Ansichten eines Informatikers

„Englisch ist benennend. Deutsch ist beschreibend.“

Hadmut
9.5.2026 20:08

Interessant.

Leserzuschrift:

Die semantische Fruchtigkeit der englischen Sprache

Guten Abend Herr دانيش (so auf persisch)
Ich traus mich kaum zu sagen….
Englisch ist benennend.
Deutsch ist beschreibend.
Bei Sprachwissenschaftlern (besonders Dolmetschern, Übersetzern) ist das allgemeiner Konsens.
Englisch ist prägnanter.
Deutsch ist genauer.
Simultanübersetzungen entsprechend herausfordernd. Es ergibt sich daher, dass (grob) Englisch eine gälisch-keltische Mischsprache ist, die sich vom Germanischen massiv unterscheidet, Persisch hingegen dem Deutschen sehr ähnlich ist. Alle gehören zu den indo-germanischen Sprachen. Mir hat das Wissen um Benennung und Beschreibung im Umgang mit diversen Sprachen geholfen.

Merci für den steten Quell reichen Geistes

Persisch ist dem Deutschen sehr ähnlich. Das wusste ich noch gar nicht. Interessant.

Aufgefallen ist mir aber die Wertung

Englisch ist benennend.
Deutsch ist beschreibend.

Mal die Google-Suche/KI gefragt, woher das kommt.

Diese Aussage trifft den Kern des Unterschieds in der Struktur und dem Ausdruck beider Sprachen sehr gut, insbesondere im Hinblick auf Wortbildung und Nomenklatur.

Hier ist eine Aufschlüsselung, warum das so ist:

Englisch ist benennend (Nominating/Labeling)
Das Englische ist oft direkt, kompakt und funktional. Es benennt Konzepte oder Objekte oft mit einem einzigen, abstrakten oder oft übernommenen Begriff (Label).

Beispiel: Desktop (Schreibtischoberfläche), Driver (Treiber), Pipeline.
Charakteristik: Kurz, oft monosyllabisch (einsilbig) im Kern, effizient.
Fokus: Wie heißt das Ding? (The Name)

Deutsch ist beschreibend (Descriptive)
Das Deutsche neigt dazu, Dinge durch Zusammensetzungen (Komposita) detailliert zu beschreiben. Es malt ein Bild davon, was das Objekt ist oder tut.

Beispiel: Bildschirmhintergrund (statt Desktop), Gerätetreiber (statt Driver), Rohrleitungssystem (statt Pipeline).
Charakteristik: Bildhaft, präzise, oft lang (durch Aneinanderreihung von Nomen).
Fokus: Was macht das Ding? Was ist es? (Die Funktion)

Zusammenfassend: Während das Englische ein Nomen oft nur als Namen (“Label”) verwendet, erklärt das Deutsche durch seine Wortstruktur oft implizit dessen Funktion oder Beschaffenheit.

So ganz überzeugen die Beispiele nicht, weil ein „driver“ eben historisch der Maschinist ist, der ein Gerät (Dampflok, Auto,..) betreibt, und Pipeline wörtlich ebenfalls ein Kompositum ist, nämlich eine Linie aus Rohren. Aber da ist schon etwas dran, auch wenn die Beispiele nicht gut sind, und die Grundidee ja nicht von der Google-KI kommt, die nur versucht, das zu erläutern.

Das finde ich deshalb interessant, weil das ja genau der zentrale Punkt ist, den ich Genderisten, Feministen, Geisteswissenschaftlern im Allgemeinen ständig vorhalte: Dass sie Menschen, Gedanken, Äußerungen, Worte kategorisieren, sie in Schublade mit wissenschaftlich klingenden Begriffen – meist irgendwas mit *istisch wie sexistisch, rassistisch, faschistisch – stecken, ohne das jemals zu definieren, begründen, überprüfen. Ich halte ja viele aus diesem linken Sozial- und Geisteswissenschaftlerspektrum für notorisch dumm, weil sie überhaupt nicht analytisch denken können und niemals etwas begründen, nachvollziehbar machen, überprüfen, sondern alles mit Labeln bekleben, alles kategorisieren, und dann verlangen, dass man ihnen das einfach so glaubt. „Das ist sexistisch!“ oder „Das ist frauenfeindlich!“ – und Ende der Diskussion. Darf nach nicht in Frage stellen oder eine Erklärung fordern.

Ich halte für ein Zeichen von Dummheit, eine Strategie der geistig Insuffizienten gehalten, Rabulistik eben. Wenn man nicht denken und begründen kann, dann vermeidet man es eben.

Weil dieser ganze Genderschwachsinn aber aus den USA zu uns rüberkommt, geht mir gerade die Frage durch den Kopf, ob sowohl diese spezifische Form von Dummheit, als auch die Strategie, sich trotzdem durchzusetzen, indem man die intellektuelle Ebene durch Geplärre und Vorwürfe ersetzt, ein Anglizismus ist. Ob wir das aus den USA übernommen haben wie die vielen Phrasen („In 2025 habe ich …“, „Das macht Sinn.“, „Ich bin fein damit.“, „Am Ende des Tages…“, …), ob es also nicht nur beim Sprechen und Ausdrücken degenerative Anglizismen gibt, sondern auch beim Denken an sich.

Anders gesagt:

Haben wir uns eine Verkümmerung des Denkens importiert wie McDonalds-Burger und Facebook?

Sind moderne Sozial- und Geisteswissenschaften, Gender Studies, Politologie, Soziologie in der Wissenschaft das, was McDonalds beim Essen ist? Schnell, einfach, einheitlich, industriell gesteuert, ungesund?