Wieviel Speicher braucht man?
Über Linux und Windows.
Ich hatte doch gerade darüber geschrieben, dass einer blöde schimpft, dass Ubuntu 26.04 mindestens 6GB RAM haben will – das sei ja mehr als bei Windows.
Aktuelle Mitteilung von Microsoft: (englisches Original von Microsoft)
Microsoft hat ein aktualisiertes Supportdokument veröffentlicht, das die Gemeinsamkeiten optimaler Gaming-Systeme unter Windows 11 beschreibt. Darin wird insbesondere die Kapazität des Arbeitsspeichers thematisiert.
Während 16 GByte RAM bisher oft als Standard galten, bezeichnet Microsoft dies nun lediglich als “Minimum” für moderne PCs. Für ein reibungsloses Spielerlebnis ohne Einschränkungen wird ein Upgrade auf 32 GByte empfohlen.
oder im englischen Original:
Every day and travel
If your time centers on Microsoft 365, browsers with many tabs, video meetings, and cloud apps, your laptop should prioritize portability, battery life, and a minimum of 16GB RAM. Efficient modern processors—particularly those with integrated NPUs—help maintain responsiveness while conserving power.
[…]
Budget basics
For school or light home use, choose modern entry‑level chips, 16GB RAM, and an SSD to keep everyday tasks responsive. Prioritize a reliable keyboard and trackpad over premium materials.
[…]
To ensure strong, consistent performance over time, 16GB RAM and a 512GB SSD form a reliable baseline. 32GB RAM adds headroom for creators, developers, and heavy multitaskers. Memory drives responsiveness under load, while storage size determines how quickly you run into limits. A laptop with well‑matched RAM, storage, and processor power will hold up better over time than one that cuts corners in any of those areas.
Die sagen das, was ich auch sage.
Der Vorwurf, dass Ubuntu mit 6GB (nicht 16, sondern 6) als Minimum RAM mehr als Windows verlange, ist also Bullshit. Abgesehen davon, dass viele schreiben, dass es auch mit 4GB funktioniert, nur nicht flüssig.
Das tut natürlich weh, weil Speicher gerade schrecklich teuer und teils schwer zu haben ist. Es war aber schon immer so, dass mehr RAM bei vielen Anwendungen wichtiger als ein schneller Prozessor ist.
Für leichte Allerweltsaufgaben dürften 16GB reichen, aber sobald man Medien bearbeitet oder virtualisiert, sollte man 32 oder mehr GB haben.
Ich habe, wie gesagt, auch noch Rechner mit 8GB im Einsatz, aber wirklich nur zum Verheizen als Testrechner oder in der Bibliothek für einfache Webbrowser-Aufgaben.
Relativ wenig Verständnis habe ich dafür, dass sich immer wieder mal, wenn ich ein neues Bildformat o.ä. einsetze, Leser melden und maulen, dass ihr Webbrowser oder ihr Betriebssystem von 2013 damit nicht klarkomme.
Ja, ich weiß, dass bei vielen das Geld sehr knapp sitzt. Aber sehr gut erhaltene, deutlich neuere und leistungsfähigere Notebookes bekommt man „refurbished“ aus dem Service- und Leasingbereich ab etwa 120 Euro, und da ist schon ein Windows mit drauf, oder man packt ein Linux drauf. Damit ist man deutlich besser unterwegs, hat alle neuen Medienformate, und in vielen Fällen spart man ein paar Kröten wieder, weil die weniger Strom verbrauchen. Und zumindest bis vor zwei, drei Jahren gab es häufig auch Sonderangebote aus Asien mit sehr brauchbaren kleinen Mini-PCs samt Windows (ob man dem traut, ist eine andere Frage) ab 150 Euro. Ich schreibe gerade an so einem Billig-PC, für den ich mal 150 Euro gezahlt habe (N5095-Prozessor), weil ich zum Stromsparen als ständig eingeschalteten Rechner einen einfachen mit wenig Stromverbrauch verwende. Den dicken Oschi schmeiße ich nur bei Bedarf an.
Und wenn man freundlich fragt, bekommt man mit guter Wahrscheinlichkeit abgelegte, ausgemusterte, aber noch voll brauchbare Rechner aus dem Privat- oder Firmenbereich auch geschenkt. Außerdem gehen ja gerade reihenweise Firmen pleite. Da kann man mal bei den Zwangsversteigerungen schauen.
Aber bitte, das ist nicht sinnvoll und kostet mehr Arbeit, als es spart, 10 oder mehr Jahre alte Rechner mit Kümmerausstattung zu verwenden. Schon deshalb, weil darin wichtige (auch für die Mediendarstellung wichtige) Prozessorerweiterungen fehlen.