Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wahl, Erster Versuch…

Hadmut
26.9.2021 15:04

Das war schon mal nichts.

Ich bin hier in der Situation, zu Wahlen immer nur etwa 120 Meter gehen zu müssen, weil die da immer drei Wahllokale in der Grundschule um die Ecke einrichten. Ich weiß, dass es Leute gibt, die mit dem Auto zur Wahl fahren müssen, aber ich habe es nur einen großzügigen Steinwurf weit (naja, vier Steinwürfe oder so, Ihr wisst, was ich meine.)

Bei früheren Wahlen zeigte es sich, dass es nicht ratsam ist, vormittags zu gehen, weil fast alle vormittags gehen. Vormittags sind die Schlangen lang, nachmittags kommt man fast sofort dran.

Eben war ich da. Drei Schlangen, aber alle noch innerhalb des Schulhofes mäandernd. Drei Schlangen, weil drei Wahllokale.

Eigentlich hatte ich mich auch schon entschieden, mich da nicht anzustellen, sondern später wieder zu kommen, weil ich Probleme mit dem Knie habe. Rumstehen geht zwar theoeretisch zu einem gewissen Umfang, aber es tut weh und es macht die Sache nicht besser. Aber mal gucken.

Wie ich also gerade so den Schulhof betreten will, steht da eine in normaler Straßenkleidung und quatscht die Leute an. Ob sie ihre Wahlbenachrichtigung dabei hätten. Ich fand es irregulär, weil ich das auch noch nicht erlebt habe, und weil ich bei dem, was in Berlin alles an Aktivismus und Manipulationen läuft, sehr misstrauisch bin. Könnte ja sein, dass man als Aktivismus alten weißen Männern die Benachrichtigung zerreißt oder sowas. Oder guckt, wer das ist. Also gehe ich einfach dynamisch an der vorbei, werde aber von einem zweiten Typen, auch in Straßenkleidung abgefangen. Will meine Wahlbenachrichtigung sehen.

Ich finde das, gerade im aktivistischen und wahlmanipulativen Berlin, überaus verdächtig, wenn da vor dem oder innen, aber nahe am Zaun der Schule schon welche stehen und einfach von allen die Wahlbenachrichtigung sehen wollen. Einfach so.

Ob ich schon angesprochen worden sei. Nein. Ob ich eine Wahlbenachrichtigung dabei hätte. Ja. Er möchte die mal sehen. „Ich weiß ja nicht mal, wer Sie sind. Da könnte ja jeder kommen.“ sage ich. Da wurde der schon pampig. Ja, wenn ich nicht wolle, dass er mir hilft, dann müsse ich das eben selbst machen.

Äh … ja … durchaus. So hatte ich das vor. Für gewöhnlich mache ich das mit dem Wählen nämlich noch selbst. Ich bin nicht mehr der Jüngste, aber auch noch nicht ganz so tattergreisig, dass ich das nicht mehr selbst hinbekäme. Pampig und genervt sagt er nur, welche Schlage zu welchem Wahllokal gehört. Weil auf der Benachrichtigung steht, in welchem Wahllokal man wählen muss.

Warum schreibt man es nicht einfach an den Eingangstüren dran, für welches Wahllokal welche Schlange ist?

Möglicherweise waren die zwei harmlos und als Wahlhelfer dort aufgestellt, um die Leute in die richtige Schlange einzureihen. Stand auf den Webseiten der Zeitungen, dass die in Berlin gerade Probleme mit der Wahl haben, weil sie nicht genug Kugelschreiber haben. Man hatte nicht berücksichtigt, dass man jeden Kugelschreiber nach Gebrauch desinfizieren muss. Es gab in den Social Media sogar Behauptungen, dass zwei Wahllokale in Berlin schon um 13:00 geschlossen hätten, weil ihnen die Stimmzettel ausgegangen seien. Das könnte aber auch Fake News sein, ich habe nämlich erhebliche Zweifel, dass das wahlrechtskonform sein könne, andererseits ist in Berlin längst alles möglich (außer einen Personalausweis zu beantragen oder ein Fahrzeug zuzulassen).

Dass da einfach zwei junge Leute vor der Schule stehen und sich von den Leuten die Wahlbenachrichtigung zeigen lassen, ohne sich selbst irgendwie auszuweisen, oder ersichtlich dem Wahlbetrieb innerhalb der Schule zuzuordnen zu sein, könnte zwar harmlos, gut gemeint und dem durch Pandemie zusätzlichen Aufwand geschuldet sein. Es könnte aber auch genauso gut irgendein Aktivismus sein, Leuten die Einladungen zu entziehen, oder dann einer mit der Fernsehkamera aus dem Gebüsch hüpfen und einen für die heute show oder sowas fragen, wie man so fahrlässig mit seiner Einladung umgehen könne, sie jedem dahergelaufenen Pinsel auszuhändigen.

Es könnte genausogut eine Masche sein, wenn der nämlich schon damit ankommt, dass ich Hilfe bräuchte. Ich habe nur drauf gewartet, dass der dann noch fragt „Wissen Sie schon, was Sie wählen?“ oder sowas.

So aufgeladen ist die Situation, dass man längst jedem misstraut.

Stellt sich die Frage, wie man eigentlich wählt, wenn einem das lange Anstehen nicht mehr so liegt.