Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Vodafone, eleVation, Verena Pausder und das Weltwirtschaftsforum

Hadmut
27.4.2021 15:25

Vom Geschwätz.

Ich nutze das ja hin und wieder, dass die Pandemie die Leute zwingt, ihre Veranstaltungen online zu halten, und mir das ermöglicht, an Veranstaltungen teilzunehmen. Unter normalen Bedingungen hätte ich weder quantitativ noch terminlich die Zeit, dafür extra nach X zu reisen, und auch zu teuer, da Eintritt zu zahlen und vielleicht noch ins Hotel zu gehen, und dazu kommt, dass man auf herkömmliche Weise vielleicht erst gar nicht eingeladen worden wäre, man kommt ja gar nicht überall so rein.

Nun findet gerade so über 3 Tage von Vodafone die Veranstaltung „eleVation“ statt.

Natürlich auch eine Selbstbeweihräucherung mit selbst auf die Schulter-Klopfen und sich selbst zu sagen „Hast Du gut gemacht“, aber durchaus auch interessant zu hören, wie sich eigentlich die Home-Office-Welle aus Provider-Sicht so dargestellt hat. Beispielsweise nicht nur, dass die Leute einfach mehr Bandbreite brauchen, sondern dass sie im Home-Office auch stärker genervt und gestört sind als sonst, wenn das Netz mal kurz weg ist. Als nicht nur die quantitativen, sondern auch die qualitativen Anforderungen und die Verfügbarkeit wichtiger geworden sind. Und dass sie in ständigem Kontakt mit der Regierung stehen. Ich halte sowas für wichtig und auch interessant. Ich finde das ausgesprochen nützlich und interessant, aus so einer Pandemie auch mal die Lehren zu ziehen, was das eigentlich bringt und fordert, was gut geht und was noch nicht so gut geht.

Und grundsätzlich finde ich solche Veranstaltungen auch gut und begrüße das, wenn solche Unternehmen und Konzerne sich dahingehend mal öffnen und kommunikativer werden. Allein schon der Zwang in so einer Veranstaltung, sich mal zu überlegen, was man eigentlich sagen will und was die aktuellen Themen sind, ist zwar anstrengend und aufwendig (=teuer), aber sehr nützlich. Ich sehe in dieser Wandlung durchaus positive Aspekte der Pandemie (sehe allerdings auch die Gefahr, dass das nur wirkt, weil es neu ist, und sich auf Dauer abnutzt und an Interesse verliert).

Irgendein Vorstandsmensch gab zur Digitalisierung und zur Darstellung unserer Rückständigkeit in Sachen Digitalisierung die Anekdote zum Besten, dass er in Sachen Corona-Impfungen irgendwo irgendwas per Fax geschickt werden musste und seine Kinder fragten, was denn ein Fax wäre. So schwer täten wir uns da noch mit der Digitalisierung. (Tut mir leid, dass Ihr es ausgerechnet von mir erfahren müsst, aber: Die seit Jahrzehnten üblichen G3-Faxe sind digital. Wenn man schon da stolpert, wird es schwer mit der Digitalisierung.)

Nun versuchen sie also, Selbstdarstellung, Werbung und ähnliches mit Interessantem von außen zu mischen und haben eine Menge Externe eingeladen, über verschiedene Themen zu dozieren.

Ich habe gerade einen Vortrag einer gewissen (mir bis eben unbekannten) Verena Pausder gehört, die irgendwas mit Startups macht, in irgendeinem Vorstand sitzt, in irgendeinem Aufsichtsrat saß, für einen Verein steht, von dem mir nicht klar ist, was der eigentlich macht und wofür der steht und die Young Global Leader des Weltwirtschaftsforums (wie angeblich auch Annalena Baerbock).

Da geht bei mir die Alarmanlage an.

Nach meiner Überzeugung ist das Weltwirtschaftsforum eine verfassungsfeindliche Organisation und ein marxistisches Verbrechersyndikat, das als Organ der kommunistischen Weltunterwanderung agiert. Ich hatte ja schon genug Artikel dazu, die wollen, dass wir kein Eigentum, keine eigene Wohnung, nichts mehr haben, was nicht zu 100% ausgelastet ist. Gehst Du aus der Wohnung, wird sie von jemand anderem als Meetingraum genutzt.

Und ich bin da gerade auch etwas hypersensitiv, weil mir das bei verschiedenen Konzernen auffällt, wie die in kurzer Zeit linksextrem unterwandert und auf links gestrickt werden. Warum also präsentiert mir Vodafone eine vom Kommunistensyndikat?

Der Vortrag war sehr gut.

Nicht nur rhetorisch und von der Präsentation gut gemacht, sie hat auch sehr gute Fragen in den Raum gestellt.

Warum wir hier abgehängt werden, weil überall auf der Welt die Bildung und die Digitalisierung galoppieren, und wir hier abgehängt werden. Oder warum das so ist, dass hier gar nichts geht und vorankommt, weil wir jeden Schritt nicht einmal, sondern wegen der förderalen Struktur sechszehn Mal machen müssen.

Das waren sehr gute Fragen, die schon an den richtigen Stellen bohrten.

