanzler-Reporter bei der BILD, heute bei NiUS, bekam kein einziges Interview mit Angela Merkel. Was eigentlich schon alleine belegt, was für eine miserable und inakzeptable Kanzlerin Merkel war.

Ich habe bisher nur einen Teil gehört, die Sendung ist, wie so oft, ziemlich lang, aber fand den schon sehr, sehr aufschlussreich und interessant. Und darin gibt es ab 00:55:03 eine Stelle, die ich sehr aufschlussreich finde, was Talkshows und Politiker angeht:

Politiker gehen also nicht zum Interview zu NiUS, weil sie Angst haben, danach als nicht mehr „gesellschaftlich akzeptiert“ zu gelten und nicht mehr zu Talkshows wie Maischberger eingeladen zu werden.

Das heißt, dass es letztlich auch aus deren Sicht gar nicht mehr oder nur sehr nachrangig darum geht, was man dort sagt, sondern darum, dort eingeladen und gezeigt zu werden.

Das Gefasel ist egal, es geht darum, dass man auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Und so können dann die Fernsehsender massiven Druck auf Politiker und andere Leute ausüben: Entweder Du spurst und machst, was wir wollen – oder Du kommst in keine Talkshow mehr.

Das ganze Fernsehding ist korrupt bis in alle Kanten.

Und das „Akademische“ offenbar genauso.