Ansichten eines Informatikers

Ubuntu 23.10

Hadmut
15.10.2023 13:25

Kleines Update.

Ich hatte geschrieben, dass ich mit der Installation des Ubuntu Desktop erhebliche Probleme hatte.

Die anderen Installer, namentlich getestet Lubuntu und die Version des normalen Ubuntu mit dem „Legacy-Installer“, also dem alten, bis 23.04 üblichen (offenbar war ihnen ihr neuer Installer selbst nicht geheuer, weshalb sie glücklicherweise eine Reserveversion gebaut haben) funktionieren einwandfrei. Womit ich dann auch ausschließen kann, dass es irgendwas mit der Hardware oder dem Rechner-Modell zu tun hat.

Was dagegen auch nicht funktioniert und auch nicht aktuell ist, zwar „mantic“ heißt, aber kein mantic enthält und hängen bleibt, ist die mini-iso. Das hat aber andere Gründe.

Da die normale Ubuntu Desktop Version immer noch nicht wieder online ist, und es ja wohl nicht so lange dauern kann, ein paar ukrainische Übersetzungen geradezubügeln, gehe ich davon aus, und die anderen Ubuntu-Versionen ja einwandfrei funktionieren, gehe ich davon aus, dass der neue Installer erhebliche Bugs hat (weshalb da ja bei mir, und bestätigt von einem Leser bei dem auch nicht ging), und die gerade versuchen, ihren Installer zusammenzuflicken. Da könnte aber mehr dahinter stecken.

Ergänzender Hinweis noch:

Lubuntu verwendet einen eigene Variante des Boot-Codes bei Verwendung von Plattenverschlüsselungen. Normalerweise booten Linux-Systeme erst eine kleine, unverschlüsselte Partition an, in der u.a. der Kernel, eine Ramdisk und Konfigurationsdateien liegen, bringt damit den Kernel hoch und fängt erst dann an, die Hauptpartition zu entschlüsseln und dann durch eine besondere Operation („pivot“) die alte, unverschlüsselte Root-Partition gegen eine neue auszutauschen.

Lubuntu dagegen verwendet eine besondere Funktion von grub, um schon von grub aus die Platte zu entschlüsseln und dann alles da rauszuholen. Das ist prinzipiell sicherer, weil es jemandem, der kurzzeitigen physischen Zugriff auf den Rechner bekommt (sog. „evil maid attack“, weil Zimmermädchen im Hotel eine typische Situation wäre) viel weniger Angriffsfläche bietet, um etwa spyware zu installieren (sehr gerne auch bei Zollkontrollen am Flughafen im Hinterzimmer durchgeführt), aber hat zwei Probleme.

Das eine ist, dass grub noch nicht mit der Version 2 von Luks zurechtkommt und deshalb noch die weniger sichere Version 1 verwendet werden muss.

Und das zweite ist, und das ist mir jetzt schon mit einem zweiten Tastaturmodell passiert, dass nicht alle Tastaturen an grub funktionieren, weil manche wohl eine Initialisierung brauchen, die grub oder das BIOS selbst nicht liefern. Ich habe inzwischen mehrere Tastaturen, die mit grub nicht funktionieren und mit denen man das Plattenpasswort nicht eingeben kann. Ich habe aber zwei Konstellationen mit dem gleichen Tastaturmodell, bei denen es mit einem alten Rechner nicht, mit einem neuen Rechner aber schon geht, scheint also auch vom BIOS abzuhängen. Wenn Ihr also ein Lubuntu installiert, Plattenverschlüsselung wählt und dann den Rechner nicht starten könnt, versucht es mal mit einer anderen Tastatur. Je billiger, herkömmlicher und einfacher die Tastatur ist, desto eher scheint es zu funktionieren.