Puff und weg bis Jahresende …
Ein Leser meint, die machen es wohl nicht mehr lange.
Ein Leser, der sich intensiv mit Israel beschäftigt und das beobachtet, meint, die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass Israel noch vor vor Jahresende kollabiert wie seinerzeit die DDR, und völlig von der Landkarte verschwindet. Wobei er meint, dass sie wahrscheinlich in Patagonien ihre Zelte neu aufschlagen werden.
Er meint, das liege daran, dass Israel im Prinzip aus vier Bevölkerungsgruppen bestehen. Ich habe das nochmal nachgelesen und die KI dazu befragt, die sagt dasselbe:
Die „vier Israels“ (oder „vier Stämme Israels“) gehen auf eine viel beachtete Rede des damaligen israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin aus dem Jahr 2015 zurück. Er beschrieb damit die gesellschaftliche Realität Israels als ein Land, das nicht mehr von einer klaren säkular-jüdischen Mehrheit geprägt ist, sondern in vier große, relativ gleich große und zunehmend getrennte Gruppen zerfällt:
- Säkulare (hilonische) Juden
- Die traditionell dominante, weltlich-jüdische Bevölkerungsgruppe.
- Nationalreligiöse / zionistisch-religiöse Juden (dati)
- Moderne Orthodoxe mit starkem zionistischem Selbstverständnis.
- Ultraorthodoxe Juden (Haredim)
- Streng religiöse Gemeinschaften, die sich oft von der säkularen Mehrheitsgesellschaft abgrenzen.
- Arabische Israelis (israelische Araber bzw. palästinensische Bürger Israels)
- Die arabische Minderheit mit israelischer Staatsbürgerschaft.
Rivlin betonte, dass diese vier Gruppen jeweils eigene Bildungssysteme, Medien, Werte und Lebenswelten entwickeln und dass das Zusammenleben und die gemeinsame Identität des Landes künftig neu ausgehandelt werden müssen.
Dass sich die Säkulären und die Ultraorthodoxen heftig fetzen, war mir bekannt, das hatte ich vor Jahren schon im Blog. Die normalen Bürger arbeiten wie bekloppt und zahlen Steuern wie blöde, und gehen auch noch zum Militär zur Wehrpflicht und lassen sich über den Haufen schießen. Und dann gibt es die Religiösen, die sich benehmen wie Sau, nichts arbeiten, keinen Wehrdienst leisten, sich finanziell alimentieren lassen und dafür noch Leute auf der Straße angreifen, die ihnen nicht passen. Und ihr Verhalten damit begründen, dass da irgendwo in der Tora oder im Talmud steht, dass Gott Gebete verlange, sonst gehe das Land unter, oder irgendsowas, und sie es schließlich wären, die durch heftig beten das Land überhaupt erhalten. Die anderen müssten sich bei ihnen bedanken. Das gibt schon lange heftig Zoff.
Dass es jetzt aber schon vier Gruppen sind, die sich da kloppen, das war mir nicht bekannt.
Und der gefährliche Knackpunkt daran sei, dass nur die Säkulären und die Araber tatsächlich Arbeit leisten. Und beide Gruppen hätten die Schnauze gestrichen voll. Deshalb würden die Säkulären das Land verlassen und sich neue Orte im Ausland suchen, und die Araber auch immer weniger Arbeiten.
Dazu käme, dass das Militär mitgeteilt habe, dass sie die Verteidigung nicht mehr aufrechterhalten könnten, wenn nicht sofort auch die Ultraorthodoxen zum Wehrdienst eingezogen würden.
Ich würde aber bezweifeln, dass mit denen etwas anzufangen ist, weil diese Leute zu nichts zu gebrauchen sind, aber von oben bis unten rappelvoll mit religiösen Regeln und Anforderungen. Der Leser meint, die unterschieden sich eigentlich in nichts von Islamisten. Unzählige Regeln, die zu befolgen sind, und an denen sie nicht vorbei gehen, aber zu arbeiten ist gar nicht drin, da kommt nichts rüber.
Und damit sei Israel als Staat nicht mehr zu halten und falle bald, nach seiner Einschätzung höchstwahrscheinlich noch dieses Jahr, in sich zusammen, weil die, die den Laden noch aufrechterhalten, in Scharen davonliefen.
Folglich bestehe Israel bald nur noch aus den Ultraorthodoxen, den Zionisten und den Arabern, die den ersten beiden dabei zuschauen, wie sie nichts arbeiten. Und mit so etwas wäre es dann ziemlich schnell zappenduster.
Kann ich nicht beurteilen.
Es könnte aber zu etwas passen, was ich bisher nicht so ganz verstanden habe. Vor einigen Tagen nämlich regte sich auf Twitter ein Zypriote darüber auf, dass auf Zypern in der Nähe zum Flughafen Larnaca eine Werbetafel für einen israelischen Politiker aufgestellt wurde, auf hebräisch. Ich finde den Tweet nicht mehr, weil es inzwischen ganz viele dazu gibt:
Melanie Steliou Ακολουθούν Ελληνικά.
This photo of a giant billboard has gone viral in Cyprus.
