Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Vom Experiment der diversen Gesellschaft

Hadmut
26.4.2021 15:08

Eine wesentliche Eigenschaft eines „Experiments“ ist, dass man untersucht, ob es denn auch funktioniert hat.

Ich will an meinem Artikel von vor drei Jahren erinnern. Damals brachten die Tagesthemen in Interview mit dem Politik„wissenschaftler“ Yascha Mounk über das „Experiment“ der multiethnischen Gesellschaft, hier nochmal der Ausschnitt zum Angucken:

Ich hatte ja damals schon geschrieben, dass ich die Leute nicht für „Wissenschaftler“ halte, weil ein wissenschaftliches Experiment eben klare Fragestellungen, Beobachtung, Auswertung, Erkenntnisse und auch Abbruchbedingungen und einen Verantwortlichen haben.

Die Leser wissen ja, dass ich zwar nur Informatiker und kein Neurologe bin, aber viel beobachte und häufig zur Funktionsweise des Gehirns, Amygdala und diesem ganzen Komplex der Freund-Feind-Kennung, des Rudelverhaltens gegenüber solchen, die vom Hirn als Angehörige des eigenen oder fremden Rudels aufgefasst werden.

Die Soziologen und die ganzen Sozial- und Geisteswissenschaftler drumherum, eben auch die Politologen, haben sich da so eine Schwachsinnstheorie namens Poststrukturalismus gebastelt und zusammenphantasiert, wonach der Mensch so als unbeschriebenes, weißes Blatt ohne jegliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen geboren werde, und erst die Sozialisierung durch „Sprechakte“ ihn formt. Dass man ihn durch Sprachzwänge und -verbote umformen, das dekonstruieren und eine gänzlich neue Gesellschaft formen kann, indem man den Leuten von klein auf Rede- und Denkverbote auferlegt. Baerbock redet ja auch ständig davon, die Gesellschaft verändern zu wollen.

Ich dagegen halte das für groben, frei erfundenen Blödsinn und Ausfluss des Umstandes, dass die ganzen Geistes- und Sozialwissenschaften nichts (mehr) mit Wissenschaft zu tun haben, sondern frei erfundenen Unfug ventilieren, und es nur darum geht, als Sekte Marx’ Ideologie zu etablieren, so ähnlich wie Scientology mit L. Ron Hubbard. Die halten sich ja auch für wissenschaftlich, obwohl es frei erfundener Humbug ist (aber Geld und Einfluss bringt).

Ich glaube im Gegenteil, und habe es oft beschrieben und begründet, dass wir mit einem Gehirn auskommen müssen, das evolutionär über die Jahrmillionen schichtweise, segmentweise und eben organisch entstanden ist und aus vielen unterschiedlichen alten Teilen besteht, und wir ganz unten drunter immer noch diese archaischen Verhaltensweisen haben, so wie auch der Rest des Körpers zeitweise als Embryo oder dauerhaft Überbleibsel der Evolution und unserer Entwicklungsgeschichte beinhaltet. Im Bio-Unterricht haben wir damals gehört, dass der Mensch als Embryo zwischendurch mal kurz Ansätze von Kiemen zeigt, weil auch dieser Bauplan immer noch irgendwo tief drinnen versteckt ist. Warum sollte, wie könnte das vom Gehirn anders sein?

Als Informatiker ist mir klar, dass eine Spezies, die ohne Verhalten und mit leerem Hirn geboren würde, überhaupt nicht lebensfähig wäre. Und es gibt zu viele Verhaltensweisen, die zu schnell, zu automatisiert, zu widersinnig und auch über viele Menschen und sogar Kulturen und Sozialsysteme hinweg völlig gleich sind, wie etwa die Grundemotionen. Nach meiner derzeitigen Wissens- und Überzeugungsstand haben wir als Menschen die Fähigkeit, viele, nicht alle dieser hartverdrahteten Verhaltensweisen durch Software – Erlerntes im Großhirn – mehr oder weniger gut zu überdecken und zu ersetzen, aber das Bewusste, Erlernte, das Adaptive, steht ständig im Konflikt mit dem, was im Hintergrund abläuft und uns dazu bringt, irgendwen als Freund und Rudelkollegen oder als Feind anzusehen.

Deshalb halte ich es nicht nur für sachlich falsch und blödsinnig, sondern für hochkriminellen Schwindel, was die Geisteswissenschaftler da in Umlauf setzen.