Aber: Die Fragen, die sie sich selbst beantworte, waren wegen der selbstgegebenen Antworten blöd, und die, die sich nicht beantwortet, waren blöd, weil die Antwort ausblieb.

Denn: Wenn jemand vom Marxistensyndikat WEF kommt, und dann erklärt, dass wir unsere Bildung und die Curricula entschlacken müssen, dass wir da aussortieren müssen, dann stinkt das einfach danach, dass man den Leuten unterjubeln will, alles auf ein diversitätskompatibles Unterniveau zu ziehen, dass es nicht um Bildung geht, sondern darum, dass die Bildung so flach sein soll, dass sie allen zugänglich ist. Denn tatsächlich ist das Bildungsniveau in Asien höher. Es kann also nicht stimmen, dass wir weniger brauchen, um mit denen gleichziehen zu können.

Und dann kommt man an die Stelle, an der die Antworten nicht gegeben wurden.

Denn gute Fragen waren, warum wir in Sachen Digitalisierung so abgehängt sind und nicht voran kommen. So viele (auch behördliche) Dinge nicht online gehen, die in anderen Ländern selbstverständlich sind, oder warum bei uns alles in dem Monsteraufwand europäischer Ausschreibungen ersäuft, nicht aber in den anderen Ländern der EU, obwohl die denselben Anforderungen unterliegen.

Die offenkundige Antwort wäre doch: Weil wir in jeder Hinsicht an der Sozialismus-Seuche leiden. Weil seit 20, 30 Jahren die oberste Maxime von allem und jedem ist, dass alles europäisch laufen muss und der Staat weg muss, aber alles dann auch wieder föderal wie eine Räterepublik mit unendlich vielen Günstlings- und Parteiposten geben muss, und vor allem: Dass wir Qualität abgeschafft haben. Seit 20, 30 Jahren ist das Geschlecht das alles überragende Kriterium und werden zu diesem Zweck sämtliche Qualtätsanforderungen über Bord geworfen, wurde alles mit Dummen und Faulen vollgepumpt, weil anders die Quoten nicht zu erreichen waren. Und jede Leistung verachtet. Ich erinnere an die Verfassungsrichterin Baer: Quality is a myth. Man dürfe von Frauen nichts erwarten und verlangen, weil jegliche Qualitätsanforderungen auf Männer ausgelegt seien und Frauen abhängen.

Das Ergebnis ist: Es ist zwar alles voller Frauen, aber internation sind wir mitsamt der Frauen komplett abgehängt.

Ich kriege es nicht mehr zusammen, aber in irgendsowas dazu erzählte sie, ich glaube, es war KI, bin mir aber nicht mehr sicher, dass irgendwer irgendwo gefragt habe, warum wir als Europa da hinter Asien und USA nicht die Bronzemedaille bekämen. Und die Antwort war, es gäbe keine Bronzemmedaille, nur Gold und etwas Silber.

Das erinnert mich stark an die Leute (wie die 53 Schauspieler) die sich so darüber aufregen, dass in diesem Staat hier nichts mehr funktioniert und uns alle anderen, selbst Drittweltstaaten abhängen.

Ja, aber Leute, es ist doch klar: Weil wir seit 30 Jahren auf jede Leistung pfeifen, jedes Können und Wissen verachten, und alles mit Diversität und gleichgemachten Dummen geflutet haben. Ob Firmen, Behörden, Universitäten, eigentlich egal was: Wir sind im Zeichen von Gender, Gleichheit und Antirassismus komplett durchverblödet, weil Qualität und Leistung immer bedeutungsloser wurden und nach hinten rutschten.

Kurz gesagt: Was erwartet Ihr? Wir sind im Sozialismus. Und deshalb werden wir unweigerlich rückständig und konkurrenzunfähig wie Mao-China, Sowjetunion und DDR. Das ist nicht irgendwie passiert, dass wir den Anschluss verloren haben, wir haben uns mit Wonne und Überzeugung selbst verblödet und ins Abseits gestellt.

Sich jetzt hinzustellen und zu fragen, warum wir abgehängt wurden, ist so ähnlich, wie den Motor am Auto kaputt zu machen und sich dann zu fragen, warum’s nicht mehr fährt.

Gegen Ende hin sagte sie auch sowas, wer noch alles mit rein müsse, irgendsowas in die Richtung Frauenförderung, was ich nicht mehr zusammenbekomme, weil ich gleichzeitig hier schreibe und den Vorträgen zuhöre [was eigentlich nicht geht] und schon wieder beim übernächsten Vortrag bin (eine Psychologin, Julia Shaw, erklärte gerade, dass wir uns aufgrund der online-Medien und ihrer optimierten Darstellung für 15% schöner halten als wir sind. Man hatte Leuten eine Reihe von Bildern von sich selbst vorgelegt, die unterschiedlich stark die KI aufgemöbelt waren und ihnen die Aufgabe gegeben, das Bild rauszusuchen, das sie unverändert zeigt. Die Leute hielten im Schnitt das Bild für real, echt, unverändert, das zu 15% aufgemotzt und verschönert war. Echte Fotos von sich selbst halten die Leute nicht mehr für echt.)