A giant billboard in Hebrew, displayed on the motorway near Zygi in Cyprus, appears to target Israeli voters and features Gadi Eisenkot, one of the leading contenders for Israel’s prime… https://t.co/bnFt4P0tJz pic.twitter.com/bg72L96h2g— Defteri Anaynosi (@DefteriAnaynos1) July 26, 2026
Und so fragen sich die Leute, was das soll, Wahlwerbung auf hebräisch auf Zypern aufzustellen:
Hebrew Billboards, Israeli Cash: The Quiet Takeover of Southern Cyprus
Israeli buyers have bought ~3,900–4,000 properties in southern Cyprus (2021–2025), mostly in Larnaca, Limassol, and Paphos, and Hebrew-language real estate ads are visible in tourist zones.
They’re the… pic.twitter.com/AjSr5Hmj86
— Clash Report (@clashreport) July 26, 2026
Israel’s Hadassah expands footprint in Cyprus with plans for two new hospitals https://t.co/L8NrwBlEDV pic.twitter.com/yKwZMxsGmU
— Cyprus Mail (@cyprusmail) July 30, 2026
Scheint nicht jedem zu gefallen:
Israeli billboard vandalised in Palestinian colours https://t.co/1BSRcQTbkL pic.twitter.com/DuRQhL9lFz
— Cyprus Mail (@cyprusmail) August 1, 2026
Was schon erstaunlich ist, denn bisher hätte ich davon nichts gemerkt. Vor zwei Jahren haben mich mal abends in der Stadt zwei junge Kerle in Touristenaufmachung gefragt, ob ich wüsste, wo es ein koscheres Restaurant gibt. Wusste ich damals nicht, inzwischen habe ich eines gesehen, würde es aber auch nicht wieder auf Anhieb finden.
Im Spaßbad von Paphos gab es, als ich da ankam, neben den normalen Imbissbuden auch eine koschere Frittenbude. Da war aber nichts los, denn sie hatten dasselbe Angebot wie die anderen, nur alles etwas teuer, immer so 30 bis 50 Cent mehr. Lief wohl nicht, denn sie haben die Bude weggeräumt und durch einen Waffel- und Krapfenstand ersetzt. Die koschere Pommesbude gibt es noch, aber sie steht unbenutzt weggeräumt zwischen dem Restaurant und einer Wasserrutsche. Deshalb nahm ich bisher an, dass der Markt für Koscheres auf Zypern doch sehr gering sei.
Neulich hieß es, dass Israel sich da auf Zypern eine ganze Stadt baue. Als ich mir das auf der Landkarte angeschaut habe, war das dann aber doch eher eines der kleinen, abgelegenen Bergdörfer.
Zu beobachten ist allerdings, dass seit einiger Zeit die Immobilienpreise auf Zypern richtig steil gehen. Ein mietender Nachbar sagte mir neulich, ich hätte zum perfekten Zeitpunkt gekauft und alles richtig gemacht, denn die Preise und Mieten flögen ihnen gerade um die Ohren.
Wobei ich bisher eher den Eindruck hatte, dass Russen und Ukrainer sich da Häuser, Wohnungen und Kapitalanlagen beschafft hätten, von denen ich in Paphos aber bisher auch fast nichts merke, die hocken alle in Limassol. Ungefähr ein dreiviertel Jahr, nachdem der Ukraine-Krieg losgegangen war, war ich gerade dabei, Einkäufe aus dem Auto auszuladen, als mich zwei Männer im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte (wie die Men in Black, ich dachte, ich werde gleich geblitzdingst – wer weiß, vielleicht wurde ich das ja auch) in ausgewählt höflichem Englisch, aber mit osteuropäischem Akzent, fragten, ob ich vielleicht wüsste, ob hier irgendwo Wohnungen verkauft würden.
Es könnte also schon sein, dass sich viele Israelis eine Ersatzbleibe beschaffen, weil man von Israel zur Not auch mit einem kleinen Motorboot nach Zypern kommen kann, also selbst dann, wenn israelische Flug- und Seehäfen futsch sind.
Was davon zu halten ist?
Weiß ich nicht.
Aber wir werden sehen.
Gedankenmodell
Aber ganz unabhängig davon, ob das realistisch oder Mist ist, wahr oder erfunden: Es ist eine interessante Frage, was denn dann wäre, wenn Israel aufgegeben und verlassen würde.
Angenommen, die Säkulären haben die Schnauze voll und verschwinden. Ob nun Zypern, USA, oder Patagonien, jedenfalls weg.
Dann würde der Rest sehr schnell sehr wehrlos dastehen und auch keine Lebensmittel, keinen Strom und kein Wasser und so weiter mehr haben. Dann wäre das ziemlich schnell dunkel, und würde überrannt. Die Palästinenser und der Libanon würde sich Israel als Entschädigung schnappen und dort direkt einziehen.
Und dann?
Wäre dann Ruhe?
Oder fänden sie einen neuen Grund für Krieg?
Oder haben sie dann eine Brutstätte für den Terrorismus schlechthin, brüten dann den Welt-Islam dort aus?
War Israel dort der Grund für den Streit, oder im Gegenteil dessen Begrenzung?
Trump
Eine besonders wichtige Frage dabei wäre, wie sich Trump verhält.
Ich glaube nicht, dass Trump auf Israel noch gut zu sprechen ist, das war er ja eigentlich nie. Der Krieg gegen den Iran, der ja eigentlich eine Hilfe zugunsten Israels war, lief ja gar nicht gut und war sehr teuer und schädlich, und bei so etwas ist Trump bekanntlich schnell eingeschnappt.
Es könnte also durchaus sein, dass es Teile eines Trump-Deals wird, dass Israel dort verschwindet.