Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Fentanyl und Kokain

Hadmut
30.9.2021 18:36

Ein Leser schreibt mir:

Hallo Herr Danisch,

gerade kam auf PRO 7, taff, ein Beitrag über San Francisco und die Menge an Drogenabhängigen dort. Und auch über die allgemeinen Zustände in der Stadt – es sieht aus wie auf dem hinterletzen Campingplatz. Überall Zelte und Pappkartons in denen Menschen wohnen auf den Straßen.
Aber zu den Drogen. Es geht um Fentanyl. Die schaffen es, einen ganzen Beitrag über die Droge zu bringen, ohne den Namen George Floyd (“I can’t breathe) auch nur zu erwähnen.
Sie berichten, dass Leute davon abhängig gemacht werden, indem Kokain mit Fentanyl gestreckt wird, woran schon einige gestorben sein sollen, da sie annahmen, reines Kokain vor sich zu haben, aber Fentanyl, so der Bericht, um ein Vielfaches wirksamer ist. Und es wird mehrmals erzählt, dass Fentanyl die Atmung lähmt. Aber George Floyd

PS: Es gab auch ein paar Szenen, in denen eine Frau völlig regungslos auf dem Bürgersteig kniet, wie Sie ja auch von einiger Zeit über Videos berichtet haben, in denen Menschen in den USA reglos herumstehen wie die Schaufensterpuppen.

Mit freundlichen Grüßen

Da fehlt was am Satz „Aber George Floyd…“, aber schon klar, worauf das hinauslaufen soll, George Floyd wurde vom weißen Polizisten ermordet. Schon klar. Weil man das so brauchte und ja auch sonst darauf hindeuten würde, dass ein erheblicher Teil der amerikanischen Gesellschaft unrettbar an die Drogen verloren wurde.

Die Sendung ist wohl noch nicht in deren Mediathek, könnte aber wohl noch kommen.

Manchmal geht mir auch für Deutschland die Frage durch den Kopf, ob die Lösung wirklich darin liegt, Drogen verbieten zu wollen, oder ob man nicht umgekehrt allen im vollem Umfang Drogen bereitstellen und einfach darauf hoffen sollte, dass sie möglichst bald eine tödliche Dosis nehmen oder an den Folgen sterben, weil das – zynisch gesprochen – möglicherweise die ökonomisch und spieltheoretisch effektivste Methode sein könnte, mit der ausufernden Drogensucht umzugehen.

Mir schrieb mal einer aus Kanada, dass er beim Gang durch eine der größeren Städte dort, in der er wohnt, bei mehr als der Hälfte der Leute, die an ihm vorbeilaufen, Drogenkonsum riechen kann.

Es darf ernsthaft bezweifelt werden, dass man noch rückwärts aus dieser Situation kommt. Es geht wohl nur noch vorwärts.

Und dann regen die sich alle über das Klima auf.