Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Warum nicht in der Schweiz arbeiten?

Hadmut
19.6.2022 10:49

Immer wieder fragen mich Leute, warum ich noch in Deutschland bin und nicht einfach in der Schweiz arbeite.

Nun, tatsächlich hatte ich das schon mal vor. 2012, das war, nachdem ich diese vermaledeite Zeit in der Rechtsabteilung eines Internet-Unternehmens beendet hatte, hatte ich eigentlich schon fast alles unter Dach und Fach, um in die Schweiz zu migrieren, den gut dotierten Vertrag mit einem Unternehmen in der Schweiz aus dem Banken- und Versicherungsbereich schon fast abgeschlossen. (Wobei sich das gut dotiert relativiert, wenn man die Preise in der Schweiz kennt.) Wurde dann ganz plötzlich abgesagt. Nachdem die deutsche Bundesregierung gerade wieder mal eine Steuer-CD aufgekauft hatten (obwohl die damals Aktuelle nicht aus Schweiz, sondern einem anderen Land, ich glaube, es war Luxemburg, stammte), gab es da eine Anweisung in der Schweizer Finanzbranche, keine Deutschen IT-Leute mehr an ihr Zeugs zu lassen.

Ich war damals extra noch zu einem Gespräch in die Schweiz gefahren, hatte mich hinterher aber geschüttelt, obwohl das Gespräch sehr gut verlaufen war, weil ich auf dem Rückweg Hunger bekommen und an einem Einkaufszentrum halt gemacht hatte, um was zu essen und mir die Beine zu vertreten, und von den Preisen schier erschlagen wurde, nachdem ich vorher schon über die Preise in einer kleinen Ortschaft mit den Ohren geschlackert hatte. Der Ansatz sei, so sagte man mir, in der Schweiz zu arbeiten und zu verdienen, und in Deutschland zu wohnen und einzukaufen. Was dann allerdings zu den schlechteren deutschen Steuern führen würde. Insgesamt aber hatte ich mich damals doch darüber geärgert.

Mittlerweile sehe ich das allerdings anders, denn nicht nur wurde mir von einigen Deutschen, die in der Schweiz arbeiten, berichtet, dass die Helveten gegenüber Deutschen recht garstig und in ihrer Grundstruktur generell fremden-, insbesondere aber deutschenfeindlich seien, auch politisch ist die Schweiz genauso auf dem absteigenden selbstzerstörenden Ast wie Deutschland und Österreich, man merkt es nur nicht gleich so, weil die Schweizer halt in allem etwas langsamer sind, sogar in der Selbstzerstörung. Wenn ich dann sowas sehe

dann hat die Schweiz fertig, nur eben mit appenzellermäßiger Sterbeverzögerung. Aber wie ich sie kenne, werden die Schweizer ohnehin irgendwann von der Überschwemmung durch den steigenden Meeresspiegel überrascht werden.

Hier der Artikel bei blick.ch.

Preisnachlass für die Frauen: In der Stadt Genf sollen sie in städtischen Einrichtungen – etwa im Schwimmbad oder im Theater – bald zwanzig Prozent weniger bezahlen als ihre männlichen Mitbürger. Das Genfer Stadtparlament hat in der Nacht auf Donnerstag nach hitzigen Debatten eine entsprechende Motion verabschiedet.

Die links-grüne Mehrheit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte will damit auf die noch immer bestehende Lohnschere zwischen den Geschlechtern hinweisen. Mit noch mehr Diskriminierung? Die Forderung spaltet die Gemüter.

Die links-grüne Mehrheit der Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Wenn ich sowas schon lese.

Als ob die gerade ihr eigenes Land durch Streit und Missgunst zerstören wollen. Man könnte die Schweiz auch zerstören, indem man drei Doktorarbeiten darüber schreibt, dass Berge, Käse und Alphörner frauenbenachteiligend sind. Dann reißen sie alles ab. He, Schweiz! Wusstet Ihr schon, dass Kühe klimaschädlich sind?

Ich bin ja nun gespannt, wie sie das feststellen wollen, ob jemand Mann oder Frau ist.

Früher hieß es, wenn man in die Schweiz fährt, muss man darauf achten, eine Vignette zu haben. Heute muss man darauf achten, sich vorher „Frau“ als Geschlecht in den Reisepass eintragen zu lassen.

Was mich jetzt allerdings noch umtreibt, ist die Frage, wieviel eigentlich dann Leute bezahlen, die andere Geschlechter wie „divers“, „unbekannt“, „oszillierend“, „Erdbeer“, „Mittwoch“, „Blumenzwiebel“, „Linksgewinde“, „16 Bit“, „log(sin(x2))“, „Cadillac“, „130°C“ haben. Gibt es da dann eine Preistafel, oder wie läuft das dann?

Nachdem ich bei jeder Grenzkontrolle nach dem Impfstatus gefragt werde, habe ich schon überlegt, ob es nicht einfacher wäre, den Impfstatus als Geschlecht eintragen zu lassen. Aber wenn man „Dreifach“ als Geschlecht angibt, muss man in Genf womöglich dann dreifachen Eintritt zahlen.