Zwangsfinanzierung der Medien
Blick über die Grenze.
Australia plans to tax tech giants if they fail to pay local news media organisations https://t.co/J73TuSiXLj pic.twitter.com/gMExnaS1wO
— Al Jazeera English (@AJEnglish) December 12, 2024
Australia plans to tax tech giants if they fail to pay news outlets
The Australian government has announced plans to tax Big Tech firms if they fail to share revenue with local news media organisations.
The measure, applicable from January 1, will force firms like Meta and Google with an Australian-based revenue in excess of 250 million Australian dollars ($160m) to pay for content or face a hefty tax bill that could amount to millions.
Announcing the move, Communications Minister Michelle Rowland said on Thursday that the rapid growth of digital platforms had “disrupted” the media landscape and was “threatening the viability of public interest journalism”.
“[Digital platforms] need to support access to quality journalism that informs and strengthens our democracy,” she said.
Die Diskussion gab es bei uns ja auch, „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“ und so weiter.
Auf den ersten Blick ist das ja auch ungerecht, dass die Verleger und Journalisten die ganze Arbeit machen und die Suchmaschinen ohne eigene Leistung abkassieren, ohne was abzugeben.
Aber ist das wirklich so?
Die Frage ist, ob die Verleger dadurch Vor- oder Nachteile haben. Kommen mehr oder weniger Besucher auf ihre Webseite, wenn etwa Google deren Inhalte verlinkt und benutzt? Eigentlich müssten Suchmaschinen den Verlagen doch eher zuträglich sein, die Verlage sich darüber freuen, dass Kundschaft, die keine Stammkundschaft ist, über Suchmaschinen auf ihre Webseiten kommt.
Das Problem dürfte ein anderes sein:
Früher nämlich gab es ein paar wenige überregionale Zeitungen, und dann einen riesigen Haufen von Regionalzeitungen, die neben einem kleinen Regionalteil ansonsten alle dasselbe schrieben oder Agenturnachrichten durchreichten, womit also pro Leser eine erkleckliche Zahl von Journalisten davon leben konnte, weil jede Stadt mindestens eine eigene Zeitung hatte, und man für Zeitungen Geld ausgab.
Ein Journalist konnte daher nur eine begrenzte Zahl von Lesern ansprechen, während umgekehrt Leser auf Journalisten und den Zeitungskauf angewiesen waren, womit sich zwangsläufig aus der Zahl der Bürger eine gewisse Zahl von Journalisten ergab, für die jeweils eine gewisse Menge von Geld reinkam.
Und das ist durch die Suchmaschinen anders geworden. Im Prinzip kann jeder Journalist jetzt alle Leser erreichen, aber nur, wenn er schnell genug ist, möglichst der Erste, und die suchmaschinen- und klickträchtigste Schlagzeile liefert. Früher hatte man es nicht eilig, weil die Zeitung ohnehin erst am nächsten Morgen erschien. Wer heute bundesweit als Zwanzigster kommt, der hat verloren.
Und deshalb macht das auf mich den Eindruck, als ginge es nur vordergründig darum, die Suchmaschinen zu melken, und eher darum, den Umsatz, der durch die ersten und besten Nachrichten reinkommt, auf die umzulegen, die zu schlecht oder zu langsam sind.
Und dass dann an diesen Geldzitzen zuerst linke Organisationen hängen, ist auch klar.