Einsturzgefahr und keine Roboter?
Da fehlt mir das Verständnis.
Gerade habe ich im Fernsehen (ZDF) einen Bericht gesehen, dass man in Hamburg, Holstenstraße, ein Mehrfamilienhaus wegen akuter Einsturzgefahr abgerissen hat.
Vor zwei Wochen hätten sich plötzlich große Risse gebildet, die Anwohner hätten die Feuerwehr gerufen, ein Baustatiker hätte dann akute Einsturzgefahr festgestellt, und die Bewohner hätten nur 10 Minuten Zeit gehabt, das Nötigste zu packen, und keine Möglichkeit mehr gehabt, nochmal zurückzukehren.
Siehe dazu auch den Beitrag beim NDR.
Mir fehlt dafür doch jedes Verständnis.
Natürlich verstehe ich, dass man ein einsturzgefährdetes Haus mit solchen Rissen nicht mehr betreten kann und darf. Und die Risse, die das ZDF zeigte, armdick, lassen auch keinen anderen Schluss zu als dass das Haus schon einstürzt.
Aber wofür, zum Teufel, haben wir inzwischen Roboter?
Es muss doch möglich sein, Roboter bereit zu halten, die im Falle eines solchen einsturzgefährdeten Hauses beispielsweise
- Verletzte oder Leichen suchen, sicherstellen, dass kein Mensch mehr drin ist, bevor man es abreißt
- Beweise sichern
- Nach Gasquellen suchen
- Innenaufnahmen machen
- Ursachen untersucht
Man müsste also längst in der Lage sein, Gebäude, die man nicht mehr betreten kann, zu durchsuchen. Und in gewissem Umfang ist man das auch, denn vor ein paar Jahren gab es irgendwo in Deutschland ein ausgebranntes mehrstöckiges Haus, das man auch nicht mehr betreten konnte, und das dann ein Feuerwehr-Roboter-Hund (Boston Dynamics Spot) durch- und darin nach Leichen, Hinweisen auf Brandursachen usw. gesucht hat. Das hat der wohl recht gut gemacht.
Ich bin deshalb der Meinung, dass man Roboter braucht, die solche einsturzgefährdeten Häuser durchsuchen und räumen können, und bei dieser Gelegenheit, sofern Zeit ist, die wichtigsten Dinge der Anwohner retten können.
Da hier zwischen Räumung und Abriss zwei Wochen lagen, hätte das ohne weiteres reichen müssen, um für jede Wohnung ein oder zwei „Roboterstunden“ zur Verfügung zu stellen, um die wichtigsten, unersetzlichen Dinge rauszuholen.
Man könnte das so organisieren, dass der Roboter zuerst alle Wohnungen öffnet. Gar nicht so einfach, wenn man Erschütterungen vermeiden muss, aufsprengen geht nicht, aber vielleicht haben die Bewohner die Schlüssel dabei, und ansonsten stelle ich mir eine Art Kettensägenblatt an einem Roboterarm vor, das einfach das Türschloss heraussägt, aber vielleicht gibt es da besseres. Ich bin sicher, die haben Methoden, wie Roboter Türen aufkriegen.
Und dann muss man ohnehin nachschauen, ob noch irgendwo lebende oder tote Menschen, oder vielleicht Haustiere sind. Rettet man den Wellensittich? Macht man wenigstens den Käfig auf?
Und dann haben die Anwohner schon mal 24 Stunden Zeit gehabt, sich zu überlegen, was ganz wichtig ist und wo es liegt. Dann lässt man den Roboter aus jeder Wohnung holen, was wichtig ist. Mit Priorität. Erst die ganz wichtigen Sachen, und dann vielleicht noch einen zweiten oder dritten Durchlauf.
Sollten wir übrigens auch als Vorsorge für Krieg und Anschläge haben. Denn die Situation, dass man Gebäude durchsuchen, untersuchen und Dinge herausholen muss, wird es öfter geben. Wäre übrigens auch ein Anwendungsgebiet für KI: Selbständig Gebäude durchsuchen, lebende Menschen, Leichen, Gefahrenquellen usw. erkennen und ggf. bergen.
Gibt es eigentlich schon Roboter, die erkennen können, ob ein Mensch tot oder bewusstlos ist? Vielleicht sogar gewisse Arten erster Hilfe leisten können?