Hat der Bundesnachrichtendienst Liechtenstein gehackt?
Wer sonst käme dafür in Frage? Außer vielleicht noch die CIA?
Ein Leser schickt mir einen Link auf diesen Blogartikel bei Baumgartner: STEUER-CD-2.0-MOMENT FÜR LIECHTENSTEIN: VERZEICHNIS WIRTSCHAFTLICH BERECHTIGTER PERSONEN KOMPROMITTIERT
WAS BISLANG GESICHERT IST
Nach vorläufigen Erkenntnissen verschaffte sich eine unbekannte Täterschaft in der Nacht auf den 30. Juli 2026 widerrechtlich Zugang zum Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen, kurz VwbP.
Noch am selben Tag fielen dem Amt für Justiz Unregelmässigkeiten auf. Das Amt für Informatik leitete Sicherungsmassnahmen ein und nahm das System vom Netz. Die Regierung wurde am 31. Juli über einen potenziell erfolgreichen Angriff informiert; am 1. August lagen erste bestätigte Ergebnisse vor. Ein Krisenstab unter Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler nahm seine Arbeit auf. Dies ergibt sich aus der offiziellen Mitteilung der Regierung (1).
Offiziell bestätigt ist die Exfiltration von Datenkopien zu rund 31’000 Rechtsträgern. Nach gegenwärtigem Stand gibt es keine Hinweise auf eine Veränderung oder Löschung der Daten. Zum Redaktionsstand waren weder Täter noch Angriffsweg, Motiv, Verweildauer oder vollständiger Umfang öffentlich bekannt. Laut der SRF-Berichterstattung über die Medienkonferenz (2) lagen auch keine Lösegeldforderung und kein bekanntes Angebot im Darknet vor.
Das VwbP wird seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes im Jahr 2021 zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geführt. Es setzt Vorgaben der fünften EU-Geldwäschereirichtlinie um. Gerade diese Entstehungsgeschichte macht den Vorfall politisch brisant: Ein zur Herstellung von Transparenz geschaffenes Register ist selbst zum Risiko für Vertraulichkeit geworden.
Gut, das könnten auch ordinäre Erpresser sein, Schema: Ich weiß, was Du in Liechtenstein liegen hast, und gegen eine kleine Schutzgebühr erfährt das Finanzamt nichts davon …
Aber schaut man sich an, was unsere Regierung gerade treibt und aus welchen Leuten sie besteht, wären Schutzgelderpresser im Vergleich sogar seriöser. Und weil der BND eben schon einmal eine CD aufgekauft hat, ist der Gedanke sehr naheliegend, dass das jetzt die Neuauflage ist. CD-Brenner sind ja etwas aus der Mode gekommen.