Jeder Mensch, der schon etwas Erfahrung mit Wildtieren – oder auch nur Haustieren oberhalb von Goldfisch – hatte, weiß, dass auch Tiere so eine Aufmerksamkeits- und eine Alarmdistanz haben. Ab einem bestimmten Abstand beobachten sie einen uns lassen einen nicht aus den Augen, und aber einer anderen, geringeren Distanz, gehen sie in die Territorial-, Jungen- oder Selbstverteidigung über. Und zwar auch dann, wenn sie es nie erlernt haben. Ich habe schon oft hier erzählt, dass ich als Jugendlicher mal die Aufgabe hatte, mich um Hühner zu kümmern, die wir als unbebrütete Eier bekommen und in einer Kunstglucke ausgebrütet hatten, und die garantiert keine art- oder geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen von irgendwem anderen übernommen oder erlernt haben konnten. Trotzdem verhielten sie sich – ohne es je gelernt zu haben – wie eben wie Hähne und Hühner es so tun. Die Hähne krähten bei Sonnenaufgang, obwohl nie irgendwer ihnen das beigebracht oder vorgemacht hatte und es weit und breit nichts gab, was ihnen das vorgemacht haben könnte. Jeder Mensch mit einem Minimum an empirischer Beobachtungsfähigkeit muss eigentlich sofort merken, dass die Märchen der Politologen und Soziologen überhaupt nicht stimmen können und deshalb großen Schaden anrichten.

Dies erscheint mir umso frappierender, als man ja gerne auf „Coron-Leugner“ losgeht, aber den Geisteswissenschaftlern die „Evolutionsleugnung“ durchgehen lässt. Es konnte mir auch noch nie jemand erklären, warum eigentlich die Evolution – wider alle empirische Betrachtung – multiple Geschlechter in großer Zahl hervorgebracht haben sollte. Welcher evolutionäre Vorteil damit einhergehe.

Ich habe schon öfters beschrieben, dass diese „diverse Gesellschaft“ wird scheitern müssen, weil das Gehirn eben so funktioniert, wie es die Evolution gebaut hat, und nicht, wie es sich die Marxisten wünschen (zumindest, solange die Chinesen das nicht im Genlabor neu ordnen). Es wird nicht funktionieren, die Leute einfach zusammenzurühren und aufeinanderzuzwingen, und das dann durch Rede-, Sprech- und Denkverbote und -gebote zusammenzubringen.

Momentan geht gerade eine Videoaufnahme aus Thüringen durch die Social Media:

Die Polizei schreibt dazu, dass sie den Täter haben, und

Vorangegangen war dem Angriff eine verbale Streitigkeit.

Da wäre natürlich interessant, was da vorher gelaufen ist. Ob das grundlos war oder sich entwickelt hatte. Der Angegriffene soll ein 17-Jähriger Syrer sein.

Wenn ich mir das aber so ansehe, dann ist das nicht nur typisches Rudeleindringlings-, Amygdala- und Territorialverhalten. Es hat frappierende Ähnlichkeit mit den Angriffen männlicher Raubkatzen in einem Raubkatzenzoo in Südafrika, in dem ich mal war. Während die Weibchen in der Mittagshitze irgendwo lagen, dösten und, wenn überhaupt, mal kurz den Kopf hoben und guckten, verfolgten uns die Männchen fauchend, zähnefletschend, mit Schein- und Echtangriffen gegen den Zaun, obwohl wir da nur vorbeigingen.

Ich kann mich auch erinnern, dass ich mal in einer Jugendfreizeit in Österreich war, und wir dort über eine Kuhweide wollten, uns die Rindviecher dann aber sehr bestimmt und handfest, allerdings unterhalb der Verletzungsgrenze, zu verstehen gaben, dass wir auf ihrer Weide nichts zu suchen haben und außenrum zu gehen hätten. Territorialverhalten ist evolutionär verankert. Habe ich bei Tieren und Menschen schon so oft gesehen. Klassiker ist der Briefträger, der vom Hund gebissen wird. Warum? Weil er fremd riecht, vor allem nach fremdem Hund, aber zum Haus geht, also in das Territorium eindringt.

Auch die Vorgänge bei Aldi mit den „Negerküssen“ wirken auf mich wie Territorialauseinandersetzungen.

Ich glaube, das wird alles noch fürchterlich schief gehen. Und zwar deshalb, weil man hier ein „Experiment“ betreibt, was auf falschen Annahmen beruht, nämlich dem Poststrukturalismus. Dem frei erfundenen Humbug der Geistes- und Sozialwissenschaftler.

Und das wird sich hochschaukeln.

Was man vermutlich sogar will und bezweckt, um eine „moralische“ Rechtfertigung für Gewalteinsatz zu haben.

Ich halte die Zustände – vorbehaltlich zu hören, wie das da überhaupt angefangen hat – für irreparabel und es für an der Zeit, dieses Territorium hier zu verlassen und sich selbst irgendwo andershin zu migrieren. Das wird hochkochen und eskalieren, weil das Hirn so funktioniert. Der ganze Quatsch mit dem „dekonstruieren“ macht alles nur noch viel schlimmer und reizt die Leute mit ihrer political correctness und ihren Sprechverboten bis aufs Blut.

Es wird Zeit, zu gehen, um sich selbst aus den Territorialkriegen herauszuhalten und irgendwohin in Sicherheit zu bringen. Und das alles den Geisteswissenschaftlern zur Lösung nach marxistischen Rezepten zu überlassen. Experiment und so.