Ansichten eines Informatikers

Aufs falsche Pferd gesetzt

Hadmut
17.8.2026 16:10

Wie die Altparteien an ihrer Migrationsblindheit eingehen.

Leserhinweis auf den Merkur: AfD steigt in Umfragen: Studie räumt mit Hauptargument auf – „Es sind nicht die Benachteiligten“

Eine neue Studie der Universität des Saarlandes liefert nun überraschend klare Antworten darauf, warum Menschen die AfD wählen. Und sie stellt eine der gängigsten Erklärungen für den Aufstieg der Partei grundlegend infrage. Denn: Nicht wirtschaftliche Benachteiligung, sondern die Sorge um Migration ist der mit Abstand stärkste Treiber für die Unterstützung der AfD.

Zu diesem Ergebnis kommen die Soziologen Martin Schröder, Moritz Rehm und Anja Röcke von der Universität des Saarlandes in der Studie, die am 21. Juli 2026 im Fachjournal „Plos One“ veröffentlicht wurde. Die Untersuchung weckt Zweifel an der sogenannten „Modernisierungsverlierer-These“. Das ist die Vorstellung, dass vor allem sozial und wirtschaftlich abgehängte Menschen zur AfD tendieren.

Für ihre Analyse werteten Schröder, Rehm und Röcke Daten des Deutschen Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus elf Erhebungswellen zwischen 2014 und 2024 aus. Insgesamt flossen 110.194 Beobachtungen von 31.985 Personen in die Untersuchung mit ein. Das Ergebnis: Allein die Sorge um Migration erklärt laut der Studie rund 75 Prozent der erklärbaren Sympathie für die AfD und sogar 90 Prozent des tatsächlichen Wahlverhaltens. Faktoren wie Einkommen, Bildung oder Jobsituation tragen kaum zur zusätzlichen Erklärungskraft bei.

„Es sind nicht die Benachteiligten“, lautet sinngemäß das Fazit der Forscher. Wer sehr besorgt über Zuwanderung ist, aber wirtschaftlich gut dasteht, hat laut der Studie eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, die AfD zu wählen, als jemand, der in jeder Hinsicht benachteiligt ist, sich aber keine Sorgen um Migration macht.

und

Ein fiktiver „Modernisierungsverlierer“ – also jemand mit niedrigstem Einkommen, geringster Bildung und maximaler wirtschaftlicher Unzufriedenheit, der sich jedoch nicht um Zuwanderung sorgt – hat laut den Berechnungen lediglich eine Wahrscheinlichkeit von 3,7 Prozent, die AfD zu unterstützen.

Was heißt das?

Es heißt, dass sich die Parteien in ihrem Marxismus völlig verrannt haben. Sie fragen nicht, was der Wähler will, sondern haben sich mit Marxismus ein absurdes Weltbild aufgebaut, an dem alles gemessen wird, und in dem es keine individuelle Meinungsbildung, keine individuelle Entscheidungsfreiheit gibt.

Die Parole hieß: Durch Diversität wird alles besser. Also muss Migration eine Verbesserung sein, ohne dass man dies jemals überprüfen oder beweisen müsste, einfach deshalb, weil Marx das gepredigt hat.

Und wenn es Leute gibt, die damit nicht einverstanden sind, obwohl es doch das nach der Religion Seligmachende ist? Die müssen beeinflusst sein oder einfach „Modernisierungsverlierer“. So redet man es sich innerhalb des Weltbildes gut, wenn das Weltbild nicht funktioniert. AfD-Wähler alles ungebildete Höhlenmenschen, die auf einfache Lösungen und Parolen hereinfallen.

Und so ist es eben nicht.

Das ganze Ding „gegen Rechts“ war ein einziges großes Hirngespinst, mit dem an sich das eigene Weltbild erhalten wollte. Und das hat eben nicht gehalten.

Und nun fällt das alles zusammen wie ein Kartenhaus. Wie ein Schneeballsystem.

Für linke Parteien dürften die Ergebnisse wohl für Ernüchterung sorgen. Denn: SPD, Grüne und Linkspartei setzen vorwiegend auf sozialpolitische Angebote, um AfD-Wähler zurückzugewinnen – in der Annahme, dass wirtschaftliche Not und Abstiegsgefühle die entscheidenden Motive seien. Die Studie legt nahe, dass diese Strategie an der Realität der AfD-Wähler vorbeigeht. Wer die AfD wählt, tut dies demnach in erster Linie wegen migrationspolitischer Sorgen.

Dass das Thema Migration entscheidend ist, um sein Kreuz stattdessen bei der AfD zu machen, gilt laut den Saarbrücker Forschern auch für Sachsen-Anhalt und andere ostdeutsche Bundesländer, in denen die AfD vor den anstehenden Landtagswahlen besonders stark ist. Selbst dort, wo wirtschaftliche Ungleichheit und strukturelle Benachteiligung besonders ausgeprägt sind, ist es die Migrationsfrage, die den Ausschlag beim Wahlverhalten gibt.

Und die Medien bekommen auch noch eine drauf:

Der ehemalige CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Rainer Haseloff, lieferte jetzt noch eine andere Erklärung für sein Bundesland: Die Betrachtung der „Ossis“ von oben herab in den Medien liefere der AfD zusätzliche Steilvorlagen. (Quellen: Fachzeitschrift Plos One, frühere Berichterstattung) (smu)

Damit ist Dunja Hayali reif für die Ehrennadel der AfD für die beste Wählerwerbung.