Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Infusion mit dem Akku-Bohrer

Hadmut
20.4.2021 13:50

Drogen sind was schönes.

Lesen hier Ärzte mit Notarzt-Erfahrung mit? [Update]

Ich dachte immer, ich hätte schon einiges gesehen, aber die richtigen Abgründe sind mir immer noch verborgen.

Gerade bin ich auf Youtube über deren Empfehlungen zufällig (ich hatte ja neulich schon Videos über Feuerwehren) auf ein Video über die am meisten beschäftigte Feuerwache in den USA (in der Tat hatte ich 2019 in New York auch mal so ein Video vor der Original-Ghost-Busters-Feuerwache gemacht, es aber nie öffentlich gemacht, weil zu schlecht), bin dann aber auf ein Detail gestoßen, das ich nun schon gruselig finde:

Sie beschreiben (und zeigen, nichts für empfindsame Gemüter) da ab 1:13, wie sie irgendeinen Drogenbewusstlosen einsammeln (ich hatte ja in New York auch so am Straßenrand eine splitternackte Frau in Drogenkoma gefunden und der Polizei Bescheid gesagt) und dann keine Infusion legen können, weil die Venen alle schon kaputt sind. Stattdessen bohren sie einfach mit dem Akkuknochenbohrer ein Loch ins Bein, mitten in den Knochen, um die Infusion da irgendwie in den Knochen laufen zu lassen.

Davon habe ich noch nie gehört. Ich weiß zwar, dass Notärzte schon mal sagten, dass sie bei Leuten, bei denen die Venen schwer zu finden sind, einfach die Haut aufschneiden und sich da durchfummeln, aber die Methode einfach mit dem Akkubohrer ein Loch ins Bein zu bohren, ist mir, naja, neu. Da verschwimmen schon irgendwie die Grenzen zwischen Rettungsmedizin und Baumarkt.

Was bringt das? Infusion dann über das Knochenmark oder was? Ich dachte immer, Knochenmarkausspülungen könnten zu Fettembolien führen. Ich dachte, irgendwo mal gehört zu haben, dass das der Grund sei, warum man an einem gebrochenen Zeh sterben könne.

Seltsam.

Naja, wenn Annalena Baerbock Kanzlerin wird, sollte man sich Aktien irgendeines Akkubohrer-Herstellers kaufen.

Update: Ein Leser schreibt mir, dass das „intraossärer Zugang“ heißt und man hier ein Paper darüber findet.

Und ein Professor der Medizin schreibt mir dazu,

Mittels einer Stahlkanüle wird bei der intraossären Punktion die Substantia corticalis (=äußere Knochenwand) des Knochens durchbohrt, so dass die intraossäre Nadel in der Markhöhle zu liegen kommt. Nach intraossärer Infusion von Medikamenten, Infusionslösungen oder Blutprodukten werden diese über die venösen Blutgefäße des Knochenmarks und die ableitenden Venen des Knochens in den Systemkreislauf eingeschwemmt.

Ja, so ungefähr hatte ich mir das vorgestellt, aber nach meinem Laienwissen dachte ich, das sei sehr gefährlich, wenn Knochenmark in den Blutkreislauf rutschen kann, und führe zur Gefahr der Fettembolie.

*Grusel*